Brennstoffzelle

Inbetriebnahme eines Brennstoffzellenheizgerätes an der Konrad-Duden-Schule in Mannheim

In Mannheim wurde vergangene Woche ein Brennstoffzellenheizgerät an der Konrad-Duden-Schule im Rahmen des CALLUX-Projektes von baden-Württembergs Umweltministerin Tanja Gönner in Betrieb genommen. „Ein innovatives und umweltfreundliches Leuchtturmprojekt“, freute sich die Ministerin. „Brennstoffzellensysteme für die Hausenergieversorgung stellen effizient und emissionsarm Strom und gleichzeitig Wärme zur Verfügung“. Gemeinsam mit der MVV Mannheim sowie anderen Energieversorgern und Heizgeräteherstellern sowie dem Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoffforschung umfasse CALLUX ein Konsortium aus ganz Deutschland. Koordiniert werde CALLUX von der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW).

„Die Brennstoffzelle könnte den Weg in ein neues Zeitalter einer umweltfreundlichen und schadstoffarmen Energieversorgung ebnen. Bislang steht die neue Technologie allerdings nur in einzelnen Nischenbereichen vor der Marktreife“, erklärte Umweltministerin Gönner. Trotz der Fortschritte in der technischen Entwicklung gebe es weiterhin einen erheblichen Forschungsbedarf. „Es braucht einen langen Atem“, so Gönner. Das Land werde deshalb auch künftig die Brennstoffzellenforschung unterstützen. „Baden-Württemberg ist europaweit ein Zentrum für diese in der Zukunft weiter an Bedeutung gewinnende Technologie. Wir wollen dieser Spitzenposition auch künftig gerecht werden.“

Das Land habe insgesamt drei Millionen Euro in das Forschungspaket ‚Herausforderung Brennstoffzelle‘ investiert, erläuterte Gönner. Zwölf Einzelprojekte würden damit unterstützt. „Bis Ende 2009 werden Ergebnisse erwartet.“ Im Frühjahr 2009 werde die landesweit erste öffentliche Wasserstofftankstelle beim Flughafen Stuttgart ihren Betrieb aufnehmen. Die Tankstelle bilde einen Knotenpunkt in dem geplanten deutschlandweiten Wasserstoffvertriebsnetz, dem ‚Hydrogen Highway‘. 800.000 Euro habe die Landesstiftung Baden-Württemberg dafür bereitgestellt. „Mit dem Aufbau einer Infrastruktur wird die Praxisanwendung im mobilen Bereich erleichtert“, so Gönner.

Defizite sieht Umweltministerin Gönner vor allem in einer breiteren Markteinführung der Brennstoffzellentechnik. „Es mangelt an Initiativen, die Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung dann auch aufzugreifen und in die praktische Anwendung zu bringen.“ Die Industrie sei aufgerufen, die weitreichenden Möglichkeiten der Brennstoffzelle für die Energieversorgung von Morgen noch besser zu nutzen. Deshalb will das Umweltministerium die Kooperation der beteiligten Entwickler, Komponentenhersteller und Anwender verbessern. Die Zusammenarbeit von Heizgeräteherstellern, Energieversorgern und wissenschaftlichen Institutionen werde entscheidend die Marktvorbereitung für Brennstoffzellen-Heizgeräte vorantreiben. Ziel von CALLUX sei, die industrielle Basis für stationäre Brennstoffzellen in Deutschland zu stärken und auszubauen, um die Kosten zu senken und die Zuverlässigkeit und Betriebssicherheit dieser kleinen Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen für Ein- und Mehrfamilienhäuser zu verbessern.

Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

Ein Kommentar

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  • Ausgerechnet die MVV säckelt wieder mal die „Forschungsgelder“ ab. Warum kriegen nicht die Mittelständler diese Gelder?

    Die MVV plant ein Kohlekraftwerk Block 9 in Mannheim. Da würde so viel Wärme anfallen die genutzt werden könnte wenn man nur wollte. Tatsache ist, daß nur ein kleiner Teil der momentan anfallenden Wärme in das Nahwärmenetz eingespeist wird. Das wird die MVV auch nicht ändern.

    Deshalb brauchen wir Fördergelder an die richtige Stelle.

    http://www.nein-zu-block9.de

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