Photovoltaik

Photovoltaik-Module für den Balkon brauchen Anschluss durch einen Fach-Installateur

alternative 21911 640

alternative-21911_640Eigentlich klingt es sehr interessant, einzelne Solarmodule am Balkon, auf der Garage, im Garten oder an der Fassade anzubringen und den Strom direkt in das Haushaltsnetz einzuspeisen. Wer fünf Module kombinieren kann, der hat gar die Möglichkeit seine Stromrechnung um bis zu 25 Prozent zu reduzieren. Für Mieter, Wohnungseigentümer oder wer kein Platz hat für eigene Module auf dem Dach scheint es eine gute Alternative zu sein zur PV-Anlage auf dem Dach. So könnten sie auch ihren Strom aus Sonnenenergie selbst produzieren.

Gibt es Plug & Safe bei den Balkonmodulen?

Doch so einfach wie es aussieht ist es nicht. Bei elektrischen Geräten ist die Sicherheit ein wichtiger Faktor, um die Gesundheit und das Leben der Nutzer zu schützen. Um die Sicherheit zu gewährleisten gibt es zahlreiche Vorschriften und Normen. Wie der VDE, der Verband der Elektrotechnik Elektronik und Informationstechnik, gestern mitgeteilt hat, entsprechend diese Photovoltaik-Anlagen, bei denen der Strom einfach per Schutzkontakt-Stecker über die Steckdose in den Hausstromkreislauf (Endstromkreis) eingespeist wird,  nicht den VDE-Sicherheitsvorschriften.

Der  Schutzkontakt-Stecker erweckt beim Nutzer den Eindruck, dass er PV-Anlagen durch einfaches Anschließen an die Steckdose selbst in Betrieb nehmen kann, ohne Unfall- und Haftungsrisiken einzugehen. Aber das Einstecken eines elektrischen Erzeugungsgerätes in die Steckdose ist nicht mit dem Einstecken eines elektrischen Verbrauchsgerätes zu vergleichen und nach der Sicherheitsnorm DIN VDE 0100-551 (VDE 0100-551) unzulässig.

Brände durch Überlastung des Stromkreislaufs möglich, Nutzer haftet selbst

Beim Anschluss von Stromerzeugern an die Steckdose können vorhandene Schutzorgane der häuslichen Elektroinstallation, wie zum Beispiel Sicherungen, ihre Schutzfunktion nicht mehr im vollen Umfang erfüllen. Sie erkennen den in die Steckdose rückgespeisten Strom nicht und können darauf nicht ordnungsgemäß reagieren. Aus diesem Grund kann es bereits kurz nach dem Einstecken des PV-Moduls zu einer Überlastung des Stromkreises und zu Bränden kommen. Grundsätzlich empfiehlt der VDE den Nutzern von PV-Anlagen dringend, bei der Installation von Photovoltaik-Anlagen stets auf fachkundige Personen zu setzen, die eine normengerechte Installation von normengerechten Stromerzeugungseinrichtungen nach VDE-Sicherheitsvorschriften gewährleisten können.

Grundsätzlich ist der Anschluss von stromerzeugenden Geräten auf der Verbraucherseite in Deutschland nicht zulässig, so ein Hinweis des DKE Normungsgremiums. Der Anschluss von Stromerzeugungseinrichtungen muss daher auf der Versorgungsseite aller Schutzeinrichtungen der Endstromkreise erfolgen. Zusätzlich müssen die Stecker so konstruiert sein, dass sie in nicht eingestecktem Zustand nicht unter Spannung stehen.

Bei fachkundiger und normengerechter Installation nach VDE-Vorschriften bieten Photovoltaik-Anlagen (PV-Anlagen) eine sichere und komfortable Möglichkeit zur Nutzung „selbst geernteter“ elektrischer Energie.

Angaben des Herstellers zur Sicherheit

Nach den Meldungen in den Medien und dem öffentlichkeitswirksamen Bericht im Film „Leben mit der Energiewende“ wird der Eindruck erweckt, dass diese Module nur in die Steckdose angeschlossen werden müssen und schon kann es losgehen.

Die Website des Herstellers Sun Invention sagt dazu auch nicht viel anderes, ich finde keine Hinweise, dass die Module von einem Fach-Installateur angeschlossen werden müssen. Es gibt lediglich Verhaltensregeln zum Download. Diese besagen, dass keine Verbraucher mit mehr als 2.500 Watt angeschlossen werden dürfen, nur Original-Stecker verwendet werden dürfen und nicht an Steckerleisten angeschlossen werden dürfen. Zusätzlich soll die 16 Ampere Sicherung im Einspeise-Stromkreis durch eine 10 Ampere Sicherung ausgetauscht werden und der Rat einer Fachkraft eingeholt werden.

Sehr wichtig für die Sicherheit ist der Rat des Anbieters einen extra Stromkreis für die Einspeisung des selbst erzeugten Stroms ins Haushaltsnetz zu verwenden. Diese Empfehlung sollte jedoch direkt auf der Website stehen und nicht nur auf einer pdf-Datei.

Zusätzlich wird empfohlen dem Betrieb der Module bei den Stromkonzernen anzuzeigen. Wenn die oben genannten  Sicherheitsvorschriften eingehalten und nachgewiesen werden, steht dem Betrieb nichts mehr im Wege. Es ist jedoch keine bewusste Fehlinformation, dass der Anschluss der Module nicht zulässig ist, wie dieser Text zeigt.

Fach-Handwerker

Wenn Sie jetzt sicher sein wollen und sich von einem Fachmann beraten lassen wollen, benötigen Sie einem kompetenten Elektriker. Diesen finden Sie zum Beispiel auf der neuen Fachbetriebssuche für Solarenergie.

Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

4 Kommentare

Hier klicken um einen Kommentar zu schreiben

Kategorien

Veranstaltungs-Partner

Unterstützt meine Arbeit für energynet.de!

Unterstütze mich auf Steady

Energieblogger, ich bin dabei!

Werbung




Alle 14 Tag erscheint der aktuelle Newsletter mit exklusiven Informationen zum Blog, einem Verweis auf die neuesten Beiträge, Empfehlungen von Veranstaltungen und ein Blick in andere Energieblogs.