5 Gründe warum die Diskussion über Wärmedämmung blanker Populismus ist

Gebäudesanierung
Sanierung eines Wohnhauses, Foto: Hans-2, pixabay.com

Spätestens mit dem Beitrag in der heute-show vom letzten Freitag, Ausgabe 14.11.2014, ist die Diskussion um Wärmedämmung der reinste Populismus. Die Debatte war in den Publikumsmedien ohnehin schon immer sehr populistisch geführt, sachliche Diskussionen waren oder sind fast nur in Fachmedien zu finden. Das Schüren von Ängsten lockt nun mal immer besonders viele Leser an. Dagegen sind abwägende und sachliche Argumente einfach zu langweilig.

Mit Angst gegen Wärmedämmung

Hier sind meine fünf Punkte, die zeigen wie populistisch argumentiert wird und wie Angst verbreitet wird zum Thema Wärmedämmung. Das Verbreiten von Angst ist nicht besser, als diejenigen die kritisiert werden. Eine notwendige differenzierte Betrachtung ist hingegen wohl viel zu umständlich oder was soll damit erreicht werden?

1. Wärmedämmung bringt nichts

Zu behaupten der Energieverbrauch ändere sich durch Dämmung nicht oder steigt gar an, an welchem Bauteil auch immer, ist genauso falsch wie das Versprechen einer unrealistisch hohen Einsparung. Es gibt für beides Beispiele aus der Praxis, für hohe Einsparungen und für kurzzeitig höheren Energieverbrauch.

2. Wärmedämmung rechnet sich nicht

Wärmedämmung, gemeint ist in der Regel die Fassadendämmung, ist viel zu teuer und rechnet sich nie. Bei teurer Badkeramik und Wellness-Bäder fragt kein Mensch nach der Amortisationszeit. Aber eine höhere Oberflächentemperatur auf der Innenseite der Außenwände kann genauso zum Wohlbefinden beitragen wie ein luxuriöses Badezimmer. Daher hat man schon einen sofortigen Gewinn im Komfort.

3. Wärmedämmung brennt

Kaum zündet man sich im Haus eine Kerze an, brennt die Fassade. Ja ne, is klar. Aber selbst Styropor, auf der Außenseite der Gebäude, ist schwer entflammbar und brennt nicht mal einfach so. Dazu gehört schon mehr als ein Feuerzeug, das zeigen die Bilder des Brandversuchs nicht. Nur wenn es erst mal brennt, dann brennt es aber schnell lichterloh. Es ist aber niemand gezwungen Polystryrol zu verwenden, es gibt auch nicht brennbare Dämmstoffe, die man verwenden könnte – sie sind teurer, aber Sicherheit gibt es leider nicht umsonst.

4. Wärmedämmung macht krank

Wärmedämmung ist giftig und wir werden alle davon krank. Die Dämmung befindet sich aber außen auf der Fassade, eingepackt in eine Putzschicht. Und nach dem Einzug wird erst einmal Laminat vom Baumarkt verlegt, dann kommen die Möbel vom nächsten Möbel-Discounter dazu. Zuerst sollten wir doch mal sehen welche giftigen Ausdünstungen es innerhalb des Wohnraums gibt, wo wir uns aufhalten, bevor wir nach außen gehen und uns dort über Gifte Sorgen machen.

5. Wärmedämmung ist Sondermüll

Wir packen uns Haus in Sondermüll ein, wie soll das alles entsorgt werden? Eine gute Frage, die man durchaus stellen kann. Aber warum stellen wir diese Frage uns nicht bei allen anderen Materialien am Bau und bei allen anderen Materialien, die wir Tag für Tag einkaufen? Da scheint es keinen mehr zu interessieren.

Populismus ist attraktiver für Medien als differenzierte Betrachtung

Es gibt noch mehr solcher Beispiele. Bei der Angst zu Ersticken durch Dämmung steht auch das Gefühl dahinter, die Wände würden atmen. Dass die Luftdichtigkeit vor allem durch die neuen, dichten Fenster hergestellt wird, scheint hingegen kein so großes Problem zu sein.

