Richtiges Heizen mit Holz schont Klima und Wälder

Photovoltaikversicherung

Pünktlich zur Heizsaison stehen viele Hausbesitzer und Betreiber von Heizanlagen oder größeren Kesseln vor der Entscheidung, ob sich ein Austausch lohnt. Bei der Frage nach einem umweltfreundlichen und ressourcenschonenden Brennstoff, der Erdöl oder Erdgas ersetzen kann, steht Holz weit oben auf der Skala der möglichen Alternativen – emissionsarme Brennmaterialien sind dabei vor allem Holzhackschnitzel und Holzpellets.

Damit jedoch die Klimaschutzbemühungen nicht durch den Raubbau an unseren Wäldern untergraben werden oder unnötig Schadstoffe in die Atmosphäre gelangen, müssen Holzbrennstoffe nachhaltig gewonnen, emissionsarm getrocknet und effizient genutzt werden. Auch sollten sie möglichst kurze Transportwege zurücklegen.

Diese und weitere Kriterien, die gemeinsam mit dem IFEU Heidelberg erarbeitet wurden, stellt das Öko-Institut im Rahmen der Kennzeichnung nachhaltig erzeugter Holzhackschnitzel und Holzpellets mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“ vor. „Holzprodukte mit dem Blauen Engel müssen aus einer nachweisbar nachhaltigen Forstwirtschaft stammen“, erklärt Jens Gröger Projektleiter am Öko-Institut, die Vorteile gegenüber herkömmlichen Hackschnitzeln und Pellets. „Wer also künftig mit diesen Materialien heizt, trägt dazu bei, dass Wälder nachhaltiger bewirtschaftet werden.“ weiterlesen »

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Zeitalter von Hybridkraftwerken beginnt

Über die Speicherung von Strom aus erneuerbaren Energien habe ich schon viel geschrieben. Neben der Einspeisung von Wasserstoff in das Erdgasnetz, kann Wasserstoff auch lokal gespeichert werden, als Brennstoff für Autos und bei Bedarf über BHKW oder Brennstoffzellen in Wärme und Strom umgewandelt werden – in sogenannten Hybridkraftwerken (Wikipedia-Erklärung). Ein solches Hybridkraftwerk wurde heute im brandenburgischen Prenzlau eingeweiht:

Der Ministerpräsident des Landes Brandenburg, Matthias Platzeck hat heute in Prenzlau in der Uckermark gemeinsam mit Vertretern der beteiligten Unternehmen ENERTRAG AG, TOTAL Deutschland GmbH, Vattenfall und Deutsche Bahn das weltweit erste Wasserstoff-Hybridkraftwerk in Betrieb genommen.

Dieses wegweisende Projekt hat zum Ziel, die Machbarkeit einer sicheren und nachhaltigen Energieversorgung und Energiespeicherung mit einem Mix aus rein erneuerbaren Energiequellen im Praxistest nachzuweisen. Das Wasserstoff-Hybridkraftwerk vereinigt erstmals die Energiequellen Wind, Wasserstoff und Biogas zu einem Verbund. Der in drei Windturbinen erzeugte Strom wird anteilig zur Herstellung von CO2-freiem Wasserstoff eingesetzt.

Dieser grüne Wasserstoff wird gespeichert und in Zeiten hoher Nachfrage bei gleichzeitig geringem Windenergieangebot in einem Wasserstoff-Biogas-Blockheizkraftwerk zur Strom- und Wärmeproduktion genutzt. Außerdem kommt der Wasserstoff auch an TOTAL Wasserstoff-Tankstellen in Berlin und Hamburg an die Zapfsäulen. So sorgt grüner Wasserstoff aus der Uckermark für CO2-freie Mobilität in der Hauptstadt. weiterlesen »

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Vorbild sein und grün heizen mit Ökogas aus Reststoffen

Gruenspar.de

Die Heizsaison hat begonnen. Der private Verbrauch von fossilen Rohstoffen wie Erdgas und Erdöl läuft bald wieder auf Hochtouren. Mehr als 75 Prozent aller Heizungen basieren nach offiziellen Erhebungen* auf einer dieser beiden Ressourcen. Der Anteil der erneuerbaren Energien am Wärmeverbrauch liegt nur bei 9,5 Prozent.** Dabei ist ihr Ausbau für jeden dritten Deutschen eines der drei Topthemen unserer Zeit, so das Ergebnis einer repräsentativen Umfrage*** des unabhängigen Ökoenergieversorgers Polarstern und der GfK.

