Crowdfunding für die Energiewende in Deutschland

 Luftaufnahme des Solarparks Langenbogen Copyright: Sonneninvest AG
Luftaufnahme des Solarparks Langenbogen
Copyright: Sonneninvest AG

Seit Ende letzten Jahres ist mir das Thema Crowdfunding für die Energiewende ein besonderes Anliegen. Es ist nach den erfolgreichen Bürgerenergiegenossenschaften ein weiterer Weg, um Bürger an der Energiewende zu beteiligen. Nur so kann die Energiewende erfolgreich fortgeführt werden. Ich habe einige Projekte vorgestellt und viele Anfragen erhalten, weitere Projekte vorzustellen, daher gibt es hier jetzt eine eigene Crowdfunding-Seite für die Vorstellung laufender Projekte aus dem Energiebereich.

Es gab bereits zahlreiche erfolgreiche Crowdfunding-Projekte für die Energiewende. Diese müssen sich nicht unbedingt auf erneuerbare Energien beschränken, so wird bei bettervest die Investition in Energieeffizienz – ganz ohne staatliche Förderung – für kleine und mittelständische Unternehmen erst möglich gemacht.

Das sind die zehn größten Solarenergie-Crowdfundings in Deutschland

Aber ich möchte mich hier mal auf die, bei den Lesern, beliebte Photovoltaik, beschränken. Hier sind die zehn größten erfolgreichen Crowdfundings im Bereich Photovoltaik in  Deutschland. Das zeigt, dass Crowdfunding wesentlich zur Finanzierung von Solarprojekten betragen kann.

1. Sonneninvest „Solarpark Langenbogen“ auf econeers.de253 Investoren haben bereits € 348.500 investiert. Das Funding läuft noch.

2. Solarprojekt „Strasburg“ auf greenvesting.com24 Investoren haben in 2013 € 250.000 investiert.

3. Solarprojekt „Lüchow“ auf greenvesting.com14 Investoren haben in 2011 € 183.000 investiert.

4. Solarengie „DZ-4“ auf econeers.de143 Investoren haben in 2014 € 180.000 investiert.

5. Solarprojekt „Usedom“ auf greenvesting.com: 43 Investoren haben in 2013 € 180.000 investiert.

6. Solarprojekt „Fürth“ auf greenvesting.com: 14 Investoren haben in 2011 € 82.000 investiert.

7. Solarprojekt „Limburgerhof“  auf greenvesting.com: 14 Investoren haben in 2011 € 68.000 investiert.

8. Solarprojekt „Finowfurt Alte Mühle“  auf crowdener.gy: 34 Investoren haben in 2013 € 65.000 investiert.

9. Solarprojekt „Wüsteney“  auf crowdener.gy: 38 Investoren haben in 2013 € 59.000 investiert.

10. Solarprojekt „Ahrenshagen“ auf crowdener.gy: 27 Investoren haben in 2012 € 23.000 investiert.

Für diese Aufstellung wurden ausschließlich Crowdfunding Plattformen berücksichtigt die Detailinformationen
über platzierte Volumina und Anzahl der Investoren transparent im Internet zur Verfügung stellten.

 Größtes Crowdfunding für Solarenergie weiter auf Investorensuche

Das größte Crowdfunding für einen Solarpark, der So in Deutschland läuft noch 42 Tage, um möglichst vielen Investoren die Chance zu geben sich zu beteiligen und die angestrebte Summe von 500.000 Euro zu erreichen. Bereits nach drei Tagen hatte sich der Erfolg angedeutet mit über € 100.000 in der kurzen Zeit.

