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Energieeffizienz

Neue Skala und elektronische Datenbank für EU-Energielabel

Energielabel
Symbol eines Energielabels, künftig wieder nur von A bis G
Energielabel
Symbol eines Energielabels, künftig wieder nur von A bis G

Vor zwei Tagen hatte ich es schon mit einem ausführlichen Gastbeitrag angekündigt, das Energielabel zur Kennzeichnung der Energieeffizienz von Haushaltsgeräten wird künftig ohne verwirrende Pluszeichen auskommen. Heute hat nun die EU-Kommission im Rahmen des sogenannten „summer package“ ihren Vorschlag für die Überarbeitung der Kennzeichnung von Energieeffizienz vorgelegt. Heute hat die Komission ihren Vorschlag nun offiziell vorgelegt.

Warum wir die Änderungen brauchen, zeigt dieser Tweet ganz deutlich:

Vorschlag der EU-Komission zur Änderung der Energielabel

Künftig sollen alle Produktgruppen einheitlich Energielabel mit dem Bereich A bis G erhalten. Heute ist es noch so, dass manche Produktgruppen bis A gehen, manche bis A++ und andere wieder bis A+++. Das andere Problem ist die schlechte Einhaltung der Pflicht zur Kennzeichnung durch Hersteller und Einzelhändler. Daher schlägt die Komission folgendes vor (Zitat aus PM):

  1. Eine einheitliche Kennzeichnungsskala „A-G“: Die Kommission schlägt damit eine Rückkehr zum bekannten und bewährten Etikett mit der Skala „A-G“ für energieeffiziente Produkte vor, einschließlich eines Verfahrens zur Neuskalierung der bestehenden Etikette.
  2. Eine elektronische Datenbank für neue energieeffiziente Produkte: Die Kommission schlägt vor, alle neuen auf den EU-Markt gebrachten Produkte in einer Online-Datenbank zu registrieren, um mehr Transparenz zu schaffen und den nationalen Behörden die Marktüberwachung zu erleichtern.

Einheitliche Skalar „A bis G“ im neuen Energielabel

Eigentlich erklärt die Karikatur oben schon alles warum wir eine einheitliche Skala benötigen. Die Komission hat erkannt, dass das Energieetikett eine treibende Kraft für innovative Entwicklungen in der Industrie ist – fast nur die obersten Klassen A++ bis A+++ sind mit Geräten auf dem Markt vertreten. In den meisten anderen Klassen werden kaum oder keine Geräte angeboten, was sinnvoll ist und auch teilweise nicht mehr zulässig ist. Dafür ist es aber schwer geworden die besten Produkte auf dem Markt zu finden, das Energielabel alleine reicht dazu nicht mehr aus.

Das einheitliche „A-G“-Etikett soll nun „Verbraucher motivieren, die effizientesten Produkte zu kaufen, was zu einer Senkung des Energieverbrauchs und der Energiekosten führen wird.“

Warum eine elektronische Datenbank für neue energieeffiziente Produkte?

Mit der konkreten Umsetzung der Pflicht zur Kennzeichnung mit dem Energielabel hatte ich mich bisher noch nicht befasst. Die mangelhafte Umsetzung ist einer der Gründe für diese Datenbank. In die Datenbank müssen die Hersteller und Importeure ihre Produkte registrieren mit den Daten, die auch auf dem Energielabel enthalten sind. Der Vorteil ist, dass „die wichtigsten Angaben zur Einhaltung von Produktanforderungen für die Durchsetzungsbehörden in den Mitgliedstaaten zentral zugänglich“ sind und Behörden sich diese Daten nicht mehr aufwändig beschaffen müssen.

Die Datenbank wird auch für Verbraucher und Händler zugänglich sein, um auch auf diesem Weg transparent die effizientesten Produkte ermitteln zu können.

Welche Produkte sind vom neuen Energielabel betroffen?

Aktuell gelten für diese Gruppen Anforderungen:

11 Produktgruppen, die unter die Vorschriften für Energieeffizienz und Energieeffizienzkennzeichnung fallen: Geschirrspüler, Waschmaschinen, Wäschetrockner, Kühlschränke, Staubsauger, Lampen, Leuchten, Fernseher, Klimaanlagen, Haushaltskochgeräte und Lüftungsanlagen.