Die Energiewende wird sogar als wichtiger eingestuft als Frieden, Bildung oder die demografische Entwicklung. Dass trotzdem nur wenige Deutsche „grün“ heizen, beruht auch auf einem Irrglauben. „Um ökologisch nachhaltig heizen zu können, befürchten viele Verbraucher, in ein neues Heizsystem investieren zu müssen“, weiß Birgit Holfert von der Verbraucherzentrale Energieberatung. Dabei können sie mit einem bewussten Heizverhalten und dem Bezug von 100 Prozent Ökogas aus Reststoffen, den Umwelt- und Klimaschutz genauso stark oder sogar stärker unterstützen wie mit alternativen Heiztechniken. Der Wechsel zu Ökogas ist einfach und die Kosten sind überschaubar. Im Vergleich zum örtlichen Grundversorgertarif ist beispielsweise das 100 Prozent Ökogasprodukt von Polarstern durchschnittlich fünf bis zehn Prozent teurer. Das ist bei einem Dreipersonenhaushalt im Schnitt pro Jahr so viel wie einmal tanken.

Unsere Zukunft wird verheizt
Wenn die Tage kürzer und kälter werden, haben es die Deutschen gerne wohlig warm. „Die Empfehlung von 20 Grad für Wohn- und Kinderzimmer wird oft überschritten“, sagt Birgit Holfert. Auch die Heizkörper sind oft durch Vorhänge verdeckt oder mit Möbeln zugestellt. „Das kostet jeden Tag richtig viel Energie.” Dabei ist das Umweltinteresse der Deutschen hoch. 70 Prozent sagen, dass der Beitrag jedes Einzelnen zur Energiewende wichtig ist.**

Zurückhaltend sind die Deutschen auch bei der Umstellung auf alternative Heizsysteme. Sie scheuen eine aufwändige und teure Installation. Wer nicht komplett saniert oder neu baut, der kann in jedem Fall auf Ökogas umzustellen und energiesparend heizen, um nachhaltiger zu leben. Mit dem Bezug von Ökogas kann auch nachhaltig leben, wer nicht komplett saniert oder neu baut. der kann auf Ökogas umzustellen und energiesparend heizen, um nachhaltiger zu leben. „Wer hingegen weiter fossile Rohstoffe wie Erdöl oder Erdgas bezieht, der verheizt im wahrsten Sinne des Wortes unsere Zukunft und vor allem die unserer Enkel und Urenkel“, sagt Florian Henle, Mitgründer der Polarstern GmbH.

Kuschelig in den Winter mit Ökogas aus Reststoffen
Um grün zu heizen, muss man nicht immer gleich die ganze Heizung zu wechseln. Es gibt bei einigen Anbietern so genannte Öko- oder Biogastarife, die effektiv zur Energiewende beitragen. Zu empfehlen sind laut Umweltschutzexperten Angebote mit 100 Prozent Ökogas aus Reststoffen. „Aus Sicht des Klima- und Umweltschutzes unterstützen wir die Biogasproduktion aus 100 Prozent Reststoffen”, sagt Florian Schöne von der NABU Bundesgeschäftsstelle. Die Polarstern GmbH bietet zum Beispiel ein solches 100 Prozent Ökogasprodukt. Geprüft ist es von TÜV Nord.

Auch Martin Hofstetter von Greenpeace e.V. befürwortet ausdrücklich das von Polarstern genutzte nachhaltige Ökogas: „Biogasanlagen, in denen wie in diesem Fall Reststoffe effizient verwendet werden, sind unserer Ansicht nach ideal. Sie reduzieren die Klimagase und erzeugen gleichzeitig erneuerbare Energien. Im Gegensatz dazu ruinieren viele herkömmliche Biogaserzeuger die Umwelt durch Maismonokulturen.”

