Tag: Windenergie

Aus einer Biogasanlage wird ein ganzer Energiepark zur Vollversorgung mit erneuerbaren Energien

Mit verschiedenen Projekten hat das innovative Unternehmen juwi bereits auf sich aufmerksam gemacht, wie z.B. eine erste Power-to-Gas-Anlage. Jetzt gibt es ein neues, wieder sehr innovatives Projekt, das mit der Kombination unterschiedlicher erneuerbarer Energien in einem Energiepark eine Vollversorgung von 1.700 Haushalten ermöglichen soll.
Auf einem gerade Mal 3,85 Hektar großen Gelände werden neben der Biogaserzeugung aus in der Region angebauten Substrat-Pflanzen auch Sonnenstrom und Windkraft genutzt. „Durch den Mix dieser nachhaltigen Energieerzeugungsformen entsteht ein klimaschonendes Vorzeigeprojekt, das in Deutschland bisher einzigartig ist“, freut sich juwi Bio-Geschäftsführer Gerd Kück.
Herzstück bleibt auch beim neuen „Energiepark Göllheim“ eine Biogasanlage. In ihren Fermentern werden in der Umgebung angebauter Mais, Zuckerrüben und Hirse aber auch Grasschnitt zu Biogas vergoren. Das wiederum wird nicht wie sonst üblich in einem Blockheizkraftwerk in Strom und Wärme umgewandelt, sondern von seinem CO2-Anteil befreit und als reines Methan in das lokale Erdgasnetz eingespeist.
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Lichtenau nutzt Windstrom vom Bürgerwindpark nebenan

Im westfälischen Lichtenau können die Anwohner ihren Strom direkt vom benachbarten Bürgerwindpark beziehen. Für ihr Engagement ist die Gemeinde als „Energie-Kommune“ des Monats Mai 2012 ausgezeichnet worden. Mit dem Titel würdigt die Agentur für Erneuerbare Energien vorbildliche kommunale Energieprojekte und stellt sie auf dem Infoportal www.kommunal-erneuerbar.de ausführlich vor.
Mit den 2009 gegründeten Stadtwerken tritt Lichtenau seit kurzem auch als Stromanbieter auf. Für die Zukunft sind eigene Photovoltaik-Anlagen und  Windkraftprojekte angedacht. Als Vorbild dient die in Lichtenau ansässige Asselner Windkraft GmbH & Co. KG, die seit Mai 2011 ihren Strom aus einem Bürgerwindpark an Haushalte vor Ort vertreibt. Als Gesellschafter sind 50 Bürger aus Lichtenau und Umgebung an der GmbH beteiligt, die damit von Menschen aus der Region getragen wird. Das Besondere: Der Strompreis liegt mit 19,5 Cent netto für eine Kilowattstunde unter dem Standardtarif des örtlichen Versorgers. Darüber hinaus bekommen die derzeit 120 Privatkunden für 10 Jahre eine Preisgarantie.
Um die Anwohner auch direkt einzubinden, hat die Stadt Lichtenau 2010 eine Energiegenossenschaft ins Leben gerufen, die Photovoltaikanlagen auf städtischen Dächern betreibt. „Wir wurden am Anfang etwas belächelt“, erinnert sich Bürgermeister Dieter Merschjohann. „Aber so kann jeder Bürger Kapital einbringen und sich an der Energiewende beteiligen. Seit dem Start haben wir schon über 200 Mitglieder gewonnen und werden jetzt auch über Windkraft nachdenken“. Merschjohann hofft nun auf eine Lockerung des Verbots von Windenergieanlagen auf Waldflächen in NRW. „Wir sind hier durch den Orkan Kyrill sehr geschädigt worden und haben viel Waldbestand verloren. Das sind mögliche Bauflächen für neue Windenergie-Projekte“.
Das Ziel, die Wertschöpfung durch Erneuerbare in  der Region zu halten, wird auch mit dem Technologiezentrum für Zukunftsenergien sichergestellt. „Durch die Nähe zur Universitätsstadt Paderborn planen wir, junge Unternehmen nach Lichtenau zu bringen. Damit wollen wir technisches Know-how im Erneuerbare-Energien-Bereich konzentrieren und letztendlich in lokale Projekte einbringen“, beschreibt Bürgermeister Merschjohann den Ansatz der Stadt.
„Lichtenau zeigt, wie sich engagierte Bürger und eine aktive Kommunalpolitik bei der Umsetzung der Energiewende ergänzen können“, meint Nils Boenigk, Projektleiter „Kommunal-Erneuerbar“ bei der Agentur für Erneuerbare Energien. „Und der Vertrieb von Strom aus Erneuerbaren vor Ort stärkt die Akzeptanz bei den Anwohnern, die als Gesellschafter und als Verbraucher profitieren können“, so Boenigk.

