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10 Anlegertipps, wie man selber nachhaltig investieren kann

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10 Anlegertipps, wie man selber nachhaltig investieren kann, Foto: pixabay/ Alexas_Fotos

Neben der Entschlossenheit und der Innovationskraft ist die aktive Gestaltung der Energiewende auch eine Frage des Geldes. Zahlreiche Energiegenossenschaften haben uns vorgemacht, dass nicht nur Banken oder institutionelle Investoren entscheiden, welche Projekte verwirklicht werden und wohin Geld fließt: Wir Bürger können es selbst in die Hand nehmen, statt unsere Einflussmöglichkeiten aus der Hand und damit verloren zu geben. Das Anlegen von Geld ist für viele eine trockene Pflichtaufgabe. Mein Energieblogger-Kollege Kilian Rüfer meint hingegen, dass es richtig Spaß machen kann. Man könne sich einerseits selbst absichern, aber auch selbst bestimmen, welche Projekte man konkret unterstützen will. Wie nachhaltiges Investieren in die Energiewende konkret aussehen kann, erfahren Sie in den folgenden 10 Punkten:

10 Tipps zum nachhaltigen investieren in die Energiewende

1. Divestment: Entziehen Sie Ihr Geld aus Geschäften, die Sie ablehnen. Immer dann, wenn ein Finanzprodukt intransparent ist, kann es in allen Arten von Geschäften stecken. Ohne Ihr Wissen könnten Sie in Öl-, Atom-, Kohle- oder Waffengeschäfte verwickelt sein. Deshalb sollten Sie Konten und Finanzprodukte kündigen, bei denen Ihnen niemand sagen kann oder will, was Sie mit Ihrem Geld unterstützen. Zeigen Sie der Intransparenz in der Finanzwirtschaft die rote Karte!

2. Setzen Sie auf eine gesunde Risikostreuung: Sie können beispielsweise drei Bereiche definieren. Der erste Anteil sorgt für hohe Sicherheit bei kleiner Rendite, der zweite kann bei mittlerem Risiko höhere Rendite versprechen, und ein dritter, kleinerer Teil kann trotz hohen Risikos, einen Totalverlust einzugehen, in besonders sinnvolle, von Ihnen favorisierte Projekte und/oder in sehr renditestarke Geldanlagen gestreut werden. Die Proportionen dieser drei Bereiche Ihres Portfolios hängen von Ihrem Kapital und Ihrer Risikobereitschaft ab.

3. Finanzberater: Sie wollen Risikostreuung und Nachhaltigkeit, ohne sich intensiver in die Materie einzuarbeiten? Dafür können Sie sich an einen auf Nachhaltigkeit spezialisierten Finanzberater wenden. Einige dieser spezialisierten Anlageberater finden Sie auf www.ecoanlageberater.de gelistet. Bedingung zur Aufnahme in diese Liste ist die erfolgreiche Teilnahme an der gleichnamigen Fortbildung.

4. Wechseln Sie zu einer nachhaltigen Bank: Bei einer nachhaltigen Bank kann Ihr Geld keinen Schaden mehr anrichten. Da auch bei diesen Banken das Zinsniveau niedrig ist, sollte dort nicht zu viel angespartes Geld ruhen. Sind die Zinsen niedriger als der Wertverfall durch die Inflation, entwertet sich Ihr Erspartes. Einen Vorteil bringen alle Banken mit: Die staatlichen Einlagensicherung bis 100.000 € bietet eine enorm hohe Sicherheit. Achten Sie dabei auf die Kontoführungsgebühren.