* AG Energiebilanzen e.V., Energieverbrauch in Deutschland, Daten für das 1. Halbjahr 2011, 1.10 Beheizungsstruktur des Wohnungsbestandes
** BMU, August 2011
*** Repräsentative GfK-Umfrage unter der deutschen Wohnbevölkerung in Privathaushalten ab 14 Jahre, Quotenstichprobe, August 2011

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23 Prozent unserer Primärenergie aus heimischer Biomasse möglich

Bis zum Jahr 2050 soll sich der Primärenergiebedarf in Deutschland gegenüber dem Bezugsjahr 2008 von rund 14.000 auf 7.000 PJ halbieren – so wird es im Energiekonzept der Bundesregierung vom September letzten Jahres und den Energieszenarien der Institute Prognos, EWI und GWS, die dem Energiekonzept zugrunde liegen, skizziert. Knapp 2.200 der insgesamt 7.000 PJ stammen dann möglicherweise aus Biomasse, so die Szenarien weiter.

Dass davon wiederum 1.640 PJ oder etwa 23 Prozent des Gesamtprimärenergiebedarfs aus einheimischen Quellen kommen könnten, geht aus verschiedenen Studien (u.a. Leitstudie 2008 des Bundesumweltministeriums, Nationaler Biomasse-Aktionsplan) und aus Berechnungen der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. (FNR) im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) hervor: Energiepflanzen vom Acker, Energieholz aus dem Wald, Koppelprodukte und biogene Reststoffe würden die benötigte Energie liefern, und zwar unter weitgehender Ausschöpfung der technisch nutzbaren heimischen Biomassepotenziale. Die restlichen knapp 600 PJ Biomasse müssten dementsprechend importiert werden. weiterlesen »

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In Saerbeck kann man den Pellets bei der Arbeit zusehen

Ich präsentiere gerne positive Beispiele, damit sie Schule machen, wie dieses Nahwärmenetz mit regenerativen Energien, ein weiteres Beispiel in der langen “Best-Practice”-Reihe.

Ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Energie-Unabhängigkeit der Gemeinde Saerbeck ist eine neue Heizzentrale, die mit einem Nahwärmenetz das Schul- und Sportzentrum und einen Kindergarten mit regenerativen Energien beheizt. Das Herzstück der Anlage bilden zwei Holzpelettkessel mit einer Gesamtleistung von zusammen 850 kW (550 kW + 300 kW).

Das Besondere: Die komplette Anlage ist dank einer Glasfassade für alle Interessierten einsehbar.

Für die EnergieAgentur.NRW ein guter Grund, die heiztechnische Lösung aus Saerbeck als “Projekt des Monats Januar 2011″ vorzustellen.

Die EnergieAgentur.NRW ist eine Einrichtung des Landes Nordrhein-Westfalen und unterstützt u.a. Kommunen und Gemeinden bei der Erschließung von Energieeffizienz-Potentialen sowie bei der Nutzung regenerativer Energiequellen.

Eine Jury wählt einmal im Monat aus Effizienz-Projekten und Anwendungen regenerativer Energien ein beispielhaftes Projekt aus, um es näher vorzustellen. Die gläserne Heizzentrale in Saerbeck ist ein gutes Beispiel, wie die kluge Kombination von nachwachsenden Energieträgern und effizienter Technologie zu einer spürbaren Entlastung von Umwelt und kommunalem Haushalt gleichermaßen beitragen kann“, betont Dr. Frank Michael Baumann, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW, den Vorbild-Charakter des Saerbecker Projekts.

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Vorbildliche Bioenergiedörfer ausgezeichnet

Die vorbildlichsten Bioenergiedörfer Deutschlands sind Jühnde-Barlissen (Niedersachsen), Effelter (Bayern) und Feldheim (Brandenburg). Dies ist das Ergebnis des bundesweiten Wettbewerbs „Bioenergiedörfer 2010“. Das Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) prämiert damit beispielhafte Bioenergiedörfer, die mindestens die Hälfte ihres Jahresstrom- und Wärmebedarfs aus regional erzeugter Biomasse decken. Die Dörfer sollten die Biomasse dabei möglichst effizient, nachhaltig und innovativ nutzen. Zudem sollte die Bevölkerung miteinbezogen werden.

