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Startup-Kooperation erhält Zuschlag für Sanierung Berliner Liegenschaften

Startup-Kooperation Sanierung Berliner Liegenschaften
Startup-Kooperation erhält Zuschlag zur Sanierung Berliner Liegenschaften, Foto: pixabay/ Tama66

Eine Kooperation der drei Startups eGain, myWarm und perto hat den Zuschlag erhalten für eine energetische Sanierung von öffentlichen Liegenschaften in Berlin. Dazu gehören 46 Feuerwehrwachen und 18 Oberstufenzentren. Insgesamt soll die Sanierung 30.000 Tonnen CO2 bis 2025 einsparen. Diese Sanierung ist für Berlin ein Schritt auf dem Weg zur klimaneutralen Stadt, die bis 2050 erreicht werden soll. Die Startups haben sich in einer Ausschreibung der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) gegen andere Unternehmen durchgesetzt. Sie sorgen für eine bessere Steuerung der Heizungsanlage, für einen hydraulischen Abgleich und effiziente Heizungspumpen.

Ziel der klimaneutralen Stadt in Berlin bis 2050

Berlin hat sich das ehrgeizige Ziel der klimaneutralen Stadt bis zum Jahr 2050 gesetzt. Im gleichen Zeitraum sollen die Kohlendioxidemissionen um mindestens 85 Prozent, bezogen auf das Basisjahr 1990, reduziert werden.  Die konkreten Strategien und Maßnahmen, die nötig sind, um dieses Ziel zu erreichen, sind in dem Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm (BEK) dokumentiert.

Mit diesem Ziel übernimmt das Land Berlin eine Vorbildfunktion, denn Städte stehen beim Klimaschutz in einer besonderen Verantwortung, da sie für rund 70 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich sind.

Im Handlungsfeld der Energie sieht das Berliner Energie- und Klimaschutzprogramm 2030 (BEK 2030) für den Umsetzungszeitraum 2017 bis 2021 insbesondere den Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung vor, sowie die Nutzung von Wärme- und Stromspeichern, den Ausbau der Solarenergienutzung, die Nutzung vom Wärmepumpen und Geothermie, und die Förderung von Power to Heat- und Power to Gas-Anwendungen.

Im Bereich der Gebäude strebt Berlin eine durchschnittliche Sanierungsrate von 2 Prozent an, unter Beachtung der Sozialverträglichkeit und der Baukultur. Um diese Ziele zu erreichen setzt Berlin vor allem auf Quartierslösungen für den Bestand sowie Modellquartiere für den Neubau.

Sanierung von Feuerwehrwachen und Oberstufenzentren

In der Sanierung soll die öffentliche Hand vorangehen. Das BEK  sieht vor öffentliche Neu- und Bestandsbauten über die bestehenden Anforderungen hinaus vorbildhaft zu entwickeln. Bei der Planung von öffentlichen Baumaßnahmen soll geprüft werden, wie weit es möglich ist über die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben hinaus zu gehen und Solarenergie auf den Dächern zu nutzen.

Daher lässt die BIM Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM), der Immobiliendienstleister für Berlin, Gebäude energetisch sanieren und setzt stärker auf erneuerbare Energien, Kraft-Wärme-Kopplung und effizienzsteigernde Maßnahmen. Schon zwischen 2009 und 2015 konnte das Unternehmen den jährlichen CO2-Ausstoß des bewirtschafteten Gebäudeportfolios um 23.000 Tonnen bzw. 21 Prozent reduzieren. Nun will das Unternehmen bis 2025 die CO2-Emissionen seines Gebäudebestands um weitere 30.000 Tonnen pro Jahr senken.

Ein Schritt auf dem Weg zu diesem Zwischenziel ist die  die energetische Sanierung von 46 Feuerwehrwachen und 18 Oberstufenzentren mit zusammen über 300.000 Quadratmetern. Bis Ende Oktober 2018 sollen Heizungsoptimierung und Gebäudeautomation den CO2-Ausstoß der Wärmeversorgung um über 20 Prozent reduzieren. Der Auftragswert beläuft sich auf über zwei Millionen Euro.

Startup-Kooperation erhält Zuschlag für die Sanierung

Den Zuschlag erhielt nach öffentlicher Ausschreibung eine Arbeitsgemeinschaft aus den drei Start-ups eGain, myWarm und perto. Sie verknüpft drei geringinvestive Maßnahmen miteinander: die Temperaturprognosensteuerung der Heizkessel, den hydraulischen Abgleich des Heizungssystems und den Austausch ineffizienter Pumpen.

