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Der Energieausweis und die Energiewende?

Der Energieausweis ist ab Mai 2014 Pflicht | © jaddingt / shutterstock.com

Bereits seit Anfang Mai 2014 gilt die neue Energieeinsparverordnung. Diese Bundesrechtsverordnung, auch als „EnEV“ bekannt, regelt die bautechnischen Standardanforderungen an ein Gebäude. Dabei geht es zum Beispiel um den Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Wert) einer Dachdämmung oder darum, ab welchem Zeitpunkt Heizungen erneuert werden müssen.

Mit der Novellierung der EnEV wurden im Mai auch die Bestimmungen für den Energieausweis verschärft.

Inwiefern dies mit der Energiewende zusammenhängt, können Sie hier erfahren.

 

Regelungen der EnEV 2014 betreffen auch den Energieausweis

Mehr Menschen benötigen jetzt einen Energieausweis für Ihr Gebäude, denn er ist nun bei Verkauf und Vermietung zu einem obligatorischen Dokument geworden. Sinn und Zweck des Energieausweises ist es, Gebäude energetisch zu bewerten und so für Mieter und Käufer vergleichbarer zu machen.

Die Novellierung der EnEV enthält eine klar geregelte Energieausweis-Pflicht. Wenn Gebäude vermietet oder verkauft werden, ist die Vorlage eines Energieausweises Pflicht.

Der Energieausweis 2014 – was wird darin beschrieben?

Zunächst sei einmal gesagt, dass es zwei verschiedene Energieausweise gibt. Den Energiebedarfsausweis und den Energieverbrauchsausweis. Wie die beiden Namen schon andeuten, orientieren sie sich jeweils an unterschiedlichen Kriterien. Beide haben jedoch das Ziel, die Energieeffizienz des betrachteten Gebäudes darzustellen.
Genauere Informationen zu den Energieausweisen können Sie hier erhalten.

Warum ist der Energieausweis gut für die Energiewende?

Die Energieausweise beschreiben auf zwei unterschiedliche Arten den theoretischen Energiebedarf oder eben den vergangenen Energieverbrauch des Gebäudes. Sie sollen so den wahrscheinlich zu erwartenden Energiebedarf eines Gebäudes darstellen. Durch die Notwendigkeit des Energieausweises, egal ob Bedarfs- oder Verbrauchsausweis, ergeben sich meiner Meinung nach zwei große Vorteile.

Zum Einen stärkt der Energieausweis die Interessen von Mietern oder Käufern und zum Anderen öffnet er das gesamte Thema „Energieeffizienz von Gebäuden“ einem größeren Publikum.

Energieausweis – praktisch für den Mieter/Käufer

Der Mieter oder Käufer eines Gebäudes kann nun schon im Vorfeld die künftig anfallenden Energiekosten besser abschätzen. Nicht selten geschieht es, dass Gebäude zwar günstig zu mieten oder zu kaufen sind, sich dieses Schnäppchen jedoch aufgrund der hohen Energiekosten finanziell nicht lohnt. Durch den Energieausweis wird dem Interessenten gleich vorab ein erster Überblick über den energetischen Zustand der Immobilie gegeben. Allzu große Überraschungen sollten die kommenden Strom- und Gasrechnungen dann nicht mehr bringen.

Der Energieausweis ist damit nichts Geringeres als eine Form des Verbraucherschutzes!

Energieausweis – hilfreich für die Energiewende

Die Energiewende ist auch maßgeblich von der Energieeffizienz deutscher Gebäude abhängig. Es reicht nicht, allgemein „nur“ auf regenerative Energien umzusteigen. Es sollte auch gleichzeitig der Energieverbrauch verringert werden, d.h. die vorhandene Energie möglichst effizient eingesetzt werden.

