Energieeffizienz erneuerbare energien Schweiz

Schweizer staatsnahe Unternehmen setzen auf Energieeffizienz und erneuerbare Energien

SBB Schnellzug mit Werbelok, Quelle: Erich Westendarp / pixelio.de
SBB Schnellzug mit Werbelok, Quelle: Erich Westendarp / pixelio.de
SBB Schnellzug mit Werbelok, Quelle: Erich Westendarp  / pixelio.de
SBB Schnellzug mit Werbelok, Quelle: Erich Westendarp / pixelio.de

Die vier schweizer bundesnahen Unternehmen SBB, Post, Swisscom und Skyguide sind seit einigen Jahren daran, ihren Energieverbrauch und CO2-Ausstoss zu reduzieren und die Energieeffizienz zu erhöhen. Diese Anstrengungen wollen sie vor dem Hintergrund der Energiestrategie 2050 des Bundesrats in Zukunft weiter verstärken.

Bei der Nutzung von Umwelt- und Energieressourcen haben die Bundesverwaltung und die vier bundesnahen Unternehmen SBB, Post, Swisscom und Skyguide eine Vorbildfunktion. Aufgrund der strategischen Ziele des Bundesrats sind sie gehalten, entsprechend umsichtig zu handeln. Alle vier Unternehmen verfügen darum auch über eine Nachhaltigkeitsstrategie.

Bundesrätin Doris Leuthard hob an einer gemeinsamen Medienkonferenz mit den Konzernchefs der vier Betriebe deren Massnahmen für weniger Energieverbrauch und einen tieferen CO2-Ausstoss sowie für mehr Energieeffizienz lobend hervor: „Diese Unternehmen beweisen, dass die Energiewende machbar ist.“ Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise würden sich diese Massnahmen auszahlen. Die Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation betonte: „Der Umbau der Wirtschaft hin zu einer Reduktion der fossilen Energien und hin zu einem schonenderen Umgang mit den Ressourcen bleibt gerade auch im Hinblick auf das Bevölkerungs- und Wirtschaftswachstum eine Herausforderung.“

SBB: Komplette Umstellung auf erneuerbare Energien

Die SBB hat sich entschieden, beim Bahnstrom auf Energie umzusteigen, die zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen bezogen wird. Heute stammt bereits 75 Prozent aus Wasserkraft. Dieses Ziel will die SBB bis spätestens 2025 über die Verbesserung der Energieeffizienz und den Bezug zusätzlicher, nachhaltig produzierter Energie erreichen. Mit einem bereits gestarteten Energiesparprogramm soll der Energie- und Leistungsverbrauch bis 2025 gegenüber dem prognostizierten Mehrbedarf um 20 Prozent reduziert werden. Diese Einsparung entspricht dem Stromverbrauch der Stadt Winterthur. Parallel dazu prüft die SBB Optionen für den Bezug von zusätzlicher Energie aus erneuerbaren Quellen. Dabei stehen der Ausbau der Wasserkraft und Energie aus Windkraft im Vordergrund.

Post: Schwerpunkt Energieeffizienz und CO2

Die Post steigert die Energieeffizienz, stellt auf Energie aus erneuerbaren Quellen um und kompensiert vermehrt ihren CO2-Ausstoss. Damit kann sie seit April 2012 alle Inlandbriefe klimaneutral versenden. Bereits seit 2008 bezieht sie ihren Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Quellen, hauptsächlich aus Wasserkraft. Seit 2000 hat die Post ihren CO2-Ausstoss um rund 15 Prozent gesenkt und sich verpflichtet, bis Ende 2013 den jährlichen CO2-Ausstoss um zusätzliche 15 000 Tonnen zu senken. Das entspricht dem jährlichen Treibhausgasausstoss einer Schweizer Gemeinde mit 2500 Einwohnern. Bei ihren Massnahmen setzt die Post einen Schwerpunkt bei der Mobilität: Bis Ende 2012 besteht die Hälfte der 7500 Roller in der Briefzustellung aus Elektrofahrzeugen, bis 2016 werden nur noch elektrische Roller eingesetzt. Die Energie hierfür stammt aus klimaneutralem Windstrom. Bis Ende des laufenden Jahres soll zudem die Anzahl Hybrid-Postautos von derzeit 11 auf gegen 20 Fahrzeuge erhöht werden. Im Betrieb verbrauchen sie rund 30 Prozent weniger Diesel. Zudem optimiert die Post den Energiekonsum ihrer Immobilien und stattet darüber hinaus 20 Betriebsgebäude mit Photovoltaik-Anlagen aus zur Produktion von rund 6 Gigawattstunden Elektrizität. Dies entspricht dem Stromverbrauch von 1 200 Schweizer Haushalten.

Swisscom: Energieeffizienz gesteigert

Die Swisscom deckt hundert Prozent ihres Energiebedarfs mit erneuerbaren und einheimischen Quellen. Nachdem sie zwischen 2002 und 2010 die Energieeffizienz um 19 Prozent steigerte, will sie bis 2015 die Energieeffizienz gegenüber 2010 um weitere 20 Prozent verbessern. Dafür sieht Swisscom verschiedene Massnahmen vor: So strebt sie eine komplette Umstellung ihrer Fahrzeugflotte auf energieeffiziente Modelle an, baut Bürogebäude im Minergie-P-Eco-Standard und stellt auf ein sparsames Kühlungssystem um. Ohne Effizienzmassnahmen würde der Stromverbrauch in den kommenden Jahren aufgrund verschiedener technologischer Neuerungen und des Baus neuer Netze um etwa 30 Prozent zunehmen. Ausserdem setzt Swisscom vermehrt auf virtuelle Konferenzen und Home Office, womit Reisen und Arbeitswege vermieden werden – sowohl intern als auch bei Geschäftskunden. Ein grosses Potenzial haben zudem neue Produkte und Services, die zu einer intelligenten Stromversorgung (Smart Grid) beitragen.

Skyguide: Weniger Schadstoffe dank kürzerer Flugrouten

Die Flugsicherungsbehörde Skyguide verfolgt seit mehreren Jahren das Ziel, ihren eigenen Energieverbrauch möglichst tief zu halten. Mit einem Umweltmanagement-System will sie die Schadstoffemissionen nachhaltig reduzieren. Zudem optimiert Skyguide die Flugverfahren in ihrem Zuständigkeitsbereich laufend. Sie investiert in eine möglichst effiziente Abwicklung der Flüge. Dank der engen internationalen Zusammenarbeit im Programm „Funktionaler Luftraum Zentraleuropa“ (FABEC) verkürzte sie mehrere Flugrouten. Die Zuteilung von fixen Zeitfenstern für die ersten Anflüge auf den Flughafen Zürich am frühen Morgen führt zu einer flüssigeren und damit umweltschonenderen Abwicklung des Verkehrs. Darüber hinaus beabsichtigt Skyguide, den Energieverbrauch durch die stärkere Vernetzung der Kontrollzentren Genf und Dübendorf zu senken.

Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

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