Eine differenzierte Betrachtung lässt sich nur schwer vermitteln in Publikumsmedien, populistische Aussagen hingegen schon. Daher ist eine Differenzierung bei einzelnen Objekten notwendig, diese lässt sich vermutlich nur schwer in Verordnungen und in Förder-Richtlinien umsetzen.

Was mir noch auffällt, kein einziger der Kritiker zeigt Alternativen auf. Konstruktiv wäre eine maßvolle Stärke der Wärmedämmung auf der Fassade und diese in nicht brennbarer Ausführung. Ansonsten scheinen die Heizkosten nicht hoch genug zu sein. Momentan sinken die Öl- und Gaspreise wieder, so dass die Diskussion bestimmt nicht so schnell abreißen wird.

Habt Ihr eine Idee für einen Ausweg?

Über Andreas Kühl

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27 Antworten auf 5 Gründe warum die Diskussion über Wärmedämmung blanker Populismus ist

  1. Die Klimafolgen des Energieverbrauchs von Gebäuden werden meist nicht in die Kalkulation einbezogen. Wir sollten ein Verbot von Styropor fordern und eine zwingende Qualitätskontrolle. Pflanzenbewuchs auf der Fassade ist auch nicht schädlicher als Pflanzen auf einer Felswand. Die Idee die Fassade zu heizen nur um Bewuchs zu verhindern finde ich richtig unsinnig. Anti-Fouling-Farben sind aber auch nicht gut. Vielleicht wäre eine Efeu-Bepflanzung eine Möglichkeit, aber sicher nicht für alle Hausbesitzer.

  2. Die Heute-Show wirkt erst entlarvend, wenn der Kritisierte nicht richtig mit der Kritik umgeht. Also: Transparenz schaffen, Zahlen rausholen, dem Lobbyvorwurf entgegen treten, wie giftig sind Materialien IM VERGLEICH wirklich, was hat der bisherige aufwand gebracht u dann, wie Du das an ein oder zwei Stellen gemacht hast, dem Vorwurf sachlich entgegen kommen…mit echten Eingeständnissen die aber auch das Dilemma aufzeigen.
    Wenn ihr es ehrlich ernst meint, sind offene Karten und Arme die beste Antwort.

  3. Für einen großen Teil der Menschen sind natürlich Argumente willkommen, warum sie etwas nicht tun sollen.
    Man braucht ja auch nicht mit dem Rauchen aufhören, weil es ja Menschen gibt, die als Kettenraucher ein hohes Alter erreicht haben.
    So macht man sich halt die Welt, wie man sie braucht.

  4. Wir haben zu dem Thema die Menschen befragt, die ihr Haus dämmen ließen und siehe da: Fast alle Eigentümer oder Mieter sind von der Wärmedämmung überzeugt, weil Sie – je nach vorheriger Bausubstanz und ergriffener Maßnahme eben doch zwischen 35 und 50 % Einsparung bringt und in Verbindung mit weiteren Energetischen Baumaßnahmen durchaus bis zum Passivhausstandard führen kann: http://www.mehr-als-rauputz.de/kundenstimmen
    Daneben sind gedämmte Gebäude wohnbehaglicher und schützen sogar vor Schimmelbildung, weil es nicht mehr zu den feuchten Stellen kommt. Als Mitarbeiter des Stuckateurverbandes bin ich natürlich nicht neutral, muss aber auf jeden Fall darauf hinweisen, dass qualifizierte Fachbetriebe der Stuckateur-Innung diejenigen sind, die dieses Metier mit technischem Wissen und handwerklichem Geschick beherrschen.

  5. „Dazu gehört schon mehr als ein Feuerzeug, das zeigen die Bilder des Brandversuchs nicht.“

    Dann hätte dieses Haus (auf Rainer klicken !) ja total und unvermeidbar abbrennen müssen !

