erneuerbare energien

Finanzierungsplattform für erneuerbare Energien mit Vorteilen für Anleger und Betreiber

PV-Anlage auf Feuerwehrhaus bei Loburg
Photovoltaik-Dachanlage auf Feuerwehrhaus bei Loburg (Möckern, Sachsen-Anhalt), Foto: greenXmoney
PV-Anlage auf Feuerwehrhaus bei Loburg
Photovoltaik-Dachanlage auf Feuerwehrhaus bei Loburg (Möckern, Sachsen-Anhalt), Foto: greenXmoney

Bei der Finanzierung von Anlagen mit erneuerbaren Energien denkt man vor allem an Energiegenossenschaften. Diese sind lokal verankert und binden die einzelnen Anteilseigner in die Entwicklung und Planung mit ein. Für eine dezentrale Energiewende ist diese Form besonders gut geeignet. Es gibt aber auch noch andere Formen der Finanzierung, die es vielen einzelnen Investoren möglich macht sich mit kleinen Beträgen an der Finanzierung der Energiewende zu beteiligen.

Erneuerbare Energien mit Crowdfunding finanzieren

Verschiedene Konzepte, besonders aus dem Bereich des Crowdfunding, bzw. Crowdinvesting, habe ich hier bereits vorgestellt. Im letzten August hatte ich beispielsweise mal eine Liste von den bis dahin größten Solarenergie-Crowdfundings zusammen gestellt. Mittlerweile sammelt die Sonneninvest AG erneut Geld für drei bestehende große Solaranlagen ein, zwei Aufdachanlagen und eine Freiflächenanlage. Mit den Einnahmen soll in der nächsten Zeit ein weiteres Solarkraftwerk aufgekauft werden.

Um relativ unabhängig zu sein von der politischen Entwicklung und direkt den Bau von neuen Solarstrom-Anlagen zu unterstützen, werden bei der Plattform bettervest Anlagen für den Eigenverbrauch in Unternehmen finanziert, in Verbindung mit Energieeffizienz-Maßnahmen. Für den Automobilzulieferer Wintec GmbH aus Bad Driburg wurde erst kürzlich das Geld für die Investition eingesammelt – bereits das zweite Projekt in dieser Art von bettervest.

Investition aufteilen um Verlustrisiko zu verringern

Um das Risiko für den Investor zu verringern kann bei diesen Plattformen auch geringe Beträge investieren. Wer seinen finanziellen Mittel für Investitionen auf viele Projekte aufteilt, kann das Risiko eines Ausfalls deutlich verringern im Gegensatz zur Investition in eine einzelne Anlage. Ein weiterer Vorteil ist, dass auch diejenigen, die keine großen Beträge investieren können, sich auch beteiligen können. Die Mindestinvestition liegt teilweise bei 250 Euro, bei bettervest sogar nur bei 50 Euro.

Handelbares Wattpapier von greenXmoney für erneuerbare Energien

WEA Heukewalde
Die Windkraftanlage WEA Heukewalde, gelegen in Thüringen: Versorgt mit einer Gesamtleistung von 500 kW bereits 229 Familien mit grüner Energie. Foto: greenXmoney

Eine besondere Form des Crowdfundings für erneuerbare Energien bietet die Plattform greenXmoney an. Ähnlich wie sonst auch kauft man Anteile an bestehenden oder noch zu errichtenden Solar- und Windenergieanlagen. Da man Anteile an der Stromerzeugung kauft, werden diese Anteile als „Wattpapier“ bezeichnet. Die Inhaber der Wattpapiere erhalten eine feste Vergütung über die gesamte Laufzeit. Soweit ist das noch vergleichbar mit anderen Plattformen. Die Wattpapiere können jedoch auch vor Ablauf der Laufzeit auf der Plattform zum Verkauf angeboten werden.

Ein weiterer Unterschied zu den Angeboten von anderen Plattformen ist die Art des Darlehens, denn es handelt sich bei dem Investitionsvertrag bei greenXmoney nicht um ein partiärisches Nachrangdarlehen. Dies wurde durch ein Gutachten eines Anwaltsbüros bestätigt und erhöht die Sicherheit im Falle einer Insolvenz des Anlagenbetreibers.

