Heizung

Heizungssanierung in vielen Bundesländern zu unkoordiniert

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feet-99991_640Beim Abbau von Altheizungsbeständen mangelt es in Deutschland an einer klaren Struktur. Das Ausmaß der bundesweiten Sanierungen veralteter Gas- und Öl-Kessel ist bislang noch nicht abgestimmt auf den tatsächlichen Sanierungsbedarf. So geht der jährliche Rückgang an Altbeständen auf Länderebene kaum einher mit dem Bild, das sich für den gesamten deutschen Altheizungsbestand zeigt. Lediglich zwei der sechzehn Länder haben 2013 zielgerichtet an ihren hohen Altheizungsbeständen gearbeitet. Zu diesem Ergebnis kommt der diesjährige Sanierungsatlas von Heizungsfinder.de, welchen der Dienstleister für energetische Sanierungen jährlich erstellt.

So zeichnete der Sanierungsatlas vor einem Jahr erstmals ein detailliertes Bild für den gesamten deutschen Altheizungsbestand. In Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen und Sachsen-Anhalt fanden sich die meisten veralteten Gas-Kessel. Rheinland-Pfalz, das Saarland und Bayern betrieben noch die meisten veralteten Öl-Kessel in Deutschland (Inbetriebnahme jeweils vor 1998). Wie sich diese Altbestände binnen eines Jahres entwickelt haben hat der Sanierungsatlas nun in einer aktuellen Studie untersucht.

Wenig Fortschritte bei Heizungssanierung in Deutschland

Wie sich sehr deutlich zeigte, passen bislang die Bemühungen, veraltete Heizungsbestände in Deutschland abzubauen, und der tatsächliche Handlungsbedarf in den jeweiligen Bundesländern mit hohen Altbeständen kaum zusammen. So verzeichneten gleich mehrere Bundesländer mit sehr hohen Altbeständen eher moderat zurückgehende Altanlagenzahlen, wohingegen Bundesländer mit niedrigeren Altbeständen deutlich mehr Altanlagen in einem Jahr außer Betrieb genommen haben. Aufeinander abgestimmt zeigten sich hohe Abbau-Quoten und hohe Altbestände nur in zwei der sechzehn Bundesländer.

Dieses verzerrte Bild setzt sich beim Blick auf die bundesweiten Quoten fort. So gab es Ende 2013 in Deutschland rund 5,4% weniger Öl-Kessel und rund 3,9% weniger Gas-Kessel entsprechenden Alters als noch ein Jahr zuvor. Das heißt, es wurden 2013 vermehrt alte Öl-Kessel außer Betrieb genommen. Dies widerspricht jedoch dem bundesweiten Bedarf zur Kesselsanierung, der bei derzeit rund 5,5 Millionen veralteten Gas-Kesseln deutlich höher liegt im Vergleich zu den rund 3,4 Millionen Öl-Kesseln.

Sanierungsatlas zeigt hohe Sanierungsquote in Bundesländer mit geringem Sanierugsbedarf

Auch gestaltete sich der starke Abbau der Ölheizungsbestände noch recht unstrukturiert und wenig orientiert am tatsächlichen Sanierungsbedarf der Länder. Am meisten saniert wurde mitunter in den Bundesländern, die kaum noch nennenswerte Altbestände hatten im Vergleich zu anderen Ländern. Wo ein hoher Sanierungsbedarf zu erkennen war aufgrund hoher Altbestände wurde mitunter deutlich weniger saniert. Etwas besser abgestimmt zeigten sich die Sanierungsmaßnahmen 2013 im Gasheizungs-Markt, wo stärker auch in Ländern mit hohen Altbeständen saniert wurde.

In der Einzelauswertung der Länder schneiden am Ende nur Rheinland-Pfalz und Niedersachsen sehr gut ab. In beiden Ländern wurde 2013 zielgerichtet mit einer hohen Sanierungsquote an den eigenen hohen Altheizungsbeständen gearbeitet. Das schlechteste Ergebnis lieferten die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. In allen vier Ländern wurde 2013 nur marginal an den hohen Altbeständen gearbeitet. Ihre Sanierungsbemühungen anders gewichten können die Bundesländer Thüringen und Hessen. Beide Länder weisen jeweils Spitzen-Quoten für eines der beiden Gewerke aus. Bedarf für hohe Abbau-Quoten liegt sowohl in Hessen als auch in Thüringen beim jeweils anderen Gewerk.

Hier können Sie die komplette Auswertung des Sanierungsatlas 2013 als PDF-Datei herunterladen.

Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

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