    Wie die Bilder (danach) zeigen, wurde nur der Dämmbereich total zerstört, welcher dem sehr intensiven Brandherd direkt zugewandt war. Praktisch alle Nebengebäude wurden in sehr kurzer Zeit durch den selben (zentralen) Brandherd ebenfalls in Brand gesetzt und in sehr kurzer Zeit größtenteils total vernichtet.

    Nach den Märchen, das einmal entzündete „Styropor“ (unter der üblichen dünnen Putzschicht) würde sofort auf alle benachbarte Flächen übergreifen, hätte in diesem Fall unweigerlich die gesamte Fassade „unlöschbar“ in Brand geraden müssen. Dies war keinesfalls geschehen, wie die danach von mir aufgenommen Bilder eindeutig zeigen.

    Zu den anderen „Anklagepunkten“ – mein eigenes Haus ist seit Jahren gedämmt – ohne eine solche Maßnahme wäre mein el. Heizung unbezahlbar. Die Wandoberflächen (außen) sinken so niemals unter 18°C bzw. liegen meist deutlich darüber. So verstärke ich die aus Ende der siebziger Jahre stammende Dämmung (Mineralfasern hinter vorgehängter belüfteter Fassade) inzwischen weiter. Das Dach erhielt eine durchgehende 120mm PUR-Dämmung, was das Klima im Dachgeschoss (die Zwischensparrendämmung wurde beibehalten) erheblich verbesserte usw. usf.

    Klar, mit dem sinkenden „Transmissionswärmebedarf“ steigt der Wert des „Lüftungswärmebedarf“ nominell an. Doch das ist der Relativwert und die Bilanz beider Werte ist eine deutliche Verringerung des Energiebedarfs. Nicht jeder scheint das zu begreifen. Was auch unbeachtet bleibt ist der teilweise erhebliche „Reboundeffekt“ den eine Wärmedämmung für viele Bewohner eines nunmehr gedämmten Hauses hat.

    War „man“ vorher (im ungedämmten Zustand) sehr „bewusst“ sparsam mit dem Heizen umgegangen, glaubt ein Teil der „Benutzer“ nun durchaus und überall, höhere Raumtemperaturen sein „problemlos“, weil ja nun eine wunderbare Dämmung vorhanden sei. Leider führt ein solches Verhalten zu einer scheinbar nicht vorhandenen Spareffekt – gelegentlich ist der Verbrauch danach sogar höher als zuvor. Das dies am eigenen geänderten Verhalten liegt, ist Laien nur schwer vermittelbar.

    Wer allerdings jegliche Dämmeigenschaft verneint, mag sich fragen für was die Dämmung seines Kühlschranks wohl dienen mag. „Kühlschränke“ ohne jede Dämmung könnten so schön klein sein oder viel mehr „Innenraum“ bereitstellen…..

    1. Nur Herr Fischer kennt die Wahrheit? Da wäre ich sehr vorsichtig, Jürgen Eiselt. Er erfindet die Physik nicht neu, stellt nur eine Theorie auf, die auf einem obskuren Versuch beruht.

      Ich lasse mich gerne auf eine sachliche Diskussion ein. Viele der Kritikpunkte sind durchaus begründet. Aber wenn man glaubt die Physik neu erfinden uz müssen, ohne Belege, dann macht eine Diskussion keinen Sinn.

      Herr Fischer ist übrigens ein Klimaskeptiker, für den gibt es keinen Klimawandel.

  6. Hallo Andreas,

    ein sehr guter Beitrag! Dein Argument zur Amortisationszeit hast du sehr gut auf den Punkt gebracht. Menschen Investieren in Sachen, die einen Wert für sie darstellen. Ein Porsche wird sich niemals amortisieren, dennoch wird bei einer solchen Investition eine Paybackzeit niemals zur Debatte stehen.