Vertikale Windräder für die dezentrale Stromerzeugung in urbanen Gebieten

Gastbeitrag von Patrick Jüttemann, Betreiber des Kleinwindkraft-Portal
Aufgrund ihres außergewöhnlichen Designs ziehen Windräder mit vertikaler Achse schnell die Aufmerksamkeit auf sich. Diese Erfahrung konnte beispielsweise auf der Energiemesse New Energy Husum im März 2012 gemacht werden. Die New Energy hat sich als führende Kleinwindkraft-Messe etabliert und ein breites Spektrum an Ausstellern und Anlagentypen geboten. An den Messeständen mit vertikalen Windkraftanlagen herrschte reger Betrieb, die Mitarbeiter der Firmen oft umgeben von einer Menschentraube.
Das zunehmende Interesse seitens der Verbraucher an kleinen Windkraftanlagen wird von Fachbetrieben gerne aufgefangen. Vor dem Hintergrund der PV-Kürzungen befürchten viele Solarteure einen Kundenschwund. Im Garten oder auf dem Dach installierte Kleinwindanlagen werden als neues Geschäftsfeld in Betracht gezogen.
In Deutschland gibt es keine offizielle Statistik für die Installation von Kleinwindanlagen, so wie man es für PV-Anlagen kennt. Deshalb ist schwierig, dass Marktwachstum in Deutschland zu beziffern, um daraus die Bedeutung vertikaler Windräder ermitteln zu können. Will man Tendenzen bezüglich der Anwendung von Kleinwindanlagen erfassen, so lohnt immer ein Blick über den Ärmelkanal. Großbritannien hat sich im Jahr 2011 zum weltweit größten Markt für kleine Windräder entwickelt. Grund sind die generösen Einspeisetarife, die erheblich höher als in Deutschland sind.
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Stadtwerke werden sich auch künftig für den Ausbau der Windkraft einsetzen

Pferde vor Windenergieanlage © BWE / Thorsten Paulsen

Pferde vor Windenergieanlage © BWE / Thorsten Paulsen

Die Windkraft wird auch in absehbarer Zukunft einen der vordersten Plätze bei der Lieferung von Strom unter den erneuerbaren Energien einnehmen, so eine Schätzung des Verbandes kommunaler Unternehmen (VKU). Wenngleich der Zubau an neuen Windanlagen, vor allem im Onshore-Bereich, nicht im gleichen rasanten Maß voranschreiten wird wie in den Jahren zuvor, wird auch für 2012 mit einem kontinuierlichen Ausbau der Kapazitäten gerechnet.

Allein der Windenergieanteil bei den erneuerbaren Energien liegt bei den deutschen Stadtwerken bei 61 Prozent. “Unsere Stadtwerke setzen auch in Zukunft verstärkt auf den Ausbau der Windkraft – sowohl Onshore als auch Offshore”, erklärt VKU-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Reck. “Sie ist schon heute eine der effektivsten Möglichkeiten, Strom erneuerbar zu erzeugen.” Zudem ist mit der Novelle des Erneuerbaren-Energie-Gesetzes (EEG) 2011 das Repowering von Anlagen für Unternehmen interessanter geworden.

“Mit der EEG-Novelle wurde die Obergrenze für die maximale Leistung von Anlagen aufgehoben. Das wollen viele unserer Unternehmen nutzen, um alte Anlagen durch neue, leistungsfähigere und gleichzeitig leisere und besser ins Landschaftsbild passende Anlagen zu ersetzen”, so Reck weiter. Die Suche nach neuen guten und bezahlbaren Standorten für Windparks wird hingegen zukünftig zwangsläufig immer schwieriger. Die Ausweisung neuer Flächen, vor allem in Bayern und Baden-Württemberg, könnte hier kurzfristig ein größeres Angebot schaffen.