Die Bioenergie ist die bedeutendste regenerative Energieform in Deutschland. Energie aus Biomasse macht derzeit 70 Prozent der Endenergiebereitstellung aus erneuerbaren Energieträgern aus. „Die lokale Nutzung einheimischer Biomasse zum Beispiel in Bioenergiedörfern oder Regionen ist ein wichtiger Beitrag zu einer nachhaltigen und ökologischen Energieversorgung. Wo immer es möglich ist, sollte der regionale Bezug an erster Stelle stehen. Dadurch entsteht Wertschöpfung vor Ort, die Arbeitsplätze schafft,“ sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner anlässlich der Bekanntgabe der Gewinner.

Die drei Kommunen werden anlässlich der auf der Messe „EUROTIER 2010“ stattfindenden Ausstellung „Bioenergy Decentral“ in Hannover prämiert und erhalten ein Preisgeld von je 10.000 Euro, das zum Ausbau der Bioenergiedörfer eingesetzt wird.

Weitere Informationen auch über die einzelnen Bioenergiedörfer finden Sie unter: www.wege-zum-bioenergiedorf.de

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Hohe Akzeptanz für Biogasheizkraftwerk dank Bürgergutachten

Die baden-württembergische Stadt Rottweil ist für ihr Engagement als „Energie-Kommune“ des Monats Februar 2010 ausgezeichnet worden. Mit diesem Titel würdigt die Agentur für Erneuerbare Energien vorbildliche kommunale Energieprojekte und stellt sie auf dem Infoportal www.kommunal-erneuerbar.de ausführlich vor.

Seit Anfang 2008 produziert eine Biogasanlage Wärme und Strom für den Rottweiler Ortsteil Hausen. Dabei wird mehr Strom erzeugt, als die gut 1.000 Einwohner des Ortsteils verbrauchen. Die gewonnene Wärme wird in das lokale Nahwärmenetz eingespeist, das jeden zweiten Haushalt erreicht. Vorbildlich ist die Einbindung der Bevölkerung. Im Rahmen von Bürgerversammlungen erstellten die Anwohner ein Bürgergutachten und nahmen so aktiv an der Planung der Biogasanlage teil. „Durch die Einbindung der Bevölkerung während der Planungsphase ist die Akzeptanz auch zwei Jahre nach der Inbetriebnahme sehr hoch“, betont Herbert Sauter, Ortsvorsteher des Stadtteils Hausen.

Am Anfang stand die Frage nach der zukünftigen Strom- und Wärmeversorgung in Rottweil-Hausen. Im Laufe von sieben Monaten trafen sich die Anwohner zu mehreren Arbeitstreffen, Bürgerversammlungen und Besichtigungen. Der ganze Prozess war bis zur Entscheidung ergebnisoffen angelegt, denn Vertreter der ENRW Energieversorgung Rottweil waren nicht stimmberechtigt sondern nur als Experten gefragt. Beim Thema Biogas äußerten einige Bürger zunächst Vorbehalte gegen die Verwendung von Nahrungs- und Futtermitteln zur Energiegewinnung. Die geladenen Landwirte der Umgebung konnten diese Bedenken jedoch entkräften. Neben Reststoffen, wie beispielsweise Gülle, werden für die Biogasanlage ausschließlich Energiepflanzen auf ehemals stillgelegten Flächen angebaut. Alle Ergebnisse und Forderungen des Abstimmungsprozesses flossen in ein gemeinsames Bürgergutachten ein, das beim Genehmigungsverfahren durch den Ortschaftsrat berücksichtigt wurde.

„Bei der Planung von Erneuerbaren-Energien-Projekten ist die Kommunikation das A und O“, betont Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, anlässlich der Bekanntgabe der „Energie-Kommune“ des Monats. „Information und Beteiligung der Anwohner sind wichtige Vorbedingungen für die spätere Akzeptanz vor Ort. Dies wird an der erfolgreichen Umsetzung der Biogasanlage in Rottweil-Hausen exemplarisch deutlich. Hier war die Einbindung der Bevölkerung von Anfang an vorbildlich“, so Mayer.

