Produkttest

Stromverbrauch im Blick mit dem Powersense Energomonitor

Powersense Dashboard
Einblick in mein Powersense Dashboard
Powersense Set
Das Powersense-Set in der Box

Heute habe ich wieder ein Produkttest, den Powersense von Energomonitor zur Überwachung des Stromverbrauchs. Wie viel Strom verbrauchen wir täglich im Haushalt und welche Geräte treiben den Verbrauch im die Höhe? Mit einem digitalen Stromzählerwüssten wir das, aber bis der in allen Haushalten hängt, wird es noch einige Jahre dauern. Wir können auch unseren alten analogen Stromzähler regelmäßig ablesen und den Verbrauch ausrechnen. Oder wir hängen ein zusätzliches Meßgerät an die Stromleitung, das den Strom regelmäßig misst und für uns anschaulich aufbereitet. Ein solches Gerät ist der Powersense Strommonitor, der mir für ein Test vom deutschen Händler Smart Cost aus Fulda zur Verfügung gestellt wurde.

Warum brauchen wir eine Überwachung des Stromverbrauchs?

Über den Stromverbrauch im Haushalt oder im Büro wissen wir normalerweise nur wenig. Einmal im Jahr wird der Stromzähler abgelesen und danach kommt die Rechnung. Im ungünstigen Fall kommt die Rechnung mit einem Schock. Na klar, das sind die steigenden Strompreise, die unsere Kosten in die Höhe treiben. Aber auch der Verbrauch von elektrischen Geräten trägt seinen Teil dazu bei. Wenn wir unseren Stromverbrauch und die Stromkosten besser kennen, dann können wir sie auch besser reduzieren.

Wenn wir die Gelegenheit haben uns immer wieder den aktuellen Verbrauch anzusehen, erhalten wir einen besseren Überblick über den Verbrauch. So sehen wir die direkte Folge an Änderungen im Haushalt, wie z.B. neue oder ausgetauschte  Geräte.  Wir sehen auch die Wirkung einzelner Geräte, wie die Kaffeemaschine, Waschmaschine oder Geschirrspüler. Somit wären wir in der Lage frühzeitig einen Anstieg des Stromverbrauchs zu erkennen und können vielleicht darauf reagieren bevor uns die Rechnung erreicht.

Was wir auch sehen ist, wenn der Stromverbrauch ansteigt oder hoch bleibt, ohne dass wir etwas verändert haben. So können wir erkennen, ob wir ein Gerät eingeschaltet gelassen haben, das wir hätten ausschalten sollen, ob wir vielleicht die Kühlschranktür offen gelassen haben oder vielleicht ob ein Gerät defekt ist.

Es kann also sehr sinnvoll sein zwischendurch immer wieder einen Blick auf den Stromverbrauch zu werfen. Ein Strommonitor, der uns den Verbrauch anschaulich aufbereitet, ist deutlich einfacher und praktischer als ein regelmäßiges manuelles ablesen zu unterschiedlichen Zeiten.

Der Powersense Strommonitor

Im Testeinsatz habe ich seit Juni das Powersense-Set von Energomonitor aus Tschechien. Zur Verfügung gestellt hat mir dieses Set der offizielle Vertriebspartner im deutschsprachigen Raum, Smart-Cost aus Fulda. Der Hersteller bietet noch zahlreiche weitere Messgeräte an, die auch den Wasser- und Gasverbrauch oder die Temperatur laufend messen und grafisch aufbereiten.

Das Powersense Set besteht aus drei Teilen:

  • Homebase: Diese empfängt die Daten der Meßgeräte und sendet sie weiter an die Energomonitor Cloud Server.
  • Transmitter: Der Transmitter empfängt die Meßwerte und übermittelt sie per Funk an die Homebase im 433 MHz Band.
  • Strommesskabel: Diese Kabel werden an einem Ende an die einzelnen Phasen der Stromleitung geklammert und mit dem Transmitter verbunden.

Montage und Einrichtung des Powersense

Powersense Set
Powersense Set mit Homebase, Transmitter und Messkabel. Foto: Smart Cost

Die Installation war einfach und schnell. Allerdings musste ich, genau wie bei Smappee, die Abdeckung des Sicherungskastens abnehmen um an die drei Adern der Stromleitung zu gelangen. Das ist im Prinzip ungefährlich, aber sicher nicht etwas was alle machen möchten. Wer sich nicht an die Stromleitungen ran wagt, muss sich an einen Fach-Handwerker wenden. Zur Installation wird die Homebase mit dem Stromnetz verbunden und über ein Ethernet-Kabel mit dem Router. Anschließend werden die einzelnen Messkabel mit dem Transmitter verbunden. Damit der Transmitter mit der Homebase kommunizieren kann muss auf der Homebase ein freier Kanal gewählt werden. Danach werden beide Geräte in den sogenannten Pairing-Mode versetzt. Und dann geht es los, der Stromverbrauch wird übertragen. Das hat recht einfach und schnell geklappt bei mir.