    Wenn der Klimaschutz zu einem wirklichen Wert oder einem höheren Ziel in der Gesellschaft wird, brauchen wir eine Diskussionen zur Amortisationszeit nicht mehr führen.

    Liebe Grüße! Martin

  7. Das Sonnenhaus, das mit passiv und aktiv solar den Heizenergiebedarf deckt, dabei mit einer vertretbaren Dämmung auskommt, die kein Pilzgift auf der Aussenseite braucht, ist der vernünftige Ausweg.

    1. Wenn sie das zahlen wollen

      Meines wissens immer noch wesentlich teurer als Passivhäuser (im Ein bis Zweifamilienhaus)
      Denke, das ist für Wohnsiedlungen eine sinnvollere „Variante“. Muss aber sehr sehr gut durchgeplant sein, kenne da beispiele, wo es nicht sonderlich gut klappt (Solarsiedlung mit sehr viel Solarthermie und großem Solarthermiespeicher).
      Bei Interesse am besten die Dänen Fragen, die machen das ganz ganz viel.

  8. Die Heizungsbetreiber von 1-2 Familienhäuser sind stark verunsichert beim Dämmstoff Polystyrol. Meldungen über akute Brandgefahren, ökologisch zweifelhafte Herstellung, giftige Zusätze in den Außenfarben, übertriebene Einsparquoten, zahlreiche Meldungen über Schimmelprobleme und die Erkenntnis, dass die alte Heizung zeitlich eher den Geist aufgibt sind die wichtigsten Gründe, von einer Außenwanddämmung mit Polystyrol abzusehen.

    Auch die Finanzierung ist bei einem Dämmstoff, der keinen materiellen Wiederverkaufswert hat, schiwerig.

    Es existieren mindestens 10 technisch ausgereifte und wirtschaftlich sinnvolle Alternativen zu Polystyrol. Jedes private 1-2 Fam. Gebäude kann nach einer individuellen Prüfung über ALLE Alternativen fast immer mit regenerativen Energien inkl. Heizungs-Kombinationen teilweise doppelte bis dreifache Energiemengen, Kosten und Schadstoffe einsparen.

    http://www.oekostromagentur.de/index.php?g=beispielprognosen-oelheizungen_ersetzen-4_personen_oel

    Warum fangen wir eigentlich bei der Diskussion „energetischen Sanierung im Bestand“ eigentlich von hinten an in der Energiekette Erzeugung-Wärmetransport–Verluste außerhalb der Wohnräume-Einspartechniken-Technik-Einsparparameter-Ventile-Verhalten der Bewohner-Verluste in den Wohnräumen?

    Warum werden Alternativen mit dem gewaltigen Einsparpotential (100% fossiler Energien bei Solarthermie oder Wärmepumpen) nicht so intensiv diskutiert wie dieser Teilbereich?

    In Verbindung mit Photovoltaik/Speicher auch noch 60% Aufwärts beim Strom? DIe Finanzierung steht meist auch ohne Förderungen – siehe Bausparkassen.

    Das diese Finazierungsmethoden (auch Crowdfounding) eine Einsparprognose über alle Alternativen wünschen, ist verständlich. Denn mit Technik zum Anfassen stellt im Gegensatz zu ökologisch bedenkenswerten Dämmstoffen eine Investition materieller Gegen-Werte da. Dies sichert eine Kreditzusage.

    Können wir wirklich die wirtschaftlich schlechtesten Methoden mit vielen negativen Nebenwirkungen weiter als die „einzige Maßnahme“ vertreten?

    Soll der Wohnungsinhaber tatsächlich 20 Jahre beten und bangen, dass die meist ebenso alte Heizungsanlage noch weitere Jahrzehnte nicht kaputt geht und friert, weil er kein Geld mehr hat?

    Und zuletzt: Energiewende heisst doch Schadstoffe durch fossile Energien einzusparen.