5. Ein Beispiel für nachhaltiges Investieren mit mittlerem Risiko sind ethisch-ökologische Fonds. Aktuell sind in Deutschland 270 nachhaltige Fonds zugelassen. Unter ihnen gibt es Themenfonds, die ausschließlich in erneuerbare Energien oder Energieeffizienz investieren. Die Fonds selbst zu identifizieren ist leider aufwändig. Für die Interpretation der Fonds ist kaufmännisches Wissen oder eine Anlageberatung sinnvoll. Ein Bild über die Nachhaltigkeit kann man sich verschaffen, indem man schaut, nach welchen Kriterien die Fonds investieren. So erfährt man in Halbjahresberichten, in welche zehn Unternehmen der Fonds zuletzt am meisten investiert hat. Wenige der Fonds haben sich mit dem FNG-Siegel auszeichnen lassen. In den “FNG-Nachhaltigkeitsprofilen” erfährt man die nötigen Details. Manche Fonds sind durch das “Österreichische Umweltzeichen” ausgezeichnet, was ebenfalls eine Reihe signifikanter Ausschlusskriterien sicherstellt.

Direkte Beteiligung an Energiewende-Projekten

6. Ein höheres Risiko sollte man nur dann eingehen, wenn man erkennbar etwas davon hat. Entweder müsste es also besonders hohe Erträge versprechen und / oder ein Projekt sein, das einem ganz besonders am Herzen liegt. Bei unternehmerischen Direktbeteiligungen besteht das Risiko des Totalverlustes. So kann es beispielsweise bei Direktbeteiligungen an Energiegenossenschaften  oder bei “Nachrangdarlehen”, die häufig beim Crowd-Investing angeboten werden, passieren, dass ein Teil oder das ganze Geld im Insolvenzfall verloren ist. Behalten Sie im Kopf: Wer streut, fällt nicht.

7. Wenn Sie beispielsweise 10 % Ihres Kapitals mit höherem Risiko anlegen wollten, dann könnten Sie es über Crowdinvesting-Plattformen in mehrere kleine Stücke streuen. Auf Econeers beispielsweise kann bereits ab 50 €, bei LeihDeinerUmweltGeld ab 100 € und bei WiWin ab 500 € investiert werden. Durch das höhere Risiko ist die Rendite für die Investoren deutlich höher als bei anderen Anlageformen, sie kann zwischen fünf und acht Prozent liegen – bei einer Laufzeit von 15 Monaten bis fünf Jahren.

8. Bei Energiegenossenschaften können Anteile häufig ab 500 € gezeichnet werden. Vorreiter für neue Geschäftsmodelle unter den Energiegenossenschaften sind die Inselwerke Usedom. Diese platzieren strategisch E-Ladesäulen in der Region und verbinden diese Aktivität mit bestehenden Geschäftsmodellen wie Photovoltaik und dem Vertrieb von Ökostrom. Weitere Beispiele für Aktivitäten der Energiegenossenschaften findet man beim Wettbewerb Bürgerenergie-Projekt des Jahres 2017 vom Bündnis-Bürgerenergie e.V..

9. Die Klassiker im nachhaltigen Investieren sind Direktbeteiligungen an Photovoltaik- oder Windprojekten. Auch hier besteht das unternehmerische Risiko des Totalverlustes. Häufig beginnen diese Investitionen mit Beträgen von 5.000 € oder 10.000 €.

10. Sie haben ein Eigenheim? Dann können Sie für die eigene energetisch modernisierte Immobilie Ihr Geld in die Hand nehmen. Auf dem Weg dahin ist Ihr erster Schritt der Gang zum Gebäude-Energieberater, der Ihnen keine Anlage verkaufen will, sondern eine neutrale, kompetente Beratungsleistung liefert. Empfehlenswert günstig sind hier die Angebote der Verbraucherzentrale. Danach sollten Sie wissen, welche Investitionen in eine energetische Modernisierung bzw. in erneuerbare Energien besonders effektiv sind. Damit steigern Sie den Wert Ihrer Immobilie. Zugleich können laufende Energiekosten eingespart werden.

Neues Portal Nachhaltig Investieren

Weitere Tipps erläutert Kilian Rüfer in seinem neuen Portal www.nachhaltig-investieren.com. Dort wird auch diskutiert, was wirklich nachhaltig ist. Denn was einem wirklich wichtig ist, dass kann man nur für sich selbst entscheiden und entsprechend agieren. Bitte beachten Sie, dass dieser Artikel keine Anlageempfehlung ist.

Über den Autor

Andreas Kühl

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