Heizung

Komfort steigern und Energie sparen mit programmierbaren Heizkörperthermostaten

SHK-Handwerker beim Austausch eines Thermostatventils, Quelle: co2online gGmbH/Alois Müller
SHK-Handwerker beim Austausch eines Thermostatventils, Quelle: co2online gGmbH/Alois Müller
SHK-Handwerker beim Austausch eines Thermostatventils, Quelle: co2online gGmbH/Alois Müller
SHK-Handwerker beim Austausch eines Thermostatventils, Quelle: co2online gGmbH/Alois Müller

Über Thermostatventile hatte ich schon viel geschrieben, wie lässt sich Energie einsparen und wie kann man sie in die Gebäudeautomation integrieren, um nur Beispiele aus der jüngeren Zeit zu nennen. Jetzt hat sich das Öko-Institut zu den Vergabekriterien für das Umweltzeichen „Der Blaue Engel“ ausführlich geäußert. Interessant wären aber auch die praktischen Erfahrungen, wer kann hier was dazu beisteuern?

Wer sich zu Beginn der Heizsaison mit programmierbaren Heizkörperthermostaten eindeckt, kann mindestens zehn Prozent der Energie, die für Raumheizung nötig ist, einsparen. Das ist ein zentrales Ergebnis einer aktuellen Untersuchung des  Öko-Instituts zu programmierbaren Heizkörperthermostaten. Der Austausch der manuellen Regler gegen solche automatischen Geräte bietet gerade im Mietwohnbereich die Möglichkeit, die Räume zur richtigen Zeit zu wärmen und in Zeiten typischer Abwesenheit kühler zu halten.

„Die Bereitstellung von Raumwärme ist in privaten Haushalten für rund 70 Prozent des Endenergieverbrauchs verantwortlich“, erklärt Jens Gröger, Projektleiter und wissenschaftlicher Mitarbeiter am Öko-Institut. „Eine Einsparung in diesem Bereich führt daher zu erheblichen Reduktionen an CO2-Emissionen. In einer Drei-Zimmer-Wohnung im unsanierten Altbau lassen sich mit programmierbaren Heizkörperthermostaten leicht 700 Kilogramm Kohlendioxid pro Jahr einsparen. Und das bei gleichzeitig steigendem Komfort.“

Energiesparmöglichkeit für Mieter

Im Regelfall haben Bewohner von Mietwohnungen keinen Einfluss auf die zentrale Heizungssteuerung. Hier können programmierbare Heizkörperthermostate helfen. Denn mit ihnen haben Mieter die Möglichkeit, mit geringen Investitionen und ohne großen Montageaufwand die Temperatur innerhalb ihrer eigenen vier Wände ihren individuellen Bedürfnissen anzupassen. Jeder Raum kann komfortabel mit einer exakten Temperatur und einem einstellbaren Zeitplan geregelt werden.

Die Anschaffungskosten eines programmierbaren Heizkörperthermostaten liegen zwischen 30 und 70 Euro pro Gerät. In Wohnungen mit schlechter Dämmung werden die Anschaffungskosten bereits nach zwei Monaten durch die eingesparten Energiekosten gedeckt. Und selbst in vergleichsweise effizienten Neubauten nach der Energieeinsparverordnung 2009 reicht eine einzige Heizperiode aus, um die Ausgaben wieder einzusparen. Ist diese Amortisationszeit vorbei, helfen die elektronischen Regler dabei, die Heizkosten nachhaltig zu senken.

Wochenenderkennung bei präziser Temperatursteuerung

In der PROSA-Studie „Programmierbare Heizkörperthermostate“ entwickelten die Expertinnen und Experten des Öko-Instituts Kriterien, die programmierbare Heizkörperthermostate erfüllen müssen, um das Umweltzeichen „Der Blaue Engel“ zu erhalten. Eine wesentliche zu erfüllende Eigenschaft ist, unterschiedliche Sollwerte für die Raumtemperatur an Wochenenden und Werktagen einstellen zu können. Weiteres Kriterium für den Erhalt des Blauen Engels ist eine präzise Temperatursteuerung mit einer Abweichung von maximal 1,4 Grad Kelvin. Darüber hinaus sollten die Batterien, die für den Betrieb der Thermostate erforderlich sind, mindestens zwei Jahre laufen.

PROSA – Methode für die Kriterienentwicklung für Umweltkennzeichnung

Für die Ableitung von Vergabekriterien für das Umweltzeichen „Der Blaue Engel“ prüft das Öko-Institut gemäß ISO 14024, welche Umweltauswirkungen für die potenzielle Vergabe eines Klimaschutz-Umweltzeichens relevant sind. Neben dem Energieverbrauch und dem Treibhausgasausstoß werden weitere wichtige Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekte analysiert wie die umweltgerechte Produktion, die Schadstofffreiheit, der Gesundheits- und Arbeitsschutz, die Reparaturfreundlichkeit oder die Recyclingfähigkeit.

Grundlage für die Kriterienentwicklung ist jeweils eine Nachhaltigkeitsanalyse mit der vom Öko-Institut entwickelten Methode PROSA (Product Sustainability Assessment). Ausgehend von einer Marktanalyse beinhaltet PROSA eine vereinfachte Ökobilanz an repräsentativen Produkten, die Berechnung typischer Lebenszykluskosten und eine Nutzenanalyse der Produktgruppe. Entlang des Produktlebensweges werden Nachhaltigkeitsaspekte untersucht, die besonderen Hot-Spots des Produktes identifiziert und daraus Vergabekriterien abgeleitet.

Weitere Informationen

Die Studie „PROSA Programmierbare Heizkörperthermostate“ des Öko-Instituts

Informationen zur Vergabegrundlage der Produktgruppe RAL-UZ 168 „Programmierbare Heizkörperthermostate“ des Blauen Engels

Informationen zum Blauen Engel mit dem Zusatz „Schützt das Klima“ und nachhaltigen Konsum auf der Website des Öko-Instituts

Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

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