Stand der Energieeffizenz-Netzwerke in den Verbänden

Dieser Artikel ist Teil 4 von 25 über Serie Energieeffizienz-Netzwerke
Staatssekretär Rainer Baake (6. v. l.) und Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (9. v. l.) zusammen mit Mitgliedern der Initiative Energieeffizienz-Netzwerke, Foto: BMWi/ Susanne Eriksson
Staatssekretär Rainer Baake (6. v. l.) und Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (9. v. l.) zusammen mit Mitgliedern der Initiative Energieeffizienz-Netzwerke, Foto: BMWi/ Susanne Eriksson

Zum Rückblick auf die ersten 100 Tage Nationaler Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) sollten wir auch mal einen Blick werfen auf die groß angekündigten Energieeffizienz-Netzwerke. Mit großem Interesse haben am 03.12.2014 gemeinsam mit der Bundesregierung 18 Verbände aus Industrie, Gewerbe, Handwerk und Handel eine Vereinbarung zur Verbreitung von Effizienz-Netzwerken bei den Mitglieds-Unternehmen unterschrieben. Es handelt sich nur um eine freiwillige Vereinbarung, dennoch sollte man schauen, was wirklich umgesetzt wird.

Bis zum Jahr 2020 sollen 500 neue Energieeffizienz-Netzwerke initiiert und durchgeführt werden, heißt es in der Vereinbarung. Ein jährliches Monitoring soll den Erfolg der Netzwerke dokumentieren. Im NAPE rechnet die Bundesregierung durch die Energieeffizienz-Netzwerke mit einer Einsparung von bis zu 75 PJ Primärenergie bzw. 5 Mio. t THG-Emissionen bis zum Jahr 2020.

Was steht in der Vereinbarung zu Energieeffizienz-Netzwerken?

In der Vereinbarung werden Mindestanforderungen an Energieeffizienz-Netzwerke, Synergieeffekte, das Monitoring und der Steuerungskreis geregelt.

Vereinbarte Mindestanforderungen an Energieeffizienz-Netzwerke

  • Energieeffizienz-Netzwerke bestehen aus in der Regel 8 bis 15, mindestens jedoch 5 Unternehmen
  • Initiator ist ein Netzwerkträger
  • Netzwerke werden begleitet von qualifizierten Energieberatern
  • Vernetzung der Unternehmen findet durch regelmäßig stattfindenden moderierten Erfahrungsaustausch statt
  • jedes teilnehmende Unternehmen setzt sich ein eigenes Einsparziel und unterlegt dies mit Maßnahmen
  • Netzwerke setzen sich ein aggregiertes Einsparziel
  • Netzwerke können branchenübergreifend, branchenspezifisch oder unternehmensintern sein
  • In Netzwerken mit KMU werden abgestufte Mindestanforderungen festgelegt

Synergieeffekte der Energieeffizienz-Netzwerke

In den Energieeffizienz-Netzwerken können andere Instrumente der Energieeffizienz, die vorgeschrieben sind, umgesetzt werden.

So können Energieaudits innerhalb eines Netzwerkprozesses erarbeitet werden. Ein bereits bestehendes Energieaudit ersetzt die Potenzialanalyse bzw. Bestandsaufnahme innerhalb eines Netzwerkprozesses.

Wenn Unternehmen dabei sind ein Energiemanagementsystem oder ein Umweltmanagementsystem einzuführen oder bereits eingeführt haben, dann können die Potenzialanalyse/Bestandsaufnahme und die Anforderungen ihres Energieprogrammes für die Netzwerkarbeit verwendet werden. Diese können auch die Netzwerkarbeit für die Weiterentwicklung und Verbesserung ihrer Energiemanagementinstrumente nutzen.

Monitoring der Energieeffizienz-Netzwerke

Die Bundesregierung beauftragt ein unabhängiges wissenschaftliches Institut für das jährliche Monitoring. Der erste Monitoring-Bericht soll im Frühjahr 2016 erfolgen.

Im Bericht soll die Zahl der Netzwerke erfasst werden und, ob sie gemäß der Vereinbarung arbeiten. Weiterhin soll die Summe der innerhalb der Netzwerke umgesetzten Maßnahmen, sowie der erzielten Einsparungen und eingesparten Treibhausgas-Emissionen ermittelt werden. In Stichproben werden die Angaben geprüft.

Die erzielten Einsparungen in den Energieeffizienz-Netzwerken werden in der Regel anonym dargestellt.

Steuerungskreis für die Energieeffizienz-Netzwerke

Mindestens einmal im Jahr trifft sich ein Steuerungskreis mit Vertretern der Bundesministerien für Wirtschaft und für Umwelt mit Vertretern der Verbände, die die Vereinbarung unterzeichnet haben. Im Steuerungskreis wird der Monitoringbericht bewertet, der aktuelle Stand der Netzwerke analysiert, Informationskampagnen diskutiert, ein gemeinsames Logo geprüft und ein Wettbewerb zur Würdigung besonderer Leistungen geprüft.

Stand der Umsetzung der Energieeffizienz-Netzwerke

Nicht einmal vier Monate ist die Unterzeichnung der Vereinbarung her, ist ein erstes Fazit noch zu früh? Ich habe von einigen Verbänden gehört, dass sie das Thema Ernst nehmen und mit großem Einsatz an der Umsetzung arbeiten.

Dies eröffnet Energieberatern, die sich auf Unternehmen spezialisiert haben, neue Chancen. Beim VDMA ist eine eigene Stelle geschaffen worden, es wird jetzt ein Energieberater als Projektmanager für die Energieeffizienz-Netzwerke gesucht. Diese Person sollte sich mit den bekannten Normen (ISO 50001, DIN EN 16247 etc.) und in Sachen Audits im produzierenden Gewerbe gut auskennen.

Zertifizierte Energieberater nach dem LEEN-Prinzip für Energieeffizienz-Netzwerke gibt es jetzt auch beim Energieeffizienz-Dienstleister Limon GmbH aus Kassel, wie im Blog nachzulesen ist.

In Leipzig fand bereits ein Auftakttreffen von der örtlichen IHK zum Energieeffizienz-Tisch statt, dort soll eines der erste Netzwerke eingerichtet werden.

Gibt es weitere neue Berichte zu den Energieeffizienz-Netzwerken oder gibt es Interesse an einer Umfrage unter den Verbänden?

Weitere Beiträge zu den Energieeffizienz-Netzwerken im NAPE

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Über Andreas Kühl

Energieblogger aus Leidenschaft mit großem Faible für effiziente Energienutzung im Strom- und Wärmebereich. Diie kostenlos zur Verfügung stehende Energie der Sonne und vom Wind sind für mich faszinierend und Herausforderung zugleich. Sie suchen für Ihre Informationsseiten oder Ihren Blog immer wieder nach neuen, interessanten Inhalten? Oder Sie wollen Ihre Online-Kommunikation analysieren lassen? Informationen zum Leistungsangebot von Andreas Kühl finden Sie unter energynet.de/leistungen.

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