Windenergie

Vom Aufschwung der Windenergie im Sog der Energiewende

N100 Gamma 1
N100 Gamma, Quelle: Nordex SE

Auch die Windenergie profitiert deutlich von einer Umorientierung in  der Energieerzeugung. Im vergangenen Jahr konnte die neu installierte Leistung, gegenüber 2010, um 30%, auf 2,007,42 MW, gesteigert werden. Erfreulich ist insbesondere die Entwicklung in den Binnenländern Rheinland-Pfalz und Bayern, die am stärksten zulegen konnten.

Für diese Entwicklung gibt es verschiedene Gründe. Zum einen werden durch die Energiewende auch in den Flächenländern mehr Vorrangflächen für Windenergieanlagen ausgewiesen. auch in Baden-Württemberg wird diese Entwicklung nach dem Regierungswechsel noch erwartet. Daher wird diese Entwicklung vermutlich anhalten, denn bei Windenergieanlagen kann es teilweise zu langen Genehmigungszeiten kommen, der versprochene Bürokratieabbau lässt leider noch auf sich warten.

Ein anderer Grund im Wachstum der Zahl der neu installierten Windenergieanlagen liegt in der Technik. Mittlerweile gibt es Anlagen, die für Gebiete mit schwachem Wind besser geeignet sind und durch die hohen Türme ist auch im Binnenland eine bessere Auslastung möglich. Damit ist eine Differenzierung der Windenergieanlagen (WEA) für unterschiedliche Einsatzgebiete möglich, siehe Meldung bei ee-news.ch).

Ebenso positiv kann die Entwicklung im Bereich des Repowering betrachtet werden, dem Austausch alter Anlagen durch neuere leistungsfähigere Windenergieanlagen. Auch hier wird ein Wachstum von 30% erreicht, allerdings ist der bürokratische Aufwand genauso hoch wie bei dem  Neubau und entsprechend mit hohen Planungszeiten verbunden. Der Bundesverband Windenergie möchte mit Repowering die Anzahl der installierten Anlagen halbieren und die installierte Leistung verdoppeln.

Das Sorgenkind der Windenergie ist aber weiterhin der große Hoffnungsträger Offshore-Windenergie. Es geht zwar langsam voran, in Deutschland wurden 2011 30 MW Offshore-Windenergie neu installiert und am Netz angeschlossen ist jetzt eine Leistung von 200 MW. Aber die offenen Fragen, wie die Haftungsfrage bei Schäden an Netzkabeln und der verbindliche Netzanschluss, sind wichtige Fragen und damit große Hemnisse für die Weiterentwicklung der Offshore-Windenergie. In diesem Jahr ist geplant eine zusätzliche Leistung von 200 MW neu ans Netz zu bringen und damit die installierte Leistung zu verdoppeln. Insgesamt werden bis Ende des Jahres weitere 2 GW Offshore-Windenergie in Bau sein, so die Planung. Wenn alles klappt, wie vorhergesehen, kann die Offshore Windenergie in den nächsten Jahren einen sehr großen Schritt nach vorne machen. Hier haben wir es aber mit einem erheblichen Investitionsvolumen zu tun, und die Entwicklung wird auch von der Entwicklung im Bankensektor abhängen.

Dieser Trend in der Windenergie-Nutzung, wie oben beschrieben, ist ein weltweiter Trend mit einem weltweiten Wachstum. Allein für China wird eine neuinstallierte Leistung von 20 GW geschätzt, wie viel davon ans Netz angeschlossen ist, kann man aber nicht sagen. Bei den USA werden 6,2 GW und bei Kanada werden 1,3 GW neu installierte Leistung angegeben, wobei hier die Entwicklung vermutlich noch weiter nach oben gehen wird. Und auch in Europa kann man sich mit 10 GW sehen lassen.

Dass nur die installierte Leistung bei Erneuerbaren Energien nicht ausreicht, ist auch in der Windenergie angekommen. Es ist jetzt auch „Klasse statt Masse“ gefragt, denn der erzeugte Strom muss auch beim Verbraucher ankommen, und darf nicht mangels Bedarf verpuffen. Dazu fordert die Branche einen Netzausbau und intelligente Speicherlösungen, wie z.B. das Enertrag-Hybridkraftwerk. Die „Power-to-Gas“ Technologie wird als die bisher vielversprechendste Lösung zur Speicherung von Strom aus Windenergie angesehen. Wer aber soll sich darum kümmern und diese Technologie einführen?

Die oben genannten Zahlen und Aussagen beruhen auf der Bilanz-Pressekonferenz des Bundesverband Windenergie, des Deutschen Windinstitutes und des VDMA Power-Systems.

 

Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

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  • […] Ebenso positiv kann die Entwicklung im Bereich des Repowering betrachtet werden, dem Austausch alter Anlagen durch neuere leistungsfähigere Windenergieanlagen. Auch hier wird ein Wachstum von 30% erreicht, allerdings ist der bürokratische Aufwand genauso hoch wie bei dem  Neubau und entsprechend mit hohen Planungszeiten verbunden. Der Bundesverband Windenergie möchte mit Repowering die Anzahl der installierten Anlagen halbieren und die installierte Leistung verdoppeln. (Quelle: Energynet) […]

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