Den Stromverbrauch sehen wir dann im Dashboard der Browser-App von Energomonitor. Dort müssen wir uns anmelden und die Seriennummer der Homebase (Einstellungen – Sensoren/ Geräte) eintragen. Mehr persönliche Daten sind dann nicht notwendig, auch die Eingabe des Ortes ist freiwillig.

Stromverbrauch im Blick mit dem Powersense Strommonitor

 

Powersense Dashboard
Einblick in mein Powersense Dashboard

Nach wenigen Minuten geht es dann schon los. Wir sehen unseren Stromverbrauch auf dem Dashboard. In den Einstellungen können wir festlegen was wir auf dem Dashboard sehen können. Dazu gehört die aktuelle Leistungsaufnahme, die alle 90 Sekunden gemessen wird, der Verlauf über den Tag mit der Aufsummierung des Stromverbrauchs und Vergleich zum Vortag, sowie die Stundenwerte und Tageswerte der letzten acht Tage.

Auf einer weiteren Seite können wir den genauen Verlauf des Stromverbrauchs sehen. Dort erhalten wir den Tagesverlauf mit allen Messwerten, einmal für sich und einmal im Vergleich zum Vortag. Wer seinen Strompreis eingetragen hat, kann sich auf dieser Seite auch die Kosten anzeigen lassen.

Weitere Geräte zur Ergänzung von Energomonitor

Powersense App Dashboard
Beispiel für die Auswertung von Messungen mit Powersense aus der App Demo von Energomonitor

Das Powersense Set ist praktisch nur eine Basisvariante. Eine Ergänzung sind zum Beispiel die Funksteckdosen, die relativ leicht mit der Homebase verbunden werden können. Diese können z.B. für große Verbraucher, wie Waschmaschinen, etc. genutzt werden. Im Dashboard können wir den Stromverbrauch erfassen, der über diese Funksteckdosen verbraucht wird. Zusätzlich besteht die Möglichkeit diese Steckdosen ein- und auszuschalten.

Auch die Stromerzeugung, z.B. von einer Photovoltaikanlage kann mit dem Transmitter erfasst werden. Andere Geräte aus dem Programm von Energomonitor messen den Gas- oder Wasserverbrauch, bzw. sie erfassen die Innen- oder Außentemperatur. Die Übertragung der Daten erfolgt dann über die gleiche Homebase. Sie kann bis zu 30 Messpunkte aufnehmen. Dies bedeutet, dass alles in dem gleichen Dashboard angezeigt wird.

Mein Fazit zum Powersense Set von Energomonitor

Zunächst finde ich es wichtig, dass es immer mehr Messeinrichtungen für den Energieverbrauch gibt. Sie helfen Transparenz in den Verbrauch zu bringen. Das gilt nicht nur für Privathaushalte, auch bei kleinen Betrieben ist es wichtig den Energieverbrauch im Blick zu behalten.

Die Installation und Einrichtung des Powersense klappte sehr gut und schnell. Deutlich besser bei dem bekannteren Wettbewerbsprodukt Smappee aus Belgien. Dafür bietet das Powersense keine Möglichkeit der Disaggregation, also keine automatische Erkennung einzelner Geräte.

Mein Test läuft erst sechs Wochen, aber in der Auswertung fehlt mir eine Hochrechnung auf das Jahr. Auch wenn es hypothetisch ist, aber wie hoch wird mein Stromverbrauch nach einem Jahr ist eine nicht ganz unwichtige Frage. Denn diesen Wert kann man gut mit den Vorjahren vergleichen. Tages-, Wochen- oder Monatswerte kann man hingegen erst nach einiger Zeit vergleichen. Und in privaten Haushalt bringt eine hohe Auflösung der Auswertung meines Erachtens nicht viel, in Unternehmen mit vielen Geräten und Maschinen schon eher. Die Auswertung könnte auch generell moderner sein, aber das ist Geschmackssache.

Ob sich das Powersense-Set lohnt, hängt vom Einzelfall ab und muss jeder selbst beurteilen. Gerade in kleinen Unternehmen kann ich es mir gut vorstellen, da macht es mit Sicherheit Sinn. Im privaten Haushalt muss man hingegen schon sehr daran interessiert sein, um die 130 € plus MwSt. für das dreiphasige Powersense-Set oder 40 € plus MwSt. für die Plugsense Funksteckdose auszugeben.

Was meint Ihr zu solchen Produkten?

Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

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