Energieeffizienz

16 gute Gründe für die Teilnahme an einem Energieeffizienz-Netzwerk

Netzwerke
Energieeffizienz-Netzwerke lohnen sich, Grafik: pixabay/ geralt
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Energieeffizienz-Netzwerke lohnen sich, Grafik: pixabay/ geralt
Energieeffizienz-Netzwerke lohnen sich, Grafik: pixabay/ geralt

Zur Erreichung der Energieeffizienz-Ziele muss auch die Industrie ihren Beitrag leisten. Dabei setzen Bundesregierung und eine große Anzahl an Verbänden auf die Eigenverantwortlichkeit der Unternehmen. Durch die freiwillige Teilnahme an Energieeffizienz-Netzwerken soll ein nicht unerheblicher Anteil an Einsparungen erzielt werden, die im Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) vorgesehen sind. Das sind immerhin 74,5 PJ, was 5 Millionen Tonnen CO2 entspricht, und 20% der angestrebten Einsparung im NAPE. Erreicht werden soll diese Einsparung in insgesamt 500 Energieeffizienz-Netzwerken bis 2020 – mit 10 bis 12 Unternehmen je Netzwerk.

Warum sollen Unternehmen aber Unternehmen sich in Energieeffizienz-Netzwerken engagieren? Was haben sie davon?

Es gibt eine ganze Menge von Gründen für die Beteiligung an einem Energieeffizienz-Netzwerk. Immerhin gibt es einige Unternehmen, die bereits mehrfach an einem Netzwerk teilgenommen haben.

Was haben Unternehmen von der Teilnahme an einem Energieeffizienz-Netzwerk?

Hier ist meine Liste der Gründe für die aktive Beteiligung von Unternehmen in einem Energieeffizienz-Netzwerk. Für die Zusammenstellung hatte ich Unterstützung von einem erfahrenen Netzwerker, der sich heute auch im Ruhestand noch für den Erfolg der Netzwerke einsetzt.

1. Unterstützung bei der Erstellung des Energieaudit

Nach dem Energiedienstleistungsgesetz EDL-G, das auf der europäischen Energieeffizienzrichtlinie beruht, müssen Nicht-KMU bis zum 05.12.2015 ihr Unternehmen einem Energieaudit nach DIN EN 16247 unterziehen.

2. Unterstützung bei der Einrichtung eines Energiemanagementsystems

Alternativ zum Energieaudit können diese Unternehmen auch ein Energiemanagementsystem nach DIN EN ISO 50001, bzw. ein Umweltmanagementsystem (EMAS) einrichten).

3. Rechtssicherheit durch Austausch

Bei stetig veränderter Gesetzeslage auf dem Energiemarkt ist es wichtig, dass die Unternehmen gut informiert sind. Der Austausch im Netzwerk ist wesentlich kostengünstiger als die teure Einzelberatung einer Anwaltskanzlei.

4. Möglichkeiten zur Einsparung von Energiesteuern und -abgaben

Es spielt sicher in vielen größeren Unternehmen eine Rolle, sämtliche Möglichkeiten aufzudecken Energiesteuern und -abgaben einzusparen, auch wenn manche Leserinnen und Leser dies nicht erfreuen wird.

Industrieanlage, Foto: pixabay/ tpsdave
Industrieanlage, Foto: pixabay/ tpsdave

5. Aufdeckung von Potenzialen von neuen Energieeffizienzmaßnahmen

Gemeinsam können im Netzwerk neue Potenziale für Energie- und Ressourceneffizienz leichter aufgedeckt und Wege zur Umsetzung erörtert werden.

6. Von Erfahrungen anderer Unternehmen profitieren

Man muss neue Technologien oder Produkte nicht immer selbst ausprobieren, vielleicht hat es schon ein anderer im Netzwerk getan. Vielleicht hat im Netzwerk ein anderes Unternehmen Fehler gemacht, aus denen man selbst lernen kann, oder Ideen, auf die man selbst nicht gekommen wäre.

7. Energieverbrauch und CO2-Ausstoß reduzieren

Hätte eigentlich weiter oben stehen können, der elementarste Grund zur Teilnahme an einem Energieeffizienz-Netzwerk ist die Reduzierung des Energieverbrauchs und damit auch der Energiekosten. Als Folge davon verbessert sich der CO2-Fußabdruck des Unternehmens.

Getriebe, Foto: pixabay/ falco
Getriebe, Foto: pixabay/ falco

8. Beitrag zur Nachhaltigkeits-Strategie

Es wird immer wichtiger für Unternehmen, dass sie sich ihrer Verantwortung stellen und gesellschaftlich verantwortungsbewusst handeln. Die aktive Teilnahme an einem Energieeffizienz-Netzwerk kann einen guten Beitrag leisten in der Nachhaltigkeits-Strategie von Unternehmen und ein Kapitel im CSR-Bericht sein.

9. Imagepflege

Mit der Teilnahme an einem Energieeffizienz-Netzwerk kann die Marketing-Abteilung nach außen zeigen, man ist aktiv und beteiligt sich, übernimmt gesellschaftliche Verantwortung. Für die Außenwirkung des Unternehmens kann das sich positiv auswirken.

10. Besser und innovativer sein als der Wettbewerb

Sich abheben vom Wettbewerb ist nicht nur bei den Produkten wichtig. Mit der Aktivität im Energieeffizienz-Netzwerk kann man den Betrieb besser und innovativer aufstellen als der Wettbewerb. Allerdings wird es bei 500 Netzwerken unübersichtlich und vielleicht sind die Wettbewerber auch in Netzwerken aktiv.

