Bauen

Modulares Bauen mit interessanten Energiekonzepten

modulares bauen
Modulares Bauen Mc Cube 3.0, Foto: Mc Cube

Passt die klassische Bauweise noch in die heutige Zeit? Wir leben in Zeiten schneller Veränderungen, wir wollen flexibel sein und uns nicht lange binden. Der Bau eines Einfamilienhaus kostet hingegen sehr viel Geld, Nerven und Geduld. Häuser sind in der Regel Einzelstücke und damit teuer und anfällig für Fehler. Das kann eigentlich nicht mehr in die heutige Zeit passen, auch wenn es noch die Regel ist. Doch es kommen in mehr Angebote auf den Markt, die mehr zu unserer heutigen Lebenswelt passen. Die Stichworte sind serielles und modulares Bauen. Aus dem  Bereich des modularen Bauen kommt ein junges Unternehmen aus Österreich jetzt auf den deutschen Markt und bringt ein interessantes Energiekonzept mit.

Was ist eigentlich modulares Bauen?

Modular gefertigte Gebäude lassen sich industriell vorfertigen, was Zeit und Kosten spart. Durch die präzise Fertigung in der Fabrikhalle steigt auch die Qualität der Gebäude. Vor Ort werden sie nur noch aufgestellt, verankert und angeschlossen. Für die Bauherren steigt auch die Planungs- und Kostensicherheit durch die Reduzierung von Unsicherheiten.

Und besonders interessant ist die Flexibilität der modularen Bauweise. Je nach Anbieter und Lebenssituation kann man Module zeitweise aufstellen, hinzufügen oder sie wieder abbauen. Dazu passend ist, dass man die Module für die benötigte Zeit mieten kann. Man muss nicht mehr so viel Geld investieren in eine feste und unflexible Lösung.

Modulare Bauten werden in Holzrahmenbauweise industriell vorgefertigt und auf dem Grundstück nur verbunden und angeschlossen. Damit unterscheiden sie sich von klassischen Fertighäusern. Damit sind sie, wenn sie erst einmal auf dem Grundstück stehen, innerhalb von 1-2 Tagen bezugsfertig. Dennoch können sie auch als fertige Module sehr individuell und ansprechend gestaltet sein.

Diese Informationen und viele weitere Angaben gibt es im Magazin „Der Bauherr“ und bei Wikipedia.

Neues Energiekonzept für modulare Häuser

Es gibt mittlerweile einige Anbieter von Modulbauten, darunter auch die klassischen Hersteller von Fertighäusern. Für mich sind natürlich die Energiekonzepte besonders interessant.

Ein Beispiel ist das Aktivhaus B10, das eine selbstlernende Gebäudesteuerung hat und doppelt so viel Energie erzeugen kann, wie es selbst benötigt. Nach Abschluss des Forschungsprojektes wird das Gebäude an eine andere Stelle versetzt oder komplett recycelt.

Ebenfalls auf der Basis der Modulhäuser Flying Spaces von Schwörer Haus ist das Projekt SolSpaces der Uni Stuttgart. Dieses Projekt hat das Ziel ein modernes und nachhaltiges Heizungskonzept für energieeffiziente Gebäude zu entwickeln. Das Gebäude enthält eine thermische Solaranlage in Verbindung mit einem Sorptionswärmespeicher zur saisonalen Wärmespeicherung, der in das Lüftungssystem des Gebäudes integriert ist. Das System hat die drei Betriebsarten:

  • Heizen mit Sonnenkollektor
  • Heizen mit Sorptionswärmespeicher (Adsorption)
  • Regeneration des Sorptionswärmespeichers (Desorption)

In der aktuell laufenden zweiten Projektphase Solspaces 2.0 geht es um die Weiterentwicklung und Optimierung des solaren Heizsystems mit Sorptionswärmespeicher.

Modernstes Energiekonzept im modularen Bauen aus Österreich

Ein ganz anderes Energiekonzept präsentiert das österreichische Startup McCube. Das 2015 gegründete Unternehmen expandiert bereits drei Jahre nach der Firmengründung in Österreich nach Deutschland und präsentiert zum Start im Nachbarland die neue Linie „McCube 3.0“. Dieses Modell stammt vom erfahrenen österreichischen Holzbau-Architekten Harald Sauer.

