Energieeffizienz

So interessieren wir uns für Energie sparen

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Grafik: pixabay.com
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Das Interesse am Energiesparen ist in Deutschland scheinbar recht groß und, laut dena, spart jeder siebte Bundesbürger bewusst Energie um zum Gelingen der Energiewende beizutragen. Wie genau sieht das Interesse aus, wo möchten wir Energie einsparen und wie verändert sich dieses Interesse? Dieses Ziel hat der neue Trendreport Energiesparen des Onlineshops für grüne und sparsame Produkte, gruenspar.de, der diese Woche zum ersten Mal veröffentlicht wurde und künftig jedes Jahr die Entwicklung aufzeigen soll.

Nach der bereits erwähnten Meldung der dena ist das Bewusstsein für Energiesparen als Bestandteil der Energiewende groß. Immerhin haben auch 57% der Befragten angegeben, dass sie bereits selbst Maßnahmen zur Reduzierung des Stromverbrauchs ergriffen haben. Hier wird das erste Mal zwischen Energie sparen und Strom sparen gewechselt. Bei den Gründen für die Einsparung von Energie  spielen vor allem die Reduzierung der Kosten eine Rolle. Erst danach geht es um den Aspekt der Reduzierung der CO2-Emissionen, oder um Technik, bzw. Komfort.

Gegensatz von Interesse und realem Energieverbrauch

Interessant sind die Bereiche, die im Fokus des Energiesparens stehen:

  • 45% wollten an der Beleuchtung sparen
  • 12% wollten an den Heizkosten sparen
  • 17% wollten den Wasserverbrauch verringern
  • 21% hatten allgemeines Interesse am Strom sparen
  • 5% wollten mit Solarenergie sparen

Diese Zahlen stehen im krassen Gegensatz, zu den hier oft publizierten realen Anteilen des Energieverbrauchs im Haushalt, der (ohne Mobilität) so aussieht:

  • 70% wird für die Raumwärme benötigt
  • 13% für das Warmwasser
  • 15% für Haushaltsgeräte
  • 2% für die Beleuchtung
räsentation des Grünspar Trendreport Energiesparen
Link zur Präsentation des Grünspar Trendreport Energiesparen (aus rechtlichen Gründen nicht direkt eingebunden)

Gegensätzlicher geht es kaum noch, Strom sparen ist also nur kleiner Teil der Energeeinsparung im Haushalt. Das große Interesse an der Beleuchtung bringt kaum wirkliche Einsparungen im Energieverbrauch, auch wenn entsprechend gehandelt wird. In allen anderen Bereichen brauchen wir hingegen künftig noch mehr Aufklärung und Informationen.

In der Raumwärme und Warmwasserbereitung kann ich sicher noch mehr Möglichkeiten zur Energieeinsparung aufzeigen. Die Haushaltsgeräte habe ich schon gut mit Informationen abgedeckt und diese sind auch jedes Jahr mit den sparsamsten Produkten zur IFA ein Thema.

In der Entwicklung seit 2012 nimmt, laut Grünspar, das Interesse an der allgemeinen Einsparung von Heiz- und Stromkosten zu. Das Interesse an der Beleuchtung bleibt konstant, wobei sich ein Wechsel abzeichnet. Die Energiesparlampe wird mehr und mehr abgelöst durch LED-Leuchtmittel. Dies wird mit der steigenden Bekanntheit von LED und gesunkenen Preisen begründet. Ich würde noch die deutlich verbesserte Technik und das große Angebot hinzu zählen.

Energiesparen im Verlauf eines Jahres

Auch bei der Betrachtung des Interesses am Energiesparen im Verlaufe eines Jahres, treten Unterschiede zum realen Verbrauch auf. Besonders bei den Heizkosten ist dies zu beobachten. Wenn die Heizung erst einmal in Betrieb ist, sinkt das Interesse an Einsparung von Heizkosten wieder. Bei der Beleuchtung steigt das Interesse ebenfalls mit Beginn der dunkleren Jahreszeit.

