Energiewende

Windretter: Warum bleiben Windräder manchmal stehen wenn der Wind weht?

Die Initiative Windretter

Kennt Ihr das auch, wenn Ihr mit der Bahn oder mit dem Auto an einer Reihe von Windräder vorbei fahrt und sie stehen, obwohl sich die Bäume im Wind biegen? Das liegt einfach daran, dass sie abgeregelt werden, weil das Netz nicht mehr Strom aufnehmen kann. Das klingt zunächst logisch, die Aufnahmekapazität des Stromnetzes ist nun einmal beschränkt. Aber warum speichert man den Strom nicht oder verwendet ihn dann für Anwendungen in der Wärme oder in der Mobilität? Nun, es ist leider so, dass es heute wirtschaftlich attraktiver ist den Strom nicht zu erzeugen als ihn zu speichern oder in einem anderen Bereich als saubere Energiequelle zu verwenden. Die bundesweite Initiative Windretter möchte dies nun ändern und sammelt Unterschriften für eine Änderung der Gesetzeslage.

Hintergrund zur Abregelung von Windenergie-Anlagen

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) hatte das Ziel Investitionen in Windkraft-, Solar- und Biomasseanlagen anzuschieben. Der Erfolg hat sich bereits eingestellt. Alleine im ersten Halbjahr 2018 haben Wind- und Solaranlagen, sowie Wasserkraft- und Biomasseanlagen 104 Milliarden Kilowattstunden Strom erzeugt. Der Anteil von erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung in Deutschland liegt bereits heute schon über 40 Prozent, nach der Statistik von Energy Charts.

Allerdings könnte die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien bereits heute schon mit der gleichen Anzahl von Anlagen höher sein. Wir könnten zum Beispiel den Strom speichern anstatt die Anlagen abzuregeln, sobald das Netz nicht mehr Strom aufnehmen kann oder der Bedarf gedeckt ist. Wenn der Bedarf wieder höher ist als das Angebot könnten die Speicher den Strom wieder in das Netz einspeisen. Oder wir könnten den Strom für andere Sektoren, wie Wärme, Kälte oder Mobilität nutzbar machen.

Das ist jedoch wirtschaftlich noch nicht attraktiv genug. Es ist heute günstiger die Betreiber der Anlagen für die Abregelung zu entschädigen, anstatt den Strom zu speichern oder in anderen Sektoren zu nutzen. Beides ist mit hohen Abgaben belastet, was sie unattraktiv macht. Die Entschädigung der Betreiber müssen aber alle Verbraucher bezahlen mit den Netzentgelten, ohne dass es der Energiewende etwas bringt.

Diese Abregelung mit dem Fachbegriff Einspeisemanagement betrifft vor allem die Windenergie. Besonders in küstennahen Standorten ist dies der Fall, wo es viele Windenergie-Anlagen gibt und der Ausbau des Netzes nicht hinterher kommt. Dann regeln die Netzbetreiber die Windräder ab, das heißt sie lassen sie aus dem Wind drehen.

Weitere Informationen zum Einspeisemanagement und  Redispatch:

Die Initiative Windretter

Zur Zeit gibt es keine finanziellen Anreize Strom sinnvoll zu nutzen, der nicht bedarfsgerecht erzeugt wurde. Dabei könnten wir diesen Strom zum beladen von Elektrofahrzeugen, zur Erzeugung von Wärme oder für eine spätere Nutzung aufheben, bzw. speichern. Laut der Initiative „Windretter“ hätte der abgeschaltete Strom alleine im vergangenen Jahr fast 3 Mio. Tonnen CO2-Äquivalent einsparen können.

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Daher fordert die Initiative „Windretter“ die Aufnahme von Energiespeicher als eigenständigen Baustein der Energieversorgung anzuerkennen. Bisher betrachtet man Speicher als Verbraucher, daher müssen sämtliche Abgaben bezahlten werden für die Zwischenspeicherung von Strom. Hinzu kommt, dass Speicher weder zur „Erzeugung“, noch zum „Transport“ oder „Verbrauch“ dienen. Sie liegen juristisch mal auf der Seite der Verbraucher und mal auf der Seite der Erzeuger, was erhebliche Schwierigkeiten bereitet.

Die Initiative „Windretter“ möchte die Aufmerksamkeit auf das Problem legen und den Anstoß zu einer Änderung geben. Sichere Rahmenbedingungen für die Speicherbranche sind mindestens genauso wichtig wie die Initiative für eine Gigafabrik in Deutschland.  Speichertechnologien sollen im Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) und dem Energiewirtschaftsgesetz (EnWG) als gleichberechtigte Bestandteile eines klimafreundlichen Energiesystems eingestuft werden, so der neue Unterstützer der Initiative, die Energy2market GmbH. Der Initiative gehören mittlerweile 30 Unternehmen und Verbände aus dem Bereich Energiespeicher und Erneuerbare Energien an. Darunter auch der Hydrogeit-Verlag mit der Zeitschrift HZwei.

Hinter der Initiative steht die Agentur motum GmbH aus Hamburg, deren Geschäftsführerinnen nach eigenen Angaben verrückt nach Themen rund um die Energiewende und neue Mobilität sind.

Mitmachen

Wer die Initiative unterstützen möchte, kann dies über WeAct, der Petitionsplattform von Campact, einer Bürgerbewegung von rund 1,8 Millionen Menschen in Deutschland, tun. Nach Abschluss der Kampagne wollen sie alle Unterschriften dem Bundestag übergeben. Das Ziel sind möglichst 50.000 Unterschriften zu sammeln, damit das Quorum erreicht wird und der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages sich damit beschäftigt.

Also bitte mitmachen und unterschreiben. Ich habe selbst unterschrieben und möchte, dass sich möglichst viele von Euch daran beteiligen. So oft rufe ich nicht zur Teilnahme an politischen Aktionen auf. Aber diese Aktion halte ich für eine sehr wichtige Initiative.

Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

Gerne schreibe ich auch Texte für Ihre Medien, wie die Website, den Unternehmensblog oder das Unternehmensmagazin, Darüber hinaus kann ich Sie auch beraten ibei der Online-Kommunikation.

Nehmen Sie mit mir Kontakt auf; kontakt@energynet.de oder Tel. 0176/60951953

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