Startups

Intelligente Steuerung für Klimaanlagen soll weltweit Energie einsparen

tado cooling box app room
tado° Cooling Bbox und app im Raum , Foto: tado
tado° Cooling Bbox und app im Raum , Foto: tado
tado° Cooling Bbox und app im Raum , Foto: tado

Nachdem ich erst in der vergangenen Woche gefragt hatte, ob Startups in der Energiebranche jetzt zum Trend werden, kam gestern eine Meldung von tado°, die weltweit viele Medien aufgegriffen haben. Als Beispiel hatte ich tado bei den Nominierten für die Greentech Awards 2014 erwähnt und im Foto bei den Siegern des Ecosummit Awards 2013 gezeigt. Gestern startete tado bei kickstarter die Crowdfunding-Kampagne für eine intelligente Steuerung von Klimaanlagen per Smartphone.

Die Steuerung der Heizung mit dem Smartphone, das die An- und Abwesenheit automatisch erkennt, verkauft sich scheinbar recht gut. Nach dem Start in Deutschland ist die tado Box mittlerweile auch in England erhältlich und auch dort auf gute Resonanz gestoßen. Die Funktion hatte ich bereits vor einem Jahr in einem Beitrag erklärt, der den Tagesablauf mit der tado Steuerung aufzeigt. In meiner, bis heute, letzten Podcast-Ausgabe hatte ich den CEO, Christian Deilmann, über die Unterschiede zum US-Produkt Nest befragt.

Neue intelligente Steuerung für Klimaanlagen

Jetzt möchte tado nach dem gleichen Prinzip einen ganz neuen Markt erobern. Wer vor allem in südlichen Ländern unterwegs ist, sieht fast an jedem Haus oder an jeder Wohnung eine Klimaanlage. Hier gilt das Gleiche wie bei Heizungen, nur wer zuhause ist, benötigt die angenehme Temperatur, wobei auch das Wetter und das Gebäude die Innentemperatur beeinflussen. Da liegt es Nahe, die bekannte Technik auch für die Klimatisierung einzusetzen.

Neu ist jetzt auch die Positionserkennung im Haus, bzw. in der Wohnung, durch die jeder Raum weiß wann er gekühlt werden muss. Durch die Positionserkennung, basierend auf Bluetooth Low Energy/iBeacon® Technologie, können sich die Bewohner durch das Haus bewegen, ohne dass sie die Klimaanlage im jeweiligen Raum an- oder ausschalten müssen. Durch Licht-, Bewegungs- und Geräuschsensoren der tado Steuerung braucht das Smartphone nicht immer getragen zu werden, bzw. können auch Nutzer ohne Smartphone die Technologie nutzen.

Mit der App auf dem Smartphone hat man den zusätzlichen Nutzen mit dem Überblick über den aktuellen Zustand, sowie die Möglichkeit die gewünschte Temperatur einzustellen. Aber auch an der Hardware lassen sich jetzt einfach Einstellungen vornehmen.

Großes Potential zur weltweiten Energieeinsparung

tado° Coolin app vor einem Haus in Manhattan, Foto: tado°
tado° Coolin app vor einem Haus in Manhattan, Foto: tado°

Wirklich praktisch ist, dass tado Cooling, so der Name, mit allen fernsteuerbaren Klimaanlagen kompatibel ist, egal ob fest eingebaut oder mobil. Für die Verbindung ist keine Verkabelung notwendig, die Geräte kommunizieren über Infrarot und die Verbindung ins Internet wird über WLAN hergestellt.

Bei der großen Anzahl von Klimaanlagen, die weltweit installiert sind, tado° gibt eine Zahl von 1 Milliarde Klimaanlagen an, muss  der Markt riesig sein. Mit 82% dieser Geräte ist tado° Cooling kompatibel, das heißt auch, dass das Energiesparpotential als sehr groß zu betrachten ist. Die meisten Geräte werden kaum auf dem Stand der Technik sein. Für das einzelne Gerät gibt tado° eine mögliche Einsparung von bis zu 40% des Stromverbrauchs an – wie groß ist die Einsparung dann erst weltweit betrachtet?

Crowdfunding entscheidet über Start im Massenmarkt

Bis zum 11. Juni läuft noch das Crowdfunding bei der weltweit größten Plattform kickstarter.com. Dieses soll entscheiden über den Start auf dem Massenamarkt:

“Wenn wir genügend Unterstützer und Käufer finden und wir unser Ziel erreichen, starten wir die Produktion für den Massenmarkt. Wir können es kaum abwarten tado° Cooling auch in den entlegensten Ländern der Welt im Einsatz zu sehen.”, sagt Christian Deilmann, Geschäftsführer von tado°.

Ich sehe es ähnlich wie im Beitrag von gruenderszene.de, im Crowdfunding geht es weniger um den finanziellen Aspekt als um den Markt zu erkunden. In welchem Land ist das Interesse am Produkt am größten, wie reagiert die Crowd auf dieses Produkt und welche möglichen Änderungswünsche gibt es? Laut netzwertig.com dient das Crowdfunding tatsächlich primär der Bedarfsplanung, was ich völlig in Ordnung finde, um den Markt zu erkunden, bzw. auch den Bedarf zu wecken.

Das Interesse ist wohl sehr groß. Nach nicht einmal zwei Tagen ist bereits fast die Hälfte der benötigten Summe für das Funding-Ziel eingegangen. Dabei ist bereits das günstige Early-Bird Produkt mit den ersten 500 Geräten ausverkauft. Mal sehen wie es weitergehen wird.

Bei saving-volt.de berichtete auch Energieblogger Daniel Bönnighausen über die tado Crowdfunding-Kampagne.

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Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

4 Kommentare

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  • Zum Thema: Im vergangenen Jahr gab es bei mir einmal die Idee, ob man zu jedem Klimagerät nicht eine PV-Anlage dazu kaufen sollte. Die Idee, wer sich den Luxus in unseren Breiten gönnt, könnte so auch den Ausbau des Solarstroms fördern.

    • Das Produkt im Beitrag zielt eher auf andere Regionen ab in denen Klimaanlagen weiter verbreitet sind und auch sinnvoller sind als bei uns. Aber das stimmt schon, ich frage mich warum es so wenige Anlagen gibt zur solaren Kühlung, wo doch Bedarf und Angebot gleichzeitig vorhanden sind. Mit solarer Kühlung muss aber nicht unbedingt eine PV-Anlage gemeint sein.

  • Hallo,
    @ Andreas: da hast du wohl Recht. Gerade im Mittelmeerraum oder noch südlicher sind Klimaanlagen besser aufgehoben. Aber so wie die meisten wohl einen Klimaschrank haben, so ist auch für die wenigen heissen Tage im Jahr das Verlangen nach Kühlung sehr gross. Da muss es keine grosser Kaltwassersatz oder ein Mitsubishi Klimagerät sein, da reichen auch VRF Systeme und da wäre eine individuelle Anpassung an die Nutzung doch lukrativ.

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