Sanierung

Innovationen zur Finanzierung und Beratung von energiesparender Sanierung

effin Abschlusskonferenz
effin Abschlusskonferenz am 25.03.2015 in Berlin, Foto: Andreas Kühl
effin Abschlusskonferenz am 25.03.2015 in Berlin, Foto: Andreas Kühl
effin Abschlusskonferenz am 25.03.2015 in Berlin, Foto: Andreas Kühl

Eines der wesentlichen Probleme in der Energieeffizienz von Gebäuden ist die Finanzierung von Effizienz-Maßnahmen. Aber es ist nicht unbedingt so, dass das Geld nicht vorhanden wäre. Für andere Bereiche, wie die Sanierung von Bädern wird sehr viel Geld ausgegeben. Doch dort fragt man nicht nach der Wirtschaftlichkeit der Maßnahme. Die Energieeffizienz von Gebäuden muss sich aber rechnen und ist lange nicht so attraktiv wie ein schickes Badezimmer.

Wie kann die Bereitschaft zur Investition in die energiesparende Sanierung erhöht werden? Welche Hemmnisse bei der Finanzierung gibt es und wie können diese abgebaut werden?

Das waren die wesentlichen Fragen des Projektes effin, das Finanzforum Energieeffizienz in Gebäuden. Dies ist ein Projekt der Umweltorganisation WWF Deutschland und der Deutschen Unternehmensinitiative Energieeffizienz (DENEFF), das vom Bundesumweltministerium gefördert wurde.

Auf der Abschlusskonferenz am vergangenen Mittwoch wurden nun die Ergebnisse des Projektes präsentiert. Herausgekommen ist eine ganze Reihe von Innovationen im Finanzierungssektor, Leitfäden für unterschiedliche Bereiche und Praxishilfen für einzelne Akteure.

Individuelle Ansprache für Eigenheimbesitzer

Gerade bei Eigenheimbesitzern hat man festgestellt, dass bislang die persönlichen Wünsche und Sorgen der Hauseigentümer nicht ausreichend berücksichtigt werden.

„Unsichere Bauherren lassen sich selten mit pauschalen Sachargumenten überzeugen. Sie haben ganz individuelle Hoffnungen, Ängste und Erwartungen, die stärker im Gespräch aufgegriffen werden müssen“, so Martin Bornholdt, geschäftsführender Vorstand der DENEFF.

Um dieses Defizit abzubauen, hat effin gemeinsam mit der LBS West und dem Energieberatungsnetzwerk energetrium einen Gesprächsleitfaden für Energieberater und Mitarbeiter von Banken und Bausparkassen entwickelt, der auf psychosozialen Erkenntnissen beruht und bei der individuellen Beratung potenzieller Sanierungskunden hilft.

Zur individuellen Beratung gehört dabei auch eine neue Einteilung der Kunden, die ja bei der Bausparkasse bereits bekannt sind. Es reicht nicht die Einkommenssituation der Kunden zu kennen, auch die Lebensphase in der sie sich befinden ist wichtig, um beurteilen zu können wie wahrscheinlich weitere Investitionen in das Haus sind.

Interview zum effin Projekt mit Martin Bornholdt

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Warmmietenneutrale und wirtschaftliche Sanierung von Wohnungen ist machbar

effin Konferenz
Ausstellung und Vorraium der effin Abschlusskonferenz, Foto: Andreas Kühl

Im Bereich der professionellen Wohnungswirtschaft hat die Analyse ergeben, dass Wohnungsunternehmen häufig wenig wissen über die wirtschaftlichen Sanierungspotenziale und -kosten ihres Gebäudebestands.

effin entwickelte daher gemeinsam mit dem Darmstädter Wohnungsunternehmen bauverein AG und dem Energieversorger ENTEGA ein Berechnungsmodell, um energetische Sanierungen eines Gebäudeportfolios besser beurteilen zu können. Mit dem Modell wurde am konkreten Beispiel von 78 realen Gebäuden berechnet, dass die Hälfte davon warmmietenneutral und wirtschaftlich auf ein KfW-55 Niveau modernisiert werden kann.

„Das Projektergebnis widerspricht der Wahrnehmung, dass energetische Sanierungen nur Belastungen nach sich ziehen, und belegt: CO2-Einsparungen, Mieterschutz und Geschäftserfolg für Wohnungsgesellschaften sind vereinbar, wenn die Weichen richtig gestellt werden“, sagt Dr. Erika Bellmann vom WWF Deutschland.

Aus dem Berechnungsmodell ist ein leicht zu bedienendes Excel-Tool für die Wirtschaftlichkeitsberechnung energetischer Sanierungen geworden, das individuell gut angepasst werden kann.

Unterstützung von Bürgern zur Sanierung öffentlicher Gebäude

Öffentliche Gebäude werden vor allem dann seltener modernisiert, wenn sie im Eigentum defizitärer Kommunen sind. Wesentliches Hemmnis ist hier der schwierige Zugang zu Eigen- und Fremdkapital. Selbst die Inanspruchnahme von Fördermitteln ist diesen Kommunen oft nicht möglich, da auch staatliche Förderungen Eigenanteile voraussetzen. Sanierungen sind jedoch auch bei angespannter Haushaltslage mit Hilfe innovativer Finanzierungsmöglichkeiten möglich. Dazu gehören Energieeffizienz-Genossenschaften, Crowdfunding und Contracting-Modelle. Auch diese Finanzierungsmöglichkeiten hat das Projekt in einem Leitfaden für die öffentliche Hand beschrieben.

Schwieriger wird es bei gewerblichen Nicht-Wohngebäuden. Diese sind sehr inhomogen und schwierig zu verallgemeinern. Entsprechend schwer war es Daten zu sammeln für diesen Bereich. Es gibt einzelne Leuchtturmprojekte, die aber nicht stellvertretend sind für die große Masse an Gebäuden. Für Büroimmobilien ist das Rechentool aus der Wohnungswirtschaft ebenfalls anwendbar.

Die Innovationen in der Finanzierung sind ein wichtiger Schritt und ein Baustein in der notwendigen Steigerung der Sanierungsrate. Aber auch zur Verbesserung der Akzeptanz der Sanierung an sich können sie beitragen, wenn das Rechentool hilft aufzuzeigen wie eine warmmietenneutrale Sanierung gelingen kann. Ich hoffe nun auf eine weitere Verbreitung der Leitfäden und des Rechentools.

Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

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