Heizung

Programmierbare Heizkörperthermostate: Energiesparer oder Energiefresser? Teil 1

Gastbeitrag von Benjamin Wirries, Die Einsparberater OHG, in zwei Teilen im Rahmen der Artikelserie zum Thema Heizung (weitere Beiträge sind noch willkommen)

Programmierbare Heizkörperthermostate, auch Energiesparregler genannt, werden gerade in der kalten Jahreszeit an vielen Stellen als „DIE“ Möglichkeit zum Energiesparen auch für Miethaushalte angepriesen. Im folgenden möchte ich kurz erläutern welche Einsparpotentiale mit diesen Geräten zu erzielen sind, und ob sich eine Anschaffung solcher Produkte lohnt.

Was versteht man unter programmierbaren Heizkörperthermostaten?

Die Energiesparregler bestehen aus einer Einheit, die in der Regel ein Thermometer, eine Zeitschaltuhr und einen Elektromotor beinhaltet. Sie werden an Stelle der normalen Thermostate auf die Ventile der Heizkörper montiert. Für die Montage an die Vielzahl der Ventiltypen bei den Heizkörpern sind teilweise separat erhältliche Adapter nötig. Danach wird an dem Energiesparregler festgelegt, wann am Tag welche Temperatur in dem jeweiligen Raum gehalten werden soll. Dies kann für unterschiedliche Wochentage differenziert eingegeben werden. Anschließend regelt der programmierbare Heizkörperthermostat nach den einprogrammierten Vorgaben selbsttätig die Heizleistung der Heizkörper mit Hilfe, des über Batterien betriebenen, Elektromotors. Die Preise für solche programmierbaren Heizkörperthermostate variieren, je nach Ausstattung und Hersteller zwischen 23 und 60 €.

Wie viel Energie wird über einen Heizkörper im Schnitt abgegeben?

Diese Frage ist etwas schwer zu beantworten, zumindest mit den Daten die mir zur Verfügung stehen. Ich werde die Daten daher ableiten, am besten wäre es an dieser Stelle sicherlich die Kalorimeter-Daten von einigen tausend Haushalten zur Verfügung zu haben.

Laut statistischem Bundesamt betrug 2008 die Wohnfläche die im Durchschnitt pro Haushalt vorhanden war 86,4 m². Die Haushaltsgröße betrug 2,2 Personen im Schnitt und es waren 4,4 Räume plus Küche und Bad, also insgesamt 6,4 Räume, vorhanden. (zu den Daten des statistischen Bundesamtes)

Insgesamt gehe ich daher in den weiteren Berechnungen von 6,4 beheizten Räumen pro Haushalt aus, die jeweils einen Heizkörper enthalten.

2007 haben die privaten Haushalte rund 1.653 PJ Energie für die Raumwärme verbraucht (Quelle UBA). Das macht pro Haushalt rund 11.500 kWh an Heizenergie pro Jahr. Teilt man diese 11.500 kWh nun auf die 6,4 Heizkörper je Wohnung auf, so kommt man auf einen rechnerischen Wert von etwa 1.800 kWh Heizenergie pro Heizkörper und Jahr.

Wie viel Energie lässt sich mit einem solchen Thermostat einsparen?

Die Hersteller dieser Ventile geben stets ein Einsparpotential von bis zu 30% an. Dies wäre bei einer Gasheizung etwa ein Einsparpotential von 37,80 € pro Heizkörper. Diese Zahl stellt jedoch die maximal mögliche Einsparung bei einem durchschnittlichen Energieverbrauch dar. Im Normalfall werden die Heizkörper ja geregelt und viele Heizungsanlagen verfügen auch über eine Nachtabsenkung.

Ganz entscheidend dafür, ob sich die Anschaffung eines Energiesparreglers lohnt ist das persönliche Heizverhalten. Daher betrachten wir im folgenden die Wohnzimmer von zwei Beispielhaushalten mit gleicher Wohnfläche, Personenanzahl, Heizsystem…. .

Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

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