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Energieeffizienz

Mehr Transparenz beim Energieverbrauch durch den Enervee-Score

FridgeScore Ausschnitt
Vergleich der Enervee-Score von Kühlschränken, Grafik: Enervee
Vergleich der Enervee-Score von Kühlschränken, Grafik: Enervee
Vergleich der Enervee-Score von Kühlschränken, Grafik: Enervee

Eigentlich bin ich ein Fan des EU-Energielabels. Doch die Aussagekraft der Energieeffizienzklasse ist begrenzt, alleine reicht die eigentlich plastische Darstellung nicht aus. Die Angabe des Jahresstromverbrauchs der betreffenden Geräte muss zusätzlich beachtet werden, um keine unliebsamen Überraschungen zu erleben. Hinzu kommt, dass durch die technischen Innovationen die Geräte immer effizienter werden und damit das System nach oben hin erweitert werden muss. Mittlerweile muss erklärt werden, dass Energieeffizienzklasse A oder A+ bei vielen Geräten weit hinter dem Stand der Technik ist.

Muss das Energielabel weiter entwickelt werden oder hat es gar ausgedient? Ein Top-Runner-Programm, bei dem sich alle an dem jeweils effizientesten Gerät orientieren müssen, ist derzeit noch nicht in Sicht.

E.ON investiert in amerikanische Energieeffizienz-Plattform Enervee

Vergleich der Energiekosten unterschiedlich großer Kühlschränke, Grafik: Enervee
Vergleich der Energiekosten unterschiedlich großer Kühlschränke, Grafik: Enervee

Jetzt scheint aus dem Markt heraus eine Alternative in Sicht zu sein. Gestern verkündete der Energieversorger E.ON den Einstieg bei dem US-amerika­nischen Unternehmen Enervee. Das 2012 gegründete Start-up aus Los Angeles hat eine Plattform entwickelt, die es Verbrauchern ermöglicht, die Energieeffizienz von Haushaltsgeräten und Unterhaltungselektronik zu vergleichen. Mittels eines Bewer­tungsprozesses, dem so genannten Enervee-Score, wird die Effizienz eines Produktes mit allen anderen Produkten dieser Kategorie verglichen. Darauf aufbauend spricht Enervee Empfehlungen für den Kauf eines Produktes aus.

Die Enervee-Score ist dynamisch und wird täglich angepasst im Gegensatz zum dem starren europäischen System des Energielabels. Sobald ein neues Gerät auf den Markt kommt, das effizienter ist, wird die Bewertung der bisher verfügbaren Geräte entsprechend angepasst. Es hat also Ähnlichkeiten mit dem bereits erwähnten Top-Runner-Programm. Der höchste erreichbare Wert in dieser Einordnung ist 100 und berücksichtigt neben dem jährlichen Stromverbrauch die Größe des Gerätes und die Nutzleistung, z.B. den Wert Lumen in der Beleuchtung.

Enervee-Score ist dynamisch anpassbar an Marktentwicklung

E.ON strebt mit diesem Investment den Aufbau einer gemeinsamen, an den europäischen Markt angepassten, Plattform an.

„Durch die Kooperation mit Enervee können wir unsere Kunden zukünftig noch stärker beim Energiesparen unterstützen. Mit dem Enervee-Score ist es möglich, energieeffiziente Geräte speziell für die jeweiligen Bedürfnisse zu empfehlen“, so Susana Quintana-Plaza, Senior Vice President für Technologie und Innovation bei E.ON.

Das Interesse an effizienten Geräten ist groß, wie jedes Jahr auf der Messe IFA von den Ausstellern betont wird. Doch für Verbraucher wird es komplizierter den Durchblick zu behalten, wie die Verbraucherzentrale in ihrem Projekt Marktcheck festgestellt hat.

Mit dem Enervee-Score kann sich dies ändern, so Matthias Kurwig, Mitbegründer und CEO von Enervee:

„Leicht zugängliche Informationen über Gesamtkosten und Umweltverträglichkeit von Produkten erleichtern Verbrauchern die Kaufentscheidung. Diese Informationen werden künftig direkt beim Produktangebot angezeigt. Der auf den Marktplätzen unserer Partner eingesetzte Enervee-Score wird das Kaufverhalten für Elektronik­geräte grundlegend ändern.“

Enervee-Score als Transparenz-Hilfe für Händler

Das System klingt sehr spannend und kann deutlich die Unterschiede bei den Geräten aufzeigen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass diese Plattform Händlern als Whitelabel-Lösung angeboten wird, oder als App genutzt werden kann, damit die Kunden alle verfügbaren Informationen haben für eine Kaufentscheidung und sich auch der Folgekosten bewusst werden.

Interessant ist auch dieses Beispiel für einen Online-Händler, der anzeigt, wie viel mit dem sparsamsten Gerät auf dem Markt eingespart werden kann, bzw. welche Geräte mit vergleichbaren Funktionen effizienter sind.

Ich bin gespannt auf die eruopäische Plattform und ob sie dem EU-Energielabel Konkurrenz machen wird. Durch die dynamische Anpassbarkeit des Systems und der Nutzung der Daten aus der Datenbank sind die Möglichkeiten viel größer als im starren System des Energielabels.

Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

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