Digitalisierung

Wien Energie baut an der digitalen Zukunft der Energiewirtschaft

HMI2017 Microsoft Stand 104 HoloLens
Microsoft HoloLens Industrie als Beispiel für Wien Energie
Demonsttration der MS HoloLens auf der Hannover Messe 2017 am Stand von Microsoft, Foto: Microsoft

Das Unternehmen Wien Energie ist als größter Energieversorger Österreichs für die zuverlässige Versorgung mit Strom, Erdgas, Wärme und Kälte von rund zwei Millionen Menschen, 230.000 Gewerbe- und Industrieanlagen sowie 4.500 landwirtschaftlichen Betrieben im Großraum Wien verantwortlich. Zu den Aufgaben des Unternehmens zählen die Energieproduktion, Abfallverwertung, Energieberatung und Energiedienstleistungen, Gebäudewartung (Facility Management) und Telekommunikation. Als Energieversorger ist es wichtig sich für die Zukunft gut aufzustellen. Wien Energie setzt dabei u.a. auf die Digitalisierung. In Teil 2 der Serie über Augmented Reality geben wir einen kleinen Einblick in dieses Projekt.

Augmented Reality im Anlagenservice

„Wir wollen innovativer werden und auch neue Kooperationen eingehen“, sagte der Wien-Energie-Chef Michael Strebl beim Antritt seiner neuen Position als Vorsitzender der Wien-Energie Geschäftsführung im Herbst 2016. Bei der Wien Energie Innovation Challenge 2017 konnte ein gemeinsames Projekt von Wien Energie, ViewAR und WienIT im Bereich Augmented Reality überzeugen. Der Einsatz der Augmented Reality-Technologie im Anlagenservice ist ein bahnbrechender Schritt in Richtung Industrie 4.0.

Ausgangspunkt dieser Innovation war die Analyse eines hypothetischen Kraftwerk-Blackouts, bereichert durch Erfahrungen der letzten Jahre mit solchen Störfällen. Ein Ausfall einer Turbine kann zu hohen Umsatzeinbußen führen, daher legte man besonderes Augenmerk auf die Gründe von oft unnötigen längeren Stehzeiten. Die Studie zeigte, dass Stehzeiten besonders folgende Bereiche betrafen:

  • Verfügbarkeit von (externen) Experten
  • Verfügbarkeit von notwendigen Ersatzteilen
  • Kommunikation zwischen den handelnden Personen
  • Manuals und Analysen

Maintenance 4.0 mit Augmented Reality

Doch für Wien Energie war eine reine reaktive Strategie zu wenig, vielmehr war eine nachhaltige Herangehensweise gefragt, die auch indirekt betroffene Bereiche, wie z.B. Schulungen und Trainings oder die generelle Reduktion von Fehlern, betreffen sollte. Die Idee zu Maintenance 4.0 war geboren und sollte jetzt in einem Projekt auf ihre Durchführbarkeit getestet werden. Die identifizierten Kernprozesse waren schnell gefunden:

  • Schnellerer Zugang zu Expertenwissen
  • Echtzeit Information zu Ersatzteilen
  • Dokumentation und Digitalisierung von Wartungsarbeiten
  • Bereitstellung spezifischer Instruktionen für Wartungsmitarbeiter via Augmented Reality während ihrer Arbeit

Remote-Support Anwendungen mit Microsoft HoloLens

Die geplante Augmented Reality Anwendung sollte daher via Microsoft HoloLens einen Remote-Support via zugeschaltenem Experten ermöglichen. Darüber hinaus soll sie Daten zu relevanten Informationen in Echtzeit bereitstellen, eine Indoor-Navigation erlauben, die gewonnenen Daten für Trainings und Schulungen digitalisieren und eine neue Form von automatisierten Instruktionen am Arbeitsplatz zulassen. Natürlich sollten auch arbeitsrechtliche Schutzmaßnahmen dieses Projekt begleiten und eine funktionierende IT-Infrastruktur wie z.B. WLAN gewährleistet sein.

Was ist und was kann die HoloLens?

Die wenigsten Leserinnen und Leser werden die HoloLens kennen. Die HoloLens von Microsoft ist eine Datenbrille, die einen kleinen Computer enthält. Sie erweitert den realen Raum mit zusätzlichen virtuellen Objekten. Dies bedeutet, dass sie in das Sichtfeld der Nutzer dreidimensionale Objekte einblendet, bzw. den realen Raum um diese Hologramme ergänzt. Die Bedienung erfolgt über Gesten oder Sprachsteuerung, letzteres ist praktisch, wenn der Nutzer Bauteile oder Werkzeug in den Händen hält. Das Betriebssystem ist Windows und damit vielen Nutzern bereits bekannt.

Mit der HoloLens könnten Architekten ihre Gebäude projizieren und praktisch begehbar machen, bevor sie gebaut werden. Gleiches ist auch für Maschinen denkbar. Ein Einsatz, wie in diesem Fall, ist die Einblendung von Daten, z.B. für die Suche nach einem bestimmten Bauteil oder mit Informationen über die Maschine. Kommt der Techniker nicht mehr weiter, kann er über Skype, das auch über die HoloLens läuft, Kollegen um Hilfe bitten. Diese sehen dann das, was der Techniker vor Ort sieht und können zeigen, wo z.B. das gesuchte Bauteil sitzt.

Erfolgreicher Test der HoloLens bei Wien Energie in der Praxis

Der vereinbarte Zeitrahmen für die Entwicklung der einzelnen Anwendungen für die MS HoloLens wurde sehr knapp bemessen und nach weiteren intensiven 3 Monaten hatten es alle beteiligten (Mitarbeiter der Wien Energie, der WienIT und ViewAR) geschafft, einen Prototypen an den Start zu bringen.

Der Test, durchgeführt in der realen Umgebung eines Kraftwerks war ein voller Erfolg und zeigt, wie Innovation bei Energieversorgern funktionieren kann. Die Kernprozesse wurden maßgeblich beschleunigt und laut Einschätzung wurde auch der Einkommensverlust durch Stehzeiten einer Turbine maßgeblich reduziert. Ein erster Schritt war getan und weitere werden folgen, denn die Digitalisierung von Prozessen lässt in diesem Projekt bereits erahnen, welche großen Potenziale hier schlummern.

Kooperation mit ViewAR

Augmented Reality in der EmergiewirtschaftDieser Beitrag ist Teil 2 einer Serie über Augmented Reality. Für diese Serie arbeite ich zusammen mit ViewAR aus Österreich. ViewAR ist ein weltweit führender Anbieter für Augmented Reality und hat für seine Technologie mehrere Preise gewonnen, darunter den Auggie Award 2016 für die weltbeste AR App und den Wirtschaftsoskar 2017, verliehen von der WKO.

Teil 1: Wie die Energiewirtschaft von Augmented Reality profitieren kann

Wir wollen für dieses Thema Aufmerksamkeit schaffen und über die vielfältigen Möglichkeiten in der Praxis der Energiewirtschaft informieren. Wer sich für diese Technologie interessiert, weitere Informationen möchte und eventuell im eigenen Unternehmen einsetzen möchte, kann sich gerne bei mir per Email melden. Nutzen Sie diese Chance für ein unverbindliches Beratungsgespräch und zur Beantwortung Ihrer Fragen.

 

Über den Autor

Andreas Kühl

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