Andreas Tiemann, Leiter derBerliner Energiemanagement GmbH (B.E.M.), ein Tochterunternehmen der BIM, das für die klimapolitischen Ziele der Stadt mit verantwortlich ist, ist überzeugt, davon, dass sie neue Wege gehen müssen, um die ambitionierten Klimaschutzziele zu erreichen:

„Die drei beauftragten Start-ups erfüllen exakt unsere Bedürfnisse: Wir bekommen ein Bündel aus verschiedenen standardisierten Maßnahmen, die den täglichen Betrieb in den Liegenschaften kaum stören. Daher sind sie besonders geeignet für eine schnelle Sanierung unseres großen Gebäudebestands. Exakte Vorher-Nachher-Messwerte zeigen uns, wie viel CO2 wir tatsächlich eingespart haben. Wir sind überzeugt, dass die neuen, digitalen Technologien enormes Potenzial haben und wir damit unsere ambitionierten Einsparziele erreichen können. Gut finden wir auch, dass die Installation ausschließlich von lokalen Handwerksbetrieben durchgeführt wird und so das Handwerk in Berlin gestärkt wird.“

EGain kümmert sich um Optimierung der Heizungssteuerung

EGain sorgt anhand von Daten wie Außentemperatur, Dämmung, Lage zur Sonne, Verschattung und Wetterprognose für optimale Heizungssteuerung. Das spart bis zu 20 Prozent Wärmeenergie ein

Mit der Gründung in 2003 ist EGain eigentlich kein Startup mehr. Der Ansatz über eine intelligente Cloud-Plattform entspricht aber durchaus noch dem von heutigen Startups. Sie arbeiten mit einer Verbindung aus intelligenter Software, Big Data und menschlicher Expertise, wie sie schreiben, um selbstoptimierte und energieeffiziente Gebäude zu bieten. Das Ergebnis zeigt das Potential durch intelligente Optimierung der Heizungssteuerung. Eine Reduzierung der Heizkosten um 10 bis 20 Prozent und ein besseres Innenraumklma bei einer Amortisation in weniger als ein, Jahr klingt doch recht vielversprechend.

myWarm kümmert sich um hydraulischen Abgleich

Um den hydraulischen Abgleich kümmert sich myWarm aus Linz in Österreich mit einer Niederlassung in Berlin. Sie nutzen dafür  live an den Heizkörpern gemessenen Date. Auch hier ist eine Reduzierung der Wärmeenergie von bis zu 20 Prozent realistisch.

Über Funk-Temperatursensoren messen sie die Vorlauf-, Rücklauf- und Raumtemperaturen an jedem Heizkörper- Diese Daten sendet myWarm an den myWarm Internet Server. Dieser errechnet für jeden Heizkörper entsprechende Einstellwerte und gibt sie zurück an die funkgestseuerte Ventil-Regulationseinheit, die auf jedem Heizkörperthermostatventil sitzt. Dieser reguliert dann über den Ventilhub die jeweiligen Durchflussmenge und Temperatur des Heizkörpers .

perto kümmert sich um effiziente Pumpen

Die veralteten Heizungs- und Zirkulationspumpen in den Liegenschaften ersetzt perto durch moderne
Hocheffizienzpumpen, die bis zu 90 Prozent weniger Strom verbrauchen. Das Startup perto muss ich den Stammlesern nicht mehr vorstellen, Im Startup-Interview hatte mir Gründer Sebastian Schröer die Geschichte von perto und wie sie den Prozess des Pumpentauschs vereinfachen.

Gutes Beispiel für Bedeutung von Startups und Digitalisierung

Dieses Beispiel zeigt schön welchen Nutzen Startups und die Digitalisierung für die Energiewende und den Klimaschutz haben können. Sie konnten in der Zusammenarbeit eine Ausschreibung gewinnen, ermöglichen hohe Einsparungen und bringen große Vorteile für den Auftraggeber. Diese Art der Sanierung ermöglicht eine genaue Analyse der Einsparungen und kurze Amortisationszeiten. Und besonders hervorzuheben ist auch die Einbindung des lokalen Handwerks für die Installation. bzw. Umsetzung.

Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

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