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Anzahl der Bioenergiedörfer im Südwesten soll wachsen

In Baden-Württemberg sollen künftig mehr Kommunen ihren Wärmebedarf mit Bioenergie decken. Zu diesem Zweck hat das Wirtschaftsministerium ein neues Förderprogramm für „Bioenergiedörfer“ gestartet. Finanziell gefördert wird die Wärmeversorgung von Gemeinden, Städten, aber auch von Orts- und Stadtteilen. Die Energie soll überwiegend aus Biomasse stammen, etwa Biogas oder Holzhackschnitzeln. Die Kombination mit anderen erneuerbaren Energien ist möglich. 20 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal 100.000 Euro, zahlt das Land als Zuschuss. Die Fördervergabe findet im Rahmen eines Wettbewerbes statt. Antragsfrist für die nächste Runde ist der 29. Januar 2010. Fachliche Unterstützung erhalten Kommunen und beteiligte Firmen von der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA).

Die energetische Nutzung von Biomasse leistet einen Beitrag zum Klimaschutz und birgt für Kommunen große Chancen. „Bioenergiedörfer sparen Energiekosten. Sie sind unabhängiger von Energieimporten und internationalen Energiekrisen. Wertschöpfung und Arbeitsplätze bleiben in der Region, etwa in der Forst- und Landwirtschaft“, sagt KEA-Geschäftsführer Dr. Volker Kienzlen. „Die Voraussetzungen für Bioenergiedörfer sind im Land mit seinem überdurchschnittlich hohen Biomassepotenzial und häufig dichter Bebauung auch im ländlichen Raum außerdem besonders günstig.“

Den Nutzen hat auch das Land erkannt. Bereits bisher förderte das Wirtschaftsministerium Bioenergiedörfer im Rahmen des Bioenergiewettbewerbs. Förderbedingung war jedoch ein besonders innovatives Konzept. Künftig werden solche Vorhaben grundsätzlich gefördert, erklärte das Ministerium Mitte Oktober. Bewerben können sich Kommunen und beteiligte Unternehmen.

„Gute Chancen haben Kommunen, wenn sie im Antrag deutlich machen, dass ihr Projekt fossile Energieträger ersetzt und vorbildlich ist“, erklärt Volker Kienzlen. Bedingung seien auch eine gute Planung sowie Kosten-, Energie- und Ressourceneffizienz. Die KEA bietet Beratungsleistungen während der Vorplanungsphase in Form von Konzepten, Machbarkeitsstudien, Prüfungen bereits ausgearbeiteter Konzepte und fachlichen Stellungnahmen an. So können Kommunen Bioenergie auch ohne eigenes Know-how nutzen.

Die Wärme für die Bioenergiedörfer im Südwesten soll vorwiegend aus Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung stammen, die beispielsweise mit Holzhackschnitzeln oder Biogas betrieben werden. Die Technik der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) nutzt die Abwärme bei der Stromerzeugung für Heizzwecke und ist besonders effizient. Auch bereits bestehende Biogasanlagen, die die Wärme noch nicht in Fernwärmeleitungen einspeisen, können gefördert werden.

In Baden-Württemberg sind derzeit 13 Bioenergiedörfer in Betrieb oder in Planung. Ziel der Landesförderung ist es, diese Zahl mit dem neuen Förderprogramm rasch deutlich zu erhöhen. Alle drei Monate bewertet das Ministerium die Anträge, unterstützt durch ein beratendes Fachgremium. Die nächste Antragsfrist endet am 29. Januar 2010. Der Zuschuss ist mit Mitteln aus Förder­programmen des Bundes kumulierbar.

Ein Bioenergiedorf ist ein regional orientiertes Konzept zur Nutzung erneuerbarer Energien, insbesondere Biomasse, im ländlichen Raum. Der Bedarf eines Ortes oder Ortsteils an Wärme und Strom soll so möglichst vollständig gedeckt werden.

