Smart Home

Beitrag des Smart Home zur Energieeinsparung auf der Light + Building 2014

EnOcean SmartHome 300
Möglichkeiten im SmartHome mit EnOcean Technologie, Grafik: EnOcean GmbH

Im letzten Beitrag hatte ich nur allgemein von meinen Eindrück des Smart Home auf der Light + Building berichtet. Der Bezug zum Thema Energie war allerdings nur am Rande des Beitrags ein Thema. Einen Beitrag zur Energieeinsparung  ist, wie in dem Beitrag erwähnt, für die meisten Kunden nachrangig, bzw. erst an dritter Stelle der Bedürfnisse, die ein Smart Home decken kann. Dabei können intelligente Heizungsregelungen oder Steuerungen von elektrischen Verbrauchern zu einer deutlichen Energieeinsparung beitragen.

Smart-Home und Energieeinsparung

Eine intelligente Vernetzung und Steuerung von Energieverbrauchern kann durchaus einen nicht unerheblichen Teil zur Reduzierung von Energiekosten beitragen. Bereits zur ISH 2013 hatte ich mir im Heizungsbereich dazu Gedanken gemacht, ob das Smarthome ein Alternative oder Ergänzung zu teuren Gebäudesanierungen sein kann. Je nach Ausgangssituation und verwendetes System wurden mir die letzten Tage Einsparungen im Heizenergieverbrauch von 10 bis 40% genannt. Da kann sich die Investition recht schnell rechnen.

Für das Potenzial zur Reduzierung des Verbrauchs an elektrischer Energie habe ich momentan keine Zahl vorliegen. Aber hier bietet das Smart Home die Möglichkeit den Verbrauch selbst besser zu kontrollieren und unnötigen Verbrauch zu entdecken und abzuschalten.

Die Daten können dabei immer im eigenen Haus bleiben, bzw. in sicheren Verbindungen im Webbrowser oder auf einer App im Smartphone oder Tablet übertragen werden. Umstrittene Smart-Meter sind dazu nicht unbedingt notwendig. Aber zum Thema Datenschutz werde ich in einem extra Beitrag im Blog intelligentesheim.de noch kommen.

Ohne Batterien und kabellos intelligent vernetzen

Möglichkeiten im SmartHome mit EnOcean Technologie, Grafik: EnOcean GmbH
Möglichkeiten im SmartHome mit EnOcean Technologie, Grafik: EnOcean GmbH

Für eine flexible Vernetzung, die auch nachträglich möglich ist, bietet sich ein System per Funk an. Batterien in den Schaltern, Sensoren und Aktoren möchte aber niemand regelmäßig wechseln müssen. Die Alternative ist das batterielose Funksystem von EnOcean, das die jeweils benötigte Energie durch Druck auf einen Taster (Piezo-Effekt), aus Sonnenlicht mit einer kleinen Photovoltaik-Zelle oder durch den Temperatur-Unterschied (Thermoelektrizität) gewinnt. Zahlreiche Anwendungen dieser Technik gibt es bereits und wird von vielen Unternehmen angeboten, die alle in der EnOcean Alliance vernetzt sind.

Anfangs war vor allem der Verzicht auf Batterien ein großer Vorteil dieser Technik, die vor allem im Gewerbebau bei großen Stückzahlen interessant ist und sich schnell finanziell rechnet. Aber auch im Wohnungsbau möchte niemand wirklich Batterien wechseln müssen. So gibt es auch für diesen Markt wirklich interessante Anwendungen.

Intelligent vorausschauend heizen

alphaEOS auf der Light + Building 2014, Foto: Andreas Kühl
alphaEOS auf der Light + Building 2014, Foto: Andreas Kühl

Herausgreifen möchte ich die intelligente Heizungsregelung von alphaEOS, mit der EnOcean Technologie für den Sensor und die Heizungsventile. Ein optisch ansprechender Sensor, der aussieht wie eine kleine Solarzelle, misst die Temperatur im Raum und die relative Feuchtigkeit. In der Basis-Station wird dann errechnet wie die Heizungsventile öffnen oder schließen müssen, um die gewünschte Raumtemperatur zu erreichen. Dabei werden eingestellte Uhrzeiten berücksichtigt, das Verhalten des Gebäudes und die Wettervorhersage. Dies kann für jeden Raum, bzw. jeden Heizkörper und jeden Regelkreis der Fußbodenheizung, einzeln erfolgen. Die Bedienung erfolgt bequem in einer ansprechend gestalteten und übersichtlichen App auf dem Smartphone oder Tablet, oder in einer Weboberfläche.

