Geschichte der Energiekostensenker Energieeffizienz-Netzwerke

Gastbeitrag von Prof. Dr.-Ing. Eberhard Jochem, IREES Institute for Resource Efficiency and Energy Strategies 
Prof. Jochem
Prof. Dr.-Ing. Eberhard Jochem, Foto: LEEN Newsroom
Kurzfassung/ TL;DR: Vorreiter für Klimaschutz und Energieeffizienz in der Wirtschaft treffen sich zum Erfahrungsaustausch. Als lernende Energieeffizienz-Netzwerke könnten sie Energiekosten in der Wirtschaft schnell senken und Deutschland langfristig einen Spitzenplatz bringen. Man spricht von der Energieeffizienz als „zweite Säule“ der Energiewende neben den Erneuerbaren Energien. Das ist die richtige Reihung, wenn man in die Vergangenheit schaut: die Energieeffizienz befindet sich bisher auf der „Kriechspur“ (2000 bis 2014: 0,5 % weniger Energiebedarf pro Kopf und Jahr), während der Ausbau der Erneuerbaren Energien mit rasantem Tempo um fast 10 % pro Jahr voranschritt und damit den Strompreis in die Höhe trieb. Doch trotz steigender Energiekosten bleiben zahlreiche, hoch rentable Energieeffizienzpotenziale in der Wirtschaft ungenutzt. Würden diese Potenziale realisiert, könnten Preissteigerungen für Strom und andere Energieträger kompensiert und die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie gestärkt werden. weiterlesen

Mordernisierung des Heizungsmarktes braucht neue Impulse und Integration in Energiewende

Heizungsmarkt
Modernisierung des Heizunsmarktes braucht neue Ideen, z.B. mit Integration in Energiewende, Foto: pixabay/ 849356
Die Trägheit des Heizungsmarktes und die geringe Austauschrate von alten Heizungen sind schon seit vielen Jahren bekannt. Es werden einfach zu wenig Heizungen erneuert, als dass dieser Bereich einen nennenswerten Beitrag zur CO2-Reduzierung leisten kann. Es bringt aber nichts immer wieder darauf hinzuweisen und mit dem Finger auf die Politik zu zeigen. So kommt keine Energiewende in den Wärmemarkt. Die aktuelle Meldung des BDEW zum Heizungsmarkt ist hinsichtlich der statistischen Daten interessant, aber die Aussagen zur Entwicklung des Heizungsmarktes und möglichen Lösungen hätten auch schon vor zehn Jahren gemacht werden können.

Zahlen aus der Statistik zum Heizungsmarkt

Zuerst zu den interessanten Inhalten der Meldung über die aktuelle Heizungsmarkt-Studie des BDEW. Die Studie "Wie heizt Deutschland?" wurde vom Marktforschungsinstitut GfK, Nürnberg, im Auftrag des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) durchgeführt. Dazu sind über 5.000 Haushalte im gesamten Bundesgebiet befragt worden. weiterlesen

Größte Auswertung von Energieausweisen zeigt schlechte energetischen Stand der Gebäude

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Energieausweis, Foto: Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)
Seit der Einführung des Energieausweises lassen sich einfacher Aussagen machen über die energetische Qualität von Gebäuden. Auch wenn es unterschiedliche Wege gibt den Energieausweis auszustellen, mit jeweils eigenen Problemen (Abhängigkeit vom Nutzer beim verbrauchsabhängigen Energieausweis und theoretische Normbedingungen beim bedarfsgerechten Energieausweis), hat man zumindest einen Anhaltswert. In einer Untersuchung von über 10.000 Energiebedarfsausweisen für Wohngebäude wurde nun ein Bild erstellt von der energetischen Qualität des Wohngebäudebestands in Deutschland. Für diese Untersuchung hatten TNS Infratest und der Dienstleister Energieausweis48 10.354 zwischen dem 1. Mai 2014 und dem 30. April 2015 erstellte Energiebedarfsausweise für Wohngebäude herangezogen. Seit dem Inkrafttreten der aktuellen Energieeinsparverordnung (EnEV) am 01. Mai 2014 werden die wesentlichen Gebäudedaten für die Erstellung des Energieausweises zentral beim Deutschen Institut für Bautechnik elektronisch gespeichert. Neu ist auch in der aktuellen Fassung die Einteilung der Gebäude in Energieeffizienzklassen, wie wir sie von Haushaltsgeräten her kennen. weiterlesen

