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Anstieg des Energieverbrauchs zeigt Notwendigkeit für mehr Energieeffizienz

Entwicklung Energieverbrauch 2013
Entwicklung des Primärenergieverbrauchs in den ersten neun Monaten 2013 in Deutschland - Veränderungen in Prozent - Gesamt 10.382 PJ, Quelle: AG Energiebilanzen
Entwicklung Energieverbrauch 2013
Entwicklung des Primärenergieverbrauchs in den ersten neun Monaten 2013
in Deutschland – Veränderungen in Prozent – Gesamt 10.382 PJ, Quelle: AG Energiebilanzen

In diesen Tagen wird die Energiewende immer wieder nur auf den Strompreis reduziert. Dass die Menschen sich letztlich für die Kosten interessieren, ist verständlich, das betrifft jeden von uns und ich will auch nicht verleugnen, dass für viele Menschen die Kosten ein Problem sind. Dann muss man aber konsequenterweise auch die deutlich höheren Heizkosten nennen, die noch viel mehr ein Problem sind als die Stromkosten.

Ist es jemand aufgefallen? Ich bin von dem Strompreis zu den Energiekosten gesprungen und die Kosten setzen sich aus dem Preis mal der verbrauchten Energie zusammen. Da kommt also noch ein weiterer Faktor ins Spiel, der in der Diskussion völlig vernachlässigt wird – der Energieverbrauch. Wer von den Energiekosten redet, muss also auch Energieverbrauch sagen, nicht nur Energiepreis.

Energieverbrauch deutlich angestiegen gegenüber Vorjahr

Da haben wir den Salat, nicht nur die Preise steigen, auch der Verbrauch wird ansteigen. Für dieses Jahr rechnet die AG Energiebilanzen mit einem Anstieg des Energieverbrauchs von etwas mehr als 2 Prozent. Wenn der Winter in den nächsten  Wochen beginnt und richtig kalt wird, kann der Anstieg noch höher ausfallen. Es wird mit einem höheren Verbrauch bei Erdgas, Heizöl, Öl allgemein, Steinkohle und bei erneuerbaren Energien gerechnet. Rückgange gibt es im Verbrauch von Kernkraft und Braunkohle.

Nach den Berechnungen der AG Energiebilanzen lag der Verbrauch an Primärenergien in den ersten neun Monaten  in Deutschland  bei 10.382 PJ oder 354,3 Mio. t SKE. Dies entspricht einem Zuwachs von 3,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Hauptgrund für den Verbrauchsanstieg war der erhöhte Bedarf von Wärmenergien durch den langen Winter und den kühlen Frühling. Die wirtschaftliche Entwicklung hatte hingegen kaum Einfluss auf den Energieverbrauch, eventuelle Steigerungen der Energieeffizienz sind 2013 durch die Temperatureffekte überkompensiert worden.

Anstieg des fossilen Energieverbrauchs

Folgende Verbrauchsänderungen in den ersten neun Monaten 2013 im Vergleich zu 2012 hat die AG Energiebilanzen gestern bekannt gegeben:

  • Anstieg des Mineralölverbrauchs um 2 Prozent
  • Anstieg des Verbrauchs von Heizöl um 13 Prozent
  • Anstieg des Verbrauchs von Erdgas um 11 Prozent
  • Anstieg des Verbrauchs von Steinkohle um 3 Prozent
  • Rückgang des Verbrauchs von Braunkohle um 1 Prozent (bei Erhöhung des Stromverbrauchs aus Braunkohle um 1 Prozent)
  • Rückgang der Kernenergie um 3 Prozent
  • Anstieg der erneuerbaren Energien um insgesamt 6 Prozent
  • Zuwachs bei Wasserkraft um 6 Prozent
  • Rückgang des Verbrauchs aus Windenergie um 6 Prozent
  • Zuwachs des Stromverbrauchs aus Photovoltaik um 5 Prozent

Für ein sachgerechtes Monitoring der Energiewende fordert die AG Energiebilanzen eine zügige Novellierung des Energiestatistikgesetzes. Die Datenlage soll zunehmend problematisch sein und eine Neufassung sei bereits ausgearbeitet, so die AG Energiebilanzen.

In dieser Bilanzierung ist nur Primärenergieverbrauch enthalten. Eine Angabe zum Stromverbrauch hat der BDEW Ende Oktober gemacht und einen Rückgang um 1,7 Prozent auf 369 Mrd. kWh (376 Mrd. kWh) bekannt gegeben. Als Grund gibt der BDEW eine weiterhin schwache Konjunktur an, sowie verbesserte Energieeffizienz und ein gestiegendes Energiebewusstsein der Verbraucher.

Entwicklung des Energieverbrauchs zeigt noch viel Arbeit für Energieeffizienz

Diese Entwicklung des Energieverbrauchs zeigt, dass wir noch viel am Verbrauch arbeiten müssen, vor allem im Wärmebereich ist noch viel zu tun. Durch verbesserte Energieeffizienz der Gebäude und effizientere Heizungen, sowie erneuerbare Energie für die Heizung sind wir bei einem langen und kalten Winter besser vorbereitet und geschützt vor hohen Heizkosten. Wenn der BDEW eine schwache Konjunktur angibt als Grund für einen Rückgang des Stromverbrauchs, dann ist ebenfalls noch viel zu tun in der Energieeffizienz. Wie rasant soll der Stromverbrauch, bzw. die Kosten, bei ansteigender Konjunktur sonst ansteigen?

Oder andersherum, wie schön wäre es, wenn die Konjunktur anspringt und der Energieverbrauch konstant bleibt oder gar zurück geht? Und wie wäre es, wenn ein langer kalter Winter uns von der Kostenseite nicht stört?

Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

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