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Windbranche kann Einspeisenetze schnell und kostengünstig umsetzen

Windpark in Sachsen-Anhalt © Windpark Druiberg

Windpark in Sachsen-Anhalt © Windpark Druiberg

Der mangelnde Netzausbau erweist sich zunehmend als Flaschenhals für die Energiewende. Während die Technologie der Erneuerbaren Energien immer besser und effizienter wird, hinkt der Netzausbau seit Jahren hinterher. Wie drängend das Problem ist, zeigt die steigende Abschaltung von Windenergieanlagen. Hier besteht zügiger Handlungsbedarf. Dabei müssen neben einer Beschleunigung des vorgesehenen Netzausbaus auch alternative Modelle und Technologien auf ihr Potenzial hin untersucht werden.

Aus diesem Grund hat der Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE)  das Beratungsunternehmen Ecofys mit einer Kurzstudie zu den technischen Rahmenbedingungen von Einspeisenetzen beauftragt. Die Ergebnisse der Studie stellte der BWE am Rande der Hannover Messe 2012 vor.

Bei Einspeisenetzen handelt es sich um eine direkte Verbindung zwischen einem oder mehreren Windparks zum Übertragungsnetz. Damit wird das Verteilernetz (110 kV), an dem gegenwärtig die meisten Windenergieanlagen angeschlossen sind und bei dem massiver Ausbaubedarf besteht, ergänzt. Da keine Verbraucher an dieses Netz angeschlossen sind, kann auf das sogenannte (n-1)-Kriterium verzichtet werden. Letzteres gewährleistet für Verbraucher, dass bei Ausfall eines Teiles des Netzes ein anderer Teil die gleiche Kapazität aufnehmen kann. Durch den Verzicht auf das (n-1)-Kriterium bei Einspeisenetzen werden die Kosten des Netzausbaus für die Verbraucher erheblich reduziert.

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Windenergiebranche wächst doppelt so schnell wie EU-Wirtschaft

Von 2007 bis 2010 ist der Beitrag der Windenergiebranche zum Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Europäischen Union um 33 % gestiegen. 2010 steuerte die Branche 32 Milliarden Euro zur ansonsten rückläufigen EU-Wirtschaft bei und erreichte somit ein Wachstum, das im Vergleich zum gesamten BIP der EU mehr als das Doppelte betrug.

Heute veröffentlichte die European Wind Energy Association (EWEA) in ihrem Bericht „Green Growth“ unter anderem folgende Kennzahlen:

  • 2010 steuerte die Windenergiebranche zum BIP der EU 32 Milliarden Euro bei.
  • Von 2007 bis 2010 wuchs der Beitrag der Branche zum BIP um 33 % an.
  • Von 2007 bis 2010 stieg die Anzahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze um 30 % auf ungefähr 240.000, während sich die Zahl der Arbeitslosen in der europäischen Union gleichzeitig um 9,6 %# erhöhte. Bis 2020 soll sich die Anzahl der Arbeitsplätze auf 520.000 belaufen. 2010 erzielte die Branche beim Export von Waren und Dienstleistungen einen Umsatz von 5,7 Milliarden Euro.
  • 2010 wurden durch die Branche Brennstoffkosten von 5,71 Milliarden Euro vermieden.
  • Mit 5 % ihrer Ausgaben investierte die Branche dreimal so viel wie der EU-Durchschnitt in Forschung und Entwicklung. Windenergieanlagenhersteller stecken etwa 10 % ihres Gesamtumsatzes in Forschung und Entwicklung.

„Die Windenergie ist eine krisensichere Branche. Sie trotzt der Rezession – durch Konjunkturwachstum, Schaffung von Arbeitsplätzen und jährlich steigende Exportzahlen. Im Gegensatz dazu kämpft die EU mit einer Wirtschaftskrise, die durch den gestiegenen Import von Brennstoffen zu höheren Kosten für den EU-Bürger nur noch verstärkt wird“, so EWEA-Präsident Arthouros Zervos.

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