Heizung

Intelligente Heizungssteuerungen braucht das Land

controme heizManager-Gateway und iPhone
controme heizManager-Gateway und iPhone

Die energetische Sanierung von Gebäuden kommt nicht voran, die steuerliche Förderung scheint gar erledigt zu sein. Die dena und Bausparkassen streiten sich über den Zustand des Gebäudebestandes. Die Heizkosten werden für viele Menschen auch in diesem Winter wieder ansteigen und ein Ende scheint nicht in Sicht zu sein.

Hm, wie lösen wir das Problemchen?

Vor einigen Monaten, noch im Sommer, hatte ich von einer alternativen Entwicklung berichtet. Eine intelligente Steuerung von Heizungen ist zwar keine richtige Alternative, um den Wärmeverlust zu begrenzen, aber sie kann auch aus alten Heizungen noch viel heraus holen. Der Betrieb von Heizungen ist zwar meistens über Sensoren an die aktuelle Außentemperatur angepasst, aber nicht die Heizkörper und die Heizungen können sich nicht an unsere Gewohnheiten anpassen.

Jetzt sind in kurzer Zeit zwei neue Anbieter für intelligente Heizungssteuerungen auf den Markt gekommen. Beide Angebote gehen weit über die Leistungen programmierbarer Heizkörperthermostate hinaus.

Moderne intelligente Regelung der Heizkörper

Üblicherweise erfolgt die Regelung der Heizkörper am Thermostatventil, mit einer Skala von 0 – 5. Aber das ist den meisten Menschen zu umständlich bei Benutzung anderer Räume, Wetteränderung oder Abwesenheit die Thermostatventile entsprechend zu ändern. Die neuen Regelungen können jedoch genau das leisten.

controme heizManager-Gateway und iPhone
controme heizManager-Gateway und iPhone

So kam controme Ende Oktober auf den Markt mit einer intelligenten Heizungssteuerung, die Raumtemperaturen via Smartphone von überall aus steuern, planen und punktgenau regeln kann. Der heizManager wird in den Heizkreisverteiler installiert und mit dem Internet verbunden, so lassen sich Fußboden- und Wandheizungen auch von unterwegs aus genau steuern, und per Kalenderfunktion sogar planen. Der heizManager kann mit allen gängigen Kalendern in Smartphones und PCs verbunden werden. Regelmäßige und spontane Abwesenheitszeiten wie zum Beispiel Arbeit, Urlaub oder Nachtabsenkung gibt man einfach in den Kalender ein. Die gewünschte Temperatur wird im heizManager genau eingestellt, für jeden Raum einzeln.

Um den größtmöglichen Temperatur-Komfort zu ermöglichen, haben die Entwickler den heizManager außerdem mit einer weiteren Funktion ausgestattet – und damit eines der größten Mankos gängiger Raumthermostate überwunden: „Raumthermostate funktionieren so, dass die Temperatur im Zimmer abwechselnd zwischen viel zu kalt und viel zu warm schwankt“, erklärt Geschäftsführer Michael Achatz weiter. „Der heizManager reagiert auf Veränderungen schneller und regelt so immer auf die optimale Temperatur.“

Das System ist sowohl für Neubauten, als auch für Bestandsimmobilien geeignet und wird vom Elektriker eingebaut.

Auf den anderen Anbieter musste ich schon etwas länger warten. Diesen Anbieter kenne ich schon seit März, berichtet hatte ich im Juli darüber und jetzt habe ich jeden Tag auf den Start gewartet. Heute habe ich die Informationen vom Start erhalten, nachdem er einige Male verschoben wurde. Jetzt ist die smarteste Heizungsregelung von tado° auch wirklich verfügbar.

tado° box und mobiltelefon
tado° box und mobiltelefon

Das besondere an diesem schicken Gerät ist die Lernfähigkeit durch die Nutzungsgewohnheiten der Bewohner und die Berücksichtigung der Wettervorhersage. Verlässt man das Haus oder die Wohnung wird die Heizung automatisch runtergeregelt und wenn man nach Hause kommt, wird die Temperatur vorher wieder nach oben geregelt. Dabei werden auch die Eigenschaften des Gebäudes berücksichtigt, also wie schnell es sich aufwärmt und wie lange sich die Wärme hält. Auch die Auswirkungen von Sonneneinstrahlung können berücksichtigt werden. Aus dem Verhalten des Gebäudes werden Regelstrategien abgeleitet, um die Wunschtemperatur am effizientesten zu erreichen. Dadurch können auch aktuelle Wettervorhersagen genutzt werden: scheint am nächsten Tag die Sonne, berücksichtigt tado° diese Information und heizt automatisch weniger.

