Gebäudesanierung

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15 Kommentare

  1. Ja, wie sind die Hausbesitzer und Wohnungsbesitzer? Du hast recht, es ist ein großes Rätsel, wer eigentlich die Kritiker sind. Dabei ist es mir sehr wichtig, dass man aufrichtige Kritik mit guten Gründen von der unfairen und instrumentalisierten Kritik unterscheidet. Es gibt ja schon Punkte, an denen etwas getan werden kann und muss.

    1. Es ist keine Frage, dass es berechtigte Kritik gibt. Aber das sind meistens Probleme, die man lösen kann. Schwierig wird es z.B., wenn Vermieter jede Modernisierung als energetische Verbesserung deklarieren, um die Investition auf die Miete umlegen zu können. Oder wenn die Mieten zu sehr ansteigen, auch wenn das nicht unbedingt mit der energetischen Modernisierung zu tun haben muss.

  2. Hey Andreas,
    wie immer ein starker Beitrag von dir! Danke dafür.

    Du legst den Finger genau in die Wunde, Sanierungen werden auf die Dämmung beschränkt und kommen in den Medien häufig nicht gut weg. Die Unsicherheit in der Bevölkerung ist daher groß.

    Hier bei energieheld erleben wir das recht häufig.
    Das Problem ist natürlich wie immer vielfältig, jedoch versuche ich mal einen ersten Erklärungsansatz:

    Es wird relativ viel gedämmt, das stimmt. Jedoch ist die Dämmung auch zu Recht oft das erste was bei einer energetischen Sanierung angegangen wird. Die Dämmung ist nämlich im Bezug auf die Kosten sehr wirtschaftlich (besonders wenn eine Einblasdämmung möglich ist) und zudem sehr sinnvoll um die Energieeffizienz des Gebäudes zu erhöhen. Ein modernes Heizsystem mit Brennwerttechnik ist natürlich günstiger, aber ohne die passende Dämmung auch unnötig groß dimensioniert.
    Das die Angst vor Schimmel und Brandgefahr gestiegen ist liegt wahrscheinlich an den heutzutage häufig zu sehenden Fernsehsendungen und Dokus mit den reißerischen Titeln wie „Baupfusch – Familien in Not!“ oder „Der Dämmwahn geht weiter.“ etc. Wo natürlich nur negativ berichtet wird.

    Gedämmt wird in Deutschland jedoch schon seit Jahrzehnten und früher war die Aufmerksamkeit nicht so hoch und das Thema Schimmel durch Dämmung war kein Thema. Das Problem Schimmel hat seine Ursache nämlich nicht in Dämmung. Sondern darin, dass mittlerweile die Fenster wesentlich luftdichter geworden sind und generell eine viel höhere Luftdichtigkeit bei Gebäuden gefordert wird. Um dennoch die Feuchtigkeit der Raumluft aus dem Gebäude zu bekommen, müsste theoretisch mehr gelüftet werden, was durch eine manuelle Lüftung aber oftmals gar nicht geschafft werden kann oder durch falsches Lüften (Kipplüften) nicht den gewünschten Effekt hat. Hier muss durch Bauträger, Fensterbauer etc. einfach mehr auf das richtige Lüftungskonzept hingewiesen werden.

    Das Potential zur Energiewende beizutragen und die Klimaschutzziele zu erreichen ist im Bereich der energetischen Gebäudesanierung sehr hoch. Wäre wirklich schade wenn man dies nur wegen der falschen Kommunikation versäumen würde…

    1. Auf die Zwangslüftung anzusprechen, weil manuelles Lüften nicht reichen soll, ist leichtfertig.
      Auch bei einer Zwangslüftung müssen täglich viele m³ Frischluft über Fenster und Tür die Seite wechseln.
      Das Schlimmste ist, daß es zu Viele gibt, die einseitig beraten. Die Ganzheitlichkeit fehlt, was zur m angelnden und unbewußten Objektivität fährt. Oder – die so genannten Berater sind einseitig, weil sie „Ihren Mist verkaufen“ wollen oder müssen.
      So ich auch die Einblastechnik längst nicht immer heilsam. Sie kann auch dazu führen, daß das Haus abrißfägig wird. Dann nämlich, wenn der Mist in der Hohlschicht naß geworden ist und niemals mehr trocknet.

      1. Natürlich muss eine Beratung ganzheitlich das Haus betrachten und die Berater sollten den gesamten Sanierungsprozess begleiten. Doch auch das muss bezahlt werden. Gerade die singulären Lösungen, die scheinbar günstiger sind, sehe ich als besonders gefährlich für Fehler an. Das Thema der Kosten darf man allerdings nicht vernachlässigen und ist das Schwierigste an der gesamten Diskussion.

  3. Keine Sicherheit ob ich das zugrunde liegende Problem erkannt habe oder ebenfalls im Nebel herumstochere.

    Klingt zunächst weit hergeholt, scheint aber einem Muster zu folgen – Das Buch von Harald Welzer „Klimakriege – Wofür im 21. Jahrhundert getötet wird“ ein Buch das ich allen empfehle, welche noch die Devise „so schlimm wird es schon nicht kommen“ oder wahlweise „früher gab es auch schon Katastrophen usw“ für das richtige „Abwehrvoodoo“ halten. Gerade die werden sich weigern „so etwas zu lesen“

    „Früher“ gab es keine ~7,2 Milliarden Menschen, die längst nahezu alle bewohnbare Gebiete bevölkern. Zugegeben mit unterschiedlicher Dichte, aber für größere „Umsiedlungen“ ist kein Platz mehr vorhanden bzw. will keiner „seinen Platz“ mit anderen teilen.