Gewerbepark envopark bietet Standort mit großer Energiekosteneinsparung

Halle envopark
Halle des energieeffizienten envopark am Standort Dahlewitz, Foto: econeers
In der gestrigen Meldung vom 4. Energieeffizienz-Index zur Energieeffizienz in der deutschen Industrie zeigte sich wieder einmal, dass gerade kleine und kleinste Unternehmen mehr Unterstützung benötigen für einen effizienteren Energieeinsatz. Normalerweise fehlt in diesen Unternehmen die Zeit sich mit diesem Thema zu beschäftigen, es geht im Arbeitsalltag unter und so wichtig sind die Energiekosten dann auch wieder nicht. Es braucht zusätzliche Anreize von außen, damit man sich selbst nicht darum kümmern muss und alles von anderen erledigt wird. Ein möglicher Weg dazu ist es gleich Betriebsgebäude anzubieten, die von vornherein mit einer effizienten Energieversorgung ausgestattet sind. Als Unternehmer weiß man, dass im Vergleich zu anderen Standorten mit geringeren Energiekosten zu rechnen ist, man kann den Standort auch zu eigenen Marketingzwecken nutzen und hat, wenn auch noch die Lage optimal ist, vielleicht sogar einen Vorteil gegenüber Wettbewerbern. weiterlesen

Ist schon die Spitze der Energieeffizienz Bemühungen der Industrie erreicht?

Anteil Energieeffizienz-Investitionen
Anteil an Investitionen in Energieeffizienz in den Unternehmen laut 4. Energieeffizienz-Index, Grafik: EEP/ Uni Stuttgart
Nach der 4. Erhebung des Energieeffizienz-Index des Instituts für Energieeffizienz in der Produktion der Universität Stuttgart ist künftig nicht mehr mit einem weiteren Anstieg der Anstrengungen für Energieeffizienz zu rechnen. Der Index ist gegenüber der letzten Ermittlung von vor einem halben Jahr um über ein Drittel gesunken. Die deutschen Unternehmen planen im Laufe der nächsten 12 Monate den Anteil der Investitionen in Energieeffizienz zu reduzieren. Auch wenn die Bedeutung des Themas und der Anteil der Investitionen in Effizienzmaßnahmen an den Gesamtinvestitionen deutlich gestiegen ist, liegen erstmals die Erwartungen der Unternehmen unter ihrer Einschätzung der aktuellen Lage. Das Stuttgarter Universitätsinstitut für Energieeffizienz in der Produktion (EEP) veröffentlichte zum 21. Juni 2015 den 4. Energieeffizienz-Index der deutschen Industrie. Er ermittelt seit 2013 halbjährlich die Einstellung sowie aktuelle und geplante Aktivitäten der deutschen Industrie zum Thema Energieeffizienz und wird in Zusammenarbeit mit der Deutschen Energie-Agentur (dena), dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), dem Fraunhofer IPA und dem TÜV Rheinland erstellt. weiterlesen

Erneuerbare Energien in Bürgerhand gibt es in ganz Europa

Don´t camp renewables!
Don´t camp renewables!
Auch wenn wir in Deutschland relativ weit voran geschritten sind mit dem Ausbau der erneuerbaren Energien und eine riesige Anzahl von Bürger-Energiegenossenschaften haben, sind wir nicht die einzigen in Europa. In vielen anderen europäischen Ländern gibt es ebenfalls ein großes Engagement von Bürgern für den Ausbau der erneuerbaren Energien, für einen lokalen Bezug von Ökostrom, für die Reduzierung des Heizenergieverbrauchs oder für eine CO2-arme oder -neutrale Energieversorgung. Es war in Brüssel bei der EU Sustainable Energy Week schön zu sehen was es alles an Projekten gibt in den anderen Mitgliedsstaaten. Ich war erstaunt welch großen Raum der Faktor dezentrale Energieversorgung in den Gemeinden, Städten oder Regionen einnimmt und, dass die Rolle die Bürger so betont wird. Es ist immerhin eine Veranstaltung der zentralen europäischen Einrichtung, der EU-Kommission. Ich konnte selbst nur eine Session zum Thema Bürgerenergie verfolgen, "Cities and Citizens in the Energy Union" - "Städte und Einwohner in der Energie Union". Dort kamen neben Vertretern von den großen Städten Barcelona, Göteburg und London auch engagierte Energiebürger wie Dirk Vansintjan von der belgischen Energiegenossenschaft Ecopower und der ebenso engagierte Abgeordnete des Europaparlamentes Claude Turmes zu Wort. weiterlesen