PV+Wind im Havelland

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11 Kommentare

  1. Hallo Andreas,

    vielen Dank für die klasse Zusammenfassung und Einbindung der Twitter-Kommunikation.

    Als SecondSol sind wir weder für die Abschaffung noch für die Verlängerung des EEG`s in seiner jetzigen Form. Vielmehr würden wir uns eine klare Richtung wünschen, mit der alle Parteien (Politik, Netzbetreiber, die PV Branche sowie private und gewerbliche Anlagenbetreiber) leben können.

    Uns geht es nicht zwangsläufig darum möglichst viele PV-Anlagen mit EEG Förderung auf deutsche Dächer zu bringen. Uns interessiert die Integration der Photovoltaik als Teil der Energiewende in welcher Form auch immer.

    Auch könnten wir uns vorstellen, dass wir in ein paar Jahren ein ganz neues Bilder der PV haben. Zum Beispiel als festen Bestandteil einer intelligenten Haustechnik und nicht als Renditeobjekt auf dem Dach.

    Wie es auch kommt, unser PV-Zweitmarkt wird sicher allen Wirrungen standhalten und auch zukünftigen PV-Anlagen eine sichere Ersatzteilversorgung gewährleisten.

    Viele Grüße
    Das SecondSol-Team

    1. @SecoondSol -Team

      Danke für die ausführliche Klarstellung der eigenen Position. Hier haben wir die Möglichkeit etwas mehr zu schreiben als 140 Zeichen und es ist gar nicht so einfach die Tweets zusammen zu fassen.

  2. Auch auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole, es muss dringend ein neues Marktmodell für Energie geschaffen werden, und dieses neue Marktmodell sollte so beschaffen sein dass die Verfügbarkeit der Energie mit gewichtet wird, denn nur so können wir die dringend benötigten Voraussetzungen für den Zubau von Energiespeichern schaffen.

    Nochmal zur Erinnerung : Auch ein Gas-Kraftwerk im Stand-By ist ein Energiespeicher !

    Natürlich gibt es dabei ein großes Problem : Ein neues Marktmodell, welches die garantierte Verfügbarkeit der Energie gewichtet und belohnt, spielt den alten Kohle-Kraftwerken natürlich extrem in die Karten, und die wollen wir ja gerne als nächstes loswerden, sofort nach den Atom-Kraftwerken.

    Ich weiss nicht ob es möglich wäre das Modell um eine CO2-Strafzahlung, oder einen völlig neu aufgerollten CO2-Zertifikate-Markt, so zu erweitern dass Kohle-Kraftwerke dann zwar mehr Geld für die Energie bekämen als Erneuerbare, dass sie dieses Geld aber wieder ausgeben müssen, für die dann (hoffentlich) teuren Zertifikate. Das würde all den Stromquellen in die Karten spielen die kein CO2 ausstossen, z.B. Stromspeicher, denn die geben ja nur den Strom wieder ab den sie vorher von den Erneuerbaren billig eingekauft und gelagert haben.

    Für eine Übergangszeit finde ich den Vorschlag des IZES aber nicht schlecht, ich denke das geht schon in die richtige Richtung, es würde in jedem Fall zu einer deutlichen Belebung auf dem Regelenergiemarkt führen, was ebenfalls helfen könnte den Zubau von Speichern endlich anzuschieben.

    mfG
    C. Wiesner
    ROTOKINETIK UG

    1. @Christian Wiesner: Ein neues Marktmodell muss mit einem neuen Fördergesetz für erneuerbare Energien einher gehen. Da muss beides verbunden sein. Allerdings sind Speicher nicht gerade die erste Wahl, der Verbrauch ist immer günstiger – also Netzausbau wäre besser als den strom zu speichern.

      1. @ Andreas Kühl : Prinzipiell ist es richtig, dass ein Netzausbau meist günstiger ist als Stromspeicher zu installieren, aber nicht generell. In Flächenstaaten wie den USA gilt das z.B. überhaupt nicht, diese Länder sind so groß dass sie gar nicht mit ausreichend starken Leitungen überzogen werden können, hier ist es heute schon oft günstiger mit lokalen Stromspeichern zu arbeiten. Gerade in den USA müssten die Netze mit einem Aufwand von mehreren hundert Milliarden erneuert werden, das passiert aber aus bekannten Gründen nicht, daher sind die USA derzeit das Land mit dem weltweit größten Zubau von Energiespeichern auf Netzebene (siehe : 36 MW Groß-Batterie von DUKE in Texas).

