Startups

Wo sind die Innovationen und Startups in der SHK-Branche?

Kickoff Startups @ ISH 2019
Die Teilnehmer, v.l.n.r.: Jochen Schmiddem, Wunderblau; Julia Gebert, Rysta; Martin Urbanek, openHandwerk; Stefan Goletzke, Duschkraft; Sergej Kvasnin & Peter Fokin, I[n]solation, © Jörn Dudek Fotografie

Innovation mit neuen Technologien und neuen Geschäftsmodellen gibt es heute in allen Branchen. Auch in der Sanitär- und Heizungsbranche gibt es spannende Entwicklungen. Und das sind nicht nur Online-Plattformen für den Vertrieb, es gibt noch mehr spannende Entwicklungen. Es wird also Zeit die Startups in der SHK-Branche zu betrachten und nach Innovationen für die Energiewende im Wärmesektor zu suchen. Passend dazu gibt es auf der kommenden Messe ISH 2019, vom 11. bis 15. März 2019, das Sonderareal Startup@ISH. Zum Auftakt des neuen Bereichs gab es vergangene Woche einen spannenden Startup-Pitch in Berlin. Als Sieger ist Rysta aus dem Wettbewerb hervor gegangen und hat sich den ersten Standplatz gesichert.

Entwicklung im Sanitär- und Wärmemarkt

Es gibt kaum einen Wirtschaftsbereich ohne hoch innovative Startups. Manche haben ganz neue Technologien und die meisten der jungen Unternehmen befassen sich mit der Erfassung und intelligenten Auswertung von Daten. Daran kann man schon erkennen, dass die Digitalisierung ein großer Treiber dieser Entwicklung ist. Also war es auch nur eine Frage der Zeit bis auch im Bereich Sanitär, Heizung und Klima spannende Startups zu finden sind.

Ob diese Startups, wie im Stromsektor, auch einen Beitrag leisten können zur Energiewende, bleibt abzuwarten. Das möchte ich in den kommenden Wochen und Monaten genauer beobachten. Dies wäre sehr wichtig, denn im Wärmebereich bewegt sich zu wenig, eigentlich fast nichts. Es werden zu wenig Heizungen ausgetauscht und der Anteil von erneuerbaren Energien in der Wärmeversorgung bleibt seit Jahren nahezu konstant. Die Wärmepumpen als großer Hoffnungsträger im Wärmemarkt setzen sich nur langsam durch, aufgrund ungleicher Rahmenbedingungen, und es ist fraglich, ob sie die einzige Lösung für die Zukunft sein werden.

Start für das Sonderareal Start-up@ISH 2019

Dass sich die Messe öffnet und für Startups aus der SHK-Branche ein Sonderareal zu vergünstigten Konditionen anbietet, kann ich nur begrüssen. Dies zeigt schließlich, dass die Entwicklung nicht an der Branche vorbei geht und Innovationen nicht nur von den etablierten Unternehmen kommen. Für die Startups gibt es damit die Möglichkeit sich der ganzen Branche und der internationalen Fachwelt zu zeigen.

Aber es gibt nicht nur die Messestände, auf denen sich die Startups zeigen können. Am 12. und 13.03. können die Startups auch in einem Speeddating in acht-minütigen persönlichen Gesprächen ihre Innovationen Marktführern, Industriegrößen, Mittelständlern und Investoren vorstellen. Für alle Besucher und Aussteller ist die Teilnahme am Speeddating kostenlos. Das Speeddating wird, wie bei vielen anderen Veranstaltung auch, von dem Innovationsnetzwerk Energieloft, organisiert. Eine Anmeldung ist jedoch notwendig für die Vermittlung passender Kontakte.

Damit das neue Sonderareal mit den Startups richtig loslegen kann, hat in der vergangen Woche der Auftakt in Berlin mit Pitches von fünf Startups stattgefunden. Dazu eingeladen haben die ISH und ihre Trägerverbände BDH (Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie), FGK (Fachverband Gebäude-Klima), VDS (Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft), VdZ (Forum für Energieeffizienz in der Gebäudetechnik) und ZVSHK (der Zentralverband Sanitär Heizung Klima) sowie Energieloft, dem Innovationsnetzwerk für Energiethemen.

Die Startups beim Kickoff zum Sonderareal der ISH 2019

Alle fünf teilnehmenden Startups hatte ich hier noch nicht vorgestellt. Nur zwei davon waren mir bereits bekannt, also eine gute Gelegenheit Euch wieder ein paar interessante Startups vorzustellen.

rysta

Sieger des Pitches in Berlin war rysta, die damit einen Stand auf der ISH gewonnen haben. Mit der Hilfe von Sensoren und den daraus ermittelten Daten sorgt rysta für den Schutz vor Schäden durch Feuchte und Schimmel in Neubauten oder nach einer Sanierung. Die Sensoren messen die Feuchtigkeit und die Lufttemperatur und übermitteln die Werte an einen zentralen Server. Die Bewohner der Wohnungen erhalten daraus ermittelte Angaben zum Raumklima und Empfehlungen für die Lüftung. Auf der anderen Seite haben die Eigentümer Informationen über den Zustand ihrer Immobilie und einen Schutz vor Schimmel.