8 Produktgruppen fallen unter Effizienzanforderungen (und nicht unter die Kennzeichnungspflicht): einfache Set-Top-Boxen, externe Netzteile, Elektromotoren, Umwälzpumpen, Ventilatoren, Wasserpumpen, Computer, Transformatoren.

3 horizontale Maßnahmen betreffend: den Stromverbrauch elektrischer und elektronischer Geräte im Bereitschafts- und im Aus-Zustand, den Stromverbrauch im vernetzten Bereitschaftsbetrieb und Energieverbrauchskennzeichnung im Internet.

Ab 26. September 2015 gelten Anforderungen an Kennzeichnung des Energieverbrauchs und die Energieeffizienz von Heizungen und Kesseln (z. B. Gaskessel und Wärmepumpen). Sie werden nur für neue Produkte auf dem Markt gelten, wenn ich es richtig verstehe. Da geht die Konsistenz verloren – bei Heizungsanlagen wird es noch ein A+ oder A++ geben.

Wie geht es weiter mit dem Energielabel?

Was die EU-Komission heute präsentiert hat war ein Vorschlag, es muss also nicht dabei bleiben. Der Vorschlag wird nun „dem Europäischen Parlament und dem Rat übermittelt. Diese werden den Vorschlag erörtern und zu einer Einigung darüber gelangen. Dieses Verfahren wird voraussichtlich ein Jahr in Anspruch nehmen. Nach Annahme durch die Mitgesetzgeber wird die Kommission diese Änderungen für die meisten Produkte von Produktgruppen mit Energieetikett innerhalb eines Zeitraums von fünf Jahren umsetzen.“

Für die Verbraucher wirkt sich diese Änderung also erst im Laufe der nächsten 5 Jahre aus, nachdem sich das Europaparlament und der Rat geeinigt haben.

Muss die Einstufung der Energielabel jetzt alle paar Jahre angepasst werden?

Wird nun alles einfacher für Verbraucher? Erst werden wir die schwierige Zeit vor uns haben, in dem noch das jetzige Label und das dann künftige Energielabel zu finden sein werden, das wird schwer genug werden den Verbraucher zu vermitteln welche Klasse A denn nun energieeffizienter ist. Dann gibt es noch die Frage, ob die heute besten Geräte gleich in die Klasse A eingeordnet werdene oder gar noch weiter zurückgestuft werden in die Klasse C? Werden Heizungen und Wärmeerzeuger auch in die Neuordnung einbezogen?

Im Prinzip finde ich diesen Schritt sehr gut und wichtig, um die Transparenz wieder herzustellen. Langfristig ergibt sich doch die Frage was sein wird, wenn die technische Entwicklung so weiter geht. Muss dann die Skala alle paar Jahre angepasst werden?

Wir brauchen daher ein dynamisches System, das immer nur die besten Geräte in die Klasse A einordnet, eine Art Toprunner-Pogramm. Die geplante Datenbank ist ein erster Schritt in diese Richtung.

Quelle: Factsheet der Europäischen Komission

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Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

3 Kommentare

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  • Ein dynamisches Label-Vergabesystem würde entweder das ständige Nachlabeln von älteren Geräten erfordern (was in der Praxis bisher schon selten funktionierte) oder fortgesetzte Verbrauchertäuschung ermöglichen. Denn kann könnten ja ältere, ineffizientere Produkte im Verkaufsraum/Online-Handel beispielsweise immer noch das A-Label trägen, während die effizienteren Neulinge auch nicht besser eingestuft würden.

    • Das ständige Nachlabeln ist tatsächlich ein Problem. Das kann man ja zum Beispiel in Brasilen beobachten, wo das schon länger praktiziert wird und zumindest die Industrie stöhnt dort darüber. Anderseits haben wir, wenn wir so weiter machen, irgendwann ein A++++++++++++ Label. Das kann ja auch keiner wollen.

      Ich persönlich finde, es müsste ein gut sichtbares Verfallsdatum auf den Labeln geben. Damit könnte man dem Betrug mit alten inzwischen ungültigen Einstufungen eindämmen und trotzdem zu A bis G zurückkehren.

      Zumindest bei Heizungen ist das nachträgliche Labeln allerdings kein Problem. Das kann ja der Schornsteinfeger machen, der eh regelmäßig ins Haus kommt. So ist es ja z.B. auch beim neuen Altanlagenlabel geplant: http://www.sonnewindwaerme.de/panorama/heizungslabel-fuer-bestandsheizung-kommt

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