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Wie können Hausbesitzer auf steigende Öl- und Gaspreise reagieren?

Energiepreise kennen derzeit nur eine Richtung: nach oben. Egal ob Benzin, Diesel, Heizöl oder Erdgas. Zahlreiche Energieversorger haben für die nächsten Wochen zum Teil massive Preiserhöhungen angekündigt. Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena) empfiehlt privaten Hausbesitzern, jetzt aktiv zu werden und die Sanierungsmöglichkeiten an ihrem Haus zu prüfen. Denn unsanierte Gebäude benötigen rund dreimal so viel Energie wie ein vergleichbarer Neubau. Energieeinsparende Maßnahmen entlasten also langfristig die Haushaltskasse. Und: Der Staat gibt aus verschiedenen Förderprogrammen Zuschüsse. Die dena rät zu einer Sanierung auf höchstem energetischen Niveau. Damit wird die Energiebilanz des Hauses doppelt so gut wie die eines vergleichbaren Neubaus. Das dena-Modellvorhaben „Niedrigenergiehaus im Bestand“ zeigt anhand von bundesweit 250 sanierten Häusern, dass sich diese Investition langfristig lohnt. Zumindest sollte aber so saniert werden, dass die Energiebilanz anschließend der eines Neubaus entspricht. Für welche Variante sich Sanierer auch entscheiden – vorab gilt es eine Reihe offener Fragen zu klären. Antworten darauf liefert die dena im Folgenden:

1. Wann lohnt es sich, ein älteres Haus energetisch zu sanieren und wie geht man vor?

Eine energetische Sanierung lohnt sich – besonders, wenn sowieso Modernisierungsarbeiten anstehen. Einen ersten Überblick über technisch und wirtschaftlich sinnvolle Maßnahmen bietet der Energieausweis für Gebäude. Er sollte von einem Fachmann nach einer Begehung des Hauses ausgestellt werden. Empfehlenswert für Modernisierer ist ein Bedarfsausweis, bei dem der Fachmann die einzelnen Bestandteile des Hauses begutachtet, den energetischen Zustand des Hauses ermittelt und damit den durchschnittlichen Energiebedarf berechnet. Für die weitere Planung ist es sinnvoll, einen erfahrenen Architekten oder Ingenieur einzubinden.

2. Welche Maßnahmen beinhaltet eine energieeffiziente Sanierung?
Das A und O der energetischen Sanierung ist die Reduzierung des Energiebedarfs: Dach, Außenwände und Kellerdecke werden mit Dämmstoffen verstärkt, alte Fenster werden gegen neue mit Wärmeschutzverglasung ausgetauscht. So wird das Haus rundum abgedichtet und kostbare Heizenergie kann nicht nach außen entweichen. Eine moderne Lüftungsanlage sorgt für angenehme frische Luft und verhindert die Schimmelbildung. So ein runderneuertes Haus braucht nur noch eine kleine Heizungsanlage, die zum Beispiel auch mit Öl oder Gas betrieben werden kann und zumindest teilweise Erneuerbare Energien nutzen sollte.

3. Was kostet eine energieeffiziente Sanierung und wann rechnet sich das? Gibt es Zuschüsse?
Bei einem durchschnittlichen Einfamilienhaus aus dem Jahr 1970 belaufen sich die Kosten für eine energieeffiziente Sanierung, mit der das Haus anschließend die Energiebilanz eines vergleichbaren Neubaus aufweist, auf rund 43.000 Euro. Empfehlenswert ist jedoch eine hocheffiziente energetische Sanierung. Diese kostet rund 68.000 Euro und rechnet sich dank attraktiver Förderung. Der Staat gibt aus verschiedenen Förderprogrammen einen Zuschuss von insgesamt rund 18.000 Euro. Jährlich können mit dieser Sanierung mindestens 2.700 Euro Energiekosten eingespart werden*. Je nach Energiepreissteigerung kann sich die Sanierung in rund 14 Jahren rechnen. Anmeldungen für diese Förderung im dena-Modellvorhaben für Ein- und Zweifamilienhäuser sind noch bis Ende September 2008 möglich.