    Der Verband der Dämmindustrie schätzt die maximale Einsparquoten für fossile Brennstoffe auf maximal 25%. Das bedeutet: 75% fossile Brennstoffe werden weiterhin für Jahrzehnte (=Laufzeit eines Kredits) verbrannt.

    1. So viel zum wecken von falschen Versprechungen. Heizung mit PV + Speicher in einem ungedämmten Haus ist nur sehr schwer möglich, wenn überhaupt, und weit entfernt von Wirtschaftlichkeit. Das ist Humbug. Und wenn gepfuscht wird, kann der Speicher auch brennen (Lithium brennt wunderbar), oder man nimmt giftiges Blei. Das ist die Antwort auf die Frage warum diese Alternative nicht diskutiert wird: es geht nicht und es gibt noch immer kein funktionierendes Beispiel.

    2. “ Wieso wird der Heizungstausch nicht vom Staat unterstützt ? Wieso wird die Dämmung als EINZIGE Möglichkeit gesehen? Wieso fangen wir in der „Energiekette“ hinten an? “

      Wer behauptet das denn? An welcher Stelle steht das genau ? Wer fängt bei der „Energiekette“ hinten an?

      Was sind das denn für haltlose Aussagen hier?
      Bitte schauen sie mal, was alles so Unterstützt und disskutiert wird.

      ps: niemand wird zum Dämmen mit Polystyrol gezwungen. Es ist halt das billigste, deswegen nimmt es halt jeder her. Kennt man doch.

  9. Der Bezug, dass Heizung mit PV + Speicher nicht funktionieren soll, widerspricht der täglichen Praxis der Energiewendeunternehmen und den Kundenwünschen und vor allem der verbauten Alagen.
    Wenn eine Investition ansteht, dann entscheidet gegenüber dem bisherigen Energiekostenrechnungen, der Einsatz von technisch ausgereiften und wirtschaftlich sinnvollen Maßnahme über die besten Energieeinsparquoten.
    Zu unterstellen, Solarthermie oder Wärmepumpen wären nicht einsatzbereit – ich hätte mir an dieser Stelle mehr technische Kenntnisse von regenerativen Energiequellen gewünscht und bin völlig überrascht.

    Thema Brennen: jedes elektrische Geräüt kann brennen, beispielsweise eine Autobatterie. Bei Photovoltaikanlagen entstehen Brände meist durch falsch ausgelegte Wechselrichter oder kalte Lötstellen an den Hot-Spots der Module.

    Der Zusammenhang und eine logische Verbindung mit der Stromeinsparung/Speichern vom Strom für Pumpen/Heizstäben bei WP und Solarthermie und Dämmung entzieht sich meiner Logik.
    Diese Techniken werden immer noch in großen Stückzahlen verbaut – ich bin sprachlos, dass hier noch ein funktionierendes Beispiel gesucht wird und unterstellt wird, dass es sowas nicht geben soll. Anders kann ich die Aussage nicht verstehen.
    Kein Photovoltaikunternehmen verkauft mehr eine Anlage ohne Speicher. Es gibt namhafte Fimen mit mindestens drei verschiedene Speichertechniken. Brennstoffzellen sind noch gar nicht inbegriffen, die jetzt auch langsam im Kommen sind.
    Für jede der mindestens 10 alternativen Einspartechniken zu Außenwand_Volldämmung und Brennwerttechnik sind rechnerische Wirtschaftlichkeitsvergleiche und Einsparquote anhand des vorgegebenen Gebäudes und Verbraquchs berechenbar. Die QAuoten sind nunmal beim zwei- bis dreifachen, einfach weil für die Sonnenenergie (auch Wiind) nichts bezahlt werden muss und jede einzelne Dämmungsmaßnahme nur fossile Brennstoffe, aber keinen Strom einspart.
    Wenn bei vergleichbarer Investition eine wesentlich höhere Kaufkraft am Ende übrig bleibt und dazu noch eine Zukunftsinverstion getätigt wird, sind das einfach wirtschaftliche Argumente, die nicht wegzudiskutieren sind.
    Wie beschrieben: alles ist mit vorhandenen und installierten Techniken bereits heute tägliche Praxis, vor allen bei PV-Unternehmen.

