Tag: energiepolitik

Energieeffizienz für 3 Tage im Mittelpunkt des Interesses

Wer über die Energiewende redet, spricht meist nur von dem Ausbau erneuerbarer Energien als Ersatz für fossile und atomare Kraftwerke. Eine wesentliche Säule der Energiewende kommt in öffentlichen Diskussionen viel zu kurz – die effiziente Energienutzung. Die heute gestarteten Berliner Energietage drehen den Spieß rum und stellen unter dem Motto “Energieeffizienz in Deutschland” die Energieeffizienz in den Mittelpunkt. Auf der größten Tagung in Deutschland zum Thema Energie sind 7.800 Menschen zusammen gekommen, um in 45 Einzelveranstaltungen sich über Projekte und Technologien zu informieren und auszutauschen. Es war bisher schon immer eng im Berliner Ludwig-Erhard-Haus in Charlottenburg, aber so langsam kommt man an diesem Veranstaltungsort an die Grenzen. Zur Eröffnung musste man im Atrium die Sonnenbrille aufsetzen, um etwas sehen zu können und die Ausstellungsfläche scheint auf den letzten Meter ausgebucht zu sein. In der Eröffnung verwies der Organisator Jürgen Pöschk darauf, dass Energieeffizienz kein reines Technikthema sei und , dass die Energiewende in den Mühlen des Alltags sich in der Diskussion von Partikularinteressen verliere. Der Berliner Senator für Stadtentwicklung und Umwelt, Michael Müller, betonte die Berliner Ziele im Klimaschutz. Als Modellstadt für KWK möchte Berlin weiter eine Vorreiterrolle übernehmen und bis 2050 eine klimaneutrale Stadt werden. Diese Maßnahmen, um die angestrebten Ziele zu erreichen, müssen aber auch soziale Aspekte berücksichtigen und die Energiewende gerecht gestaltet werden. weiterlesen ›

Auf welchem Weg ist die Energepolitik in Europa?

Der einfachste Preisrechner für Solarstrom

Heute morgen hat EU-Energiekommissar Günther Öttinger in Brüssel den Fahrplan für die Energiepolitik in Europa für 2050 vorgestellt. Nach den Zielen für das Jahr 2020 mit 20% mehr Energieeffizienz, 20% mehr Erneuerbare Energien und 20% weniger CO2-Emissionen, sollten frühzeitig neue Ziele für das Jahr 2050 festgelegt werden, um Investoren Planungssicherheit zu geben. Es ist noch gar nicht klar, ob die Ziele für 2020 erreicht werden können, schon sollen neue Ziele für 2050 mit einem Zwischenschritt 2030 gemacht werden. Bis zur Mitte des Jahrhunderts sollen die CO2-Emissionen um über 80% reduziert werden, Öttinger spricht gar von einer Dekarbonisierung der Energiewirtschaft. Um diese Ziele zu erreichen, müssen die Energieeffizienz weiter erhöht, der Anteil Erneuerbarer Energien weiter gesteigert und die Netze aus gebaut werden. Damit muss schnell angefangen werden, sonst werden die Kosten immer höher. Kohle und Gas, in Verbindung mit CCS, sollen ebenfalls weiter Bestandteil der Stromerzeugung bleiben. Und Kernenergie? Die hat er mit keinem Wort erwähnt, auch in der offiziellen Pressemitteilung ist nur die Rede davon, dass sie Bestandteil der verschiedenen Szenarien ist. In welchem Maße die Kernenergie nach Öttingers Plänen zur Stromproduktion in Europa beitragen soll, dazu äußert er sich nicht. Dies soll erst in der genauen Festlegung 2013 erfolgen. Da der Verkehrssektor bis 2020 nicht mehr als 10% an der Minderung der CO2-Emissionen und dem Anteil Erneuerbarer Energien beitragen wird, muss die Stromproduktion einen höheren Anteil erreichen, um das Gesamtziel der EU bis 2020 zu erreichen – das wäre in der Stromproduktion ein Anteil von 35% erneuerbare Energien in der gesamten EU. Um das Ziel von 30% Erneuerbare Energien bis 2030 zu erreichen, müsste die Stromproduktion im Jahr 2030 einen Anteil von 50% Erneuerbarer Energien aufweisen. weiterlesen ›

