Strompreise steigen, Quelle: Dieter Schütz / pixelio.de

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12 Kommentare

  1. Grundsätzliche Frage: Was ist das Problem? Steigende Strompreise sind gut, weil sie zum Energiesparen anhalten. Zu eben diesem Zweck hat man ja 1999 als einen Teil der „Ökosteuer“ eine Stromsteuer neu eingeführt, für die seit 2003 2.05 cent pro kWh zu zahlen sind. Die EEG-Umlage hilft weiter beim Stromsparen.

  2. Nun, Andy,
    ich habe Ihnen hier mal die _reellen_ Verläufe lt. Wikipedia-Tabelle visualisiert:

    http://i171.photobucket.com/albums/u304/wflamme/Strompreisentwicklungreel1998ltWikipedia.png

    Was man erkennen kann, ist ein starker Verfall der Gestehungskosten seit 1998 (Beginn der Liberalisierung) und in den darauffolgenden Jahren ein leichter Anstieg und eine Stabilisierung ab etwa 2009.

    Das pfeifen doch die Spatzen von den Publikationsdächern, daß die Marktöffnung, die Möglichkeit Erzeugerkapazitäten (endlich) disktriminierungsfrei europaweit zu vermarkten, zu einem relativen Überangebot an Erzeugungskapazitäten und einem raschen Preisverfall geführt hat. Schließlich wird man mit jeder Anlage eine möglichst hohe Auslastung anstreben, sofern die Selbstkosten nur gedeckt sind. Dh jede Anlage drängt dann mit ihren Grenzkosten in jeden erreichbaren Markt und die Folge dieser Grenzöffnung ist dann natürlich ein rascher Preisverfall.
    Und natürlich stellt sich bald ein neues Gleichgewicht ein, teuer produzierende Anlagen werden früher stillgelegt, Neubauten werden wg drohender Unrentabilität hinausgeschoben, die Preise ziehen allmählich wieder etwas an. Ein buchstäblich ruinöser Wettbewerbskampf kann schließlich nicht ewig andauern.

    Genau das war zu beobachten und ist an vielen Stellen qualifizierter nachzulesen, wenn man sich nur die Mühe einer kleinen Recherche macht.

    So, und welche tatsächlichen Kostentreiber können wir in der Gesamtentwicklung also beobachten? Umsatzsteuer, Stromsteuer und – mit besonders dynamischer Entwicklung in den letzten Jahren – das EEG.

    1. Der PV-Anteil trägt durch die immense Kostensenkung der letzten Jahre nun nicht mehr signifikant zur Steigerung der Umlage bei.

    2. Dazu übrigens noch eine Randbemerkung: Das die Energiekosten im reellen Verlauf über lange Zeit nicht signifikant angestiegen sind, liegt daran, dass Energie- und Rohstoffpreise zu den Hauptinflationstreibern gehören. Daraus folgt auch, dass die langfristige Reduktion der Energiepreise durch erneuerbare Energiequellen und die ebenfalls dadurch sinkende Rohstoffabhängigkeit die Inflation deutlich dämpfen werden, wogegen jedes Festhalten an fossilen Energiequellen das Gegenteil, nämlich eine weitere Steigerung der Inflationsrate zur Folge hat.

      1. „Der PV-Anteil trägt durch die immense Kostensenkung der letzten Jahre nun nicht mehr signifikant zur Steigerung der Umlage bei.“

        Da vermisse ich die zugehörige Rechnung (sehr).

        1. Da gibt es eine Untersuchung vom Prognos-Inatitut wie viel 1 GW PV-Zubau zur Erhöhung der Umlage beiträgt. Zu Anfang war die Einspeisevergütung noch viel höher als heute, wobei heute aber die Zubaumenge deutlich höher ist.

  3. http://i171.photobucket.com/albums/u304/wflamme/Strompreisentwicklungreel1998ltWikipedia.png

    @ Wolfgang,

    hallo, aber aus dem Link gehen nicht alle politisch gesteuerten Preisänderungen hervor.

    Wenn die Politik in diesem Jahr 2012, für die große Industrie beschlossen diese weiter bzw. umfangreicher von der EEG-Umlage zu befreihen, und diese bei der Industrie eingesparten Gelder auf den EEG-Haushaltsstrom umzulegen, dann muss man sich nicht wundern, das der EEG-Haushaltsstrom steigt, und der Industriestrompreis eher sinkt.

    Diese Regelung finde ich noch nicht einmal so tragisch. Nur wenn wir eine stabile Wirtschaft mit hoffentlich dadruch guter Beschäftigung erhalten, wird die Bevölkerung auch ein Einkommen haben, mit dem auch der jeweils aktuelle Haushaltsstrompreis bezahlt werden kann.

    Dennoch muss der Haushaltsstrompreis bezahlbar bleiben. Haushaltsstrom sollte für jeden preiswert zu beziehen sein…

    Aber wie? Was ist bezahlbar, was preiswert, oder ist es bald nur überwiegend im Sommer bei Sonnenschein sehr günstig, oder wenn der Wind stark weht?

    Wann ist der Benzinpreis günstig/preiswert, wann ist dieser nicht mehr „bezahlbar“?

    Die Frage(n) stehen natürlich im Raum, wie und wo geht die Reise hin, möglichst volkswirtschaftlich kosteneffiziente Energie für alle?

    Ich glaube, das es künftig deutlich günstiger wird, seinen eigenen Strom selber zu nutzen. Genau so wie die Regenwassernutzung z.B. im Garten.

    Auf Regenwasser muss man i.d.R. keine Steuern bezahlen, für selbst genutzen Strom z.B. von einer PV-Anlage vom eigenen Dach ebenfalls nicht.

    Blos wenn immer weniger Strom aus den öffentlichen Netz eingekauft wird, dann werden dort auch weniger Steuern bezahlt, die Betriebskosten für das Stromnetz bleiben aber praktisch die gleichen, die dann stromumsatzmäßig auf weniger zahlende Kunden umgelegt müssten.

    Wenn das so weiter geht, wird das Energienetz in 20-50 Jahren anders aussehen als heute, und wird wohl währenddessen von vielen Parametern und technischen Entwicklungen abhängen.

    Einige fahren doch schon fast Benzin/-und stromsteuerfrei bzw. stromsteuerreduziert mit den Elektroauto durch die Gegend, wobei man dieses sicherlich auch immer wieder mal auflädt, wenn die PV-Anlage abends oder nachts wenig bzw. kein Strom dafür beisteuert.

    Das E-Auto wird wohl möglich irgendwann günstiger werden, vor allem wenn der private Eigenstrom günstiger durch günstigere (PV)-Anlagen preiswerter wird, das E-Auto günstiger wird, und die Benzinpreise steigen sollten.