    Zum Schluß: jedes Haus ist individuell. Jeder Heizungsbetreiber hat andere Wünsche. Jedes Haus hat andere energetische Grundlagen. Deshalb ist ein neutraler Vergleich aller Einspartechniken so wichtig. Und wenn die Entscheidung getroffen ist, dann kann der Sanierungswillige mit dem entsprechenden Energiefachunternehmen die geeignete Techniken und Materilien auswählen.
    Man darf aber niemals die Rechnung vom letzten Teil der energetischen Kette anfangen und überall erklären, dass dies alternativlos die beste Einspartechnik ist, obwohl eine Außenwanddämmung mit Polystyrol die wirtschaftlich schlechteste Alternative darstell.

    Deshalb darf auch niemals davon ausgegangen werden, dass eine Heizlast durch einen Austausch des Hauptenergieerzeugers die Gleiche bleibt.
    Dafür gibt es sogar Formeln, die jeder Energieberater für erneuerbare Energien kennt, und die in die Beratungssoftware einfliessen.

    1. Ich denke, dass sie sehr gut „in der Materie stecken“. Allerdings gelingt es ihnen hier nicht, das auch schön und verständlich zu formulieren.

      Tut mir leid. Versuchen sie es bitte nochmal, ich verliere dauernd den Faden und den Zusammenhang mit dem Dämmthema oben.

      1. Ich nehme das „ich denke, dass sie sehr gut in der Materie stecken“ zurück. Ich habe Teile ihre Website gelesen.

        Können sie mir bitte eine Referenz nennen, wo ein 4 Personen Haushalt eine Ölheizung durch Infrarot „Wellen“ (Strahlung!) Heizungen ersetzt hat, mit einer Gesamtleistung von 2,4 kW. Danke

        Ich denke, dass ist blanker Unsinn, den sie da auf ihrer Website verzapfen. Überzeugen sie mich bitte vom Gegenteil.

  10. #Hansi
    Personendaten, wo diese installiert sind darf ich aus Datenschutzgründen nicht nennen. Aber Sie können sich auf den Webseiten der deutschen Anbieter i.d.R. die Datenblätter ansehen. Für große Räume ca. 20 qm reichen 0,48 kWp pro Gerät. In kleineren 0,25. Es gibt Videolinks mit eindeutigen Beschreibungen der Marktführer Knebel, eco2heat oder aura-sun. Die beste Beschreibung steht im Video auf: http://infrarotheizungrein.de/ Die Messgeräte bestätigen die Angaben im Datenblatt. So sind 2,4 kWp mehr als realistisch. Rückmeldungen von den Kunden bestätigen sogar, dass wie berechnet der reale Verbrauch geringer ist, da die Angaben Nennleistungen sind.

    1. Datenschutzgründe, Datenschutzgründe. Also im Gewerblichen bereich wurde soetwas nie eingesetzt? Andere Firmen nennen da IMMER Referenzen. Wer keine Referenzen nennt, und auch im industriellen Bereich soetwas nie eingesetzt hat, ist und bleibt unglaubwürdig!

      Sie haben mich soeben nicht überzeugt.

      Ich will einen Altbau, ohne Dämmung sehen, bei dem 2,4 kWp reichen. Normalerweise reichen da nichtmal 25 kWp um die Bude annähernd überall warm zu bekommen.