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Biogas-BHKW für Schulzentrum und Erneuerung der Heizungsregelung mit Contracting finanziert

Die Stadt Mühlacker wird von einem Contracting-Unternehmen in 13 städtischen Gebäuden 40 Energiesparmaßnahmen durchführen lassen. Zu den Maßnahmen gehören der Bau eines Biomethan-Blockheizkraftwerks mit Nahwärmenetz für das Lindachschulzentrum sowie die Erneuerung der Heizungsregelung und Beleuchtungssanierungen in weiteren Gebäuden.

Die Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA) lieferte das Konzept für das Projekt und unterstützte die Stadt Mühlacker bei dem Vergabeverfahren. Der Handlungsbedarf wurde im Rahmen des kommunalen Energie-Managements deutlich, das die KEA von 2004 bis 2007 im Auftrag der Stadtverwaltung durchgeführt hat. Die Modernisierung der Anlagen erfolgt über ein Energieeinspar-Contracting: Die Firma YIT Germany GmbH übernimmt als Contractor die Finanzierung und den Einbau der neuen Technik. Mit den eingesparten Energiekosten refinanziert der Contractor seine Investitionen. Die Stadt Mühlacker erneuert so den Gebäudebestand und zahlt lediglich einen Baukostenzuschuss von 175.000 Euro. weiterlesen »

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Hand in Hand für autarke Energieversorgung im Main-Kinzig-Kreis

Die südhessische Stadt Wächtersbach ist für ihr Engagement in Richtung einer regenerativen Strom- und Wärmeversorgung als „Energie-Kommune“ des Monats November 2009 ausgezeichnet worden. Mit diesem Titel würdigt die Agentur für Erneuerbare Energien vorbildliche kommunale Energieprojekte und stellt sie auf dem Infoportal www.kommunal-erneuerbar.de ausführlich vor.

Die 12.500 Einwohner zählende Stadt im Main-Kinzig-Kreis hat mit der Einweihung einer Holzhackschnitzelanlage mit Fernwärmenetz im Oktober 2009 ein vielversprechendes Bioenergieprojekt gestartet. Bereits in einigen Jahren rechnet der Betreiber damit, bis zu drei Viertel des städtischen Wärme- und den gesamten Strombedarf durch Erneuerbare Energien decken zu können.

Das Holzhackschnitzelkraftwerk versorgt über ein Fernwärmenetz bereits 300 Haushalte, zahlreiche Unternehmen und kommunale Einrichtungen mit Wärme. Bemerkenswert ist dabei die Kooperation von Privatwirtschaft, Kommune und Landkreis. „Die enge Zusammenarbeit mit der Stadt Wächtersbach hat einen schnellen und erfolgreichen Start des städtischen Fernwärmenetzes erst möglich gemacht“, sagt Jörg Lotz, Geschäftsführer der Bioenergie Wächtersbach GmbH. Die Gesellschaft wird unterhalten von einem privatwirtschaftlichen Ingenieurbüro, der Stadt Wächtersbach und der örtlichen Wohnungsbaugenossenschaft.

Die Voraussetzungen für das ambitionierte Projekt sind angesichts der großen Waldbestände des Main-Kinzig-Kreises hervorragend. Bis zu 30 Millionen Liter Heizöl könnten dank regenerativer Energiequellen ersetzt werden. Sie garantieren außerdem eine hohe Preisstabilität und Versorgungssicherheit, die bereits heute viele Wächtersbacher überzeugt. Abgesehen vom 10-Megawatt-Heizkraftwerk wird aktuell eine solarthermische Anlage auf dem Dach der örtlichen Schule errichtet.

„Wächtersbach zeigt ein außerordentliches Engagement, die langfristige Umstellung auf Erneuerbare Energien voranzutreiben“, betont Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, anlässlich der Auszeichnung zur „Kommune des Monats“. „Damit erregt die Stadt das Interesse zahlreicher Nachbarkommunen und dient dem gesamten Landkreis sowohl im Prozess als auch in der Zielsetzung als Vorbild.“

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