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Wie Sie Angaben zum Stromverbrauch von TV-Geräten finden

2nd September 2010

Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat anlässlich der morgigen Eröffnung der Internationalen Funkausstellung IFA die EU-Kommission aufgefordert, den Weg für die Kennzeichnung des Stromverbrauchs von Fernsehgeräten freizumachen. Ein sinnvoller Kennzeichnungsvorschlag liege seit Längerem vor. Dieser stößt nach BUND-Angaben jedoch auf den Widerstand einiger TV-Hersteller, die befürchteten, dass als ineffizient gekennzeichnete TV-Geräte zu Ladenhütern würden. Verlierer seien die Verbraucher, die weiterhin nicht erkennen können, wie viel Strom ein neues TV-Gerät benötige. Die Stromverbräuche variieren nach BUND-Angaben erheblich. Sparsame Geräte mit LED-Technik benötigten bis zu 50 Prozent weniger Strom als Durchschnittsgeräte. Mit dem interaktiven BUND-TV-Finder (http://www.bund.net/tv-finder) können Verbraucher unter rund 700 Geräten, inklusive der IFA-Neuheiten, das für sie passende Geräte ermitteln. Der TV-Finder wurde gemeinsam mit dem Öko-Institut e. V. entwickelt.

Das sparsamste Gerät des TV-Finders, ein LED-TV mit einer Bilddiagonale von 80 Zentimeter, verursache über eine Lebensdauer von zehn Jahren rund 160 Euro, das verbrauchsintensivste Plasma-Gerät mit einer Bilddiagonale von 160 Zentimetern über 1300 Euro Stromkosten.

Christian Noll, BUND-Experte für Energieeffizienz: „Große Fernseher und andere verbrauchsintensive Elektrogeräte treiben den Energieverbrauch in die Höhe und belasten so das Klima. Sparsame Geräte können den Markt nur erobern, wenn die Verbraucher sie auch erkennen. Es ist vollkommen unverständlich, dass das Label für Fernseher immer noch blockiert wird. EU-Energiekommissar Günther Oettinger muss endlich den Weg frei machen für eine sinnvolle Verbrauchskennzeichnung.“

Die Energiekennzeichnung könnte eigentlich schnell umgesetzt werden. Uneinigkeit  herrsche noch bei der Frage, wie die Klasseneinteilung beim neuen Label vorgenommen werden sollte, ob die effizientesten TV-Geräte in die Klasse A oder in Zusatzklassen wie A+ eingestuft werden.

Stéphanie Zangl, Expertin für TV-Geräte beim Freiburger Öko-Institut: „Wichtig ist es vor allem, die Kennzeichnung so bald wie möglich einzuführen, um Verbrauchern endlich eine  Entscheidungshilfe beim Kauf sparsamer Fernseher zu bieten. Die effizientesten TV-Geräte sollten eindeutig mit einem A gekennzeichnet sein. Diese Bezeichnung und der auf dem Label erscheinende Stromverbrauch helfen nicht nur Verbrauchern, sondern motivieren  auch die Hersteller sparsame Geräte zu entwickeln.“

Die Wirkung von Energielabeln belege die Erfolgsgeschichte der Kühlschrank-Kennzeichnung. Seit Einführung des Labels im Jahr 1995 sei der Stromverbrauch von Kühl-Gefrier-Kombinationen durchschnittlich um zwei Drittel gesunken.

Der TV-Finder von BUND und Öko-Institut mit  über 700 Geräten und eine Übersicht über die sparsamsten TV-Geräte zur IFA ist im Internet abrufbar unter: www.bund.net/tv-finder

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Mehr zu energieeffizienten Hausgeräten auf der IFA 2010

1st September 2010

Den gestrigen Beitrag zu energieeffizienten Haushaltsgeräten auf der IFA 2010 kann ich mit noch weiteren Beispielen ergänzen. Diese Beispiele zeigen, dass noch Potential vorhanden ist und die Industrie dieses Thema sehr ernst nimmt. Wichtig ist aber auch, dass diese Geräte auf dem Markt ankommen und somit zu einem geringeren Stromverbrauch in Haushalten beitragen.

