Photovoltaik

Deutliches Wachstum bei Photovoltaik-Anlagen im Gewerbe

Wachstum bei Photovoltaik-Anlagen im Gewerbe
Deutliches Wachstum bei Photovoltaik-Anlagen im Gewerbe, Grafik: BSW-Solar

Die Energiewende muss sich nicht nur auf Wohnhäuser konzentrieren. Auch für Gewerbe- und Industriebetriebe ist die Versorgung mit Solarstrom vom eigenen Dach wirtschaftlich interessant. Immer mehr Unternehmen erkennen heute die Vorteile von verlässlichen Strompreisen einer Reduzierung der CO2-Emissionen. Nach Angaben des Bundesverband Solarwirtschaft e.V. ist alleine im ersten Quartal 2018 die installierte Leistung von Photovoltaik-Anlagen im Gewerbe gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 218,9 um 50 Prozent auf 328,3 Megawatt angestiegen. Als Hilfe für Unternehmen beim Einstieg in die Nutzung von Solarstrom haben der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) in der vergangenen Woche das Faktenpapier „Eigenerzeugung, Eigenversorgung, Mieterstrom und Stromdirektlieferung“ veröffentlicht.

Gründe für Eigen- und Direktversorgung mit Solarstrom in Unternehmen

Solarstrom vom Dach ist heute wirtschaftlich attraktiv für Gewerbe- und Industriebetriebe. Es gibt einige gute Gründe

  • Die Kosten zur Erzeugung von Strom mit einer Photovoltaik-Anlage sind oft deutlich günstiger als der Strombezug aus dem Netz.
  • Der Preis für diesen Strom bleibt über 20 Jahre konstant und damit kalkulierbar.
  • Im Gegensatz zum Wohnungssektor, fällt der Energieverbrauch in Unternehmen vor allem tagsüber an, wenn die PV-Anlage Strom erzeugt. Damit kann mehr PV-Strom vor Ort verbraucht werden.
  •  PV-Strom den die Unternehmen nicht selbst verbrauchen, können sie einspeisen oder verkaufen.

Faktenpapier für Photovoltaik in Industrie und Gewerbe

Dr. Sebastian Bolay, Leiter des Referats Strommarkt, erneuerbare Energie beim DIHK:

„Gerade der Mittelstand kann mit der eigenen Photovoltaikanlage die Energiekosten senken und zugleich einen wichtigen Beitrag für die Energiewende leisten. Das ist für die Akzeptanz der Energiewende in der Wirtschaft von nicht zu unterschätzender Bedeutung.“

Das Faktenpapier von BSW Solar und DIHK möchte aber nicht werben für neue Photovoltaik-Anlagen. Es geht auf 26 Seiten, für alle die sich bereits Gedanken machen um die Investition, um erste rechtliche Informationen und den Stand der Rahmenbedingungen. Was ist der Unterschied zwischen Eigenverbrauch und Eigenerzeugung? Was ist eine Stromdirektlieferung und wie sieht das Mieterstrommodell nach dem EEG 2017 aus?

Erst am Ende im Kapitel „Eigenerzeugung und Stromdirektlieferung: Bausteine der Energiewende“ nennen die Autoren einige gute Gründe für die Stromerzeugung mit Photovoltaik vor Ort. Hier kommen Stichpunkte zur Sprache, wie Versorgungssicherheit, Energiewende als Mitmachprojekt und eine Flexibilisierung der Nachfrage.

Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft:

„Die Photovoltaik-Technologie ist im vergangenen Jahrzehnt um mehr als 75 Prozent günstiger geworden. Dadurch ist heute selbst erzeugter Solarstrom auch für den industriellen Mittelstand preiswerter als Elektrizität vom Versorger. Stromkunden mit Lastgangmessung können die Wirtschaftlichkeit der Photovoltaik-Investition zusätzlich steigern, wenn sie mit selbsterzeugtem Solarstrom und Batteriespeicher die Jahreshöchstleistung und damit die Energiekosten senken können.“

Das Faktenpapier „Eigenerzeugung, Eigenversorgung, Mieterstrom und Stromdirektlieferung“ gibt es zum Download beim BSW-Solar , bei der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz, sowie bei vielen IHK vor Ort.

Beispiele für die Eigenversorgung mit Solarstrom in Unternehmen

Es gibt schon eine Reihe von Beispielen von Eigenversorgung mit Solarstrom in Unternehmen, allerdings habe ich nur wenige finden können:

Beispielrechnung für Photovoltaik in Industrie und Gewerbe

Das Fach-Unternehmen TDZ aus Niedersachsen rechnet auf seiner Website die Einsparung bei den Stromkosten mit einer PV-Anlage für die nächsten 20 Jahre vor. Sie kommen dabei auf eine Einsparung von 247.000 EUR  von den 714.000 EUR, die bei einem herkömmlichen Strombezug anfallen.

PV-Anlage für Parkdeck und Logistikzentrum

Das Solarcluster Baden-Württemberg berichtet von einem 1,35 Megawatt (MW) Photovoltaik-Projekt auf einem Parkdeck und auf dem benachbarten Logistikzentrum in Neckarsulm. Auf dem Flachdach des Parkhauses finden 1.944 Solarmodule der Orange Solar GmbH ihren Platz, die im besten Fall für die nächsten 50 Jahre eine Leistung von 524,88 Kilowatt peak (kWp) erzeugen. Weitere 828 Module installierte K2 auf der Dachfläche eines Logistikzentrums. Der Solarstrom wird sowohl vor Ort verbraucht, als auch direkt in das Netz eingespeist.

Logistikzentrum in Schweden mit PV-Anlage

Die größte PV-Aufdachanlage in Schweden, mit 1,5 MWp-Leistung, befindet sich auf einem neuen Logistikzentrum der schwedischen Online-Apotheke Apotea. Die mehr als 5.500 polykristalline Module der Marke GCL produzieren nun annähernd 1,5 Gigawattstunden Strom pro Jahr – mehr als der jährliche Energieverbrauch von Apotea. Den Großteil des Sonnenstroms verbraucht Apotea direkt, den Überschuss verkaufen sie an einen regionalen Energieversorger. Alle Komponenten hat das deutsche Systemhaus für Photovoltaik IBC-Solar geliefert.

Geht die Entwicklung bei Photovoltaik-Anlagen im Gewerbe weiter?

Im Gewerbe gibt es noch viele große Dächer und zusammen mit den genannten Argumenten spricht vieles für ein weiteres deutliches Wachstum bei Photovoltaik-Anlagen im Gewerbe. Bereits vor über zwei Jahren hatte ich von zwei Beispielen für den Eigenverbrauch bei Solarstrom in Unternehmen berichtet. Mal sehen, ob es wirklich so weiter geht. Von weiteren interessanten Beispielen berichte ich gerne.

Über den Autor

Andreas Kühl

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