        Auch in Europa und Deutschland wird sich das Blatt wenden, spätestens dann wenn der EE-Anteil mal über 50% sein wird, und bei dem derzeit geplanten Zubau wird das deutlich vor 2030 der Fall sein. Natürlich hängt das von vielen Faktoren ab, die heute noch unbekannt sind, z.B. :

        – welche Leistung an BHKW haben wir in 2030 installiert, und können diese für die Unterstützung der Netzstabilität herangezogen werden, also stromgeführt betrieben werden (bedeutet : Wärmespeicher, Anbindung an ein Fernwärmenetz oder Vernichtung der dann überflüssigen Wärmeenergie)

        – welche Leistung an Bio-Gas-Anlagen haben wir installiert, können deren Gas-Motoren für Stromknappheit stärker dimensioniert und auch an das Erdgas-Netz angeschlosen werden

        – wie verlaufen Projekte wie DESERTEC, also Erweiterung des UCTE nach Nord-Afrika und Solaranlagen mit Speicher (CSP), oder die Anbindung Norwegischer Groß-PSP über HGÜ

        – wieviele GuD-Kraftwerke haben wir dann im Stand-By, etc.

        Das ändert jedoch nichts an der Tatsache dass wir dann stellenweise so viel EE-Kapazitäten haben werden, dass diese massiv abgeregelt werden müssen. Dann kommt die Zeit der Stromspeicher, speziell dann wenn es uns gelingt deren Kosten zu drücken ! Mit CAES und PHES stehen mindestens zwei Technologien in den Startlöchern die beide billiger als PSP (in Deutschland) sein können, großtechnisch umgesetzt werden können, dadurch nochmal günstiger werden (siehe gepantes CAES in Norton, USA, mit 2.800 MW für 8 Tage) und die zudem keine so großen Akzeptanzprobleme haben wie neue PSP (NIMBY-Mentalität der Deutschen).

        Nur wird es dann, in 2030, viel zu spät sein um mit deren Zubau zu beginnen, das muss JETZT angegangen werden, tatsächlich sind wir schon viel zu spät dran.

        Es muss JETZT ein Marktmodell etabliert werden dass ein Momentum für den Zubau von großen Stromspeichern schafft, sonst wird die Energiewende scheitern, davon bin ich überzeugt.

        mfG

        C. Wiesner
        ROTOKINETIK UG

  3. Eine grundlegende Offensive müsste neben dem Strompreisnadelöhr die schwer vermittelbaren und umso wichtigeren Themen beinhalte: Preiseffizienz reicht nicht und ist dennoch wichtig. Was ist mit dem Klimaschutz? Was ist mit der Importunabhängigkeit des europäischen Binnemarktes? Was ist mit dem Export von Dienstleistungen und Produkten?
    Um die Hinweise auf Vertrauensverluste der erneuerbaren Energienbranche durch eine widersprüchliche Energiepolitik bin ich schon froh. Erstaunlich finde ich, dass man dem keine massive breit aufgestellte positive Kampagne entgegenstellt, an der ich mich gern beteilligen würde. In Kreisen der organisierten Schützer fossiller Geschäftsmodelle erscheint beispielsweise die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft finanziell stark dynamisch. Es gibt viele intelektuelle Ansätze in Fachkreisen. Wir brauchen jedoch intellektuelle Lösungsansätze und breitenwirksam kommunizierbare leicht verständlich und emotional stimmige Botschaften.

  4. @Kilian Rüfer:

    Es ist teilweise schon wirklich erstaunlich, wie wenig Zusammenhalt und gemeinsames Interesse in unserer Branche herrscht. Hier aber einmal ein Ansatz von Watt 2.0 der ganz spannend unter interessant klingt…“Neue Energiewirtschaft – NEW“

    http://www.wattzweipunktnull.de/fileadmin/content/pdf/NEW/Exposee_Kampagne_NEW.pdf

    @Chrisitan Wiesner & Andreas Kühl:

    FRAGE!!! Brauchen wir noch ein EEG oder sind erste Ziele erreicht und man nun radikaler Umdenken? Z.B. Förderung von PV, Wind sowie Biomasse raus und stärkere Förderungen für Speicherung, Stromhandel, Eigenverbrauch und gebäudeintegriertes Bauen rein?

  5. @ SecondSol :

    Ich halte eine Förderung von Stromspeichern für falsch, ganz gleich ob diese auf Netzebene oder in Kellern geschieht (meine Meinung zu Batterie-Heimspeichern sollte bekannt sein).