Weitere Sicherheiten hat man als Investor dadurch, dass der Forderungskaufvertrag für das Wattpapier direkt mit dem Eigentümer der Wind- oder Solaranlage geschlossen wird und, dass der Zahlungsverkehr unabhängig von greenXmoney über einen neutralen Treuhänder abgewickelt wird.

Am wichtigsten für Investoren ist aber, dass auch die versprochene Rendite auch eingehalten wird. Dies garantiert der Betreiber der Anlage unabhängig von den tatsächlichen Erträgen der Anlage. Daher wird von vornherein mit einem Puffer geplant, damit das Risiko für den Betreiber nicht zu groß wird. Die Rendite speist sich aus der Einspeisevergütung nach dem EEG. In Zukunft sollen auch Anlagen außerhalb des EEG aufgenommen werden.

Für die ersten drei Projekte, der im September 2014 gestarteten Plattform, sind die Wattpapiere bereits verkauft. Aktuell werden keine Anteile zum Weiterverkauf angeboten.

Ein besonderes „Bonbon“ für Investoren ist die Aufstellung einer persönlichen Energiebilanz, die den eigenen Energieverbrauch im Alltag, inklusive Mobilität und Reiseverhalten als Beispiel, der erzeugten Energie ihres Anteils an Solar- und Windenergieanlagen gegenüber stellt. Die erzeugte Energiemenge können Investoren online zu dem eigenen persönlichen virtuellen Kraftwerk mitverfolgen.

Anders als beim üblichen Crowdinvesting wird bei greenXmoney nicht erst das Geld bis zum Erreichen der Fundingschwelle eingesammelt. Ab dem ersten Tag profitiert man von den Erträgen der bereits bestehenden Anlage, in die man investiert hat.

Vorteile für Anleger und Betreiber bei greenXmoney

Damit bietet das Geschäftsmodell Vorteile für Anleger und Anlagenbetreiber, so Geschäftsführer Murat Sahin:

„Der Geldanleger erwirbt die zukünftigen Stromerträge, für die der Anlagenbetreiber zusätzlich garantiert. Der Geldanleger hat auf einfacher Art und Weise eine Forderung erworben, ohne dass sich dieser an der Anlage selbst beteiligen muss.

Der Anlagenbetreiber erhält das benötigte Geld, bleibt aber zu jedem Zeitpunkt Eigentümer seiner Anlage und kann eine mögliche Überperformance bei der Stromerzeugung für sich behalten. Damit unterscheidet sich greenXmoney deutlich von anderen Crowdfunding-Modellen, bei denen sich der Geldanleger auf nachrangige Geldanlagen einlassen muss oder, bei z.B. Eigentumserwerb, er das Betreiberrisiko tragen muss, bei denen es ggf. auch zu Nachschusspflichten kommen kann. Wir denken, dass mit unserem Modell wesentliche Wünsche des Geldanlegers berücksichtigt sind, insbesondere durch eine bessere Sicherheit, Fungibilität, Transparenz und sehr geringe Gebühren.“

Transparenz ist wichtig für Vertrauen neuer Finanzierungs-Plattformen

Trotz der vielen neuen Plattformen, die helfen bei der Finanzierung von erneuerbaren Energien, bleiben Energiegenossenschaften die erste Wahl. Allerdings ist das Wachstum der Genossenschaften fast zum Erliegen gekommen und viele suchen nach neuen Aufgaben für die Zukunft, wie der Gastbeitrag vor wenigen Wochen deutlich gemacht hat. Daher ist es gut, dass es diese Angebote der unterschiedlichen Plattformen gibt. Für diese ist es sehr wichtig Transparenz zu zeigen und auf die Risiken hinzuweisen, um Vertrauen aufzubauen. Transparenz hilft auch, die Unterschiede zwischen den Plattformen deutlich zu machen. Für mich bedeutet Transparenz auf die Risiken hinzuweisen, diese möglichst klein zu halten und das alles zu kommunizieren – am besten in einem Blog oder in den sozialen Netzwerken.

Wie seht Ihr die Bedeutung der neuen Plattformen zur Finanzierung der Erneuerbarn Energien? Habt Ihr Euch schon über eine der Plattformen an einem Projekt beteiligt?

Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

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