Bei beiden Anbieter können die Geräte über ein Webinterface, bzw. einer App auf dem Smartphone oder Tablet, gesteuert werden. Bei tado° weiß der Nutzer damit wie die Regelung  für ihn arbeitet und wie der Energieverbrauch optimiert wird. Zudem kann jeder selbst entscheiden ob für ihn Einsparungen oder Komfort bei der intelligenten Regelung im Vordergrund stehen. Möchte der Nutzer selber das Steuer übernehmen, kann er auch einfach eine manuelle Wunschtemperatur vorgeben – von überall in der Welt.

Die tado°-Box kann vom Kunden selbst installiert werden, die Hilfe eines Installateurs ist nicht unbedingt notwendig. Der Preis ist recht günstig mit 99 Euro im Jahr. Es wird jedoch ein Abo über ein Jahr abgeschlossen, da die laufenden Wetterdaten einbezogen werden.

Ich bin gespannt, wie sich die beiden Geräte in der Praxis machen werden und ihre Akzeptanz auf dem Markt sein wird. Die tado°-Box scheint weiter und ausgereifter zu sein, aber vielleicht ist das nur mein persönlicher Eindruck.  Dieser entstammt nur den theoretischen Informationen der Pressemeldungen bzw. Webseiten, praktische Erfahrungen habe ich selber keine.

Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

4 Kommentare

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  • Meiner Meinung nach sind das Steuerungen die nur für Mieter ohne Zugriff auf den Heizkessel von Vorteil.
    Für alle anderen kann der Sparwillen mit diesem System sogar kontraproduktiv sein.
    Das Abregulieren der Heizung am Heizkörper ist wie Vollgasfahren und dabei die Geschwindigkeit mit der Handbremse zu regulieren.
    Wer Zugriff auf die Kesselregelung hat, sollte sich im Winter einfach mal die Zeit nehmen und die Hiezkurve vernünftig einstellen. Das kann man auch gut selber machen.
    Wenn dann noch der hydraulische Abgleich passt, kann man bei der Fußbodenheizung die Stellantriebe ganz rausschmeißen und die FBH direkt über ein Zeitprogramm des Kessels regeln. Dort wird nämlich dann die nicht benötigte Energie gar nicht erst verbrannt.
    Ich habe bei mir 10 Stellantriebe (Stromlos geschlossen) mit je 3W Leistung und etwa 1800 Betriebsstunden pro Jahr rausgeschmissen. Stromersparnis bei im Moment noch 23ct pro kWh etwa 12€. Ich habe weiterhin in allen Räumen die angestrebten knapp 20°C Raumtemperatur wenn ich da bin 😉

    • Gerade für den Wohnungsbau sehe ich hier auch einen Markt. Die Mieter haben hohe Heizkosten und die Vermieter wollen nicht sanieren, da wird solch eine Lösung deutlich günstiger sein, um beide Seiten zufrieden zu stellen. Das ist zwar nur eine kurzfristige Lösung, aber so lange die langfristige und nachhaltigere Lösung der kompleten energetischen Sanierung auf sich warten lässt, sollte man ruhig auf diese intelligente Heizungssteuerung setzen.

  • Hallo Jan, du hast vollkommen recht. Deshalb richtet sich tado° an alle Haushalte, die einen eigenen Heizkessel haben. Die tado° Box wird direkt an diesen angeschlossen und steuert ihn intelligent. So wird z.B. automatisch weniger geheizt, wenn niemand zu hause ist oder wenn die Sonne scheint. Darum kümmert sich tado° ohne Zutun der Bewohner. Die Bedienung des Systems läuft intuitiv über das Smartphone. Wir regeln also nicht über die Ventile an den Radiatoren oder der Fussbodenheizung sondern von zentraler Stelle. Viele Grüße!

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