11. Fördermöglichkeiten kennenlernen

Durch den Austausch mit anderen Unternehmen lernt man die vielfältigen Fördermöglichkeiten für Ressourcen- und Energieeffizienzmaßnahmen besser kennen und kann sie leichter umsetzen.

Industrieanlage, Foto: pixabay/ tpsdave
Industrieanlage, Foto: pixabay/ tpsdave

12. Gemeinsamer Einkauf von effizienten Produkten

In der Umrüstung auf einen energieeffizienten Betrieb müssen zahlreiche Produkte eingekauft werden, wie neue Beleuchtung, Pumpen, Kompressoren, usw. Durch gemeinsamen Einkauf im Netzwerk können die Kosten für die Umrüstung eventuell reduziert werden.

13. Beitrag zur Stärkung des Industriestandorts Deutschland

Mit dem Imagegewinn und den reduzierten Energiekosten, bzw. geringerem Ressourcenverbrauch, kann sich die deutsche Industrie gegenüber dem internationalen Wettbewerb gestärkt aufstellen.

14. Intensive Betreuung und Moderation der Netzwerke

Die Netzwerke werden von erfahrenen Moderatoren begleitet, der die Treffen organisatorisch und inhaltlich jeweils vor- und nachbereitet. Der Moderator sucht geeignete Referenten für Fachvorträge aus,, moderiert die Netzwerktreffen und passt die Inhalte an die Bedürfnisse der Teilnehmer an. Die Moderatoren sind Ansprechpartner für die Teilnehmer und fördern den direkten Erfahrungsaustausch zwischen den Netzwerkteilnehmern auch zwischen den Netzwerktreffen.

15. Fachbeiträge durch anerkannte Experten

Die Netzwerktreffen werden häufig ergänzt durch Vorträge zu unterschiedlichen Themen von Experten aus diesem jeweiligen Fachgebiet, wie z.B. Beleuchtung, Druckluft, Mitarbeiterschulung, etc., und sind damit eine hilfreiche Informationsquelle. Diese können von der begleitenden Energieberatung oder von anderen Institutionen kommen.

16. Freiwillige Maßnahmen schützen vor verpflichtenden Maßnahmen

Zuletzt der Hinweis, dass die Teilnahme an den Energieeffizienz-Netzwerken völlig freiwillig ist, aber vieles für die Teilnahme spricht – und zwar die 15 vorgenannten Punkte. Vom Erfolg der 500 Energieeffizienz-Netzwerke, von dem es einen jährlichen Monitoringbericht geben soll, hängt es aber letztlich ab, ob es nicht doch verpflichtende Einsparmaßnahmen für die Industrie geben wird oder nicht.

Habe ich was vergessen, gibt es Ergänzungen in der Liste? Ich finde das sind schon eine ganze Menge an Gründen. Für die Unterstützung zur Erstellung der Liste bedanke ich mich einem erfahrenen Netzwerker, beim Fraunhofer ISI und beim Twitter-Account der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz.

 

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Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

3 Kommentare

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  • Ich bin ein großer Freund der industriellen bzw. gewerblichen Energieeffizienz. In Punkt vier kommt natürlich ein Dilemma zu tage: Natürlich wollen Unternehmen auch Steuern einsparen. Jedoch an genau diesem Punkt werden diese dann auf Verbraucher abgewälzt. Dafür habe ich wenig Sympathie – auch wenn die Gründe nachvollziehbar sind. Mir wäre es lieber, wenn man die Schlupflöcher mit mehr Unterstützung der Energieeffizienz schließen würde und nur für die offen lässt, die es wirklich nötig haben. Interessant dazu fand ich einen Text vom DIW: http://sustainment.de/Industrie – Energiepreise sind nicht so sehr ein Standortfaktor wie behauptet wird. Wenn die Schlupflöcher geschlossen werden und die Energiepreise steigen, dann sind die Chancen der Energieeffizienz ein höherer Anreiz. Es wird gerechter und es werden mehr Emissionen vermiden.

    • Diesen Punkt habe ich bewusst mit rein genommen in die Liste, weil ich die Industrie direkt ansprechen und auf ihre Interessen eingehen wollte. Mir war klar, dass es unter Stammlesern Widerspruch erregen würde. Das muss aber nicht bedeuten, dass ich es gut finde. Sinnvoller wäre es die Befreiung von Umlagen und Abgaben mit Anforderungen an die Energieeffizienz zu verknüpfen.

      Ein guter Ansatz ist in der Schweiz zu finden. Um von der CO2-Steuer (50 Franken je t CO2) zu erhalten, muss das Unternehmen an einem Energieeffizienz-Netzwerk teilnehmen. So hätten wir die 500 Energieeffizienz-Netzwerke schnell voll.

  • […] Zunächst einmal der große Vorteil von Energieeffizienz-Netzwerke. Mit Hilfe der Arbeit im Netzwerk können Unternehmen richtig große Energieeinsparungen erreichen und damit die Energiekosten für die nächsten Jahre, im Vergleich zu anderen Unternehmen, deutlich reduzieren. Der Durchschnittswert der Energiekosteneinsparung beim Projekt 30 Pilotnetzwerke betrug 1,5 bis 2 Mio. € pro Betrieb. Zudem haben die beteiligten Unternehmen ihre Energieeffizienz mindestens doppelt so schnell steigern können wie der Durchschnitt der Industrie. Weitere Vorteile finden sich in meiner Liste der 16 guten Gründe für die Teilnahme an einem Energieeffizienz-Netzwerk. […]

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