  11. der Zusammenhang mit dem Dämmthema ist die vergleichbare Wirtschaftlichkeit aller Einsparmaßnahmen.
    Ein neutraler Energieberater prüft zuerst, welche Einsparmaßnahme dringender ist und welcher der potentiellen Maßnahmen sich rechnen.
    90% aller Heizungen sind überdimensioniert und 80% aller Gebäude im Bestand sind älter als 25 Jahre, die meisten Heizungen sind nicht jünger.
    Erst muss die Heizungsanlage optimiert werden kann, beispielsweise mit Hydraulischem Abgleich, danach sind die Heizlast und daraus resultierende Dämmungsmaßnahmen zu berechnen.
    Dämmung als oberste und einzige Priorität für Energieeinsparung zu bewerten ist grundlegend falsch, weil solo-Dämmungsmaßnahmen (bitte kein Polystyrol) immer das Risiko bergen, dass während der Laufzeit des Dämmungskredites die Heizung ausfällt. Die zusätzlichen Kosten wird bei einer seriösen Energieberatung von Anfang an vermieden.
    Wenn die Energieberatung vor Ort ergibt, dass Infrarotheizungen als Ergänzung oder Ersatz sinnvoll sind, ist ergibt eine Wirtschaftlichkeitsprüfung meist sehr gute Werte. Danach sollte geprüft werden, ob sich eine (Teil-) Dämmung an den verschiedenen Bauteilen lohnt.
    DIES IST JEDESMAL INDIVIDUELL VOR ORT, AN DEN JEWEILIGEN OBJEKTEN UND MIT DEN VORHANDENEN VERBRAUCHSDATEN NEU ZU ANALYSIEREN UND NEU ZU BERECHNEN!

    1. „Dämmung als oberste und einzige Priorität für Energieeinsparung zu bewerten ist grundlegend falsch“
      Nennen sie mir Firmen (außer vill. die Dämmindustrie, die aber in der Regel mit Endkunden wenig Kontakt hat ) die das behaupten. Ich kenne keine!

  12. Alle Energieberater die ich kenne, sagen das gleiche wie sie. Worüber regen sie sich auf?
    Bis auf Infrarotheizung. Die findet irgendwie niemand gut. Weil sie sich i.d.R. nicht rechnet. Haben sie mal einen Industriebetrieb gesehen, der mit Strom heizt? Ich nicht. Die können nämlich rechnen.

  13. @ Jürgen Eiselt
    „Erst muss die Heizungsanlage optimiert werden kann, beispielsweise mit Hydraulischem Abgleich, danach sind die Heizlast und daraus resultierende Dämmungsmaßnahmen zu berechnen.“

    Also wenn ich das richtig verstanden habe sollte nach Ihrem dafürhalten erst der Motor, (Heizung), erneuert werden und dann die Bremsen und die durchgerostete löchrige Karosserie.
    Nur gut das Sie keine Fahrzeuge konstruieren oder Bücher darüber Schreiben!

    Ich habe bisher immer vermutet, die Leistung einer Heizung richtet sich nach dem Energiebedarf. Oder etwa nicht?

    Also erst der Motor, dann die Reifen und Bremsen und anschließend sehen wie man den Rest so hinbekommt, dass auch nicht zuviel verbraucht wird und keiner an die Wand fährt oder gar erfriert .

    Ihre Abneigung gegen Polystyrol finde ich befremdlich und Mediengetrieben.

    Für viele Altbauten ist dieser Dämmstoff nicht zu ersetzen. Und dies nicht nur aus finanzieller, sondern ganz besonders in technischer Hinsicht!

    Fahrzeuge werden mitlerweile auch aus Blech und und nicht mehr aus Holz gebaut. Ist ja auch brandgefährlich könnte ja brennen oder gar auseinanderfallen.

    Haben Sie auch mal was über brennende Photovoltaikanlagen gehört und welche Probleme beim Löschen entstehen?

  14. Offensichtlich sind Sie nicht in Häusern unterwegs und kennen die reale energetische Lage vor Ort.
    Über 90% aller Heizungen im 1-2 EFH-Bestand sind überdimensioniert und 80% aller Häuser sind älter als 25 Jahre. Die meisten Heizungsanlagen sind genauso alt.
    Das neue EEG sieht genau für diese Heizungen eine Austauschpflicht vor, unabhängig vom technischen Zustand der Heizung.