4. Kann man auch mit weniger Geld etwas machen?
Wer nicht die Möglichkeit hat, sein Haus umfassend energetisch zu sanieren, kann trotzdem aktiv werden. Auch Teilsanierungen wie Dämmung einzelner Gebäudeteile, Heizungserneuerung oder neue Wärmschutzfenster sind sinnvoll. Auch hier sollte von Anfang an ein Fachmann – beispielsweise ein Energieberater – einbezogen werden. Er kann sagen, welche Maßnahmen besonders dringend sind und einen Fahrplan für eine sinnvolle, schrittweise Sanierung erstellen. Kleinere Arbeiten wie Abdichten der Fenster und Türen oder das Anbringen von Thermostatventilen an Heizkörpern können selbst durchgeführt werden.

5. Besteht bei sehr dichten Häusern nicht die Gefahr der Schimmelbildung?

Zu einem sehr dichten Gebäude gehört eine Lüftungsanlage. Sie versorgt das Haus automatisch mit frischer Luft, ohne dass es zieht und kann auch Staub und Pollen herausfiltern. Oft werden Anlagen verwendet, bei denen die Wärme der ausströmenden Innenluft für die Vorerwärmung der einströmenden Frischluft genutzt wird – das spart wertvolle Energie. Wer möchte, kann natürlich zusätzlich die Fenster öffnen. Bei besonders niedrigen oder hohen Außentemperaturen sollten sie aber geschlossen bleiben, damit es drinnen im Winter schön warm und im Sommer kühl bleibt – die frische Luft kommt schließlich automatisch über die Lüftung ins Haus.

6. Wo kann man sich informieren, gibt es Beispiele in der Region?

Weiterführende Informationen, kompetente Ansprechpartner in der Region und beispielhaft sanierte Wohngebäude bietet die dena auf ihrer Internet-Seite www.zukunft-haus.info. Wer Praxisbeispiele vorzieht, kann am „Tag der Energiespar-Rekorde“ am 31. Mai 2008 bundesweit hocheffizient sanierte, energiesparende Häuser besichtigen – vom typischen Einfamilienhaus über Gründerzeitvillen, Plattenbauten bis hin zu und denkmalgeschützten Fachwerkhäusern. Bei Führungen erklären Bauherren und Architekten die wichtigsten Maßnahmen, anschließend können Tipps eingeholt werden. Weitere Informationen auf www.energiespar-rekorde.de.

Im Modellvorhaben „Niedrigenergiehaus im Bestand“ der Deutschen Energie-Agentur GmbH (dena) werden bundesweit bereits 250 Wohnhäuser hocheffizient energetisch saniert, rund 150 sind fertiggestellt. Im Schnitt senkt die Sanierung den jährlichen Energiebedarf um rund 85 Prozent. Mit übertragbaren, wirtschaftlich sinnvollen Sanierungsempfehlungen regen die Praxisbeispiele zur Nachahmung an und fördern den Wissenstransfer in der Region.

*Die Berechnungen der Heizkosten beruhen auf dem Heizölpreis von 0,72 Euro/ Liter Heizöl (Stand Januar 2008) und beziehen sich auf ein unsaniertes Einfamilienhaus mit 150 Quadratmetern Wohnfläche, Baujahr 1970, und einen 4-Personen-Haushalt. Es wird ein Verbrauch von 4.500 Litern Heizöl pro Jahr angenommen.

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Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

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  • Passt zum Gesamtthema „hydraulischer Abgleich“. Ich vermute mal, der Anteil der berechtigten Aussteller, der schon mal etwas davon gehört hat, bewegt sich im Promillebereich. Ein richtiger hydraulischer Abgleich (der zunächst mal sehr selten anzutreffen ist) spart aber jede Menge Strom (Pumpenenergie) und Heizenergie.

  • Die Spitze der Gaspreiserhöhungen scheint erstmal erreicht worden zu sein. (nachzulesen unter http://www.clever-gas.de) grund hierfür sind die fallenden Rohölpreise. Jedoch kann es mit Sicherheit nicht schaden auf Energiesparkonzeopte zu setzen. Da langfristig gesehen die Rohstoffpreise wohl wieder steigen werden :o(

  • Wenn man mit Öl heizt und auf Gas umsteigen möchte ist das eine Alternative. Was nur viele nicht berücksichtigen ist, dass man das Geld für die Umrüstung auch erst einmal haben muss.

  • @Motoröl:
    Aus Kostengründen wird sich der Umstieg nicht lohnen, es sei denn es wird zusätzlich eine thermische Solaranlage eingebaut.

    @Karsten:
    das sehe ich auch so

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