Die koreanische Fa. LG Electronics Inc. präsentiert mehrere Kühl-Gefrierkombinationen der Energieeffizienzklasse A++ auf der IFA:

Mit Energieeffizienzklasse A++ verbrauchen die Kühl-Gefrierkombinationen GB7143A2HZ, GB7143AERZ und GB7138PVXZ 45 Prozent weniger Energie als Modelle der Energieeffizienzklasse A. So lassen sich beispielsweise im Vergleich zu Geräten der Energieeffizienzklasse A in einem Zeitraum von zehn Jahren die Energiekosten um bis zu 615 Euro senken. Denn im Gegensatz zu Kompressoren mit vier Reibungspunkten minimiert der Linear Kompressor die notwendige Antriebstechnik auf nur einen Reibungspunkt. Das verursacht weniger Geräusche und senkt den Energieverbrauch nachweislich. Eine innovative Technologie, die überzeugt: LG gewährt auf den Linear Kompressor zehn Jahre Garantie. Ein weiterer Pluspunkt: Das lästige Abtauen entfällt komplett, denn mit der Total No Frost-Technologie, die LG in alle Kühlgeräte integriert, wird im Inneren ständig Feuchtigkeit entzogen, so dass Eis überhaupt nicht erst entstehen kann. Als Multi-Airflow-System sorgt Total No Frost zudem für eine extrem schnelle und gleichmäßige Kühlung. Das hält Lebensmittel nicht nur länger frisch, sondern auch den Innenraum sauberer, hygienischer und geruchsfrei.

Quelle: http://www.presseportal.de/pm/57776/1674626/lg_electronics

Der Gütersloher Hersteller von Haushaltsgeräten Miele geht einen ganz anderen Weg. Miele präsentiert auf der IFA Geräte für das künftige Smart-Grid, die sich bei günstigeren Strompreisen selbständig einschalten können:

Wie in anderen europäischen Ländern – Beispiele sind die Schweiz und Frankreich – wird sich der Strommarkt in Deutschland in den kommenden Jahren stärker an Angebot und Nachfrage orientieren. Ein realistisches Szenario: Zu Spitzenlastzeiten wird Strom teurer. Günstigere Tarife sind zu erwarten, wenn die Auslastung des Stromnetzes tageszeitabhängig geringer ist, an Sonn- und Feiertagen oder wenn der Anteil regenerativ erzeugter Energien im Netz besonders hoch ist.* Mit der Smart-Grid-Technologie können Miele-Hausgeräte automatisch den jeweils günstigsten Stromtarif nutzen, den ein Energieversorgungsunternehmen (EVU) anbietet.

Erste Geräte mit Smart-Grid-Funktion, die das Unternehmen zur IFA zeigt, sind eine Waschmaschine und ein Trockner. Die Modelle können mit einem zusätzlichen Kommunikationsmodul ausgestattet werden und tauschen über die vorhandene Stromleitung im Haus Daten mit dem Miele-Gateway aus. Auf dem Gateway – eine Box im kompakten Format – sind sowohl Steuerungsfunktionen wie „Start“ und „Stop“ als auch ein Kalender hinterlegt. Für die Installation verbindet der Benutzer seinen PC mit dem Gateway und gelangt so auf die Benutzeroberfläche des Gateways. Dort trägt er die Stromtarife des Energieversorgers im Kalender ein. Noch einfacher ist es, wenn das Energieversorgungsunternehmen die Tarife beispielsweise in Form einer RSS-Meldung über den WLan-Router direkt auf das Gateway überträgt. Diesen Service werden die EVUs aber vermutlich noch nicht mit Einführung der Tarif-Staffelung anbieten.

Nach Eingabe der Tarife aktiviert der Benutzer am Hausgerät über das Display die Smart-Start-Funktion. Es folgt die Eingabe des frühesten Starttermins (beispielsweise 7 Uhr) und der spätesten Endzeit (beispielsweise 20 Uhr). So ist gewährleistet, dass etwa der Waschvorgang zu einem definierten Zeitpunkt abgeschlossen ist. Außerdem werden Gerätelaufzeiten in der Nacht, so sie nicht gewünscht sind, vermieden. Nach Abschluss der Installation starten die intelligent vernetzten Miele-Hausgeräte automatisch zum günstigsten Stromtarif. „In den kommenden Jahren können wir eine sehr uneinheitliche Entwicklung der Stromtarife in Deutschland erwarten. Mit Smart-Grid-fähigen Hausgeräten bietet Miele eine Lösung für den Energiemarkt der Zukunft an“, sagt Peter Hübinger, Leiter des Miele-Werks Electronic.