Durch die Angabe zum Energieverbrauch bzw. dem Energiebedarf des Hauses, wird der Immobilienmarkt im Hinblick auf die Energieeffizienz der Gebäude transparenter. Die Käufer und Mieter so durch den Energieausweis auf die Energieeffizienz des Gebäudes hingewiesen. Wie zum Beispiel bei einem Kühlschrank oder einer Geschirrspülmaschine wird die Energieeffizienz auch bei Gebäuden mit einer Effizienzskala angegeben. Klar, je effizienter ein Gebäude, desto attraktiver ist auch die Immobilie für zukünftige Mieter und Käufer. Sowohl Besitzer eines Hauses (Vermieter und Verkäufer), als auch Mieter und Käufer entwickeln durch den Energieausweis ein stärkeres Interesse an der Energieeffizienz des Gebäudes. Die Vermieter/Verkäufer erhöhen durch eine hohe Energieeffizienz den Wert der Immobilie – die Mieter/Käufer profitieren durch künftig geringere Energiekosten.

Das Bedürfnis nach energieeffizienteren Gebäuden könnte sich durch die Energieausweise erhöhen.

Die stetige Auseinandersetzung mit der Energieeffizienz wird sich positiv auf die Energiewende auswirken. Praktische Lösungen, wie z.B. eine angemessene Gebäudedämmung oder die sinnvolle Unterstützung der Heizung durch eine Solarthermieanlage etc., rücken so hoffentlich stärker in das Bewusstsein der Menschen vor. Der Energiewende und den angestrebten Klimaschutzzielen kann dies nur zuträglich sein.

Kritik an den Energieausweisen

Die Aussagekraft der beiden Energieausweise ist leider nicht zu 100% realistisch, da lediglich theoretische Werte oder Verbrauchswerte zur Berechnung herangezogen werden.

So berücksichtigt der Energiebedarfsausweis nicht das individuelle Nutzerverhalten oder den Standort eines Gebäudes. Der Energieverbrauchsausweis beruht im Gegensatz dazu nur auf den Heizgewohnheiten der Vorbesitzer. Da aber eben jeder ein sehr unterschiedliches Heizverhalten hat, kann der tatsächliche Energieverbrauch nie zu 100% antizipiert werden. Bei neuen Mietern oder Besitzern kann der Energieverbrauch daher durchaus anders ausfallen.

Im Einzelfall ist eben jeder selber für seinen Energieverbrauch verantwortlich. Jedoch hilft der Energieausweis dabei eine gewisse Übersicht oder Einschätzung der zu erwartenden Energiekosten darzustellen. Mehr über das Berechnungsverfahren und das Energielabel der Energieausweise können Sie hier erfahren.

Fazit

Die Energieeffizienz von Gebäuden wird durch die Energieausweis-Pflicht in bestimmten Fällen allgemein zu einem größeren Thema. Die Vermieter und Verkäufer stehen einer öffentlichen Darstellung der Energieeffizienz ihrer Gebäude gegenüber. Die Nachfrage nach effizienteren Gebäuden wird sich dadurch im besten Fall erhöhen. Für Vermieter und Verkäufer rücken Maßnahmen der energetischen Sanierung damit noch einmal stärker in den Vordergrund. Durch die höhere Energieeffizienz der Gebäude wird weniger Energie benötigt und dies fördert die Energiewende.

Andere Meinungen oder Ergänzungen dazu, warum der Energieausweis gut oder schlecht für die Energiewende ist, können gerne hier in den Kommentaren diskutiert werden. Was halten Sie von der neuen Energieausweis-Pflicht?

Über den Autor

Stephan Günther

Stephan Günther ist Energieblogger und Redakteur bei energieheld.de.
Sein Steckenpferd sind die erneuerbaren Energien und die Energiewende. Im Rahmen seiner Tätigkeiten bei energieheld schreibt er vor allem über die energetische Gebäudesanierung.
"Ich möchte mit meinen Artikel die Menschen informieren und die Energiewende unterstützen. Vor allem der Wärmewende wird zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Hier liegt ein riesen Potential für Mensch und Umwelt."

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