Ein Ausstieg benötigt auch einen Einstieg

Nach dem groß angekündigten und revolutionären Energiekonzept vom vergangenen Herbst, das nicht wirklich etwas verändert hat, hat die schwarz-gelbe Bundesregierung nun eine richtige Revolution und Umwälzung beschlossen. Bis 2022 sollen nun die meisten deutschen Atomkraftwerke abgeschaltet werden, damit ist nun (vorerst) der Ausstieg aus der Atomkraft beschlossene Sache. Details zum Ablauf gibt es bei der Tagesschau oder bei der FAZ mit einem genauen Ablauf der Entscheidungsfindung. Damit möchte ich mich aber gar nicht aufhalten, ich interessiere mich mehr für das was danach kommt. Wer aus etwas aussteigen möchte, muss wissen wo  er einsteigen möchte. Diesen Punkt vermisse ich in den Nachrichten des heutigen Tages. Weder das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie noch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit informieren über die wesentliche Entscheidung in der Energiepolitik.  Und die Bundesregierung informiert nur über den Weg zum Ausstieg. Und die Medien? Das ZDF berichtet in seiner Sendung “Was nun? Atomkraft” sehr einseitig und auch nicht gerade neutral über erneuerbare Energien. Solche Berichte und negative Darstellungen helfen nicht gerade Vertrauen aufzubauen in eine erneuerbare Zukunft. So wird fraglich ob es beim Ausstieg bleibt, denn ein Ausstieg braucht immer auch einen Einstieg. Dass ein Einstieg möglich ist, zeige ich immer wieder in diesem Blog.

Energiewende anders betrachtet

Heute konnte ich im Tagesspiegel einen wunderbares Essay zur Energiepolitik der USA, angesichts der Ölpest im Golf von Mexiko. Wir Deutsche wundern uns ja oft über die Energiepolitik der USA und über eine klimapolitische Ignoranz der Regierung. Auch bei der Explosion der Bohrinsel (da fällt einem spontan der Ausspruch von Sarah Palin “Drill Baby Drill” ein) und dem seit mehreren Tagen auslaufenden Bohrloch sieht man keine Änderung in der Energiepolitik der USA – im Gegenteil das Unglück verzögert die Verabschiedung eines neuen Energiegesetzes im Kongress. Wir Deutsche denken, da müsste man doch jetzt erst recht aktiv werden und für eine neue Energiepolitik sorgen. Aber diese Sichtweise haben die Amerikaner nun einmal nicht, sie denken da völlig anders.

Das heißt aber nicht, dass es in den USA keine Energiewende geben wird, und gerade das finde ich faszinierend und sollten wir uns auch einmal anschauen. Staatliche Unterstützung für Energieeffizienz und erneuerbare Energien gibt es in den USA nur für die Forschung, nicht für den Betrieb. Eine Einspeisevergütung und Zielvorgaben für den Stromanteil von erneuerbaren Energien gibt es nur lokal in einzelnen Regionen oder Bundesstaaten. Aber dennoch stehen die USA vor einer Energiewende, die Windenergie-Branche boomt als derzeit weltgrößten Markt und auch die Photovoltaik-Branche weist große Wachstumsraten auf als – gefühlt -weltgrößtem Markt. Einige Beispiele listet der Artikel auf.

Die Sichtweise auf die neue Energiepolitik ist völlig anders in weiten Teilen der USA. Erneuerbare Energien werden nicht oder nur selten als Mittel für Klimaschutz betrachtet, wie hier in Deutschland, sondern mehr als Wirtschaftszweig Cleantech oder Greentech mit rosigen Zukunftsaussichten, der viele Arbeitsplätze schafft. Und dies  zu einer Zeit der Wirtschaftskrise, in der viele Arbeitsplätze abgebaut und Firmen geschlossen werden.

Überraschenderweise sieht die deutsche Politik und Wirtschaft das völlig anders, sie beharrt – aus Angst vor der Krise – auf der bestehenden Energiewirtschaft wirkt ängstlich vor der neuen Cleantech-Branche. Man liest kaum etwas über große Firmen, die ihren Strombedarf mit erneuerbaren Energien bedecken  – vielleicht fällt es auch nicht mehr auf. Ich sehe aber weder in der Politik, noch in der deutschen Wirtschaft einen Ansatz, die Energiewende als wirtschaftlichen Chance zu betrachten – obwohl es doch heute kaum eine Branche mit solch positiven Zukunftaussichten gibt.

Sehe ich das falsch oder haben Sie, lieber Leser oder liebe Leserin, eine andere Meinung?

Mehr energiepolitische Beiträge oder mehr Fachthemen?

Eigentlich wollte ich mich hier viel mit fachlichen Themen befassen, informieren und Beispiele bringen. Im Wahlkampf habe ich begonnen die politischen Themen auszubauen, die auch sehr gefragt waren. Jetzt nach der Wahl müsste eigentlich der politische Druck verstärkt werden, denn es geht darum ob Deutschland einen Rückschritt in der  Energiepolitik macht oder ob es weiter voran geht. In vielen anderen Ländern wird eine Einspeisevergütung eingeführt, was passiert in Deutschland, werden wir uns auf die Verschiebung der Energie-Altlasten (CO2 und radioaktiver Abfall) auf übermorgen einstellen müssen? Diese und viele weitere Fragen stehen künftig an.

Daher möchte ich meine Leser fragen, worauf soll ich mich künftig konzentrieren? Bitte alle Leser fleißig abstimmen und/ oder Kommentare schreiben!

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