Energiespeicher Wemag

Batteriespeicher in Schwerin kurz vor Fertigstellung

Akkulieferung Batteriepark Schwerin
Anlieferung und Installation der ersten Akkus im WEMAG-Batteriepark Schwerin Lankow, Foto: WEMAG AG
Anlieferung und Installation der ersten Akkus im WEMAG-Batteriepark Schwerin Lankow, Foto: WEMAG  AG
Anlieferung und Installation der ersten Akkus im WEMAG-Batteriepark Schwerin Lankow, Foto: WEMAG AG

Vom Bau des größten Batteriespeicher Europas hatte ich schon lange nicht mehr berichtet. Im Dezember 2013 konnten die Projektpartner, die WEMAG AG und Younicos, in Schwerin Lankow Richtfest feiern. Anfang April wurden nun die 25.600 Akkuzellen  in den 5MW/5MWh-Batteriespeicher eingebaut. Zuvor wurden im die März Mittelspannungs-Transformatoren und -Schaltanlage installiert.

Der folgende Text basiert auf einer Meldung der WEMAG AG, Sponsor von energynet.de.

Bau des Speicher gut im Zeitplan

Die Lithium-Manganoxid-Zellen stammen vom südkoreanischen Hersteller Samsung SDI. Das Unternehmen schickte koreanische Mitarbeiter, die eine  Eingangsprüfung durchführen und die Installation der 1.600 Trays überwachen. Diese enthalten jeweils 16 einzelne Akkus. Anschließend erfolgt die Verkabelung der Kommunikationsmodule, bevor die einzelnen Elemente elektrisch verschaltet werden.

Vor Ostern sollte noch der  Netzanschluss realisiert werden und mit einem ersten Betriebstest der Anlage wird Ende Mai gerechnet.

„Wir hoffen auf eine störungsfreie Erprobungsphase, nachdem das Projekt bislang sehr gut im Zeitplan liegt,“ so Thomas Pätzold, Technischer Vorstand der WEMAG AG.

Die Zusammenarbeit mit dem Projektpartner Younicos klappte bisher reibungslos. Die Spezialisten für intelligente Netzspeicher errichten die Anlage schlüsselfertig für die WEMAG.

Stabilisierung des Stromnetzes durch Speicher

Das Batteriekraftwerk mit einer Leistung von 5 MW soll das Stromnetz stabilisieren, auch bei schwankender Einspeisung erneuerbarer Energien. Die Akkus liefern ihre Leistung innerhalb von Sekundenbruchteilen und stellen damit das Regelpotenzial einer konventionellen 50 MW Turbine bereit. Dadurch wird Kapazität frei, die für Strom aus Wind und Sonne genutzt werden kann. Das ist das Ziel der Speicherexperten von Younicos, die weltweit mehrere derartige Akkuspeicher errichten.

“Leistungsfähige und intelligente Speicher wie der Wemag-Batteriepark sind der Schlüssel zu einem effizienterem, grünerem und wirtschaftlichen Energiesystem. Nur so können wir das alte, fossile nukleare System in dem Maße kleiner machen, wie das neue, erneuerbare und dezentrale System wächst,” erklärt Clemens Triebel, technischer Vorstand von Younicos.

Der Schweriner Batteriespeicher soll trotz seines Pilotcharakters wirtschaftlich betrieben werden.

„Nach der Anschubfinanzierung durch das Innovationsprogramm des Bundesumweltministeriums in Höhe von 1,3 Mio. Euro wird der Großspeicher sein Geld am Primärregelenergiemarkt verdienen“, erklärte Pätzold.

Die dafür notwendige Prüfung durch den Netzbetreiber 50 Hertz Transmission – die sogenannte Präqualifikation – ist für den Sommer geplant. Die feierliche Inbetriebnahme des Batteriespeichers soll im August oder September erfolgen.

Funktionsprinzip des Speichers

Luftbild des WEMAG Batteriespeichers in Schwerin, Foto: WEMAG AG
Luftbild des WEMAG Batteriespeichers in Schwerin, Foto: WEMAG AG

Regelleistung ist eine Netzdienstleistung, bei der durch die Regelung von Kraftwerken das Angebot und die Nachfrage von Strom ins Gleichgewicht gebracht werden. Bisher wird dies durch konventionelle Kraftwerke geleistet. Batterien können Regelleistung aber CO2-neutral bereitstellen, indem sie Strom aufnehmen oder abgeben. Dazu werden die Akkus des Batteriespeichers etwa nur zur Hälfte gefüllt.

Die automatische Steuerung erfolgt durch die Frequenz des Stromnetzes. Fällt sie unter einen bestimmten Wert unterhalb der Netzfrequenz von 50 Hertz, speist der Batteriespeicher Strom in das Netz. Bei einer definierten Schwelle oberhalb von 50 Hertz werden die Batterien aufgeladen.

So können die naturbedingten Schwankungen der Ökokraftwerke ausgeglichen werden. Das wird immer wichtiger: Allein im Netz der WEMAG im windreichen Westmecklenburg und Nord-Brandenburg sind Ökokraftwerke mit einer Leistung von etwa 900 Megawatt angeschlossen. Schon 2013 erzeugten diese Anlagen etwa 86 Prozent der Strommenge, die im Gebiet der WEMAG Netz GmbH an Kunden verteilt wird. Für 2014 rechnet der Netzbetreiber mit einer bilanziellen Menge von mehr als 100%.

Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

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