Energieeffizienz

Bei Papier liegen Chancen zur Energieeinsparung auch beim Einkauf von Recyclingpapier

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Papier, Quelle: pixabay.de
Papier, Quelle: pixabay.de
Papier, Quelle: pixabay.de

Momentan ist die industrielle Energieeffizienz völlig ungeplant zu einem Schwerpunktthema geworden. Aber ich finde gerade so viele gute Informationen aus den verschiedensten Branchen. Nach den Reinigungsanlagen in der Fertigung von Dieseleinspritzkomponenten und den Energieeinsparungen bei Lackieranlagen möchte ich mich in diesem Beitrag der Papierindustrie zuwenden. Zwei weitere Branchen habe ich auch noch im Blick.

Die Papierindustrie gehört zu den großen Energieverbrauchern. Laut Energieagentur NRW beträgt der Anteil der der Anteil der Energiekosten bezogen auf den Umsatz ca. 10 %. Der Energiebedarf zur Produktion einer Tonne Papier, Pappe und Karton beträgt ca. 2.674 kWh heißt es weiter auf dieser Seite – und liegt damit auf ähnlicher Höhe wie die Produktion einer Tonne Stahl. Da verwundert es dann auch nicht, dass sich in der Liste der Unternehmen, die von der EEG-Umlage befreit sind, 87 Unternehmen zur Herstellung von Papier und Pappe zu finden sind – anschaulich dokumentiert von Thorsten Zoerner in einer Tabelle, auf Platz 3 der Branchen-Rangliste, und auf einer Deutschland-Karte.

Gibt es große Effizienz-Potentiale in der Papierindustrie?

So hohe Einsparpotentiale wie in den Lackieranlagen konnte ich nicht finden. Die Zeitschrift „Nachhaltige Produktion“ berichtete im Mai 2013 von zwei Unternehmen für die Energieeffizienz und Nachhaltigkeit ein wichtiges Thema ist. In einem wird ein neues Wärmerückgewinnungs-System eingesetzt, das den Energieverbrauch um 10% verringert und in dem anderen Unternehmen ist immerhin von einer langfristigen Energiestrategie die Rede, bei der es mittlerweile darum geht die eigene Stromproduktion zu erhöhen, um Kosten zu sparen.

Möglichkeiten zur Reduzierung des Energieverbrauchs in der Papierindustrie gibt es viele, wie eine Aufstellung von E.ON zeigt. Dazu gehören die Steigerung der Wirkungsgrade von Kesseln, Anpassung von Pumpen, Antrieb und Kälteanlagen, die Überprüfung und Optimierung der Druckluftanlagen, sowie die Nutzung von Abwärme.

Papierkäufer können zur Energieeinsparung beitragen

Die oben erwähnte Seite der Energieagentur NRW weist darauf hin, dass in der Vergangenheit schon viele Maßnahmen umgesetzt wurden. Das Potential erscheint mir noch lange nicht ausgeschöpft zu sein, insbesondere bei Pumpen und Druckluft gibt es sicher noch Optimierungsmöglichkeiten. Zusätzlich ist die Nutzung der Abwärme noch ein junges Feld, das bei steigenden Energiepreisen immer interessanter wird.

Aber die größte Energieeinsparung erreicht man durch Verwendung von Recyclingpapier. Eine Studie des Heidelberger IFEU-Institutes (aus dem Jahr 2006) zeigt eindrucksvoll wie groß der Unterschied im Energieverbrauch von Recyclingpapier und Frischfaserpapier ist:

Mit einem einzigen Paket Recyclingpapier (500 Blatt DIN A4) spart man, im Vergleich zu Frischfaserpapier, eine fossile Energiemenge ein, mit der im deutschen Strommix eine 100 W Glühlampe 44 Stunden lang brennen könnte. Und auch bei der Herstellung von Frischfaserpapier mit Zellstoff aus Skandinavien sind die Unterschiede erheblich: Eine Tonne Recyclingpapier spart im Vergleich zum Frischfaserpapier aus nordischem Zellstoff so viel CO2 ein, wie ein durchschnittliches Auto auf rund 1.000 km ausstößt!

Dieses Beispiel zeigt, dass die Möglichkeiten zur Energieeinsparung nicht allein beim Hersteller liegen. Auch beim Einkauf sollte die Papierauswahl mit Bedacht fallen. Wer Recyclingpapier kauft, trägt mit bei zu einem geringeren Energieverbrauch und geringeren CO2-Ausstoß.

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Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

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