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2 Kommentare

  1. Wenn man verschiedene Stromspeicher mit einander vergleicht, muss man stark aufpassen dass man nicht in die berühmte ‚Äpfel – Birnen‘ Falle tappt. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen

    1. Saisonalspeicher / Langzeitspeicher (Tage – Wochen)
    2. Tagesspeicher / Lastausgleich (Stunden – Tage)
    3. Pufferspeicher (Minuten – Stunden)
    4. Kurzzeitspeicher / Frequenzregelung (Sekunden – Minuten)

    Ein weiteres Unterscheidungskriterium ist

    a. zentral (am “Point-Of-Production‘ oder ‚Point-Of-Installation‘)
    b. dezentral (am ‚Point-Of-Consumption‘)

    Wenn die Energiewende vollständig gelingen soll, also wirklich mehr als 80% unseres Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien kommen soll, benötigen wie vermutlich zwischen 20 und 50 TWh an Speichern, mit einem klaren Schwerpunkt auf großen Saisonalspeichern.

    Dr. Heindl’s Lageenergiespeicher hat zweifelsohne das Zeug dazu, zur Kategorie 1.a. zu gehören (zentraler Saisonalspeicher), und bietet großes Potential für enorme Energiemengen im TWh-Bereich. Zum Vergleich, die gesamte Kapazität Deutscher Pumpspeicherwerke beträgt derzeit ca. 40 GWh. Nur einige riesige Stau-Beckenin Norwegen bieten das Potential, ähnlich viel Energie zu speichern wie der Lageenergiespeicher.

    Die Gravity Power GPM Module basieren zwar auf einem sehr ähnlichen Prinzip, haben dagegen ihren Fokus eher im Segment 2.b., also als dezentrale Tagesspeicher. Sie solle ähnliche Leistungsdaten wie PSPs bieten, mit dem großen Vorteil dass sie zentral direkt am ‚Point-Of-Consumption‘ aufgestellt werden können, was hilft Leitungen einzusparen.

    Für eine erfolgreiche Energiewende brauchen wir alle diese Speichertypen, eine Gegenüberstellung ist daher nur begrenzt sinnvoll. Natürlich kann man den Lagenergiespeicher von Dr. Heindl auch kleiner machen, aber er sagt selbst dass die grossen Vorteile seines Konzepts erst bei großen Radien zum Tragen kommen, da dieser in der 4. Potenz in die Kapazität eingeht.

    Alternative Verfahren zu den GPM Modulen, also für 2.b., wären :

    PHES (Pumped Heat Energy Storage) – Isentropic Ltd., Saipem, etc.
    LightSail Inc. – adiabatisches CAES mit Drucktanks
    Buoyant Energie GmbH – Schwimmende PSP
    AMBRI – Hochtemperatur-Batterien
    etc.

    Einige dieser Verfahren sind auch für 3.b. geeignet, die Übergänge sind dabei manchmal fliessend.

    Als weitere Saisonalspeicher können wir im Moment nur riesige Speicherseens, z.B. den Ringwall-Speicher von Dr. Popp, oder ‚Power-to-Gas‘ (H2 oder Methan) sehen, letzteres mit derzeit noch sehr schlechten Wirkungsgraden im Gesamt-Kreislauf, also ‚Strom-zu-Stom‘.

    mfG
    C. Wiesner
    ROTOKINETIK