Sanierung

DUH fordert Ja des Bundesrats zur steuerlichen Abschreibung der Gebäudesanierung

Haus
Saniertes Einfamilienhaus, Foto: pixabay/ sanremo-domains
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Saniertes Einfamilienhaus, Foto: pixabay/ sanremo-domains

Mit dem Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) ist die steuerliche Abschreibung der energetischen Gebäudesanierung wieder in den Fokus gerückt. Sie gilt als erste Wahl, um die schwache Sanierungsquote im Gebäudebestand nach oben zu bringen und die Wärmewende in Schwung zu bringen.

Damit sollen künftig Hausbesitzer die Kosten für Wärmedämmung, neue Fenster oder für eine neue Heizung von der Steuer absetzen können.

Steuerliche Abschreibung scheiterte schon einmal an Zustimmung des Bundesrats

Doch da erinnern wir uns vielleicht, die steuerliche Förderung wurde schon einmal diskutiert und scheiterte an dem Streit zwischen Bundesrat und Bundestag über die Finanzierung dieser Fördermaßnahme.

Jetzt wird ein neuer Anlauf genommen und morgen wird der Umweltausschuss im Bundesrat darüber diskutieren. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert den Bundesrat zur Zustimmung auf und und appelliert an die Bundesregierung, auch die übrigen angekündigten Sofortmaßnahmen zum Schutz des Klimas zügig auf den Weg zu bringen.

Die neue Bund-Länder-Initiative zur Steigerung der Sanierungsrate im Gebäudebereich soll eine Laufzeit von fünf Jahren und ein Volumen von fünf Milliarden Euro haben. In guten Zeiten hat das ungefähr dem Volumen des CO2-Gebäudesanierungsprogramms entsprochen.

Abschreibung von Handwerker-Leistung gegen energetische Sanierung

Ob die Bundesländer dieses Programm unterstützen werden ist noch unklar. Als Gegenfinanzierung hat die Bundesregierung vorgeschlagen die steuerliche Absetzbarkeit von Handwerker-Leistungen zu kürzen. Absetzbar sollen von den Arbeitskosten bis 6.000 Euro nur noch Beträge oberhalb von 300 Euro sein.

Die DUH hält ein solches Instrument der Gegenfinanzierung für sinnvoll. Was meint Ihr? Dies betrifft ja auch Instandhaltungs- oder Sanierungsarbeiten am Gebäude.

Steuerliche Abschreibung erster Schritt für Erfolg der Gebäudeeffizienz

DUH-Bundesgeschäftsführer Sascha Müller-Kraenner verweist auf Berechnungen der KfW Bankengruppe, nach denen insgesamt Investitionen in Höhe von 840 Milliarden Euro nötig sind, um das Ziel eines klimaneutralen Gebäudebestands bis 2050 zu erreichen:

„Die steuerlichen Abschreibungen sind der erste Schritt in einem Jahr, in dem wichtige Weichen für den Erfolg der Gebäudeeffizienz gestellt werden. Dabei darf es aber nicht bleiben, sonst sind sie lediglich ein Tropfen auf den heißen Stein.“

840 Milliarden Euro? War das nicht die Zahl inklusive der ohnehin anfallenden Kosten? Vorsicht mit dem Argument, da kommen gleich die Skeptiker und zeigen, dass die Einsparungen geringer sind als die Kosten. Und dann wird auch noch jede Sanierung der pösen Energiewende zugerechnet.

Gebäudesanierung muss weg vom negativen Image

Als weiteren Schritt fordert der DUH die Überzeugung der Verbraucher, dass die Sanierungen notwendig sind und, dass das negative Image der energetischen Gebäudesanierung zu Unrecht besteht, so die Expertin für Energieeffizienz Barbara Metz:

„So lange Hausbesitzer nicht verstehen, warum sie dämmen oder eine neue Heizung und Fenster einbauen sollten und sie nicht umfassend und objektiv über die Vorteile der energetische Sanierung aufgeklärt werden, wird die von Ministerin Hendricks ausgerufene Wärmewende nicht gelingen.“

Mit den bisherigen Aufklärungs-Kampagnen wurde meines Erachtens nicht viel erreicht oder eigentlich gar nichts erreicht. Oder ist die Kampagne „Die Hauswende“ bei den Verbrauchern angekommen? Kilian Rüfer hat in seinem Blog ein hervorragendes Beispiel einer funktionierenden Kampagne beschrieben. Ob das im Gebäudebereich sich auch so umsetzen ließe?

Weitere Maßnahmen aus NAPE müssen rasch umgesetzt werden

Auch die anderen geplanten Sofortmaßnahmen aus dem Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) sollten rasch umgesetzt werden, betont die DUH-Expertin. Dazu gehören die bestehende Energieberatung zu optimieren, das CO2-Gebäudesanierungsprogramm weiterzuentwickeln und ein nationales Effizienzlabel für Heizungsaltanlagen einzuführen. Auf diese ersten Schritte müssten dringend weitere, langfristige Maßnahmen wie die rasche und ambitionierte Überarbeitung der Energieeinsparverordnung (EnEV) und des Erneuerbare-Energien-Wärmegesetzes (EEWärmeG) folgen.

Hoffen, wir dass sich jetzt was bewegt. Das Jahr 2015 wird entscheidend sein für die Energieeffizienz in der Energiewende. Was glaubt Ihr, was brauchen wir noch, damit die Gebäudeeffizienz vorankommen wird?

Über den Autor

Andreas Kühl

Ich bin Energieblogger aus Leidenschaft mit einem großen Faible für Energieeffizienz und erneuerbare Energien. Mit energynet.de betreibe ich einen der bekanntesten und einflussreichsten Energieblogs im deutschsprachigen Raum. Innovationen für die Energiewende in Technologien und Geschäftsmodellen sind meine aktuellen Schwerpunktthemen.

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