erneuerbare energien Strom

Kommentare zu 50% Stromversorgung aus erneuerbaren Energien

Zu der Prognose des Bundesverbandes Erneuerbare Energien erklärt Hans-Josef Fell, energiepolitischer Sprecher (Bündnis90/ Die Grünen):

Erneuerbare Energien können 2020 schon über die Hälfte des deutschen Strombedarfs decken. Der Bundesverband Erneuerbare Energien geht in seiner konservativ gerechneten Prognose von 47 Prozent Strom aus heimischen Erneuerbaren Energien bis 2020 aus. Berücksichtigt man darüber hinaus noch mögliche Importe etwa von Solarstromkraftwerken in Nordafrika, könnte der Anteil der Erneuerbaren Energien schon 2020 die fünfzig-Prozent-Marke überschreiten.

Eine wichtige Erkenntnis der BEE-Berechnungen: Eine Stromlücke wird es in einem intelligenten Stromnetz nicht geben. Wenn die Bundesregierung Klimaschutz wirklich ernst nimmt, muss sie das Angebot der Erneuerbaren-Energien-Branche aufgreifen. Investitionen in Erneuerbare Energien, intelligente Netze und Energiespeicher sind Zukunftsinvestitionen und das beste Konjunkturprogramm.

Die Bundes- und Landesregierungen müssen jetzt die Bremsen lösen. Das Energieleitungsausbaugesetz ist auf die Bedürfnisse der Erneuerbaren Energien abzustimmen und die Genehmigungspraxis in den Ländern muss Erneuerbare Energien unterstützen statt zu blockieren.

Wir Grünen stehen voll hinter dem Ausbau der Erneuerbaren Energien. Wir wollen möglichst schon bis 2030 hundert Prozent der Stromerzeugung mit Erneuerbaren Energien erreichen. Wir fordern die Union und die FDP auf, die Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke aus ihren Wahlprogrammen zu streichen. Ebenso fordern wir die SPD auf, von der klimafeindlichen Kohle abzurücken und sich künftig eindeutig hinter die Erneuerbaren Energien zu stellen. Die Erneuerbaren Energien sind in der Lage, die Stromversorgung ohne neue Kohlekraftwerke und ohne Laufzeitverlängerungen für Atomkraftwerke zu sichern.
Ihr Hans-Josef Fell MdB

In den internationalen Medien, wie PV-Tech, findet sich diese Meldung ebenfalls wieder. Hier wird die Meldung ergänzt mit der Aufforderung vom Vorstandsvorsitzenden der Phönix Solar AG an die Banken, wieder die Finanzierung von solaren Großkraftwerken aufzunehmen.

Ich sehe den Ausbau auch sehr optimistisch und wenn es so weitergeht in der Entwicklung, dann dürfte der Anteil von 50% an der Stromversorgung durchaus realistisch sein. Aber die Speicherung ist bei erneuerbaren Energien mit einem so großen Anteil an der gesamten Stromversorgung von großer Bedeutung. Strom muss immer da sein, wenn es gebraucht wird. Im Winter bei Windflaute, wenn keine Sonne scheint und wenn die Pumpspeicherkraftwerke eingefroren sind, muss zuverlässig Strom geliefert werden können. Dazu brauchen wir, so ist meine Sichtweise als ein Branchenbeobachter aber Außenstehender, neue Speichertechnologien, nicht Elektroautos – die ich nicht als Lösung sehe – sondern große Batterien und Zwischenspeicher, wie Druckluftspeicherkraftwerke oder eine Umwandlung von Strom aus Wind und Sonne in z.B. Wasserstoff. Da muss noch mehr passieren in der Forschung und Entwicklung.

Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

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