Zum einen haben die Häuser von McCube – auch Cubes genannt – eine individuell anpasse Dämmung und großzügige Fensterflächen für solar Wärmegewinne. Und zum anderen haben sie eine Photovoltaik-Anlage, die in das Gebäude integriert ist. Dies soll die Dach-Optik beleben, so heißt es in der Pressemitteilung von McCube.

Energiekonzept des Mc Cube 3.0

Den Solarstrom können die Bewohner nicht nur für die Haushaltsgeräte nutzen, eine Infrarot-Heizung strahlt angenehme Wärme ab, die im Winter an die Wärme eines Kachelofens erinnern soll. Eine dezentrale Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung gehört bei McCube ebenfalls zum Standard. Alternativ gibt es ein Luftwärmepumpensystem für Fußbodenheizung, Kühlung und Warmwasseraufbereitung.

Die große Besonderheit des Energiekonzeptes ist aber der Stromspeicher und das Sharing-Konzept. Beides ist eine Entwicklung von Kreisel Electric, die bisher vor allem mit Batterien für Elektroautos für Aufsehen gesorgt haben. In diesem Sharingmodell tauschen die Nutzer überschüssigen Strom kostenlos aus. Im Bedarfsfall können sie auch günstige Stromüberschüsse aus Wind-Parks nutzen oder in der Batterie speichern. Weitere Details habe ich noch nicht herausfinden können.

Modulares Bauen als Alternative zum klassischen Bauen

Modulares Bauen ist eine moderne Alternative zum klassischen Bauen. Es eignet sich für den Wohnungsbau im Ein-, Zwei-und auch im Mehrfamilienhaus. Auch für den Nichtwohnungsbau ist das modulare Bauen aufgrund der Flexibilität eine Alternative.

Modulares Mehrfamilienhaus in Hamburg

Ein gutes Beispiel für das modulare Bauen im Mehrfamilienhaus ist das Gebäude „Case Study #1 Hamburg“ von den Architekten Fusi & Ammann. Es steht in Hamburg Wilhelmsburg, kann man aber so auch an anderen Standorten realisieren. Das Gebäude besteht aus einzelnen Modulen zu je 45 m² Wohnfläche mit quadratischer Grundfläche, die man horizontal oder vertikal zusammen setzen und stapeln kann. Die Aufteilung der Grundrisse und Wohnungen bleibt damit individuell und flexibel.

Das Case Study #1 ist eingebunden in den Energieverbund Wilhelmsburg Mitte, der die Energieerzeugung aus verschiedenen Gebäuden zu einer Art virtuelles Kraftwerk verbindet. Dies bedeutet, dass jedes Gebäude erneuerbare Wärme in das Wärmenetz einspeisen kann.

Das Nachfolgeprojekt Case Study #2 steht seit 2015 in Pfullingen als ein kostengünstiges und flexibles Stadthaus.

Viele Vorteile des modularen Bauens

Wie weit das modulare Bauen dazu beiträgt die Kosten zu reduzieren, kann ich nicht beurteilen. Der große Vorteil sind aber die digitale Planung und die industrielle Fertigung, die beide kostenintensive Fehler ausschließen können. Auch die Standardisierung einzelner Schritte hilft Kosten zu sparen.

Modulare Bauten sind nicht immer auch Tiny Houses, aber sie können auch als kleines Raumwunder konzipiert und gebaut werden mit einer Fläche von 20 bis 30 m² um diesen Gedanken zu nutzen.

Mit modularem Bauen kann man den Bau moderner gestalten, die Digitalisierung nutzen und dennoch flexibel und variabel bleiben. Auch innovative Energiekonzepte sind mit dieser Bauweise möglich. Es ist eine interessante Entwicklung, von der wir sicher künftig noch mehr sehen werden. Was meint Ihr zu dieser Entwicklung?

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Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

Gerne schreibe ich auch Texte für Ihre Medien, wie die Website, den Unternehmensblog oder das Unternehmensmagazin, Darüber hinaus kann ich Sie auch beraten ibei der Online-Kommunikation.

Nehmen Sie mit mir Kontakt auf; kontakt@energynet.de oder Tel. 0176/60951953

Ein Kommentar

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  • Danke für diesen informativen Artikel. Ein faszinierendes Thema, welches gleich viele Nieschen bedient. So könnte man mit einem Tiny House starten und dies mit wachsendem Bedarf oder auch einer wachsenden Familie ausbauen.

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