„Die ISH ist für uns eine tolle Gelegenheit, die Branche umfassend kennenzulernen und wichtige Kontakte zu knüpfen“, freut sich Julia Gebert, CEO von Rysta.

Duschkraft

Auch das nächste Startup beschäftigt sich mit einem Schutz vor Feuchteschäden. Bei Duschkraft, die ich bereits Anfang des Jahres bei den 10 aktuellen Energieeffizienz-Innovationen, vorgestellt hatte, wird die Feuchtigkeit direkt aus der Duschkabine abgezogen. Damit gibt es keine beschlagenen Spiegel mehr und es wird dem gesundheitsgefährdenden Schimmel vorgebeugt. Diese Wirkung erreicht Duschkraft nur durch „die Kraft des kalten Wassers“, das heißt das kalte Wasser wird um drei bis acht Grad vorgewärmt durch die Entfeuchtung der Luft. Damit spart das Gerät mit 200 Wh pro Duschvorgang mehr Energie ein als es für die Entfeuchtung der Luft benötigt.

wunderblau

Das nächste Startup ist auch mehr im Bereich Sanitär beheimatet. Bei wunderblau handelt es sich um eine WC-Bürste, die mit der Hilfe von UV-C Bestrahlung zu 99,99% keim- und bakterienfrei ist. Es ist kein Einsatz von Chemikalien notwendig. Damit wird die WC-Bürste hygienisch, kindersicher und nachhaltig.

Plusenergiewand

Ein ganz anderes Problem hingegen löst die Plusenergiewand. Dieses Bauteil wird vor dem Fenster oder der Wand gesetzt. Es nutzt wahlweise die eintreffende Sonnenstrahlung oder wirkt als hocheffiziente Wärmedämmung, also handelt sich um eine Folie als schaltbaren Wärmeschutz. Im Fenster wirkt die Folie auch als Hitzeschutz im Sommer. Sitzt das Element hingegen vor der Fassade erwärmt es im Winter und in der Übergangszeit die Fassade, was damit den Energieverlusten des Gebäudes entgegen wirkt. Damit lässt man die Wärme ins Haus, wenn sie gebraucht wird, und sperrt sie aus, wenn sie nicht erwünscht ist.

openHandwerk

Der fünfte Teilnehmer des Startup-Pitch für die ISH ist ein Software-Unternehmen, das mit openHandwerk eine cloudbasierte Software-Lösung für Handwerks-Betriebe anbietet. Sie ist einsetzbar als App und über den Browser. Mit ihr können alle Aufträge verwaltet, Mitarbeiter eingeteilt und Angebote, bzw. Rechnungen geschrieben werden.

Gibt es noch mehr Innovationen und Startups für die SHK-Branche?

Wenn man sich die Startup-Landschaft anschaut, findet man also auch in der SHK-Branche interessante Startups. Allerdings war hier mehr der Schwerpunkt auf den Themen Lüftung und Sanitär und weniger bei Heizung und Klima. Ich bin gespannt welche Startups sich vom 11. bis 15. März 2019 auf dem ISH-Messegelände in der Galleria 1 mit ihren Messeständen präsentieren.

„Mit den zahlreichen neuen Sonderformaten spricht die Messe besonders den potentiellen Nachwuchs für die SHK-Branche an. Auf dem Sonderareal Start-up@ISH kommen die etablierten Branchenplayer mit neuen Köpfen zusammen – davon profitieren letztlich alle“,

erklärt Kerstin Vogt, Leiterin der VdZ-Geschäftsstelle, die sich für die operative Verantwortung im Namen der Trägerschaft der ISH verantwortlich zeichnet.

Weitere Informationen und die Anmeldung für Standplätze im Rahmen des Sonderareals Start-up@ISH finden Interessierte hier: www.ish.messefrankfurt.com/start-up. Für das Speeddating können sich Besucher und Aussteller direkt anmelden: ish.energieloft.de

Mein Interesse bei der ISH 2019 ist wieder die Suche nach den Innovationen für die Energiewende im Wärmesektor. Die bisherigen Technologien, Geschäftsmodelle und Förderungen haben die Energiewende nicht voran bringen können. Vielleicht gibt es neuen Schwung durch Innovationen und Startups in der SHK-Branche. Ich werde in den kommenden Wochen verstärkt darauf achten und berichten. Über Hinweise würde ich mich sehr freuen.

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Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

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