Insgesamt ist der Verlauf des Stromverbrauchs über das Jahr relativ konstant, mit einer leichten Delle im Sommer. Das Interesse am Strom sparen wird hingegen stark dominiert von der Beleuchtung mit einem Hoch im Herbst.

LED und Smart-Home der Trend für 2014

Auch wenn Beleuchtung nur zu einem geringen Anteil zu den Stromkosten, bzw. Energiekosten, im Haushalt beiträgt, wird im Trendreport Energiesparen weiter die LED als Trend für das Jahr 2014 gesehen. Leuchtmittel mit LED bieten eine große Vielfalt an technischen Möglichkeiten und ganz neuen Einsatzvarianten, was auch zu diesem sehr großen Interesse beiträgt.

Andere technische Geräte scheinen erstmal nicht im Fokus zu stehen, wobei es noch so vieles gibt. Die zunehmende Zahl von Geräten der Unterhaltungs- und Kommunikationstechnik im Haushalt trägt zu einem immer größeren Teil des Stromverbrauchs bei. Das wäre mit Sicherheit noch ein wichtiges und lohnenswertes Feld für den Grünspar-Shop. Auch ich werde mich noch damit befassen müssen.

Den anderen Trend, den Grünspar sieht, kann ich nur bestätigen. Schon im Dezember 2013 habe ich das Jahr 2014 als das Jahr der Smart-Home Anwendungen gesehen. Schon wenige Wochen später wurde ich darin bestätigt. Da werden wir sicher noch einiges zu sehen bekommen in diesem Jahr.

Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

5 Kommentare

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  • Danke für den Artikel Andreas. Du führst uns wieder vor Augen, wo man eigentlich anfangen sollte …

    Energiesparen ist immer so ein Thema, bei dem jeder sagt „Ja, sollte man schon tun“.
    Die Umsetzung ist dann gleichwohl schwieriger.

    Auch ich habe mal bei der Beleuchtung angefangen … die alten 200-Watt-Halogen raus und dafür 4-Watt-LED rein … für knapp 8 EUR pro Stück.
    Bringt nicht wirklich viel, ist aber mal ein Anfang … wobei 4W-LED schon mächtig hell sind.

    Was wohl mehr bringt, ist tatsächlich auch mal die Heizung runterdrehen. Wenn man den ganzen Tag nicht im Wohnzimmer ist muss es nicht auf 23 Grad gehalten werden. Aber das muss man sich angewöhnen: Geht man länger raus, dann Heizung runterdrehen… vielleicht sollte ich mir einen Zettel an die Tür machen.

    • Genau das ist mein Ziel, denn wir können alle die Energiekosten reduzieren und müssen nicht auf Scheinlösungen der Politik warten. Vielleicht sollte ich mehr Lösungen zeigen, wie wir die Umsetzung schaffen. Du sagst es richtig, jeder möchte es – aber die Umsetzung ist schwierig.

      Da staune ich aber bei den LED, 4 Watt mit der gleichen Helligkeit wie bei 200 Watt? Das ist ja super-hocheffizient oder es zeigt einfach, dass die 200 Watt Leuchten mehr geheizt haben als geleuchtet, wenn eine geringere Helligkeit ausreicht.

      Bei der Heizung brauchen wir wohl mehr technische Hilfsmittel, denn Menschen sind vergesslich und faul. Da gibt es ein Heizungsthermostat, das auf Anwesenheit reagiert, vielleicht sollte ich das mal genauer ansehen. Ein anderer Blogger ist da schon dabei: http://cosmahome.de/enkey-der-erste-eindruck-zaehlt/

  • Energiesparen bei der Beleuchtung ist halt sichtbarer als das Einsparen von Heizenergie.
    Das neue LED-Leuchtmittel sieht man halt jeden Tag. Die gesparte Heizenergie erst am Ende des Abrechnungszeitraums.

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