Michael Richter, Geschäftsführer der Solarpark Langenbogen GmbH & Co. KG, zu den Gründen für den Erfolg:

„Ein Grund ist sicherlich die professionelle Abwicklung des Crowdfundings seitens der Plattform Econeers. Unserseits haben wir ein sehr einfaches Vergütungssystem für die Investoren geschaffen: „Mindestens 4,5% Zinsen garantiert – auch in schlechten Sonnenjahren. Im besten Fall 5% Zinsen“. Das simple Konzept wurde von den Anlegern verstanden und durch zahlreiche Investments honoriert.“

Für das Geschäftsjahr 2013/2014 spricht Michael Richter von einem zufriedenstellenden Ergebnis:

„Mit Stromerlösen von 288.254€ wurde ein Rekordergebnis erzielt. Der spezifische Jahresertrag lag somit bei 1063 kWh/kWp. Investoren hätten somit für dieses Jahr 5% Zinsen erhalten. Ich bin absolut überzeugt, dass der Solarpark auch langfristig überdurchschnittliche Erträge erzielen wird.“

Das Crowdfunding ist für Michael Richter, als CEO der Sonneninvest AG in Wien, ein Schritt in die Bürgerbeteiligung auf  dem deutschen Markt, um möglichst vielen Menschen die Beteiligung an der Energiewende zu ermöglichen.

Zukunft des Crowdfundings für die Energiewende noch offen

Wie weit sich Crowdfunding für die Energiewende etablieren wird, werden wir in den nächsten Monaten sehen. Mit Crowdfunding können nicht nur einzelne Projekte finanziert werden. Auch die Forschung, wie bei der Straße mit Solarmodulen, und die Entwicklung von Produkten, z.B. das Ladegerät Solar-Clicc, kann mit Crowdfunding unabhängig von Banken finanziert werden.

Die Zukunft des Crowdfundings für die Energiewende hängt auch vom Gesetzgeber ab. Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf zum Schutz von Kleinanlegern vorgelegt, der die gesamte Crowdfunding-Branche in Deutschland bedrohen könnte, wie der Branchenverband German Crowdfunding Network in seiner ersten Stellungnahme erläutert.

Über Andreas Kühl

Energieblogger aus Leidenschaft mit großem Faible für effiziente Energienutzung im Strom- und Wärmebereich. Diie kostenlos zur Verfügung stehende Energie der Sonne und vom Wind sind für mich faszinierend und Herausforderung zugleich. Sie suchen für Ihre Informationsseiten oder Ihren Blog immer wieder nach neuen, interessanten Inhalten? Oder Sie wollen Ihre Online-Kommunikation analysieren lassen? Informationen zum Leistungsangebot von Andreas Kühl finden Sie unter energynet.de/leistungen.

9 Antworten auf Crowdfunding für die Energiewende in Deutschland

  1. Hallo Andy,

    ich finde Crowfunding super. Mit kleinen Beträgen etwas zu machen ist toll. Was gibt es denn dabei für Effizienzprojekte? Ich frage mich allerdings, ob anständig über die Risiken aufgeklärt wird. In den FAQ http://www.greenvesting.com/de/start/Wie-es-funktoniert/FAQ.html wird taucht in keiner Zeile das Wort auf. Das ist unseriös. Die Leute können warscheinlich Ihr partiarisches Darlehen komplett verlieren! Die Branche der grünen Geldanlagen geht einen schweren Weg. Bei Prokon und Windwärts schauen einige in die Röhre – dieses Risiko und auch das der schwankenden Rendite muss klar benannt sein.

    1. Hallo Kilian, faszinierend ist das Thema Crowdfunding. Ich werde diese Woche einen weiteren Beitrag schreiben und andere große Projekte aufzählen. Dazu zählt dann auch der Bereich Energieeffizienz.

      Das Risiko ist immer da, eine Bank achtet nur auf die Sicherheit der Rückzahlung bei Krediten, mit Crowdfunding wird in Projekte investiert, auf die Bonität des Unternehmens kann oder muss man da jedoch hinweisen. Das Geld kann durchaus bei einer Insolvenz weg sein, daher sollte nie zuviel investiert werden und lieber auf mehrere Projekte verteilt werden.

    1. Ich kenne das Projekt der Eco-Crowd und bin gespannt was daraus wird und welche Projekte finanziert werden sollen. Der Markt ist groß genug für mehrere Anbieter, die sich ohnehin alle unterscheiden. Hast Du Kontakt zu den Initiatoren von Eco-Crowd?