Quelle und mehr Infos: Miele Pressebereich zur IFA 2010

Der angekündigte Wärmepumpentrockner ist mit 2 kWh Verbrauch pro Trocknungsvorgang relativ gut, aber es gibt auch Trockner, die einen geringeren Verbrauch haben (von Bosch/ Siemens mit 1,6 kWh oder von AEG mit 1,9 kWh).

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Neuer Förderratgeber für umweltfreundliche Wärme

1st September 2010

Viele Förderangebote zur Heizungsmodernisierung wurden jüngst erheblich umstrukturiert. Hier den Durchblick zu behalten fällt schwer. Übersicht schafft der jetzt erschienene „Leitfaden Förderprogramme“ des Deutschen Heizungsindustrieverbandes BDH. Der Ratgeber fasst die aktuellen Förderangebote des Bundes für Bauherren und Sanierer kompakt zusammen. Er kann kostenlos unter www.bdh-koeln.de heruntergeladen werden.

Pünktlich vor dem Start der nächsten Heizperiode fließen die Fördermittel für den Umstieg auf klimafreundliche Wärme wieder. So werden Solarwärmeanlagen durch das Marktanreizprogramm für erneuerbare Energien (MAP) mit bis zu 90 Euro je Quadratmeter Kollektorfläche bezuschusst. Für besonders effiziente Lösungen gibt es Bonuszahlungen. So wird beispielsweise der Kesseltausch gegen moderne Brennwerttechnik mit zusätzlichen 400 Euro belohnt. 50 Euro Bonus werden für effiziente Solarkollektorpumpen gezahlt.

Attraktiv gefördert werden im MAP außerdem automatisch beschickte Holzpelletkessel, Holzhackschnitzelanlagen sowie besonders effiziente Wärmepumpen.

Die KfW Förderbank hat ebenfalls ihre Förderangebote zum energieeffizienten Bauen und Sanieren novelliert. So werden energiesparende Maßnahmen – wie der Einbau einer Lüftungsanlage oder eines Brennwertkessels, oder auch die Optimierung der Wärmeverteilung – ab dem 01. September nur noch im Rahmen von Komplettsanierungen eines Gebäudes zu einem „KfW-Effizienzhaus“ gefördert.

Die geänderten Förderangebote treffen auf einen immensen Sanierungsstau in Deutschland: Gerade einmal 13 Prozent der Heizungsanlagen entsprechen dem Stand der Technik. Dabei sparen moderne Heizsysteme 30 bis 50 Prozent Energie und Kosten ein. Wer die Förderangebote jetzt nutzt, hat die Investitionskosten in eine effiziente Anlage deshalb schon nach wenigen Jahren wieder drin.

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Energieeffiziente Hausgeräte auf der IFA 2010

31st August 2010


Gestern hatte ich im Artikel “Energieeffizienz spielt in Energiekonzept keine Rolle” noch geschrieben, dass die deutsche Wirtschaft durchaus viel in  Sachen Energieeffizienz leistet und auch noch Potential hat. Dies wird in den kommenden Tagen hoffentlich wieder auf der internationalen Funkausstellung IFA in Berlin zu sehen sein. Ich bin jedenfalls gespannt welche Rolle die Energieeffizienz dort spielen wird, immerhin gibt es schon ein paar interessante Ankündigungen.

Im folgenden zwei Beispiele von Hausgeräte-Herstellern, weitere energieeffiziente Produkte kann ich in den kommenden Tagen gerne vorstellen.
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Umweltverbände fordern und fördern den Austausch stromfressender Kühlschränke

30th August 2010

Zum Start der Internationalen Funkausstellung IFA (3. September) in Berlin fordert die Kampagne “energieeffizienz – jetzt” Maßnahmen zur Verbreitung effizienter Kühlgeräte. Bei rund 30 Millionen veralteten Kühlgeräten in Deutschland wäre ein flächendeckender Austausch ineffizienter Geräte ein großer Beitrag für den Klimaschutz, von dem alle profitierten, so die Verbände. Ein sparsamer A++-Kühlschrank verbraucht nach Angaben der Initiatoren bis zu 50 Prozent weniger Strom als ein Gerät der A-Klasse. Um effiziente Geräte zu erkennen, fehle es jedoch an einer für Verbraucher eindeutigen Kennzeichnung. Erforderlich seien außerdem funktionierende umfassende Rücknahmesysteme für Altgeräte, so die Träger von “energieeffizienz – jetzt!”, das sind der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), die Deutsche Umwelthilfe (DUH), das Öko-Institut, der Bundesarbeitskreis für umweltbewusstes Management (B.A.U.M.) und der Deutsche Naturschutzring (DNR).

