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Erneuerbare Energien benötigen Netzausbau und Anreize für regenerative Kombikraftwerke und Speicher

Der Bundesverband Erneuerbare Energie e.V. (BEE), der Bundesverband WindEnergie (BWE) und die Gesellschaft für Netzintegration (GENI) haben gestern in Berlin auf einer gemeinsamen Fachkonferenz über die Integration Erneuerbarer Energien in die Stromversorgung den völlig unzureichenden Zustand des Stromnetzes kritisiert. Vertreter der Erneuerbaren Energien forderten gegenüber Netzbetreibern und Politik konkrete Schritte für einen schnellen Ausbau des Stromnetzes sowie Anreize für regenerative Kombikraftwerke und die Erschließung neuer Speicher. Nur so könne die wachsende Menge an Strom aus Erneuerbaren Energien tatsächlich vollständig für die Stromversorgung genutzt werden.

„Schon heute muss immer wieder auf CO2-frei produzierten Strom verzichtet werden, weil das Stromnetz nicht ausreichend auf den Ausbau Erneuerbarer Energien vorbereitet ist“, bemängelte BEE-Präsident Dietmar Schütz auf der gestrigen Fachkonferenz zur Netzintegration die derzeitige Situation. Dieses Problem werde sich noch verschärfen, da der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung von heute etwa 15 Prozent auf deutlich über 35 Prozent im Jahr 2020 steige. „Der Umbau unserer Energieversorgung bedeutet wirksamen Klimaschutz und kurbelt die wirtschaftliche Entwicklung nachhaltig an. Technische Hindernisse müssen deshalb so schnell wie möglich beseitigt werden“, verlangte Schütz.

Da insbesondere Wind- und Sonnenenergie ihren Strom witterungsabhängig liefern, muss das Stromnetz aus Sicht der Verbände entsprechend angepasst werden und eine Verknüpfung mit steuerbaren Bioenergiequellen und Energieverbrauchern erfolgen. „Die bestehenden Speicherkapazitäten müssen stärker auf das Windangebot ausgerichtet und zusätzliche Investitionen in neue Speicherkapazitäten getätigt werden“, forderte Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes WindEnergie (BWE), vor rund 100 Konferenzteilnehmern aus Verbänden, Unternehmen und Politik.

Jörg Müller, Vorsitzender der Gesellschaft für Netzintegration (GENI), beschrieb die Herausforderung so: „Unsere Energieinfrastruktur war bisher auf große, fossil befeuerte Kraftwerke ausgerichtet. Jetzt wird dieser Kraftwerkspark Schritt fürSchritt umgebaut und durch viele dezentrale Anlagen ersetzt, die sich aus Erneuerbaren Energien speisen. Diese müssen in die Lage versetzt werden, in Verstetigung der Stromproduktion und neue Speicher wie beispielsweise Wasserstoff zu investieren.“

Neben dem notwendigen Netzausbau sahen die Konferenzteilnehmer einen Lösungsansatz für die Netzintegration des Stromes aus Erneuerbaren Energien in Anreizen für regenerative Kombikraftwerke, wie sie die zum Jahresbeginn in Kraft tretende Neufassung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes in einer Verordnungsermächtigung vorsieht. Solche Kombikraftwerke schalten Wind- oder Solaranlagen mit steuerbaren Erneuerbaren Energien und Stromverbrauchern zusammen und erhalten dafür einen finanziellen Bonus. „Dieses Instrument hilft den Betreibern von Erneuerbare-Energien-Anlagen, ihre Einspeisung kontinuierlicher zu gestalten und so das Stromnetz zu entlasten“, erläuterte BEE-Präsident Schütz.

Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

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