Energiewende

3 Vorbilder für nachhaltige Firmenenergie

Gewinner Firmenenergie 2019
UnternehmensGrün e.V. / Bundesverband der grünen Wirtschaft Präsentation "Firmenenergie 2019" auf dem Seminarschiff am 23.09.2019 in Berlin. Foto: Stefanie Loos | UnternehmensGrün

Wir alle können etwas zum Klimaschutz beitragen. Dafür müssen wir nicht unbedingt auf die Politik warten. Das sind nicht nur die privaten Haushalte, die ihre Energie selbst erzeugen können. Auch in Unternehmen ist es möglich sich selbst um eine nachhaltige Energieversorgung zu kümmern – natürlich unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Der Wettbewerb Firmenenergie 2019 hat nun drei Unternehmen für die Energiewende auf dem Betriebsgelände ausgezeichnet.

Innovative Lösungen für die Energiewende auf dem Betriebsgelände

In einem Pitch-Event haben sich drei Unternehmen aus den Branchen Maschinenbau, Hotellerie und Projektentwicklung durchgesetzt. Sie erhalten ein Preisgeld von je 15.000 EUR für ihre richtungsweisenden Projekte. Alle drei Gewinner stellten besonders umfassende und innovative Lösungen für Firmenenergie vor.

Den Wettbewerb „Firmenenergie 2019“ hat der Verband UnternehmensGrün, mit Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, ausgerichtet. Er fand zum ersten Mal statt.

Die Gewinner im Wettbewerb Firmenenergie 2019

ESM hat die Energiewende vollzogen

Das Maschinenbau-Unternehmen ESM Energie- und Schwingungstechnik Mitsch aus Heppenheim in Hessen konnte durch hohe Energieeffizienz der Gebäude und in der Produktion überzeugen. Die Büro- und Fabrikgebäude sind im Passivhausstandard gebaut. Hinzu kommt eine komplette Eigenerzeugung von Energie aus Windkraft, Geothermie und Solaranlagen. Darüber hinaus fährt ein wachsender Anteil der Fahrzeuge im Fuhrpark teil-, bzw. vollelektrisch. Zusätzlich fordert ESM auch von Zulieferern eine möglichst klimaschonende Produktion.

„Bei uns im Unternehmen ist die Energiewende eigentlich schon vollzogen,“ so Julian Saur, Geschäftsführer von ESM Energie- und Schwingungstechnik Mitsch.

Sanierung im Bestand bei solarcomplex

Für eine gelungene Sanierung im Bestand steht die Solarcomplex AG aus Singen (Baden-Württemberg). Mit ihrer Sanierung des firmeneigenen 60er Jahre Büro- und Wohngebäudes in der Innenstadt konnten sie die Jury überzeugen. Bei dieser Sanierung im Bestand haben sie gezeigt was möglich ist. Die Photovoltaik-Elemente an Fassaden und auf dem Dach liefern den Strom, auch die Wärmegewinnung ist nachhaltig. Solarcomplex sendet mit der Sanierung des einst wenig attraktiven Funktionsgebäudes und einer öffentlichen Ladesäule für Elektrofahrzeuge auch ein Signal pro Energiewende in die Öffentlichkeit.

Jörg Dürr-Purcher von Solarcomplex ist überzeugt, dass die vorgestellten Projekte Schule machen sollten:

„Unternehmen spielen eine ganz zentrale Rolle für die Umsetzung der Energiewende, deshalb ist der Wettbewerb von UnternehmensGrün eine Blaupause für kommende Jahre.“

Nachhaltiger Hotel- und Wellnessbetrieb

Der Hotel- und Wellnessbetrieb der Hotel- und Ferienanlage Haffhus aus Ueckermünde am Stettiner Haff (Mecklenburg-Vorpommern) wird komplett durch die eigene Strom- und Wärmeversorgung mit Solar, Wärmepumpen und Holz versorgt. Eigene Wäre- und Stromspeicher ermöglichen eine hundertprozentige Eigenversorgung. Zusätzlich nutzen sie die Möglichkeiten der Digitalisierung (Energie-App für Steuerung, zur Übersicht für die Mitarbeitenden und für Hotelgäste). Die Haffhus GmbH setzt mit dem Verleih von E-Autos, E-Rollern und künftig E-Booten auch in der Mobilität ein Zeichen.

„Auch ein komplexer Betrieb wie unserer kann umfassend nachhaltig sein. Unsere Gäste werden da von Anfang an mitgedacht und informiert, denn sogar dort wo man es gar nicht erwartet, bei einer Sauna oder einem beheizten Pool etwa, ist Nachhaltigkeit möglich“, so Dirk Klein, mitverantwortlich für das Energiekonzept des Haffhus.

Beeindruckende Lösungen für die Energiewende im Betrieb

Jurorin Dr. Kirsten Kubin (Head of Energy Efficiency, ÖKOTEC Energiemanagement GmbH) zeigte sich von der Vielzahl verschiedener Projekte beeindruckt: „Die Entscheidung aus unseren zehn Finalisten drei Sieger auszuwählen, war sehr schwer,“ so Kubin.

Juror Pascal Tsachouridis (Öffentlichkeitsarbeit, Naturstrom AG), der den Wettbewerb seit der ersten Stunde begleitet, sagte: „Es war auch für uns als Fachleute beeindruckend, was für umfangreiche Lösungen sich schon in der Praxis etablieren.“

Keynote-Sprecherin Dr. Simone Peter vom Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) sagte angesichts der Finalisten:

„Der Wettbewerb von UnternehmensGrün mit Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt hat gezeigt, wie innovativ gerade die mittelständischen Unternehmen sind.“

Den Grund dafür, dass derlei Projekte noch nicht von einer breiten Mehrheit der KMU umgesetzt werden, sieht Peter in falschen Rahmenbedingungen: „Die Politik muss solche Firmen stärker unterstützen, um die Energiewende auch auf dem eigenen Betriebsgelände, im eigenen Unternehmen voranzubringen.“

Firmenenergie braucht Vorbilder

Dieser Wettbewerb hat hoffentlich eine Wirkung, und zwar zu zeigen, dass Unternehmen heute sich selbst um eine nachhaltige Energieversorgung kümmern können. Er zeigt drei sehr engagierte Unternehmen, die weiter denken und selbst was tun. Sie haben nicht auf bessere Rahmenbedingungen gewartet. Das würde vermutlich auch viel zu lange dauern. Vielleicht sehen wir künftig mehr solcher Beispiele.

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Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

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