      1. Ja, über den Wirtschaftsrat der DUS. Wenn es für Dich interessant ist, kann ich gerne einen Kontakt herstellen. Du kannst Dich aber auch direkt an Herrn Sommer wenden – das ist ein fitter offener Mensch.

  2. Hallo Herr Rüfer,

    Wir freuen uns, dass Sie sich für Crowdinvesting und in diesem Zusammenhang vielleicht auch für ein Engagement in erneuerbaren Energieen bei GreenVesting interessieren.

    Ich möchte bezüglich Ihrer Anmerkung zum Risiko kurz einhaken und dazu ein paar Punkte nennen:

    Sicherlich kann auf einer FAQ Seite nicht alles besprochen werden. Allerdings wird auf dem “downloadbaren” Vertrag explizit auf das Risiko eines partiarischen Darlehens mehrfach hingewiesen. Ich halte das nicht für unseriös.

    Ohnenhin ist das Risiko überschaubar:

    a. Alle unsere Projekte sind in Zweckgesellschaften organisiert. Diese Zweckgesellschaft wird mit Fremdkapital einer Bank finanziert, einen kleinen Anteil behalten wir als GreenVesting immer selbst und ein definierter Anteil wird als partiarisches Darlehen über unsere Plattform der “Crowd” angeboten.

    b. Um die Zweckgesellschaft ist also ein “virtueller Stacheldraht” gespannt, denn sie ist unabhängig von der Bonität von GreenVesting. Die Zweckgesellschaft hat Erträge in Form von Energieeinspeisungen, dem gegenüber stehen O&M Kosten (Versicherungen, Buchhaltung, Wartung Überwachung etc) und Zins und Tilgungszahlungen. Weitere unternehmerische Risiken sollten demnach nicht anfallen. Das Unternehmensrisiko GreenVesting ist also komplett ausgeschaltet. Denn sollte es aus irgendwelchen Gründen GreenVesting nicht mehr geben, wird die Zweckgesellschaft noch immer bestehen.

    c. Das Engagement ist transparent: Sie sehen immer den Ertrag bis zum Vortag auf unserer Website. Wo finden Sie diese Transparenz bei Aktien, Fonds oder Anleihen, die Sie bei Ihrer (vom Gesetzgeber regulierten) Bank gekauft haben?

    d. Deshalb ist es sehr wichtig zu erwähnen, dass wie im Falle von Prokon nicht die Winderzeugungsanlagen (also das Projekt) finanziert wurde, sondern das Unternehmen Prokon. Dies ist bei uns NICHT der Fall. GreenVesting selbst ist 100% Eigenkapital finanziert und hat keine Schulden!

    Gerne treten wir mit Ihnen und anderen Lesern / Kommentatoren von Energynet in den direkten Kontakt über http://www.greenvesting.de

    1. Hallo Herr Walburg,

      es gibt sicherlich deutliche Unterschiede zu Prokon, da es eine Beteiligung am Projekt selbst ist. Dennoch bleiben Risiken bis hin zum Totalverlust, die ich auch auf der FAQ-Seite wichtig fände. Volle Transparenz ist nötig, gerade weil viele Laien ins Spiel kommen. Verstehen Sie mich bitte richtig, ich kann mir gut vorstellen, dass Sie es stabil organisieren und auch die Bank nicht hängen lässt. Ich finde es toll, wenn Sie auf diese Weise Projekte machen. Auch Effizienzprojekte fände ich Klasse.

      Freundliche Grüße aus Göttingen

      1. Auf das Thema Risiken bin ich übrigens im nächsten Beitrag zum Crowdfunding eingegangen. Die Risiken gibt es und volle Transparenz halte ich auch für sehr wichtig, egal um welche Plattform es sich handelt. Man sollte als Investor sein Geld möglichst verteilen auf verschiedene Projekte, um das Risiko zu verteilen und nur so viel investieren,worauf man notfalls verzichten könnte.

        Wäre mal ein eigener Beitrag dazu sinnvoll? Übrigens möchte ich beim Barcamp Renewables dazu eine Session anbieten, da können wir gerne weiter darüber diskutieren.

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