    Was wir IMO wirklich benötigen ist ein neues Marktmodell für Energie, welches deren verlässliche Verfügbarkeit im Preis für die Energie widerspiegelt, auch in Relation zu dessen Reaktionszeit in ms / s / min, aber konterkariert über den einhergehenden CO2 Ausstoss, der Strafzahlungen nach sich ziehen muss.

    Das würde ganz automatisch Speicher fördern, und ohne weiteres Zutun (=Förderung) des Staates, da diese mit CO2 Ausstoss ‚0‘ arbeiten können, und auf diese Weise die höchsten Einnahmen für Strom erzielen können, für ihre Refinanzierung.

    Damit würden automatisch auch GuD-Kraftwerke gefördert, da diese einen höheren Wirkungsgrad gegenüber Kohle-Kraftwerken aufweisen und damit weniger CO2 ausstossen, wir könnten also die Energie-Landschaft sukzessive in die Richtung leiten, wo die Experten für eine erfolgreiche Energiewende sie sehen :

    – mehr Windkraft, weniger PV
    – generell mehr Stromspeicher (0,5 – 5 TWh)
    – weniger Kohlekraftwerke (hoher CO2-Ausstoss)
    – mehr moderne GuD-Kraftwerke, als Notreserve (wenig CO2, hohe Verfügbarkeit)
    – EE-Betreiber mit eigenen Stromspeichern werden belohnt
    – Schnelle, verlässliche Energie-Lieferanten mit hohem Wirkungsgrad (GuD) werden belohnt

    Was die Speicherbranche braucht sind nicht weitere Förderungen, die sowieso immer ungerecht sind, sondern verlässliche Rahmenbedingungen, die einen profitablen Betrieb von Stromspeichern ermöglichen.

    Der Rest geschieht dann von selbst, wir sollten nicht vergessen dass weltweit ca. 10 Billionen US-Dollar neue Invests suchen ….

    mfG

    C. Wiesner
    ROTOKINETIK

    1. Ich schaffe es zeitlich leider nicht einen Bericht zu schreiben von der Veranstaltung der Agora Energiewende in der vergangenen Woche, bei der verschiedene Alternativen für eine künftige Förderung erneuerbarer Energien diskutiert wurden. War wirklich sehr interessant und aufschlussreich. Die Speicherförderung kam bei allen Referenten sehr schlecht an. Ohne ein neues Marktmodell sehe ich auch keinen Sinn für Speicher. Aber der größte Quatsch ist, zuerst den Eigenverbrauch zu fördern, um ihn über Zuschläge wieder zu bestrafen.

  6. Das einfachste und probateste Mittel wäre eine Verschmutzungssteuer wie sie einst Hermann Scheer und Josef Göppel schon forderten. Siehe auch: http://www.hermannscheer.de/de/index2.php?option=com_content&do_pdf=1&id=457
    Auszug daraus: Wer das
    Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) in die Atmosphäre bläst, soll dafür zahlen, und nicht zu knapp, lautet im Kern ihr
    Vorschlag. Scheer und Göppel wollen das bisherige System der Energiebesteuerung von Grund auf umkrempeln.
    Systembrüche Sofern bisher von einem System überhaupt die Rede sein kann: Wir zahlen kräftig Steuern auf Benzin, auf
    Heizöl in kaum nennenswertem Maße, auf Kohle und Braunkohle gar nicht, dafür wieder auf den Stromverbrauch. Im einen
    Fall – Mineralöl – wird also der Energieträger besteuert, im anderen – Elektrizität – das Produkt. Scheer und Göppel möchten
    künftig nur noch Energieträger besteuern, und zwar umso kräftiger, je mehr Treibhausgase beim Verbrauch frei werden. Also
    Öl, Kohle und Braunkohle in erheblichem, Erdgas in geringerem Maße, Wind-, Sonnen- und Wasserkraft überhaupt nicht. – Ende des Zitates. Scheitern kann dieser Vorschlag nur an seiner Einfachheit. Schließlich mag es der Deutsche in der Regel eher kompliziert und umständlich. 😉

    1. Wenn der Emissionshandel nicht reformiert werden kann, muss es auf eine CO2-Steuer hinauslaufen. Das hat selbst der Vorstandsvorsitzende von EON kürzlich gefordert. Aber die rückwärtsgewandten Politiker wie Rösler werden schon dafür sorgen, dass auch mit der CO2-Steuer die Preise gering gehalten werden.