Während des Aktionsmonats, den der BUND gemeinsam mit co2online und den Handelsketten MEDIMAX und ElectronicPartner: (EP) ausruft, wird Verbrauchern der Austausch ihrer stromfressenden Kühlschränke leicht gemacht. Vom 3. bis zum 30. September erhalten sie beim Kauf eines Kühlgerätes in den MEDIMAX-Filialen und bei EP-Markenhändlern gegen Gutschein einen Bonus von bis zu 100 Euro. Voraussetzung ist der Kauf eines besonders sparsamen A++-Gerätes eines Markenherstellers. Die Entsorgung des alten Modells erfolgt durch den Händler. Der Gutschein und weitere Informationen zur Teilnahme sind unter http://www.bund.net/ifa-aktionsmonat abrufbar. Die Gutscheine können in allen teilnehmenden Standorten von MEDIMAX und EP eingelöst werden.

Christian Noll, BUND-Energieeffizienz-Experte: “Der Kauf sparsamer Kühlgeräte zahlt sich in jedem Fall aus. Dennoch schrecken Verbraucher oft vor den höheren Anschaffungskosten zurück. Damit veraltete und energiefressende Haushaltsgeräte schneller ausgetauscht werden, muss ein staatliches Markteinführungsprogramm für die effizientesten Geräte aufgelegt werden.”

“Dass die ‘Abwrackprämie’ für Stromfresser funktioniert, zeigen erfolgreiche Aktionen in den Niederlanden, Italien und Österreich”, sagte DNR-Generalsekretär Helmut Röscheisen. Dort seien die Preise bei den effizientesten Geräten durch die hohe Nachfrage bereits gesunken. “Frühere Vorschläge für Effizienzprogramme aus dem Umwelt- und Wirtschaftsministerium müssen endlich umgesetzt werden, wenn Deutschland nicht Schlusslicht in Europa werden will.”

Dietlinde Quack, Leiterin der Verbraucher-Informationskampagne EcoTopTen am Öko-Institut e.V., kritisierte, dass Verbraucher nicht erkennen können, wie viel ein effizientes Gerät durch den geringeren Stromverbrauch an Folgekosten einspare. “Die Gesamtkosten, die über die Lebensdauer eines Gerätes entstehen, müssen beim Kauf ausgewiesen werden. Hier sollte die Bundesregierung nachbessern.” Auf der Internetseite www.ecotopten.de bietet das Öko-Institut eine Übersicht über die sparsamsten Kühl- und Gefriergeräte der Energieeffizienzklasse A++ – einschließlich der jährlichen Gesamtkosten im Vergleich zu marktüblichen, ineffizienteren Produkten.

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Energieeffizienz spielt in Energiekonzept keine Rolle

30th August 2010

Im Moment vergeht kein Tag an dem die Medien nicht über die zukünftige Energieversorgung diskutieren, wobei eigentlich nur über die Zukunft der Atomkraftwerke diskutiert wird. Die Energieversorgung scheint nur von der Atomfrage abzuhängen. Das ist aber nicht der Fall, auch wenn es eine sehr wichtige Frage ist. Aber wenn die Bundesregierung ein Energiekonzept diskutiert, dann gehört der gesamte Energiemix dazu.

Zu einer Betrachtung der künftigen Energieversorgung gehört aber nicht nur die Bereitstellung von Strom, denn es kann durchaus wirtschaftlicher sein in Energieeffizienz zu investieren. Warum soll es in neue Kraftwerke investiert werden, wenn es günstiger sein kann in Energieeffizienz, also Einsparung von Strom, zu investieren? Jede nicht benötigte kWh oder MWh muss auch nicht produziert werden – da spielt dann die Art der Stromgewinnung auch keine Rolle.

