Nutzerverhalten wichtig für Erfolg von Plusenergie-Häusern

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12 Kommentare

  1. Ihr Bericht schneidet das wichtigste Thema im Zusammenhang mit dem Thema "Niedrigenergiehäuser" – das Nutzerverhalten- an.
    Leider bleiben Sie zu sehr an der Oberfläche des Problems.
    Eine tiefergehende Betrachtung scheint mir hier in Zukunft angeraten.

    Also, bitte bleiben Sie weiter dran.

    1. Es freut mich, dass auch andere das Thema für so wichtig halten. Ich wollte erst mal nur auf das Problem aufmerksam machen und ich denke das habe ich erreicht. Ich kann das Thema gerne vertiefen, es gibt noch weitere Untersuchungen zum Einfluss der Bewohner auf den Energieverbrauch des Hauses bei Sanierungen, bei Niedrigenergie- und Passivhäusern.

  2. Mir fällt in diesem Zusammenhang die Studie "Auswirkungen der verbrauchsabhängigen Abrechnung in Abhängigkeit von der energetischen Gebäudequalität" von Clemens Felsmann und Juliane Schmidt aus dem Jahr 2013 ein (findet man online zum Download). Dort heißt es ebenfalls: "Aus den Simulationen lässt sich ableiten, dass mit verbessertem baulichen Wärmeschutz und damit sinkenden Energiebedarfskennwerten die Verschwendungsneigung der Nutzer steigt." Insofern wird die These, dass dass Nutzerverhalten in Gebäuden mit geringem Energieverbrauch besonders wichtig ist, auch von dieser Studie untermauert.

  3. Ein wichtiges Thema, dass die Bemühungen um Energieeinsparungen bei Gebäuden in einem anderen Licht erscheinen lässt. Da ist noch viel Erziehungsarbeit, ähnlich wie seinerzeit beim Thema Mülltrennung, zu leisten. Bloß ob sich die Leute erziehen lassen, ist die Frage. Ich hatte erst kürzlich bei einem Bürogebäude wieder die Diskussion, über öffenbare Fenster. Es wurde letztendlich entschieden Welche einzubauen. Die Leitung wollte vermeiden, dass die Mitarbeiter deswegen zum Betriebsrat laufen.

    Meiner Meinung nach sollten die Konzepte noch einmal grundsätzlich überdacht werden. Technik sollte dem Menschen dienen und nicht umgekehrt. In Sachen Haustechnik im Privatbereich sehe ich da Vereinfachungsbedarf. Die meisten Leute, die ich kenne sind schon mit der Programmierung der Zeitschaltuhr ihrer Heizungssteuerung überfordert.

    1. Die Frage mit der Erziehung hatte ich mir auch gestellt als ich den Artikel geschrieben habe. Ich glaube der Versuch die Menschen zu erziehen könnte auch nach hinten losgehen und sich negativ auf die Akzeptanz auswirken. Die Technik sollte so einfach sein, dass sie möglichst viele Menschen verstehen und gerne nutzen, aber auch so, dass sie nur wenig aktiv genutzt werden muss. Die Menschen müssen in den Mittelpunkt gerückt werden, für sie ist der Wohnraum da und nicht für die Technik.

  4. Sehr geehrter Herr Kühl,

    bereits Mitte der 1990er Jahre hat die BASF AG durch eine ihrer ehemaligen Wohnungsgesellschaften (LUWOGE) eine Häuserzeile mit Mietwohnungen sanieren und auf Passivhaus-Standard umrüsten lassen.

    Die Spannung war groß wie die Auswertung der ersten Heizperiode ausfallen würde. Das Ergebnis:
    rund 15 % der (ca. 50) Wohnungen erreichte den angestrebten Jahresverbrauch von ca. 15 KWh/m².
    Die weitere Verteilung erinnere ich nicht mehr, jedoch ganz genau den seinerzeitigen Spitzenreiter, der es vermochte, 352 KW/h/m² pa zu verbrauchen.

    Die von Ihnen hier angesprochene Erkenntnis ist also schon sehr alt, und wie von einem Vorredner gesagt, leider nur höchst oberflächlich angerissen. Da bleibt noch Luft nach oben.

    Freundliche Grüße

    1. Sehr geehrter Herr Caire,
      dass das Thema nicht neu ist glaube ich und ich weiß, dass es bereits ältere Untersuchungen dazu gegeben hat. Doch welche Folgerungen wurden daraus gezogen und was hat sich seitdem verändert? Wie kann man es den Nutzern einfacher machen und das Verhalten in die Planung einbeziehen? Mir ist nicht bekannt, dass es üblich ist das Nutzerverhalten in die Planung einzubeziehen. Ich nehme gerne die Kritik an, dass der Beitrag zu oberflächlich ist und befasse mich intensiver mit dem Thema. Den Zweck der Aufmerksamkeit und Diskussion hat der Beitrag zumindest erfüllt, jetzt weiß ich auch dass Bedarf da ist an einer weiter gehenden Betrachtung.
      Freundliche Grüße,
      Andreas Kühl