    Nun in dem Buch wird ein Zusammenhang zwischen Gewalt und Veränderung hergestellt. Veränderungen verunsichern jeden. Statt rational damit umzugehen, schafft sich jeder seine eigene Kopfwelt die möglichst weit von den tatsächlichen Ereignissen entfernt ist. Oder „man“ / „frau“ folgt einem selbsternannten Guru der etwas „erkannt haben will“ was zwar wenig rational ist, aber sicherstellt, eine bestimmte Veränderung ist nicht notwendig, gefährlich usw. Damit ist das Problem sich der Realität selbst stellen zu müssen weit weg.

    Hat sich dieses Denkschema einmal eingenistet, wird durchaus real gehandelt – inzwischen völlig unwichtig wie irreal die vorausgegangene „Begründung“ aussah. Das Erreichen der so etablierten Pseudolösungen wird mir den gewohnten rationalen Methoden vorangetrieben.

    Da brennen dann ganze Stadtteile die zuvor gedämmt wurden nieder. Lösung, verhindern – um jeden Preis verhindern ! Schimmel kann (nach erfolgter erfolgreicher Gehirnwäsche) ausschließlich in zuvor wärmegedämmten Häuser gedeihen usw. usf.

    Was passiert da aber tatsächlich ? Eine Veränderung, die Angst macht, ist eingetreten. Mit jeder Maßnahme die wegen solcher Veränderungen zu deren Bewältigung „notwendig“ wäre, verstärkt die Notwendigkeit eine drohende oder bereits vollzogene Veränderung überhaupt zur Kenntnis zu nehmen.

    Warum wohl starb der „Reiter über den (zugefrorenen) Bodensee ? Weil im die Gefahr bewusst wurde in der er sich (unwissentlich) befunden hatte. Hätte ihm keiner gesagt, welcher Gefahr er da ausgesetzt war, er hätte wohl „glücklich bis zu seinem Ende“ weitergelebt. Es ist also wenig verwunderlich, wenn Menschen alles daran setzen, gewisse Realitäten schlicht nicht wahrhaben zu wollen. Wer ganz sicher gehen will, bekämpft diese unsagbaren Wahrheiten mit allen Mitteln.

    Ganz nebenbei mag ja auch das Leben als Führer einer solchen Antibewegung sehr befriedigend sein. Auch das ein weiterer verstärkender Grund keinesfalls von den eigenen irrationalen Vorstellungen jemals abzugehen. Wer eine kostenlose Einführung in das Thema haben möchte, sollte sich mit den gängigen Verschwörungstheorien auseinandersetzen. Doch Vorsicht – höchste Ansteckungsgefahr ! Mit rationalen, wissenschaftlichen Methoden ist dort kein Blumentopf zu gewinnen. Wer dagegen selbst völlig rational auf der Irrationalität aufbauend Argumente ersinnt, kann dort durchaus aufsteigen – findet Bestätigung – ist sozial eingebunden – was braucht Mensch mehr ?

  4. „Wir müssen nachweisen, dass sich die energetische Sanierung für die Eigentümer rechnet.“

    aha !

    „sich rechnet“ für den jeweiligen Eigentümer ? Nur so als Überlegung – ist nicht jede tatsächliche Energieeinsparung, welche bis zum „Lebensende“ der betroffenen Hütte andauert, etwas, was sich für „alle“ – wirklich alle „rechnet“.

    Ich verstehe ja, wenn Sie – Ihre gesamte Zunft – bei dem Betroffenen meist mit „geldwerten Vorteilen“ Überzeugungsarbeit leisten müssen. Allerdings zeigt diese ausschließliche Konzentration auf das Pekuniäre, wie weit weg wohl alle noch von der Erkenntnis sind – „Energievermeidung“ – jede Energie die aus fossilen Quellen stammt – sollte – muss parallel zu der „Erzeugung“ – eigentlich Wandlung – sog. EE, geschehen.

    Später wird Geld, auch viel Geld, wohl kaum noch den sich anbahnenden globalen Mangel beheben können. Keine Ahnung wie viel Zeit da noch bleibt. Jetzt noch, wo es „nur“ Geld kostet, eine positive Änderung herbeizuführen.

    Der große Knall am XX.XX. 20?? wird ausbleiben. Kein „Weltuntergang“ nur eine globales Dahinsiechen mit all den „unangenehmen Begleiterscheinungen“ wie lokale Kriege – Kriegsflüchtlinge, Klimaflüchtlinge die sich dort retten wollen, wo sie eine Überlebenschance vermuten.

    Schade, dass diese Überlegungen einfach verdrängt werden. Nach uns der totale Mangel – sorry liebe Kinder, Enkel, Urenkel …..??

    1. Schöne Worte! Wenn aber eine Bauherr oder Hauseigentümer nicht zu der guten Gruppe der Beamten zählt, die eine weit bessere Altersversorgung haben, als z.B. Selbständige, die ihr Leben lang auch dafür mitwirkten, daß Arbeitnehmer ihren verdienten Lohn bekommen, müssen sie irgendwo eine Mieteinnahme haben.
      Wer für sein Geld besser 1% Zinsen hinnimmt, die von 1,5% Inflationsrate aufgezehrt werden, desweiteren mit 0.25% Steuern, sollte nicht Wohnungen kaufen, die über die Miete nicht solchen Ertrag bringen. Dazu stimmt das Verhältnis häufig nicht mehr. Schon gar nicht, wenn Mieter mit der Sache so ungehen, als hielte ein Wohnhaus nur 10 Jahre. Das habe ich alles schon als Makler gesehen und erlebt.
      Der Wert einer Wohnung steigt nicht immer, er kann auch deutlich sinken, ganz im Gegenteil zum Bargeld auf dem Konto.
      Warum soll ich dann in Häuser investieren?