Wenn ich mir aber Artikel zum Energiekonzept durchlese, wie z.B. bei Spiegel Online, dann sind kaum Angaben zur Energieeffizienz zu finden. Es sind nur Angaben zur Förderung von energieffizienten Heizungen enthalten, die aber nichts oder nur wenig mit dem Strombedarf zu tun haben. Ironischerweise soll, Gerüchten zufolge, im nächsten Jahr die KfW-Förderung zur Gebäudesanierung halbiert werden. Zurück zum Thema Stromeffizienz, auch Frau Merkel hat im ZDF-Interview nur einen Beitrag für Öko-Energien angesprochen. Von Energieeffizienz war keine Rede (korrigiert mich bitte, wenn es nicht stimmt), dabei kann diese einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz und zur Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft leisten. Dabei leistet die deutsche Wirtschaft schon sehr viel in Sachen Energieeffizienz und hat hier immer noch viel Potential.

Wenn aber die Regierung sich nur von den Stromkonzernen beraten lässt, die vom Stromverkauf leben, kann leider Energieeffizienz keine große Rolle spielen.

Ich würde mich freuen, wenn das Thema hier oder an anderen Stellen diskutiert wird und die Energieeffizienz an Bedeutung gewinnt, denn (auch wenn ich mich wiederhole) ein Energiekonzept ohne Energieeffizienz ist unvollständig.

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Warum AKW häufiger abgeschaltet werden müssen, wenn erneuerbare Energien ausgebaut werden

25th August 2010

Während ich auf die Diskussion zur Atomenergie bei “Hart aber Fair” warte, lese ich im LichtBlickBlog einen interessanten Artikel über eine neue Studie zur Energieversorgung. In dem Interview mit Professor Olav Hohmeyer von der Universität Flensburg, der Autor der Studie „2050. Die Zukunft der Energie.“ ist, werden viele interessante Fragen zur Laufzeitverlängerung von Atomkraftwerken und zum Ausbau von erneuerbaren Energien beantwortet. Laut FR-online geht die Studie davon aus, dass bereits in zehn Jahren die erneuerbaren Energien ein Anteil an der Stromproduktion von 50% erreicht – mehr als die 40%, die von der Bundesregierung als Ziel angestrebt wird. Damit muss der Atomstrom, der wohl noch lange vorhanden sein wird, in das Stromnetz integriert werden und evtl. sogar häufig abgeschaltet werden werden müssen – was wiederum zu hohem Verschleiss und damit hohen Kosten führen wird.

Presseartikel von Lichtblick zur genannten Studie:

Bei einer Laufzeitverlängerung für die deutschen Kernkraftwerke droht ein massiver wirtschaftlicher Konflikt zwischen Öko- und Atomstrom. Dies geht aus einer neuen Studie der Universität Flensburg im Auftrag des Energieversorgers LichtBlick hervor. „Die Laufzeitverlängerung provoziert ohne Not eine der größten wirtschaftlichen Auseinandersetzungen der Nachkriegszeit“, so Gero Lücking, Vorstand Energiewirtschaft von LichtBlick.

Sollte sich der Ausbau der erneuerbaren Energien wie geplant fortsetzen, werden Wind und Sonne in Zukunft immer häufiger die volle Stromnachfrage decken. Atomstrom wird dann nicht mehr benötigt, die Meiler müssen kurzfristig vom Netz. Bei einer Laufzeitverlängerung von 28 Jahren werde es, so das Ergebnis der Studie, ab 2020 bis zur Stilllegung des letzten Meilers zu mindestens 15.800 kurzfristigen AKW-Abschaltungen kommen. Die Atomkonzerne müssten durch diese Produktionsausfälle auf Gewinne in Höhe von 21 bis 80 Milliarden Euro verzichten.

Die Studie geht davon aus, dass die großen Energiekonzerne versuchen werden, die Milliarden-Verluste zu verhindern. Dies ist nur möglich, wenn der gesetzlich garantierte Ökostrom-Vorrang bei der Stromeinspeisung abgeschafft und der Ausbau der erneuerbaren Energien begrenzt wird. Die für den Klimaschutz so wichtige ökologische Energiewende würde sich um Jahrzehnte verzögern. Investitionen in alternative Energien wie zum Beispiel Windanlagen auf See würden weniger attraktiv. Weiterlesen »

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Videoclip-Contest für den Klimaschutz

24th August 2010

Die EnergieAgentur.NRW und das Musical „Wicked – die Hexen von Oz“ (Stage Entertainment) haben mit Sommerbeginn gemeinsam zum Video-Clip-Contest aufgerufen. In kurzen Filmen sollen die Teilnehmer zwischen 15 und 25 Jahren darstellen oder berichten, was ihren Berufswunsch, ihre Ausbildung oder das Studium mit Zukunftsenergien und Klimaschutz verbindet. Die Clips sollten bis zum 15. September 2010 per Mail an mailto:clips@energieagentur.nrw.de geschickt oder bei http://www.energieagentur.nrw.de/clips hochgeladen werden. Alternativ tut’s auch eine DVD an die EnergieAgentur.NRW. Kasinostraße 19-21, 42103 Wuppertal.

