Energiewende

Warum eigentlich Sektorenkopplung?

Sektorenkopplung

Ihr kennt sie alle: diese Buzzwords, die scheinbar aus dem Nichts auftauchen und plötzlich entscheidend für die Zukunft unserer Energieversorgung sein sollen. Anfangs war es die „Energiewende“ selbst, irgendwann Kraft-Wärme-Kopplung, inzwischen Blockchain und, und, und …

Einer dieser Begriffe ist Sektorenkopplung (oder Sektorkopplung). Der ist zwar an sich gar nicht so neu (wobei das auch davon abhängt, wen man fragt), aber ich habe in letzter Zeit oft die Erfahrung gemacht, dass noch lange nicht jedem klar ist, was es damit auf sich hat. Ich meine, sicher, das scheint schon irgendwie relevant zu sein. Schließlich reden alle darüber. Aber warum eigentlich? Warum ist Sektorenkopplung ein so großes Thema?

Mit Sektorenkopplung schaffen wir Level 2 der Energiewende

Die kurze Antwort: Sektorenkopplung ermöglicht es uns, sicher durch Level 2 der Energiewende zu kommen. Was meine ich damit genau?

Die Energiewende ist bisher ein ziemlicher Erfolg. In einigen Bereichen zumindest:

  • In nur 17 Jahren haben wir den Anteil der erneuerbaren Energien am Strommix von 6 % auf 31 % erhöht,
  • Wir Bürger können uns an dem Energieversorgungssystem beteiligen, das vorher nur großen Versorgern und Stadtwerken vorbehalten war.
  • Es hat sich ein gesellschaftliches Bewusstsein für nachhaltige Energieversorgung entwickelt, das inzwischen tief verankert ist.

Und diese Erfolge sind wichtig für so ein generationenübergreifendes Veränderungsprojekt! Sie haben die Energiewende ins Rollen gebracht und gesellschaftlich etabliert. Aber im Grunde genommen war das bisher nur das Intro. Das erste Level, wenn man so will.

Herausforderungen der Energiewende steigen mit jedem Level

Denn es gibt auch noch genug Bereiche, in denen es nicht so gut läuft:

  • Obwohl so viele erneuerbare Energien dazugekommen sind, haben wir bisher kaum fossile Kraftwerke abgeschaltet. Aber was nützt uns der ganze Grünstrom, wenn die alten Kraftwerke weiter CO2 ausstoßen? Unsere CO2-Emissionen stagnieren seit Jahren.
  • Bei der Energiewende geht’s außerdem nicht bloß um Strom. Wir brauchen schließlich auch Energie für Wärme und Mobilität. Und in den Bereichen hinken die erneuerbaren mit 13 % und 5 % ziemlich hinterher.

Die Herausforderungen jetzt in Level 2 sind also andere und wir müssen unsere Ziele und Spielregeln entsprechend anpassen. Wir müssen „Energiewende“ weiter fassen, und unseren Fokus darauf richten, fossile Kraftwerke abzulösen und zudem Wärme und Mobilität auf erneuerbarer Basis bereitzustellen.

Und genau hier kommt Sektorenkopplung ins Spiel:

Sektorekopplung ist die geschickte Verbindung von Strom, Wärme und Mobilität

Die Idee dahinter ist es, die Energiesektoren Strom, Wärme und Mobilität auf geschickte Weise miteinander zu verbinden, damit ein möglichst hoher Anteil der Sonnen- und Windenergie genutzt werden kann und gleichzeitig die Abhängigkeit von fossilen Kraftwerken sinkt. Und zwar durch das Verknüpfen von Märkten und von Netzen, und durch das Speichern und Umwandeln der verschiedenen Energieformen. Klingt erstmal gut, oder? Aber wie läuft das genau?

Wind- und Solaranlagen bilden in Zukunft die Grundlage unserer Energieversorgung. Doch schon heute werden Anlagen zeitweise abgeregelt, da nicht der ganze Strom genutzt werden kann. Und auf der anderen Seite gibt es Zeiten, in denen der Strom aus diesen Anlagen überhaupt nicht ausreicht. Zum Beispiel weil der Wind nicht weht oder die Sonne nicht scheint. In anderen Worten: Angebot und Nachfrage passen nicht immer zusammen.

Strom aus Sonne und Wind für Wärme und Mobilität

Die zentrale Idee hinter der Sektorenkopplung ist es, den überschüssigen Strom aus Zeiten zu hoher Produktion stattdessen in den Sektoren Wärme und Mobilität zu nutzen. Also damit zu heizen oder Fahrzeuge anzutreiben, wie zum Beispiel im Quartier Franklin in Mannheim. Im Idealfall sogar zeitlich von der Stromproduktion versetzt. Das führt dazu, dass die erneuerbaren Energien langfristig besser ausgenutzt werden und die Energiewende auch in den bisher vernachlässigten Bereichen Wärme und Mobilität ankommt. Zusätzlich sorgen einige der Konzepte im Bereich der Sektorenkopplung sogar dafür, dass die Wind- und Solar-bedingten Stromlücken gefüllt werden und auf diese Weise effektiv fossile Kraftwerke verdrängt werden können.

Einige dieser Technologien und Konzepte sind:

  • Flexibilisierte Biogasanlagen
  • Abwärmenutzung
  • Wärme aus Strom
  • Elektromobilität
  • Power-to-Gas

Weil diese Punkte alle vernetzt sind und so miteinander zusammenhängen, dass sich das Gesamtkonzept der Sektorenkopplung kaum linear darstellen lässt, habe ich das folgende Video erstellt, das eine anschauliche Übersicht über das komplexe Themengebiet ermöglicht:

Dieses Video ansehen auf YouTube.

Kommentar von energynet.de

Klaus Russell-Wells produziert schöne und gut verständliche Videos zur Energiewende und veröffentlicht sie auf seinem YouTube-Kanal Joul. Mir gefällt die lockere Art, die vor allem informiert und nicht belehrend wirkt. Ich freue mich ihm die Gelegenheit zu geben diese Videos hier vorzustellen. Seine neuen Videos wird er alle hier vorstellen mit jeweils einem eigenen Beitrag.

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