Bioenergie

Anzahl der Bioenergiedörfer im Südwesten soll wachsen

In Baden-Württemberg sollen künftig mehr Kommunen ihren Wärmebedarf mit Bioenergie decken. Zu diesem Zweck hat das Wirtschaftsministerium ein neues Förderprogramm für „Bioenergiedörfer“ gestartet. Finanziell gefördert wird die Wärmeversorgung von Gemeinden, Städten, aber auch von Orts- und Stadtteilen. Die Energie soll überwiegend aus Biomasse stammen, etwa Biogas oder Holzhackschnitzeln. Die Kombination mit anderen erneuerbaren Energien ist möglich. 20 Prozent der förderfähigen Kosten, maximal 100.000 Euro, zahlt das Land als Zuschuss. Die Fördervergabe findet im Rahmen eines Wettbewerbes statt. Antragsfrist für die nächste Runde ist der 29. Januar 2010. Fachliche Unterstützung erhalten Kommunen und beteiligte Firmen von der Klimaschutz- und Energieagentur Baden-Württemberg (KEA).

Die energetische Nutzung von Biomasse leistet einen Beitrag zum Klimaschutz und birgt für Kommunen große Chancen. „Bioenergiedörfer sparen Energiekosten. Sie sind unabhängiger von Energieimporten und internationalen Energiekrisen. Wertschöpfung und Arbeitsplätze bleiben in der Region, etwa in der Forst- und Landwirtschaft“, sagt KEA-Geschäftsführer Dr. Volker Kienzlen. „Die Voraussetzungen für Bioenergiedörfer sind im Land mit seinem überdurchschnittlich hohen Biomassepotenzial und häufig dichter Bebauung auch im ländlichen Raum außerdem besonders günstig.“

Den Nutzen hat auch das Land erkannt. Bereits bisher förderte das Wirtschaftsministerium Bioenergiedörfer im Rahmen des Bioenergiewettbewerbs. Förderbedingung war jedoch ein besonders innovatives Konzept. Künftig werden solche Vorhaben grundsätzlich gefördert, erklärte das Ministerium Mitte Oktober. Bewerben können sich Kommunen und beteiligte Unternehmen.

„Gute Chancen haben Kommunen, wenn sie im Antrag deutlich machen, dass ihr Projekt fossile Energieträger ersetzt und vorbildlich ist“, erklärt Volker Kienzlen. Bedingung seien auch eine gute Planung sowie Kosten-, Energie- und Ressourceneffizienz. Die KEA bietet Beratungsleistungen während der Vorplanungsphase in Form von Konzepten, Machbarkeitsstudien, Prüfungen bereits ausgearbeiteter Konzepte und fachlichen Stellungnahmen an. So können Kommunen Bioenergie auch ohne eigenes Know-how nutzen.

Die Wärme für die Bioenergiedörfer im Südwesten soll vorwiegend aus Anlagen mit Kraft-Wärme-Kopplung stammen, die beispielsweise mit Holzhackschnitzeln oder Biogas betrieben werden. Die Technik der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) nutzt die Abwärme bei der Stromerzeugung für Heizzwecke und ist besonders effizient. Auch bereits bestehende Biogasanlagen, die die Wärme noch nicht in Fernwärmeleitungen einspeisen, können gefördert werden.

In Baden-Württemberg sind derzeit 13 Bioenergiedörfer in Betrieb oder in Planung. Ziel der Landesförderung ist es, diese Zahl mit dem neuen Förderprogramm rasch deutlich zu erhöhen. Alle drei Monate bewertet das Ministerium die Anträge, unterstützt durch ein beratendes Fachgremium. Die nächste Antragsfrist endet am 29. Januar 2010. Der Zuschuss ist mit Mitteln aus Förder­programmen des Bundes kumulierbar.

Ein Bioenergiedorf ist ein regional orientiertes Konzept zur Nutzung erneuerbarer Energien, insbesondere Biomasse, im ländlichen Raum. Der Bedarf eines Ortes oder Ortsteils an Wärme und Strom soll so möglichst vollständig gedeckt werden.

Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

2 Kommentare

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  • […] Dieser Eintrag wurde auf Twitter von Andreas Kuehl, Städte SOZIAL planen erwähnt. Städte SOZIAL planen sagte: Anzahl der Bioenergiedörfer im Südwesten soll wachsen (energynet): In Baden-Württemberg solle.. http://bit.ly/5RNe7R #stadtentwicklung […]

  • „hr Projekt fossile Energieträger ersetzt und vorbildlich ist“ ich denke das ist leicht machbar – es kommt sicher nur darauf an, ob dort auch genug Leute tätig sind, die an so etwas Interesse haben.

    Generell finde ich es sehr interssant, dass die Erzeugung von Energie immer stärker dezentralisiert wird. Den Trend halte ich auf jeden Fall für sinnvoll und zukunftsträchtig – auch was ganz neue Arbeitsplätze / Technologien angeht.

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