Auf die Gewinner warten attraktive Preise.

„Während die weltweite Nachfrage nach Effizienztechnologie und Erneuerbaren Energien weiter steigt, dürfen wir nicht riskieren, dass nordrhein-westfälische Unternehmen den Anschluss verlieren, weil Fachkräfte fehlen. Um dieser Gefahr frühzeitig entgegenzuwirken und den Standort Nordrhein-Westfalen als Energieland nachhaltig zu sichern, wollen wir mit dem Projekt EnergieJobs.NRW und diesem Wettbewerb qualifizierter Nachwuchs an die Thematik Klimaschutz heranführen“, so Dipl.-Ing. Lothar Schneider, Geschäftsführer der EnergieAgentur.NRW.

Warum soll Klimaschutz nicht spannend und unterhaltend sein? Der „Clip-Contest EnergieJobs.NRW“ fordert Azubis, Schüler und Studierende auf, in einem maximal 2:30 Minuten langen Video-Clip zu zeigen, was sie an ihrem Ausbildungsweg zum „EnergieJob“ besonders fasziniert, warum sie sich für diesen entschieden haben, was Studenten an ihren Studienziel besonders fasziniert oder welchen Energie-Job sich Schüler wünschen. Die besten Filme werden durch eine Jury ermittelt und mit einem Preis ausgezeichnet. Teilnahmebedingung ist das Einverständnis des Teilnehmers, dass sein Beitrag – auch ohne Auszeichnung – auf der Website der EnergieAgentur.NRW, insbesondere auf der Projektseite EnergieJobs.NRW – publiziert werden darf.

Die EnergieAgentur.NRW koordiniert im Auftrag des Landes das Projekt EnergieJobs.NRW. Das Projekt soll jungen Menschen frühzeitig ein konkretes Bild von den vielfältigen und attraktiven Studien- und Berufsmöglichkeiten vermitteln, die mit dem Thema Energie in Verbindung stehen. Das zentrale Kommunikationsinstrument für das Projekt ist das Internet-Portal http://www.EnergieJobs.NRW, auf dem die Clips zu sehen sein werden.

Als Preise winken u.a. 15×2 zwei Karten für das Musical „Wicked – die Hexen von Oz“ in Oberhausen. Zudem werden den besten Filmen auf einer kleinen Auszeichnungs-Veranstaltung im Metronomtheater in Oberhausen weitere Preise (iPhone 4, Smartphones Samsung S i9000 Galaxy) verliehen.

Weitere Informationen im Internet unter http://www.energiejobs.nrw.de oder http://www.musical.de/energiejobs oder http://www.facebook.com/energiejobs.

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Stadt und Landkreis in Bamberg für 100-Prozent-Versorgung aus Erneuerbaren Energien

23rd August 2010

Die Stadt und der Landkreis Bamberg sind für ihr Engagement als „Energie-Kommune“ des Monats August 2010 ausgezeichnet worden. Mit diesem Titel würdigt die Agentur für Erneuerbare Energien vorbildliche kommunale Energieprojekte und stellt sie auf dem Infoportal www.kommunal-erneuerbar.de ausführlich vor.

Die Oberfranken haben sich das Ziel gesetzt, den Energiebedarf der rund 210.000 Einwohner von Stadt und Landkreis bis zum Jahr 2035 zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien zu decken. „Die Erkennt­nis, dass die Stadt ihr angestrebtes Ziel der Energieunabhängigkeit nicht allein erreichen kann, war ein Grund für die Zusammenarbeit zwischen Landkreis und Stadt“, so der Umweltbeauftragte der Stadt Bamberg, Günter Reinke. In überparteilicher Zusammenarbeit schufen deshalb Bambergs Oberbürgermeister Andreas Starke (SPD) und Landrat Dr. Günther Denzler (CSU) im Jahr 2008 die Klimaallianz Bamberg. „Die Klimaallianz mit dem Ziel der gemeinsamen Energie­autonomie bietet ein Lösungsmodell für eine der vordringlichsten Fragen der kommunalen Daseinsfürsorge. Städte als Energiever­braucher und das Umland als Energieerzeuger können zukünftig gemeinsam eine nachhaltige Energieversorgung sicherstellen”, fasst Oberbürgermeister Starke die Vorteile zusammen.

