Schlagwort: technology review

Wieder mal wird deutsche Solar-Förderung in Frage gestellt

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Das EEG ist ein Erfolgsmodell, das weltweit in viele andere Länder exportiert wird. Die deutsche Photovoltaik-Industrie gehört zur weltweiten Spitze, die mittlerweile in die ganze Welt liefert. Aber wir sind schließlich Deutschland, und da gehört es dazu, dass eigene Erfolge schlecht gemacht werden, bis andere Länder die Technologieführerschaft übernehmen. Immerhin stehen Unternehmen aus anderen Ländern schon Schlange, wie aus den USA oder aus China.

Dieses mal geht es um einen Artikel aus der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, die eine Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung in Essen, „Germany’s Solar Cell Promotion – Dark Clouds on the Horizon“, präsentieren. Laut Blog der Technology Review wird die Studie mit „Sonnenenergie verbrennt Geld“ und „Jeder Solararbeitsplatz kostet die Deutschen 205.000 Euro. Das ist er nicht wert.“ zitiert.

Folgende Kritikpunkte werden aufgeführt:

  • Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) ist im Vergleich zum europäischen Emissions-Handels-System (ETS) bei der Reduzierung von Emissionen ineffizienter.
  • Photovoltaik ist im jetzigen Stadium nicht subventionswürdig, da die Technik noch nicht ausgereift genug ist. Die Subvention über das EEG wirkt sogar innovationshemmend.
  • Die Arbeitsplätze, die in der Solarenergie-Branche entstanden sind, gehen auf Kosten von Arbeitsplätzen in der herkömmlichen Energie-Branche.
  • 2006 wurde jeder der 35.000 Solar-Arbeitsplätze mit umgerechnet 205.000 Euro subventioniert.

Hätten die sich nicht neuere und bessere Argumente überlegen können? Diese Argumente sind schon oft widerlegt worden. Dass das Emissions-Handels-System effizient ist, wäre außerdem völlig neu – auch England plant mittlerweile eine Einspeisevergütung. Alle anderen Förderkonzepte haben nicht den Erfolg, den das EEG ausgelöst hat. Und natürlich gibt es einen Konflikt mit der herkömmlichen Energie-Branche, schließlich geht es um eine zukunftsfähige und nachhaltige Energieversorgung, welche die herkömmliche Energie-Branche nicht wirklich bieten kann. Ein Wirkungsgrad von 20% mag sich zwar gering anhören, aber die Sonne liefert ihre Energie kostenlos und für unendlich lange Zeit. Zudem hat die boomende Entwicklung der Photovoltaik einen eben solchen Boom in der Weiterentwicklung und in der Forschung ausgelöst, so dass sich die Technik in den nächsten Jahren enorm weiterentwickeln wird. Und, dass die Arbeitsplätze in Frage gestellt werden, zeigt, dass es darum geht die ganze Technologie in Frage zu stellen und nicht um die Subventionen – die keine direkten Subventionen sind. Es geht viel mehr um die ganze Klimaschutz-Strategie, gar den Klimawandel an sich und um den Sinn von erneuerbaren Energien.

Auch ich sehe, dass es sich um einen Kulturkampf handelt, der noch lange und künftig sicher mit noch härteren Mitteln ausgekämpft wird. Aber, bevor wir in Deutschland zu einem Ergebnis kommen, werden die USA und China längst die Tatsachen schaffen, und wir schauen wieder nur zu. Ich hoffe in dem Sinne auf eine lebhafte Diskussion und viele weitere Beiträge dazu in anderen Blogs.

Interessantes aus der Forschung

Meine derzeitige Lieblingszeitschrift Technology Review hat immer wieder interessante Beiträge aus der Forschung von erneuerbaren Energien. Ich möchte jetzt gar nicht lange Texte über die Beiträge schreiben, sondern mal nur kurz die letzten Beiträge kurz vorstellen:

  • Walflosse inspiriert Windmühlen
    Eine US-Firma nutzt ein Vorbild aus der Natur, um bessere Rotorblätter zu bauen, die deutlich effizienter drehen.
  • Solaranlage 2.0
    Kraftwerksbetreiber nutzen die Energie der Sonne zunehmend, um Wasser für Dampfturbinen zu erhitzen. Die indirekte Stromerzeugung hat einige Vorteile.
  • Flexible Solarzellen aus Nanodrähten
    Exotische Materialien und kostengünstige Trägerstoffe sollen die Fotovoltaik revolutionieren.