Das System ist unabhängig vom Heizkessel oder der Heizungsart, kann daher in jedem Haus und in jeder Wohnung eingesetzt werden. Für Mietwohnungen von besonderem Interesse dürfte dabei die Messung der Feuchtigkeit sein, dem Mieter kann damit auch angezeigt werden, wann es wieder Zeit wird die Wohnung zu lüften, um die Feuchtigkeit zu reduzieren.

Ein weiterer Punkt, der das System interessant macht ist die Offenheit gegenüber anderen Smarthome-Technologen. Durch die Nutzung des EnOcean-Funkstandards können andere Anwendungen von EnOcean eingebunden werden, bzw. ist eine Schnittstelle in andere Technologien möglich. So ist alphaEOS kürzlich der eebus-Initiative beigetreten, um weitere Anwendungen zu ermöglichen.

Zusätzlicher und sehr wichtiger Pluspunkt ist, dass die Daten im eigenen Haus bleiben und verschlüsselt auf das Smartphone übertragen werden. Somit funktioniert alphaEOS völlig anonym und es werden, wenn es nicht ausdrücklich gewünscht wird, keine Nutzerdaten gespeichert, wie in den vorbildlichen Datenschutz-Informationen angegeben wird..

Vernetzung zur Optimierung des Energieverbrauchs

Intelligente Heizungssteuerung mit digitalstrom, Foto: digitalstrom
Intelligente Heizungssteuerung mit digitalstrom, Foto: digitalstrom

Mit den kleinen Lego-ähnlichen Bausteinen wurde digitalstrom in der Elektro-Branche lange nicht ernst genommen. Mittlerweile ist der aus der Schweiz stammende Anbieter nicht nur für Nerds interessant, der stets volle Stand auf der Light + Building, einer Fachmesse vor allem für Elektro-Planer und das Elektro-Handwerk, hat das schön gezeigt.

Martin Vesper, CEO der digitalstrom AG, erklärt das Prinzip sehr schön, sie sorgen für die Vernetzung und Orchestrierung aller Geräte in einem Zuhause. Die Anwendungen sind dann nur noch eine Sache der Software

Den oben bereits erwähnten Sensor für die Messung der Raumtemperatur und Feuchtigkeit von alphaEOS kann auch digitalstrom nutzen, in Verbindung mit einem EnOcean-Gateway. Die Heizungs-Ventile können dann über das digitalstrom-Netz geregelt werden, eben eine Frage der Software. So kann eine intelligente Heizungssteuerung eingesetzt werden, bei der Algorithmen, wie etwa Wetterdaten, das Nutzungsverhalten, die Raumbeschaffenheit und andere Informationen ineinander greifen.

„Um bei gleichem Komfort eine höhere Energieeffizienz zu erzielen, müssen Heizungen künftig komplett vernetzt sein. Erst dann können Informationen wie die Anwesenheit der Bewohner, Wettervorhersagen und die Stellung der Jalousien genutzt werden, um den Energieverbrauch im Haus zu optimieren“, so Martin Vesper.

Statusabfrage der Miele-Waschmaschine über digitalstrom-Sprachsteuerung, Foto: digitalstrom
Statusabfrage der Miele-Waschmaschine über digitalstrom-Sprachsteuerung, Foto: digitalstrom

Neu ist bei digitalstrom auch die Einbindung einer Waschmaschine von Miele. Für die Smart-Grid fähige Waschmaschine gab es bisher kaum Anwendungen, da es noch kein Smart-Grid gibt. Mir ist da nur die Kombination mit dem SMA Sunny Home-Manager bekannt, für die meines Wissens nicht unbedingt ein Smart-Grid fähiges Gerät erforderlich ist. Die Waschmaschine kann dem Nutzer in der App die Restlaufzeit und das aktuelle Wasch-Programm anzeigen, sowie ein Meldung bei einer Störung versenden. Nur der Start des Waschprogramms muss noch von Hand erfolgen, wobei das sicher auch möglich wäre, wenn die Maschine gefüllt ist, das Programm gewählt und der Startknopf gedrückt, aber der Strom nicht freigegeben ist.

Smart Home im Kontext der Energiewende

Gestern war ich mit Energieblogger Kilian Rüfer auf der Light + Building unterwegs. Sein Bericht von der Messe zeigt das Smart Home innerhalb der Energiewende mit dem Problemfeld des Datenschutzes und mit Blick auf die Nachhaltigkeit.

Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

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