„Unser Ziel ist es, bis zum Jahr 2035 CO2-neutral zu sein“, erklärt Landrat Denzler. „Dafür haben wir im Rahmen einer Potenzialanalyse die Etablierung regenerativer Versorgungsmodelle in der Region prüfen und die daraus resultierenden Handlungsfelder darstellen lassen.“ Dabei zeigte sich erwartungsgemäß, dass die Stadt Bamberg die eigene Vollversorgung aus regenerativen Energien nicht schaffen würde. Die Gemeinden des Landkreises hingegen verfügen über Potenziale, die den Eigenverbrauch um ein Vielfaches übersteigen. Die Bezifferung der vorhandenen Potenziale bietet nun die Basis für eine gemeinsame Raumplanung zur Ansiedelung von Anlagen und Energieparks. Durch den dezentralen Charakter der Erneuerbaren Energien verteilen sich die Einnahmen auf verschiedene Gemeinden. Das erhöht die regionale Wertschöpfung, bringt neue Arbeitsplätze in die ländlichen Gebieten und verbessert die finanzielle Situation der Kommunen. Letztlich profitiert auch die Stadt Bamberg von der steigenden Kaufkraft ihres Umlandes.

„Das Modell Bamberg zeigt, dass die Stadt-Land-Verflechtung bei Erneuerbaren Energien zu einem beiderseitigen Nutzen führt: Umweltfreundliche, heimische Energie fließt in die Stadt, und zusätzliche Einnahmen fließen ins Umland“, betont Jörg Mayer, Geschäftsführer der Agentur für Erneuerbare Energien, anlässlich der Bekanntgabe der Energie-Kommune des Monats. „Diese Win-win-Situation kann und sollte Vorbild für viele Regionen in Deutschland werden“, so Mayer.

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erstes Passiv-Mietshaus in Berlin feiert demnächst Richtfest

18th August 2010

Das Umweltbewusstsein und die Sensibilität für das Energiesparen sind in Deutschland längst angekommen und es scheint, als wollten sie sich häuslich einrichten. Aus dem Boden sprießen Bio-Supermärkte, Chevrolet baut ein Elektroauto und sogar die Berliner Fashionweek präsentiert „grüne Label“. Nachhaltig zu handeln ist Einstellungssache, eine Möglichkeit die eigene (Um-) Welt mitzugestalten. Wer noch nicht umgedacht hat, wird von den steigenden Energiekosten bestimmt bald dazu angeregt. Dabei liefern die eigenen vier Wände viele Sparmöglichkeiten. Etwa 87 Prozent des gesamten Energiebedarfs in privaten Haushalten entfallen auf Heizung und Warmwasser.

Passivhäuser sparen durch ihre sehr gute Dämmung und Wärmerückgewinnung ganze 85 Prozent dieser Energie. Ein gewaltiges Sparpotential, das nur jenen, die neu bauen oder ihr Eigentum nach Passivhausstandard umrüsten bisher zugänglich ist. Mieter dagegen können ihre Nebenkosten nicht beeinflussen und damit von diesen Einsparungen auch nicht profitieren. Das soll sich mit dem 1. September 2010 ändern, denn die Berliner Mieter bekommen ihr erstes Passivhaus.

Überzeugungstäter setzen ein Zeichen Paul Grunow ist Solarphysiker und macht sich seit Jahren für nachhaltiges Bauen stark. Wenn er am 1. September den symbolischen letzten Nagel in den Dachstuhl „seines“ Hauses schlägt, freuen sich 41 Mietparteien mit ihm, denn sie werden nie wieder eine Stromnachzahlung leisten müssen. Ein bisschen wirkt das Haus am hippen Arnimplatz im Prenzlauer Berg wie ein Gemeinschaftsprojekt der Berliner Nachhaltigkeitsszene.