    Um bei Ihrem Auto-Bremsenvergleich zu bleiben: ein unabhängiger und seriöser Automechaniker schaut sich das ganze Auto an. Wenn beide Teile defekt sind, wird er beide austauschen oder entsprechend nur die Teile auf die Rechnung setzen, die tatsächlich kaputt sind.
    Es gibt natürlich auch bei Automechanikern schwarze Schafe, die IMMER die unabhängig vom technischen Zustand die Teile austauschen, die ihnen den besten Profit gewährleisten.

    Als Energiecheckberater der gemeinnützigen Bundesstiftung Umwelt (DBU) bin ich zu gewerkeübergreifende, neutrale und vor allem herstellerunabhängige Beratung verpflichtet.
    In fast allen Fällen meiner mittlerweile dreistelligen Beratungs-Termine hat die Gesamtaufnahme der Daten ergeben, dass sowohl wirtschaftlich, als auch energetisch die Heizungsanlage als Energiefresser Nummer 1 ausgetauscht werden muss. Wenn sich schlechte Dämmung ergeben hat, wurde geprüft, ob die Dachsanierung vor den Fenstern und/oder der Außenwand vorgezogen werden soll. Mit der neuen Heizungsanlage wird übrigends eine neue Heizlast ausgerechnet, das meinte ich in meinem Beitrag. Als ausgebildeter Energieberater sind mir die Mechanismen sehr wohl bekannt und rechtfertigt niemals ohne sachliche Grundlage eine Vorabbestimmung auf eine spezielle Maßnahme.
    Eine Energieberatung ist IMMER Objektabhängig.
    Die Abneigung gegen Polystyrol ist wowohl ökonomisch als auch ökologisch begründet. Wenn Außenwanddämmung vorgenommen werden muss, dann sind ökologische Materialien vorzuziehen.
    Mit Ihrer falschen Aussage, dass Polystyrol nicht zu ersetzen ist, setzen Sie sich dem Verdacht aus, dass Sie sich für ein Produkt eines Herstellers stark machen, was ich genauso ablehne wie Drückerkolonnen, die auf der Strasse einem ein Zeitungsabbo andrehen wollen. Oder wollen Sie ernsthaft behaupten, dass es keine ökologisch sinnvolleren Materialien gibt?
    In USA haben eingie Bundesstaaten Wärmeverbudnsysteme wegen nicht beherschbarer Schimmelbelastung verboten.
    Dänemark hat Ölheizungen verboten.
    Genau hierhin führt der Weg. Ökologische Heizungssysteme auf Basis regenerativen Energien, die fossile Brennstoffe teilweise zu 100% ersetzen.
    Zum Vergleich: selbst die optimistischen Einsparquoten des Dämmungsverbandes gehen von maximal 25% bei einer Außenwanddämmung mit Polystyrol aus.

    Als Photovoltaikfachmann kann ich Sie beruhigen: die Probleme beim Feuerlöschen
    von Photovoltaikanlagen sind durch techhnische Neuerungen und Feuerwehrvorgaben bei der Neuplanung längst gelöst.

    Inzwischen schrauben wir den PV-Eigenstromanteil weit über die 70%-Marke, was zusammen mit regenerativen Heizungen Einsparungsquoten über der 50%-Marke ermöglichen. Die Anlagen werden in großem Stil verbaut. Die Rückmeldungen der Bewohner lassen auf noch höhere Einsparquoten schließen, inklusive aktiver Schimmelbekämpfung.
    Fazit: Dämmungsmaßnahmen innerhalb eines über alle Gewerke übergreifenden Energiemanagements machen Sinn. Wenn die Wahl zwischen ökologischen Sanierungsmaßnahmen und bedenklichen Materialien besteht geibt es keinen Grund, die kostenlose Sonnenenergie dem weiter umstrittenen Dämmstoff Polystrol vorzuziehen.

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