Energiewende

Gegenwind für Strompreisbremse auch aus der Energiewirtschaft

Windenergie im Havelland, Fot:o: AK
Windenergie im Havelland, Fot:o: A. Kühl
Windenergie im Havelland, Fot:o: AK
Windenergie im Havelland, Fot:o: A. Kühl

Dass auf den Vorschlägen des Bundesumweltministers zu einer Strompreissicherung im EEG viel Kritik von Seiten interessierter Verbände und Unternehmen aus dem Bereich der erneuerbaren Energien folgt, war zu erwarten. Die beiden Beiträge zur Bedeutung des EEG in der Energiewende und zum günstigeren Weg einer Energiewende vorwärts waren eigentlich länger geplant, aber haben da perfekt dazu gepasst.

Aber wer hat da schon mit Kritik von der Energiewirtschaft gerechnet,die auch noch konstruktiv reagiert und die Energiewende voran bringen möchte?

Daher war ich heute überrascht von zwei nicht gerade unbedeutenden Unternehmen der Energiewirtschaft zu lesen, die beide die Vorschläge von Peter Altmaier für nicht zielführend halten. Das EEG müsse reformiert werden, aber die Vorschläge seien bisher nicht vollständig durchdacht.

Den Anfang machte der Energieversorger EWE, für den Vorstandsvorsitzenden Dr. Werner Brinker gehen die Vorschläge an den eigentlichen Notwendigkeiten vorbei. Für ihn müssen erneuerbare Energien zügig in den Markt integriert werden. Es sei zwar richtig und wichtig die Kosten zu stabilisieren und gerecht zu verteilen, aber die aktuellen Vorschläge sind jedoch wenig geeignet, die erneuerbaren Energien erfolgreich an den Markt zu führen.

Er erkennt an, dass ohne das EEG der Ausbau der erneuerbaren Energien in Deutschland nicht in diesem Maße und Tempo stattgefunden hätte. Für eine Reform müssen aber die richtigen Impulse gesetzt werden. Aber das größte Problem des EEG ist, dass es am Markt vorbei fördert und gesunkene Kosten nicht beim Kunden ankommen. Hier muss die Frage erlaubt sein, was die EWE mit den gesunkenen Preisen an der Strombörse mache. Es müsse zudem berücksichtigt werden, dass sich erneuerbare Energien in immer mehr Bereichen jenseits des EEG rechnen, wie die Direktvermarktung von Windstrom und der Eigenverbrauch von Solarstrom.

Als kurzfristige Lösung käme für ihn die Senkung der Stromsteuer in Frage, die mit den erhöhten Einnahmen durch die Umsatzsteuer bei der EEG-Umlage und weitere Abgaben finanziert werden kann. Damit würde die Energiewende auch nicht gefährdet. (via Proteus-Solutions)

Auch die Stadtwerke-Kooperation Trianel sieht keine Lösung der Probleme durch die Vorschläge des Bundesumweltministers, diese seien nicht vollständig durchdacht. Positiv ist lediglich die geplante Rücknahme der Ausnahmen bei der EEG-Umlage. Aber der faktische Förderstopp schütte das Kind mit dem Bade aus, für eine umfangreiche Reformierung ist diese Chance vertan. Damit erwartet Trianel auch keine wesentliche Änderung am EEG noch vor Bundestagswahl und anschließend muss sich die neue Regierung erst finden, damit ist der Status Quo für die nächsten 18 Monate festgeschrieben. Dennoch sei die Verunsicherung so groß, dass keine großen Investitionen mehr zu erwarten sind, so  Sven Becker, Sprecher der Geschäftsführung der Trianel GmbH.

Das EEG müsse weiter entwickelt werden und die erneuerbaren Energien sinnvoll in den Markt integrieren. Es braucht auch Investitionssicherheit in einem Marktmodell, das Investoren in der Energiewende die Chance gibt, die Kapitalkosten von neuen Kraftwerken zu finanzieren. Es kann auch nicht sein, dass die Betreiber von Braunkohle-Kraftwerken die Profiteure der Energiewende sind – mittlerweile haben die Kraftwerke mit dem höchsten CO2-Ausstoß den größten Anteil an der Stromerzeugung in Deutschland.

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Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

2 Kommentare

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  • „Hier muss die Frage erlaubt sein, was die EWE mit den gesunkenen Preisen an der Strombörse mache.“ – Natürlich ist die Frage erlaubt, und die Antwort ist einfach:

    EWE bezieht die Energie primär über langfristige Lieferverträge statt über kurzfristige Börsengeschäfte, um längerfristig kalkulieren und mit wenig Preisänderungen auskommen zu können (siehe die diversen Fixpreisprodukte).

    Dementsprechend hat das Unternehmen den Strom, den es 2013 seinen Kunden liefert, bereits 2010 erstanden – vor den aktuell sinkenden Börsenpreisen.

    Mit freundlichen Grüßen

    Jan Schoenmakers
    Konzernkommunikation
    EWE AG

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