Initiiert wurde es vom Architekten Uwe Heinhaus, dessen Name, spätestens seit dem Baugruppenprojekt in der Kollwitzstraße 22, in einem Atemzug mit ökologischem Bauen genannt wird. Fachkundig sind selbst die zukünftigen Bewohner. Fabian Tacke, der mit seiner fünfköpfigen Familie umziehen wird, war sofort überzeugt von der „Qualität und Ausführung“ des Entwurfs. Er sollte es wissen, denn er verkauft klimaneutrale Immobilien und ist seit 18 Jahren in der Berliner Stadterneuerung tätig. Familie Tacke hätte sich die Wohnung als Eigentum nicht leisten können, „zur Miete geht das schon“, verrät Herr Tacke. Er hofft, dass es bald viel mehr Mietshäuser nach Passivhausstandard gibt, denn auch Mieter sollten das Recht haben zu sparen, findet er.

Nebenkosten 1 Euro/ m²
Noch ist es eine scheinbar normale Baustelle, aber eines Tages soll an der Schivelbeiner Ecke Schönfließer Straße ein einzigartiges Wohnhaus stehen. Minimale Energiekosten zu maximalem Wohnkomfort und dazu eine neutrale CO2-Billanz. Zum Mietpreis ab 9 Euro/ m² nicht gerade günstig, aber , dafür sind die Nebenkosten außerordentlich niedrig, „wir rechnen mit ca. 1 Euro/ m²“, sagt Heinhaus.

Technik mit Mehrwert
Und so geht das. Wenn die Sonne scheint, heizen sich die Räume auf und bleiben dank luftdichter Dämmung warm. Selbst ohne Heizung fällt die Raumtemperatur nie unter 15 Grad. Be- und entlüftet wird das Gebäude über eine raffinierte zentrale Belüftungsanlage, die bei niedriger Außentemperatur die Zuluft erwärmt. Dasselbe System funktioniert auch umgekehrt und gestaltet an heißen Tagen ein angenehmes Wohnklima.

Auf dem Dach finden 92 Solarmodule Platz, die etwa 20% der Energie im Wohnhaus liefern sollen. Trotzdem wird es Heizkörper geben. „Ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk ermöglicht eine Komfortsteigerung und dient auch dem Abbau von Berührungsängsten“, meint der Architekt.

Familien willkommen
Auf den acht Etagen werden sich einundvierzig Wohnungen mit Größen ab 40m² erstrecken. Dazu eine exklusive Penthousewohnung im achten Obergeschoss mit 220 m². Alle größeren Wohnungen werden über zwei Badezimmer verfügen, ein kleines mit Dusche und ein größeres mit Badewanne. Darüber hinaus soll jede Wohnung einen eigenen Balkon oder Terrasse bekommen. Spürbar wird der gehobene Anspruch in der Ausstattung, denn die Böden werden mit massivem Eichholzparkett ausgelegt. Geplant sind große Wohnküchen und offene Essplätze, die Familien zu gemeinsamen Mahlzeiten einladen. Wem die Sonne aus den großen Fenstern zu heiß wird, kann sie durch eine Sonnenschutzanlage verschatten lassen. Weitläufige 1000 m² Innenhof werden einen kinderfreundlichen Gemeinschaftsgarten beherbergen. Darüber hinaus gibt es Gewerbeflächen (4 davon sind noch zu haben), von denen eine der Architekt Uwe Heinhaus bezieht. „Bei der Auswahl der Gewerbemieter achten wir sorgfältig auf ein gutes Zusammenspiel von deren Geschäftskonzepten mit der Energieeffizienz und Zukunftsorientierung eines Passivhauses“, sagt Heinhaus, und beschließt mit „deshalb bin ich auch selbst eingezogen.“

Quelle: Gröschel / pressbot.net

Update:

Passiv-Mietshaus am Arnimplatz / Kurzbeschreibung

Grundstücksgröße: 2080 m²
Wohnfläche: 4.600 m², 41 Wohnungen (zw. 40 und 170 m²)
Gewerbefläche: 650 m², 5 Gewerbeeinheiten
lichte Raumhöhe: 2,80 m

Passivhausstandard:
Wohneinheiten: gemäß Kriterien des Passivhaus-Instituts in Darmstadt
Gewerbeflächen: gemäß KfW-Energieeffizienzhaus 55
Photovoltaik-Anlage: 92 Solarmodule, „total power“: 20,24 kWp
Blockheizkraftwerk (BHKW): elektr. Leistung – 16 kW; therm. Leistung – 35 kW

Bauherr: Paul Grunow
Architekt: Heinhaus Architekten
Planung Haustechnik: Ingenieurbüro Siegfried Hanka
Wasserrecycling: Nolde & Partner

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