energy 2050 - Die Energiekonferenz von VERBUND
Heizung

Auch die Heizkosten müssen bezahlbar bleiben

Heizkosten
Entwicklung der Heizkosten in Deutschland, Quelle: CO2online/ DMB
Heizkosten
Entwicklung der Heizkosten in Deutschland, Quelle: CO2online/ DMB

Was ist das nur für eine Weihnachtspause? Bei so vielen Meldungen zu meinen Themen fällt es mir schwer ganz abzuschalten und die Pause durch zu halten. Daher möchte ich es nicht versäumen, meine Leser über diese Meldungen zu informieren.

Kurz vor den Feiertagen ging wieder ein mal die Diskussion über die Strompreise los. Da fiel in einem Fernsehbeitrag im Morgenmagazin, ob ARD oder ZDF weiß ich nicht mehr, wieder mal der Satz „Energie muss bezahlbar bleiben“. Der Satz ist genauso aussagekräftig wie „Das Wetter muss schön bleiben“, den würden vermutlich auch fast alle Menschen unterschreiben.

Warum ich mich über diesen Satz dann aufrege, ist dass er nur die halbe Wahrheit enthält und nicht unsere gesamte benötigte Energie gemeint ist. Denn der Satz bezieht sich nur auf Strom und hätte damit lauten sollen „Strom muss bezahlbar bleiben“. Wer aber von Energie spricht, wie Thomas Bareiß, der Koordinator für Energiepolitik der CDU/ CSU-Bundestagsfraktion, in dem oben erwähnten Beitrag, der muss auch von Heizenergie sprechen. Ein Engagement der Politik für bezahlbare Heizkosten ist aber bislang nicht zu erkennen, zumindest nicht in Absichtserklärungen, wie im Koalitionsvertrag. So fehlt zum Beispiel eine politische Strategie zur Förderung der Gebäudemodernisierung, die steuerliche Förderung wäre eine Chance dazu gewesen.

Medienberichte über hohe Heizkosten

Seit den Feiertagen berichten nun zahlreiche Medien von den Heizkosten, die in 2012 und 2013 so hoch waren wie nie zuvor. Die FAZ hat gleich nach dem 2. Weihnachtsfeiertag berichtet, dass wir Deutsche in 2012 und 2013 so viel für Heizkosten ausgegeben haben wie noch nie. Verantwortlich dafür ist eine energiepolitische Ausrichtung, die sich an den fossilen Energieträgern Öl, Gas und Kohle orientiert, so der Beitrag.

Bei ZEIT Online bezog man sich auch auf den genannten Artikel der FAZ und hob hervor, dass gerade Heizöl zur Preisfalle für 12 Millionen deutscher Haushalte geworden sei. In 2012 sei die Heizkostenabrechnung für Gebäude mit einer Ölheizung gegenüber 2011 um 22 Prozent angestiegen. Bei einer 80 qm Wohnung können so Nachzahlungen von über 200 zusammen kommen.

Die in den Artikeln erwähnte Studie wurde von Dr. Steffen Bukold für die Bundestagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen erstellt und kann in seinem Blog EnergyComment nachgelesen werden. Für die Auftraggeber ist die einseitig ausgerichtete Energiepolitik dafür verantwortlich, denn diese betrachte nur die Kosten der Energiewende. Es müssten aber auch die Kosten und die damit verbundenen Risiken für den Import der fossilen Energieträger Öl, Gas und Kohle betrachtet werden.

Einseitige Energiewende im Stromsektor

Einseitig ist die Energiepolitik, das sehe ich auch so. Aber die Einseitigkeit bezieht sich vor allem darauf, dass die Energiewende fast nur den Stromsektor betrachtet. Was die Kosten angeht und auch die CO2-Emissionen brauchen wir aber dringend eine Energiewende im Wärmebereich.

Eine Energiewende im Wärmebereich muss Investitionshemnisse beseitigen, Anreize schaffen und vor allem das Thema in den Vordergrund stellen. Von alleine wird sich kein Markt bilden und es wird sich nur wenig anpassen. Auf dem Wohnungsmarkt sind die Heizkosten noch unwichtig.

Die im Beitrag genannten Vorschläge von Herr Bukold können ein Anfang sein. Ob ein Verbot von Ölheizungen sinnvoll ist oder ob Wärmedämmung immer die Lösung ist, sollte wenigstens diskutiert werden. Das wäre ein Anfang und mein Wunsch für 2014. Ich werde das Thema hier jedenfalls noch häufiger aufgreifen, damit die Heizkosten auch in Zukunft bezahlbar sein können.

Schlüsselwörter

Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

2 Kommentare

Hier klicken um einen Kommentar zu schreiben

Kategorien

Veranstaltungs-Partner

2. gwf-Fachtagung

PV-Wind-Betreiberkonferenz

Unterstützt meine Arbeit für energynet.de!

Unterstütze mich auf Steady

Energieblogger, ich bin dabei!

Werbung




Alle 14 Tag erscheint der aktuelle Newsletter mit exklusiven Informationen zum Blog, einem Verweis auf die neuesten Beiträge, Empfehlungen von Veranstaltungen und ein Blick in andere Energieblogs.